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Freitag, 30. Mai 2014

Großbritannien treibt Europas Freiflächenmarkt

28. Mai 2014 
Nach der Analyse von IHS wird der Zubau von Solarparks in Europa vor allem durch die Projekte in Großbritannien vorangetrieben. Wenn die Regierung in London wirklich einen Stopp der Förderung über Zertifikate zum 1. April 2015 beschließen sollte, könnte dies nochmal einen zusätzlichen Schub bringen.

Am 7. Juli will das britische Energieministerium DECC die Ergebnisse seiner Überprüfung der Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen vorlegen. Wenn es dabei zum Ergebnis komme, dass die Förderung über die Zertifikate zum 1. April 2015 beendet werden sollte, dann könnte es zu einem großen Boom kommen, schreiben die Analysten von IHS. Derzeit seien Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,8 Gigawatt in Planung. Dazu könnten nochmal 3 Gigawatt neu installierte Leistung im ersten Quartal 2015 kommen. „Großbritannien ist zum Epizentrum für Europas Photovoltaik-Freiflächenaktivitäten geworden“, sagte IHS-Analystin Josefin Berg.

In Europa seien derzeit rund sieben Gigawatt an Photovoltaik-Freiflächenanlagen für 2014 und 2015 in Planung. 69 Prozent davon befänden sich in Großbritannien. Derzeit befänden sich Kraftwerke mit 130 Megawatt im Bau. Weitere 71 Projekte mit einer Gesamtleistung von 681 Megawatt stünden kurz vor Baubeginn. Die übrigen 250 Großprojekte in Großbritannien müssten noch ausstehende Genehmigungen und Verträge einholen, um vor dem 1. April 2015 ans Netz gehen zu können, so die Einschätzungen von IHS. Es gebe derzeit nicht genügend Netzzugänge und es sei daher wahrscheinlich, dass Projekte die ursprünglich im Südwesten des Landes entstehen sollten, in andere Regionen Großbritanniens verlagert würden.

Zur Situation in den übrigen europäischen Ländern heißt es bei IHS, dass Frankreich über die größte Photovoltaik-Projektpipeline verfüge. Dort seien derzeit Projeke mit 974 Megawatt in Planung, deren Einspeisetarife über öffentliche Ausschreibungen vergeben worden seien. Davon seien derzeit Solarparks mit 142 Megawatt Leistung im Bau. Bei Anlagen größer 250 Kilowatt seien Projekte mit insgesamt 515 Megawatt im Jahr 2012 genehmigt worden. Davon seien bislang weniger als 25 Prozent ans Netz angeschlossen.

Weitere nennenswerte Pipelines für Großprojekte in Europa gibt es IHS zufolge noch in Italien, Russland, Deutschland und Rumänien. In Italien sei die Mehrzahl noch unter den Bedingungen des im letzten Jahr ausgelaufenen Conto Energia genehmigt worden. In Russland seien Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit knapp 400 Megawatt in Planung, wobei die ersten Projekt wohl erst 2015 ans Netz gehen werden. In Deutschland seien trotz der stark gesunkenen Einspeisevergütung Freiflächenanlagen mit insgesamt 202 Megawatt in Planung und Bau, die noch vor dem Inkrafttreten der EEG-Reform am 1. August ans Netz gehen sollen, heißt es bei IHS. In Rumänien seien Photovoltaik-Kraftwerke mit immerhin 215 Megawatt im Bau – trotz Kürzung der Solarförderung und unsicheren politischen Verhältnissen.

Neben den geplanten Freiflächenanlagen mit sieben Gigawatt Leistung in Europa gebe es auch noch weitere Projekte mit 7,5 Gigawatt Gesamtleistung, deren Realisierung IHS unter den derzeitigen Marktbedingungen aber für unwahrscheinlich hält. So seien in Spanien bereits fast die Hälfte der Großprojekte mit 3,2 Gigawatt angesagt worden. Die restlichen Anlagen befänden sich zumeist erst in einer frühen Planungsphase. Auch in Rumänien würden wegen der Kürzungen bei der Solarförderung wohl Projekte mit etwa vier Gigawatt nicht gebaut werden. In der Türkei hätten sich zudem Projektierer mit Anlagen von insgesamt neun Gigawatt um die Lizenzen beworben. Die türkische Regierung will aber nur Projekte mit einem Volumen von 600 Megawatt genehmigen. (Sandra Enkhardt)

Allianz von SMA und Danfoss ist unter Dach und Fach

28. Mai 2014
Die Kartellbehörden haben ihre Zustimmung für die Kooperation der beiden Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern gegeben. Bereits im Februar hatten die Unternehmen ihre Pläne veröffentlicht, wonach SMA das komplette Wechselrichtergeschäft von Danfoss übernimmt und die Dänen im Gegenzug sich mit 20 Prozent an dem deutschen Hersteller beteiligen.
 
Die SMA Solar Technology AG und Danfoss A/S haben nun den Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die kartellrechtlichen Freigaben würden bereits vorliegen, teilte der hessische Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern mit. Bereits im Februar verkündeten die beiden Unternehmen, dass SMA das komplette Photovoltaik-Wechselrichtergeschäft von Danfoss übernehmen wollen. Im Gegenzug beteiligt sich Danfoss mit 20 Prozent an SMA. „Ziel ist es, die Kostenposition der Unternehmen durch Skaleneffekte sowie die Nutzung der gemeinsamen Entwicklungserfahrung nachhaltig zu verbessern“, hieß es weiter. Bei dem deutschen Hersteller werden sich enorme Kosteneinsparungen von der Partnerschaft versprochen. „Wir werden durch die Zusammenarbeit im Entwicklungsbereich die Innovationszyklen beschleunigen und unsere Produktkosten systematisch senken", erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Überdies sei mit der Danfoss-Übernahme auch noch die Stärkung des Marktsegments für mittelgroße Photovoltaik-Anlagen in Europa, den USA und Asien gelungen.

SMA werde den kompletten Service für alle installierten Danfoss-Wechselrichter übernehmen.„Danfoss wird in den kommenden Jahren insbesondere von der Bündelung des Einkaufsvolumens und den hohen Wachstumsraten der Photovoltaikindustrie profitieren. Synergien im Einkaufsbereich sollten ab 2015 in beiden Unternehmen zu jährlichen Einsparungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen“, sagte Niels Christiansen, Vorstandschef von Danfoss. Das dänische Unternehmen will mit seiner Beteiligung an SMA sein Photovoltaik-Engagement fortsetzen. Für die 20-prozentige Beteiligung zahlt Danfoss mehr als 300 Millionen Euro. Dies sei der Kauf von 6,94 Millionen Aktien zu einem Preis von 43,57 Euro. Zudem gebe es die Verpflichtung von Danfoss in den kommen zwei Jahren keine weiteren SMA-Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. (Sandra Enkhardt)

Mittwoch, 28. Mai 2014

Solar-Drohnen aus den USA für jedermann

27. Mai 2014 
Das US-amerikanische Unternehmen Sunlight Photonics bietet seit kurzem Flug-Drohnen an, die überwiegend mit Strom aus Solarzellen versorgt werden. Die Geräte können zur Überwachung von Wildtieren eingesetzt werden, genauso wie für Grenzpatrouillen.

Die Sunlink-5 eine kleine Solar-Drohne für den gewerblichen und zivilen Gebrauch in niedrigen bis mittleren Höhen. Nach Angaben des Herstellers handele es sich um die erste für Privatkunden erhältliche Drohe, die ausschließlich mit Solarenergie betrieben werden kann.
Das unbemannte Fluggerät könne bis zu einer Höhe von 3000 Metern aufsteigen und unter guten Bedingungen einen ganzen Tag in der Luft bleiben. Zudem könne die Drohne Lasten mit einem Gewicht von bis zu fünf Kilogramm transportieren und zugleich 100 Watt Strom zur Verfügung stellen.
Damit sei das Gerät für vielfältige Zwecke einsetzbar, unter anderem in der Landwirtschaft, zur Landvermessung, zum Waldbrand- und Wildtier-Monitoring, für die drahtlose Kommunikationsübertragung oder zur Überwachung von Grenzen. (Mirco Sieg)

Verlustreiches erstes Quartal für Aleo Solar

27. Mai 2014
Nach dem Abschluss des Verkaufs der Marke und der Produktionsstätte des Photovoltaik-Herstellers in Prenzlau hat die Aleo Solar AG i.L. nun noch die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Nicht einmal zehn Megawatt prodzierte der Modulhersteller in den ersten drei Monaten.

Die Aleo Solar AG i.L. [in Liquidation] hat im ersten Quartal mit weiter sinkenden Umsatzzahlen zu kämpfen gehabt. Die produzierte Leistung sei auf 9,4 Megawatt gesunken, teilte der Photovoltaik-Hersteller mit. Nicht einmal ein Viertel der produzierten Menge aus dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sei um 62,5 Prozent auf 11,7 Millionen Euro gesunken, teilte Aleo Solar i.L. weiter mit. Der EBIT-Verlust habe sich im Gegensatz zum ersten Quartal 2013 aber weiter erhöht. Er sei von -16,3 auf 29,0 Millionen Euro gestiegen. Die Gründe für das schlechte Quartalsergebnis seien die weiterhin stark schrumpfenden Kernmärkte für Aleo Solar in Europa. Zudem sei der Absatz wegen des Anfang Februar 2014 gemeldeten Verkaufs von wesentlichen Teilen des operativen Geschäfts und der damit einhergehenden Unsicherheit der Kunden belastet gewesen.

Den Verkauf an die SCP Solar GmbH ist Mitte Mai endgültig vollzogen worden. Hinter der Hamburger Betreibergesellschaft steht ein Konsortium aus drei asiatischen Firmen, die die Produktion in Prenzlau wieder aufnehmen und rund 200 Mitarbeiter weiterbeschäftigen will. Neben dem Modulwerk in Prenzlau hat SCP Solar auch noch die Marke „Aleo“ übernommen. Der Verkauf war nach dem Ausstieg von Bosch aus dem Geschäft mit der kristallinen Photovoltaik notwendig geworden. Der Stuttgarter Konzern war mit gut 90 Prozent an Aleo Solar beteiligt und hatte bis zum Ende des ersten Quartals 2014 eine Finanzierungszusage an den Photovoltaik-Hersteller gemacht.

Bereits Mitte Februar musste Aleo Solar allerdings den Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals zum Jahreseende 2013 anzeigen. Mittlerweile das das Photovoltaik-Unternehmen auch einen Jahresabschluss vorgelegt. Demnach hat sich der Umsatz im vergangenen Jahr auf 124,9 Millionen Euro mehr als halbiert. Der EBIT-Verlust 2013 stieg dagegen auf 92 Millionen Euro an, nach einem Verlust von 77 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012. (Sandra Enkhardt)

Canadian Solar und GCL-Poly gründen Joint Venture

27. Mai 2014 
Die beiden Photovoltaik-Unternehmen wollen künftig zusammen Solarzellen in China produzieren. Canadian Solar ist mit 80 Prozent und GCL-Poly mit 20 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt.

Canadian Solar hat ein Joint Venture mit GCL-Poly Solar System Integration gegründet. Es sei geplant, ein Werk zur Herstellung von kristallinen Solarzellen in Funing in der chinesischen Provinz Jiangsu zu bauen, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit Sitz in Guelph mit. Die Vereinbarung sehe vor, dass Canadian Solar 80 Prozent und die Tochterfirma von GCL-Poly Energy 20 Prozent an dem neuen Unternehmen halte. In einer ersten Ausbauphase solle die Fabrik eine jährliche Produktionskapazität von 300 Megawatt haben.

Die multikristallinen Solarzellen, die in dem neuen Werk produziert werden sollen, sollen einen Wirkungsgrad von 19 Prozent haben, wie es weiter hieß. Produktionsstart sei voraussichtlich zum Jahresende. Die neue Fabrik könne danach noch bis zu einer Kapazität von 1,2 Gigawatt ausgebaut werden. Der weitere Ausbau solle aber von den Marktbedingungen abhängig gemacht werden, teilte Canadian Solar weiter mit. Das kanadisch-chinesische Photovoltaik-Unternehmen erweitert mit dem Neubau seine jährlichen Fertigungskapazitäten für Solarzellen auf insgesamt 1,56 Gigawatt.

GCL-Poly sei bereits der größte Waferlieferant für Canadian Solar. Mit dem Joint Venture werde die Zusammenarbeit nun ausgebaut, erklärte der Vorstandschef von Canadian Solar, Shawn Qu. Erst kürzlich hatte der Photovoltaik-Hersteller angekündigt seine Modulkapazitäten auf insgesamt drei Gigawatt ausbauen zu wollen. (Sandra Enkhardt)

SMA Solar schüttet erstmals keine Dividende aus

27. Mai 2014
Der Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Nach einem Verlust 2013 gehen nun die Aktionäre leer aus und müssen erstmals seit dem Börsengang auf eine Dividende verzichten.

Die Aktionäre der SMA Solar Technology AG haben auf der Hauptversammlung am Mittwoch den Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Sie folgten auch dem Vorschlag, für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende auszuschütten, teilte der Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern aus dem hessischen Niestetal mit. „SMA hat seit dem Börsengang jährlich durchschnittlich 1,20 Euro Dividende pro Aktie ausgeschüttet. Unsere Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttungsquote von 20 bis 40 Prozent bezogen auf den Konzernüberschuss vor. Dieser war im abgelaufenen Geschäftsjahr negativ. Eine Dividendenausschüttung halten wir mit Blick auf das weiterhin volatile Marktumfeld für nicht vertretbar“, erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Das Photovoltaik-Unternehmen wolle gezielt in Forschung und Entwicklung investieren, um wieder profitabel zu werden.

Der SMA-Vorstand bekräftigte auf der Hauptversammlung seine Prognose für das laufende Jahr. Demnach wird ein leicht erhöhter Umsatz zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro erwartet und im besten Fall ein operativer Gewinn von bis zu 20 Millionen Euro. „Die Prognose setzt ein stabiles regulatorisches Umfeld voraus, insbesondere in Europa“, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr hatte SMA Solar einen Umsatz von 932,5 Millionen Euro bei einem EBIT-Verlust von -89,1 Millionen Euro erzielt. Die Verlust waren vor allem auf Abschreibungen, Abwertung der Vorräte, Abfindungen für entlassene Mitarbeiter und Anlaufverluste der chinesischen Tochter Zeversolar zurückzuführen, wie aus der Präsentation hervorgeht.

Der deutlich gewachsene Konkurrenzdruck sowie die Verlagerung der Photovoltaik-Wachstumsmärkte von Europa nach Asien macht dem Photovoltaik-Unternehmen zu schaffen. So ging der Marktanteil von SMA Solar deutlich zurück. Er lag 2013 bei noch 13 Prozent. Dies liegt vor allem an dem schwierigen Zugang zu den weltgrößten Photovoltaik-Märkten China und Japan. (Sandra Enkhardt)

Weitere Anhörung zur EEG-Reform im Wirtschaftsausschuss

27. Mai 2014 
Ursprünglich sollte es nur eine öffentliche Anhörung zur EEG-Novelle im Wirtschaftsausschuss des Bundestages geben. Nun ist ein zweiter Termin angesetzt worden, wo neben den Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage auch nochmal die Eigenstromnutzung thematisiert werden soll.

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Bundestages wird sich nun auch am 4. Juni nochmals mit dem Gesetzentwurf für die EEG-Reform befassen. Es sei ein zusätzlicher Termin für eine öffentliche Anhörung anberaumt worden, teilte der Bundestag mit. In der zweistündigen Anhörung werde es um die Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage sowie das Theme Eigenverbrauch gehen. Als Sachverständige hätten die Parteien folgende Personen geladen:Markus Kerber vom BDI, Achim Dercks vom DIHK, Jörg Rothermel vom VCI/EID; René Umlauft vom VDMA, Inge Lippert vom DGB; Holger Krawinkel vom vzbv, Stephan Kohler von der Deutschen Energieagentur, Sarah Rieseberg von Arepo Consult, IZES-Professor Uwe Leprich, Felix Christian Matthes vom Öko-Institut sowie einen Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände.

Zwei Tage zuvor findet die erste öffentliche Anhörung zur EEG-Reform statt. Es bleibe bei den bereits veröffentlichten Themenblöcken. In jeweils anderthalb Stunden sollen sich die Experten zu drei verschiedenen Themen äußern. Das erste wird sein Förderziele und Ausbaupfade für erneuerbare Energien sowie Durchbrechen der Kostendynamik und die Höhe der Einspeisetarife. Der zweite Themenblock geht dann um die Marktintegration der Erneuerbaren mittels Direktvermarktung und Ausschreibungen. In der dritten Runde werden dann – wie in der zweiten Anhörung – die Themen Entlastungsregelungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstromprivileg behandelt.

Erst am Freitag hat der Bundesrat erneut Nachbesserungen der Bundesregierung bei der EEG-Novelle gefordert. Ein großer Kritikpunkt ist dabei die geplante Belastung des Eigenverbrauchs, wobei vor allem der solare Eigenverbrauch betroffen wäre. In dem Gesetzentwurf ist vorgesehen, den privaten Eigenverbrauch mit 50 Prozent EEG-Umlage zu belasten, während die Industrie nur 15 Prozent zahlen soll. Der Bundesrat ist dafür, Eigenverbrauch aus erneuerbaren Energien nur mit 15 Prozent EEG-Umlage künftig zu belasten. Dies wäre ein Aufschlag von etwa einem Cent pro Kilowattstunde. (Sandra Enkhardt)

Dienstag, 27. Mai 2014

Installateure rufen zur Eile

Die Anlage auf dem Logistikzentrum von Wessels + Meyer ist auf zwei Anforderungen abgestimmt. Vom Solarstrom muss möglichst viel im Gebäude verbraucht werden und die Belastungsreserve des Daches ist sehr gering.
Die Anlage auf dem Logistikzentrum von Wessels + Meyer ist auf zwei Anforderungen abgestimmt. Vom Solarstrom muss möglichst viel im Gebäude verbraucht werden und die Belastungsreserve des Daches ist sehr gering.
14.05.2014 8:39 - Da die Bundesregierung den Eigenverbrauch von Solarstrom mit einer EEG-Umlage belasten will, rufen die ersten Installateure ihre Kunden schon zur Eile. Denn für Anlagen, die bis zum 1. August in Betrieb gehen, gilt Bestandsschutz.
In der Photovoltaikbranche ist wieder Eile angesagt. „Hier heißt es nun wirklich: Zeit ist Geld!“, betont Peter Klein, Geschäftsführer des Installationsunternehmens Meyer Energiesysteme mit Sitz im niedersächsischen Langenhagen. Die Installateure von Meyer Energiesysteme hat jetzt eine große Anlage auf dem Dach des niedersächsischen Großhändlers für Autozubehör Wessels + Müller geplant und installiert. Die Photovoltaikanlage versorgt das Logistikzentrum zukünftig mit etwa 800.000 Kilowattstunden im Jahr mit sauberen Solarstrom. Wessels + Müller nutzt 90 bis 95 Prozent des Solarstroms vom Dach direkt im Gebäude. So spart der Großhändler im Vergleich zum aktuellen Strompreis des Energieversorger, der den Großhändler beliefert, über die gesamte Laufzeit der Anlage voraussichtlich 800.000 Euro Stromkosten.
Keine Belastung des Eigenverbrauchs
Da die Anlage bereits in Betrieb genommen wurde, wird auch die geplante Novelle des EEG zukünftig nichts an dieser Rechnung ändern. Für alle gewerblich genutzten Eigenverbrauchsanlagen, die ab dem 1. August 2014 den Betrieb aufnehmen, wird jedoch voraussichtlich eine zusätzliche Abgabe pro selbst genutzter Kilowattstunde fällig. „Gewerbetreibende, die wie die Wessels + Müller AG ebenfalls auf Eigenverbrauch setzen wollen, sind gut beraten, jetzt schnell zu handeln“, warnt deshalb Klein.
An die Anforderung des Foliendachs angepasst
Insgesamt haben die Niedersachsen 3.770 Module und 62 Wechselrichter von IBC Solar aus Bad Staffelstein auf das Flachdach des Logistikzentrums installiert. Um den Eigenverbrauchsanforderungen des Industriebetriebs gerecht zu werden, entschied sich die Meyer Energiesysteme für den Bau eines Systems in Ost-West-Ausrichtung. Dadurch konnte die Dachfläche von insgesamt 13.500 Quadratmetern auf drei Lagerhallen optimal ausgenutzt und die Stromproduktion gezielt an den Bedarf und das Lastprofil des Gewerbebetriebs angepasst werden.„Das Konzept von Meyer Energiesysteme hat insbesondere unsere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und unsere Ansprüche an die Qualität von Komponenten und Planung voll und ganz erfüllt“, sagt Peter Reimann, Prokurist bei der Wessels + Müller. Die Eigenverbrauchslösung musste aufgrund des empfindlichen Foliendachs spezifischen Anforderungen gerecht werden: Das Montagesystem durfte die Dachhaut nicht beschädigen und sollte zudem eine möglichst geringe zusätzliche Auflast aufweisen. Um die Dachhaut zu schützen und die Traglastreserve des Gebäudes nicht auszureizen, verwendete Meyer-Energiesysteme zur Installation der Module das Halterungssystem IBC AeroFix. Das aerodynamisch optimierte und daher extrem ballastarme System wurde von IBC SOLAR speziell für die Modulinstallation auf Flachdächern entwickelt. (su)

SMA baut Smart Home und kritisiert Bundesregierung

26. Mai 2014 
Der Wechselrichterhersteller SMA stattet ein Energie-Speicher-Plus-Haus mit einem Smart-Home-System aus und sucht nach Mietern. Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon äußert sich kritisch zur geplanten EEG-Novelle.

In Lohfelden bei Kassel soll bis zum Jahresende ein Energie-Speicher-Plus-Haus mit Smart Home-Technologie von SMA entstehen. Ziel ist es, dass sich die Bewohner „weitgehend unabhängig mit eigenem Solarstrom versorgen können“, so SMA. Für den Bau des Hauses ist das Unternehmen Dynahaus verantwortlich. SMA und Dynahaus suchen nun gemeinsam nach einer Familie, die Ende des Jahres für ein Jahr mietfrei dort einzieht und ihre Erfahrungen mit anderen Interessierten teilt
„Immer mehr Menschen nehmen mit Photovoltaik ihre Energieversorgung selbst in die Hand und machen sich unabhängiger von steigenden Strompreisen. Mit dem Dynahaus mit SMA Smart Home-Technologie zeigen wir einmal mehr, dass sich diese nachhaltige und kostengünstige Versorgung lohnt und schon heute sehr komfortabel möglich ist“, sagt Anja Jasper, Leiterin der Unternehmenskommunikation von SMA.
Kritik an EEG-Plänen
In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ äußert sich SMA Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon kritisch gegenüber der aktuellen Politik der Bundesregierung. Deutschland sei ein Paradebeispiel für die immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für Photovoltaik in Europa. Seit 2011 sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz fünf Mal novelliert worden. „Ich glaube, es gibt keine Industrie in Deutschland oder sonst wo auf der Welt, die mit so schnell veränderten Rahmenbedingungen umgehen muss“, so Urbon zur Welt am Sonntag. Den aktuellen Vorstoß von Sigmar Gabriel bezeichnet er als Plan zur Re-Monopolisierung der Stromversorgung. (Mirco Sieg)
Das Thema Smart Home ist eines der Schwerpunktthemen in der Juni-Ausgabe von pv magazine Deutschland, die am 31. Mai erscheint. Was bedeutet die Haustechnik der Zukunft für Solar-Installateure? Welche Technologien ergänzen sich schon heute gut mit einer Photovoltaik-Anlage, wo besteht noch Entwicklungsbedarf? Und was muss ein Energiemanagement leisten können? Abonnieren Sie heute pv magazine Deutschland und sichern sie sich die kommende Ausgabe.

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Photovoltaik-Jobs haben sich in einem Jahr halbiert

26. Mai 2014
Aktuelle Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) belegen einen massiven Verlust von Arbeitsplätz in der Photovoltaik-Branche zwischen 2012 und 2013. Das BMWi macht dafür einen nicht nachhaltigen Photovoltaik-Ausbau verantwortlich. Die Solarbranche sieht den Grund eher in überzogenen Förderkürzungen.

Am Montag hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) neue Informationen zur Anzahl der Beschäftigten in der Erneuerbare-Energien-Branche im Jahr 2013 in Deutschland veröffentlicht. Demnach haben sich die Jobs in der Photovoltaikbranche zwischen 2012 und 2013 von 100.300 auf rund 56.000 halbiert.
Staatssekretär Rainer Baake kommentiert diese Entwicklung folgendermaßen: „Der Beschäftigungsrückgang in der Photovoltaikbranche zeigt, dass der unkontrollierte Ausbau erneuerbarer Energien in den letzten Jahren nicht nachhaltig war.“ Deshalb seien in der EEG-Novelle Ausbaukorridore für erneuerbare Energien enthalten, die Planungssicherheit für Unternehmen und Beschäftigte schaffen.
Aus der Photovoltaik-Branche gibt es gegenteilige Stimmen. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, erklärt beispielsweise: „Die Bilanz ist bitter und größtenteils Resultat überzogener Fördereinschnitte in den letzten Jahren.“ Er befürchtet zudem eine weitere Halbierung des Beschäftigtenzahlen, wenn die Politik das Ruder jetzt nicht rumreißt. Nur eine schnelle Rückkehr zu verlässlichen Rahmenbedingungen und ein Verzicht auf die geplante „Sonnensteuer“ könne einen weiteren Markteinbruch stoppen.
Auch im Windkraft-Bereich sanken die Beschäftigtenzahlen zwischen 2012 und 2013, in der Onshore-Windkraft von 119.000 auf 104.000, in der Offshore-Windkraft von 18.800 auf 17.800. Im Bereich der Biomasse blieb die Anzahl der Beschäftigten ungefähr gleich. In den Bereichen Solarthermie, Wasserkraft und Geothermie stiegen die Beschäftigtenzahlen nach Angabe des BMWi leicht an.
Der vollständige Bericht zur Anzahl der Beschäftigten in der Erneuerbare-Energien-Branche kann auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums heruntergeladen werden. (Mirco Sieg)

Montag, 26. Mai 2014

Umfrage: Fast drei Viertel der Deutschen sind gegen geplante Energiewende-Abgabe auf Solarstrom

Rote Karten für Regierungspläne: Drei von vier Deutschen lehnen eine EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Solarstrom ab
Rote Karten für Regierungspläne: Drei von vier Deutschen lehnen eine EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Solarstrom ab
Drei von vier Deutschen (73 Prozent) lehnen die Pläne der Bundesregierung ab, Solarstrom zur Selbst- oder Mieterversorgung künftig finanziell zu belasten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid, die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) am 21.05.2014 in Berlin vorgestellt hat.
„Die Bürger zeigen Gabriels „Sonnen-Steuer“ die rote Karte. Sie wollen nicht, dass Klimaengagement zukünftig bestraft wird. Es ist höchste Zeit, dass die absurde Ökostrom-Gebühr gestoppt wird. Um ein Scheitern der Energiewende zu verhindern, muss sie schnell wieder aus dem Gesetzesentwurf gestrichen werden“, fordert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.
Die Volksvertreter in Bundestag und Bundesrat dürften nicht zulassen, dass Klimaschützer künftig zur Kasse gebeten werden und gleichzeitig Großverbraucher von Kohlestrom großzügig entlastet werden. Der weitere, inzwischen kosteneffiziente Ausbau der erneuerbaren Energien werde sonst zum Erliegen kommen, das Bürgerengagement für die Energiewende versiegen.

29 Landesminister wollen Nachbesserung des Gesetzesentwurfs
In Politik und Gesellschaft formiere sich inzwischen ein breiter Widerstand gegen die von der Bundesregierung geplante künftige Erhebung der EEG-Umlage auf Ökostrom. Zuletzt sprachen sich 29 Landesminister in den Ausschüssen für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft im Bundesrat mehrheitlich für eine Nachbesserung des Gesetzesentwurfs aus. Am Montag appellierte ein Bündnis aus 14 Verbänden an die Politik, selbst genutzten oder für die lokale Direktversorgung von Mietern erzeugten Ökostrom ab August finanziell nicht zu belasten. Unter den zeichnenden Verbänden befanden sich der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Deutsche Mieterbund und der Deutsche Bauernverband.

Solarstrom teilweise ohne EEG-Förderung attraktiv
Solarstrom ist mittlerweile so preiswert, dass es sich teilweise lohnt, auf die Inanspruchnahme der EEG-Förderung zu verzichten und den selbst erzeugten Ökostrom stattdessen vorrangig selbst zu nutzen oder Dritte in räumlicher Nähe damit zu versorgen.
„Endlich kommt die Energiewende auch bei Mietern und in den Städten an. Um die Energiewende auf noch breitere Füße zu stelle, sollte diese Entwicklung gefördert und nicht blockiert werden“, sagt Körnig.

Verfassungsrechtliche Bedenken; Verbraucherschützer und Solarwirtschaft wollen notfalls in Karlsruhe klagen
Inzwischen nehmen auch die verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die aktuellen Gesetzesänderungen zu. Verbraucherschützer und Solarwirtschaft wollen notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die geplante EEG-Umlage auf selbst genutzten Ökostrom zu Fall bringen.
Die Bundesregierung war in die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) gestartet, um die Energiewende-Kosten für Verbraucher zu senken. Statt die Bürger jetzt die Früchte der Energiewende ernten zu lassen, werde Ökostrom künstlich verteuert und ausgerechnet Kohlestrom für industrielle Anwendungen gleichzeitig großzügig von den Energiewende-Kosten befreit, kritisiert der BSW-Solar. Die Industrieprivilegien kosten nach Berechnungen des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) jeden Haushalt rund 17 Euro pro Jahr, während die Umlage auf eigenverbrauchten Solarstrom die Allgemeinheit in den nächsten Jahren bestenfalls um 55 Cent pro Haushalt und Jahr entlasten würde.

22.05.2014 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft | solarserver.de © Heindl Server GmbH
Eine Auswahl der wichtigsten Solar-Nachrichten finden Sie unter
http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/top-solar-news.html


Photovoltaik in Indien: Handelsministerium empfiehlt Antidumping-Zölle von 0,11–0,81 USD/W für Importe aus vier Ländern

First Solar erhält von allen Photovoltaik-Herstellern voraussichtlich den geringsten Zollsatz
First Solar erhält von allen Photovoltaik-Herstellern voraussichtlich den geringsten Zollsatz
Das indische Handelsministerium hat empfohlen, Antidumping- Zölle von 0,11–0,81 US-Dollar pro Watt für Solarzellen-Importe aus China, Malaysia, Taiwan und den USA zu verhängen, unabhängig davon, ob die Solarzellen zu Modulen verarbeitet sind oder nicht.
Der niedrigste Zollsatz wurde für die in den USA gefertigten Dünnschichtmodule von First Solar Inc. (Tempe, Arizona, USA) angesetzt. Für alle anderen US-Hersteller empfiehlt das Ministerium 0,48 USD/W, bei den chinesischen Photovoltaik-Herstellern liegen die Sätze zwischen 0,64 und 0,81 USD/W.
Anders als bei den Ermittlungen in den USA, der EU und Australien bezog sich die indische Handelsuntersuchung auch auf Dünnschicht-Produkte. Da Hersteller von Dünnschicht-Photovoltaik in der Regel keine Solarzellen exportieren, gelten die Zölle auch für Module.
Das indische Finanzministerium hat nun drei Monate Zeit, um den Vorschlag zu prüfen und eine endgültige Regelung zu treffen. Wahrscheinlich wird es die vorgeschlagenen Zölle übernehmen.

First Solar wird sich weiterhin auf dem indischen Markt behaupten

Für Photovoltaik-Produkte aus Malaysia sind 0,62 USD/W vorgesehen, für taiwanesische Produkte 0,59 USD/W. Damit würde sich der Preis für Solarzellen und Module aus China, Malaysia und Taiwan fast verdoppeln.
Wenn die Vorschläge akzeptiert werden, wäre First Solar einer der wenigen ausländischen PV-Hersteller, die sich weiterhin auf dem indischen Markt behaupten. Japanische Hersteller exportieren aufgrund der hohen Nachfrage im eigenen Land wenig, und alle anderen großen Photovoltaik-Unternehmen produzieren vorwiegend in einem der vier Länder, für die Antidumping-Zölle vorgesehen sind.
Mercom Capital LLC (Austin, Texas, USA) hatte davor gewarnt, dass derartige Schutzzölle dem jungen, zerbrechlichen indischen Photovoltaik-Markt schaden könnten, und seine Marktprognose für Indien in diesem Fall auf 1 Gigawatt gesenkt.

26.05.2014 | Quelle: Indisches Handelsministerium | solarserver.de © Heindl Server GmbH
Eine Auswahl der wichtigsten Solar-Nachrichten finden Sie unter
http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/top-solar-news.html
Der Bundesrat hat sich am 23.05.2014 mehrheitlich für deutliche Nachbesserungen am Kabinettsentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ausgesprochen, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).
Die Bundesländer wollen Solarstrom zur Selbstversorgung größerer Privathaushalte und Unternehmen weitgehend von der EEG-Umlage befreit halten
Die Bundesländer wollen Solarstrom zur Selbstversorgung größerer Privathaushalte und Unternehmen weitgehend von der EEG-Umlage befreit halten
Insbesondere die Pläne der Bundesregierung, Solarstrom zur Selbstversorgung größerer Privathaushalte und Unternehmen ab August 2014 finanziell zu belasten, stießen in der Länderkammer parteiübergreifend auf Widerstand. Um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu gefährden, sprachen sich die Bundesländer dafür aus, Öko-Energie weitgehend von der EEG-Umlage befreit zu halten, wenn diese für den Eigenverbrauch genutzt wird.

Länderkammer will 15 Prozent EEG-Umlage statt 50 Prozent wie von der Bundesregierung geplant
Konkret fasste die Länderkammer den Beschluss, den Aufschlag bei Selbstverbrauchern aus erneuerbaren Energien generell auf 15 Prozent der EEG-Umlage zu beschränken (entspricht derzeit rd. 1 Cent je Kilowattstunde). Die Bundesregierung sieht im derzeitigen EEG-Entwurf hingegen vor, solare Selbstversorger in den meisten Fällen mit 50 Prozent der EEG-Umlage zu belasten (derzeit rd. 3 Cent/kWh).
Dieses Vorhaben wird laut einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid von 73 Prozent der Bevölkerung abgelehnt und stößt auf erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken, wie ein Gutachten im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. ergab. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat wiederholt darauf hingewiesen, dass sich mit der geplanten „Sonnen-Steuer“ die Strompreise gleichzeitig nicht spürbar reduzieren lassen.

Auch Bundestagsabgeordnet sollen der Sonnen-Steuer die rote Karte zeigen
„Das Schicksal der Energiewende liegt jetzt in den Händen des Bundestages. Wir hoffen, dass im Juni auch die Bundestagsabgeordneten der Sonnen-Steuer die rote Karte zeigen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Bürger und Unternehmer sich weiterhin für den Klimaschutz und den Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland engagieren“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer BSW-Solar und Vizepräsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien e.V.


23.05.2014 | Quelle: BSW-Solar; Bild: Krannich Solar | solarserver.de © Heindl Server GmbH

Masdar PV schließt Werk in Ichtershausen

23. Mai 2014 
Der arabische Investor des Dünnschicht-Herstellers Masdar PV gab am Donnerstag bekannt, das Produktionswerk in Ichtershausen bei Arnstadt Ende des Jahres 2014 zu schließen. Die Thüringer Aufbaubank prüft eine Rückforderung von Fördergeldern.

Seit dem Jahr 2009 produziert Masdar PV großflächige Photovoltaik-Module, die auf der Siliziumdünnschicht-Technologie basieren. Nun plant das Unternehmen die Schließung des Thüringer Werks in Ichtershausen zum Ende des Jahres 2014. Bis dahin sollen alle bestehenden Aufträge abgewickelt werden.
Die Führung von Masdar PV begründet diese Entscheidung mit der schwierigen Situation auf dem Photovoltaikmarkt, die  von Überangeboten und Preisverfall geprägt sei. Aber auch die Dünnschicht-Technologie, auf die Masdar gesetzt hatte, ist vermutlich ein Grund. In den vergangenen zwei Jahren haben sich viele Hersteller von Dünnschicht-Modulen vom Markt verabschiedet, weil sich die kristalline Photovoltaik am Ende durchsetzen konnte.
So sagt zum Beispiel Thüringens Wirtschaftsminister Uwe Höhn sagt in einem Gespräch mit dem MDR: "Ich bedaure die Entscheidung von Masdar, das Werk bis Ende 2014 zu schließen. Sie kommt allerdings nicht völlig überraschend." Auch andere Stimmen sagen, dass die Entwicklung im Grunde schon seit letztem Herbst absehbar war.
Von der Schließung sind rund 160 Mitarbeiter am Standort betroffen. Man versuche nun zusammen mit dem Land Thüringen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter zu finden, heißt es von Seiten des Unternehmens.
Für den Bau des Produktionswerks in Ichtershausen hatte Masdar damals rund 10 Millionen Euro Fördergelder vom Land Thüringen bekommen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX prüft die Thüringer Aufbaubank derzeit, ob die staatliche Förderung für den Fabrikneubau in Höhe nun zurückgezahlt werden muss. (Mirco Sieg)

EEG-Novelle vermutlich verfassungs- und europarechtswidrig

23. Mai 2014 
Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) hat am Mittwoch ein Gutachten vorgestellt, dass die teilweise Verfassungs- und Europarechtswidrigkeit der aktuellen EEG-Novelle aufzeigt. Probleme gibt es zum Beispiel beim Vertrauensschutz, dem Eigentumsgrundrecht und dem Gleichbehandlungsgrundsatz.

Die EEG-Reform ist in wichtigen Punkten verfassungs- und europarechtswidrig. Zu diesem Schluss kommt ein aktuelles Gutachten von Jura-Professor und Nachhaltigkeitsforscher Felix Ekardt, das im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV) erstellt wurde.
Ekardt erklärt: „Die EEG-Novelle in der vorliegenden Fassung verletzt in Teilen den rechtsstaatlich gebotenen Vertrauensschutz und das Eigentumsgrundrecht der Erneuerbare-Energien-Anlagenbetreiber sowie den Gleichbehandlungsgrundsatz.“ Außerdem seien die Übergangsfristen für bereits geplante Anlagen zu knapp bemessen und Eigenstromverbrauch von fossilen Kraftwerken werde im Vergleich zu den Erneuerbare-Energien ohne hinreichenden Grund finanziell begünstigt.
Darüber hinaus stellt Ekardt fest, dass Die neuen Beihilfeleitlinien der EU-Kommission teilweise mit dem EU-Primärrecht unvereinbar sind. Die deutsche Klimapolitik verstoße zudem gegen das Grundrecht auf Leben und Gesundheit. Dass der Gesetzgeber den Klimaschutz in Zukunft weniger konsequent angehen will, sprengt seinen zulässigen Spielraum und verletzt die Grundrechte, so der Jura-Professor.
Der Solarenergie-Förderverein betont, dass mit dem Gutachten zur EEG-Novelle erstmals auch ein  Schutzbedürfnis für Installateure und Produzenten angedeutet wird. Der Gesetzgeber riskiere mit seiner Politik Fachleute und Betriebe zu verlieren, auf die er zur effektiveren Bekämpfung des Klimawandels angewiesen ist, so Gutachter Ekardt.
Das gesamte Gutachten kann auf der Webseite des SFV heruntergeladen werden. Für Interessierte, die nicht das ganze Gutachten lesen möchten, empfiehlt der SFV vor allem die Kurzfassung ab Seite 4 und das Kapitel 5 "Gesamtergebnis und praktische Konsequenzen" ab Seite 34. (Mirco Sieg)

Erneuerbare decken 27 Prozent des Strombedarfs im ersten Quartal 2014

23. Mai 2014
Laut aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal dieses Jahres deutlich angestiegen. Kohle- und Atomkraftwerke werden immer weniger genutzt.

Die deutlichste Steigerung am Anteil zur Deckung des Brutto-Inlandsstromverbrauchs konnte nach Angaben des BDEW die Photovoltaik verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte sich ihr Anteil in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 um 82,5 Prozent. Insgesamt lieferte sie rund 6,1 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom. Die Windkraft an Land legte um 20,6 Prozent zu und erzeugte rund 17,4 Milliarden Kilowattstunden. Offshore-Windkraftanlagen stellten nur 0,4 Milliarden Kilowattstunden Strom zur Verfügung, konnten ihren Anteil aber um 33,5 Prozent steigern. Der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung wuchs um 5,4 Prozent. Damit erzeugten Biomasse-Anlagen im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt etwa 11,2 Milliarden Kilowattstunden Strom.
Mit dem Aufstieg der Erneuerbaren sank gleichzeitig auch der Anteil der konventionellen Kohle- und Atomkraftwerke an der Stromversorgung. Die Erzeugung von Steinkohlekraftwerken sank um 17,4 Prozent, die Erzeugung aus Gaskraftwerken um 19,7 und die aus Braunkohlekraftwerken um 4,8 Prozent. In absoluten Zahlen haben Braunkohlekraftwerke demnach nur noch rund 41 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert, Steinkohlekraftwerke rund 30 und Erdgaskraftwerke rund 18,5 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil der Atomkraftwerke fiel im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf insgesamt 26 Milliarden Kilowattstunden. (Mirco Sieg)

Bundesrat gegen EEG-Umlage auf Eigenverbrauch von Solarstrom

23. Mai 2014 
Der Bundesrat hat sich am Freitag gegen die Pläne der Bundesregierung ausgesprochen, den Eigenverbrauch aus Erneuerbaren Energien höher zu belasten als den aus konventionellen Kraftwerken, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) fordert die Länder zum weiteren Kampf für eine erfolgreiche Energiewende auf.

In einer Sitzung am Freitag hat sich der Bundesrat mehrheitlich für Nachbesserungen am Kabinettsentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ausgesprochen. Der BSW-Solar berichtet, dass insbesondere der Plan, Solarstrom zur Selbstversorgung größerer Privathaushalte und Unternehmen ab August 2014 finanziell zu belasten, auf parteiübergreifend Widerstand in der Länderkammer stieß. Ökostrom solle weitgehend von der EEG-Umlage befreit bleiben, wenn dieser für den Eigenverbrauch genutzt wird.
Konkret habe der Bundesrat den Beschluss gefasst, selbstverbrauchten Strom aus Erneuerbaren Energien mit nur 15 Prozent der EEG-Umlage zu belasten. Das entspricht rund einem Cent pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung plant derzeit eine Belastung mit 50 Prozent der EEG-Umlage, was rund drei Cent pro Kilowattstunden entspricht.
„Das Schicksal der Energiewende liegt jetzt in den Händen des Bundestages“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. „Wir hoffen, dass im Juni auch die Bundestagsabgeordneten der Sonnen-Steuer die rote Karte zeigen“
Der Bundesverband Erneuerbare Energie fordert die Politiker auf, in ihrem Einsatz für die Energiewende nicht nachzulassen. „Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder haben schon einige Verbesserungen des Gesetzentwurfs erreicht, aber es bleibt noch sehr viel mehr zu tun“, sagt BEE-Geschäftsführer Hermann Falk.
Nach Falks Ansicht ist es völlig widersinnig, selbst erzeugten und verbrauchten Grünstrom mit 50 Prozent oder bei Mehrfamilienhäusern sogar 100 Prozent der EEG-Umlage zu belasten und gleichzeitig den Kohlestrom in der energieintensiven Industrie weitgehend umlagebefreit zu belassen. „Wer das Klima schützt und auch seine Nachbarn mit sauberem Strom versorgt, sollte nicht bestraft werden“, so Falk.
Auch die Regierungspläne für ein Ausschreibungsmodell für Erneuerbare Energien ab 2017 bezeichnet Falk als „schweren Fehler“. Erfahrungen im Ausland zeigten, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien mit diesem Instrument langsamer, unsicherer und teurer für die Stromkunden werde. Das habe auch die jüngste izes-Studie im Auftrag des BEE gezeigt. (Mirco Sieg)

Warnung vor Solarstrom-Speichern ohne Sicherheitszertifikat

23. Mai 2014 
Die Betriebssicherheit von Lithium-Ionen-Stromspeichern ohne das Sicherheitszertifikat UN38.3 ist teilweise mangelhaft. Das haben Tests des Karlsruher Institut für Technologie mit Geräten von fünf deutschen Anbietern ergeben, berichten VDI-Verlag und die Nachrichtenagentur AFP.

Eine Testreihe des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit fünf Lithium-Ionen-Speichersystemen von deutschen Anbietern hat laut Medienberichten zum Teil deutliche Mängel zum Vorschein gebracht.
Die Pressemitteilung des VDI Verlages dazu verschweigt allerdings ein wichtiges Detail, das ein anderes Licht auf die Ergebnisse wirft, wie die Nachfrage des pv magazine beim KIT ergab. Die Wissenschaftler haben nämlich gezielt nur Speichersysteme untersucht, die kein UN38.3-Sicherheitszertifikat vorweisen können. Die Betriebssicherheit solcher Stromspeicher sei teilweise so mangelhaft, dass sie schon bei einfachen Störungen in Flammen aufgehen und explodieren können.
Die KIT-Forscher Andreas Gutsch und Olaf Wollersheim haben in ihren Tests nach eigener Aussage bewusst keine „Billigspeicher“ aus Fernost untersucht, sondern „Systeme Made in Germany“. Die Untersuchung ergab nach Aussage der Wissenschaftler in den VDI Nachrichten unter anderem eine zum Teil mangelnde Transportsicherung, also „blanke Pole, lose Zellverbinder, ungesicherte Metallschrauben und verrutschte Isolierungen.“
Zudem seien in mehreren Fällen „Billigstzellen ohne jede Sicherheitszertifizierung“ verbaut worden. Bei diesen besteht im Falle eines Kurzschlusses oder unkontrollierte Überladung die Gefahr, dass sich die Speicherzellen übermäßig erhitzen und im schlimmsten Fall explodieren. Teilweise habe man die Speicher sogar mit einem MC4-Steckern direkt kurzschließen können. Einige Speicher hätten nicht einmal einen Schutz vor Kurzschlüssen gehabt." In den Tests reichte die Bandbreite von „unauffälligem Verhalten über massive Rauchentwicklung bis zu Feuer und zur Explosion", so KIT-Forscher Gutsch.
Nach Aussage von Gutsch schalten sichere Speichersysteme im Problemfall in den Betriebszustand Fehlermodus. Dies sei bei den untersuchten Speichern ohne Sicherheitszertifikat nicht passiert. Es sei klar, dass solche Speicher verkauft wurden und auch weiterhin verkauft werden, so Gutsch laut der Nachrichtenagentur AFP. Er mache sich daher sorgen, dass weiterhin nicht zertifizierte Speichersystem installiert werden. Daher sollten Verbraucher beim Speicher-Kauf unbedingt auf das UN-Zertifikat achten. Das ist übrigens auch nötig, wenn Installateure Speicher selber transportieren wollen.
Welche Geräte im Einzelnen getestet wurden, gibt das KIT noch nicht Preis.  Es handele sich aber ausschließlich um Geräte ohne das Sicherheitszertifikat UN38.3. Das Forschungsinstitut will die Ergebnisse Anfang Juni auf der Intersolar in München im Detail vorstellen.
Auf Anfrage erklärt der Hersteller von Lithium-Speichersystemen Bosch Power Tec, dass das Thema Sicherheit ein integraler Bestandteil der eigenen Entwicklung ist. Christoph Lapczyna von Bosch Power Tec sagt: „Die Batterie- und Systemsicherheit war uns von Beginn an sehr wichtig. Unsere Sicherheitszertifikate sowie die Bauart Zertifizierung auf das Gesamtsystem bezeugen dies.“ Das KIT habe auch bereits bestätigt, dass das BPT-S 5 Hybrid Speichersystem von Bosch Power Tec nicht zu den getesteten Geräten gehört.
Kunden sollten sich also in jedem Fall gut informieren, welche Geräte sie kaufen und darauf achten, welche Sicherheitszertifikate vorhanden sind. (Mirco Sieg)

Freitag, 23. Mai 2014

Branche der Erneuerbaren ist stark und innovativ

Vor allem die Hersteller haben erheblich in die Forschung und Entwicklung investiert. Sunways hat das nichts genützt. Der Konstanzer Modulhersteller scheiterte an den zunehmend unsicherer werdenden Rahmenbedingungen.
Vor allem die Hersteller haben erheblich in die Forschung und Entwicklung investiert. Sunways hat das nichts genützt. Der Konstanzer Modulhersteller scheiterte an den zunehmend unsicherer werdenden Rahmenbedingungen.
21.05.2014 15:20 - Die Zahl der Unternehmen der erneuerbaren Energien ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Außerdem sind es oft sehr junge und innovative Unternehmen, die erheblich mehr Patente und Produktneuheiten auf den Markt bringen als die Unternehmen der traditionellen Wirtschaft.
In den vergangenen Jahren verdreifachte sich die Zahl der mit den erneuerbaren Energien befassten Unternehmen. Die Unternehmen beschäftigen mehr Mitarbeiter und haben ein höheres Umsatzniveau als die neu gegründeten Unternehmen, die sich nicht mit den erneuerbaren Energien beschäftigen. Gleichzeitig haben die Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien ein im Vergleich zu den Unternehmen der anderen Wirtschaftszweige eine viel höhere Innovationskraft. Sie tätigen hohe Forschungsinvestitionen, verfügen über eine hohe Anzahl von Patenten und entwickeln häufig nationale oder weltweite Marktneuheiten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. „Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland ist eine große Aufgabe, die wir zum Erfolg führen wollen“, erklärt Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. „Die Studie hat gezeigt, dass es erhebliche Gründungspotenziale im Umfeld der Energiewende gibt. Durch innovative Ideen und intelligente Lösungen entstehen viele neue Start-ups, die den Umbau der Energieversorgung in Deutschland voranbringen und so zum Gelingen der Energiewende beitragen können.“
Zahl der Neugründungen geht zurück
Insgesamt stieg die Zahl der Unternehmen der erneuerbaren Energien zwischen 2000 und 2012 von 26.000 auf 60.000. Das ist das Ergebnis eines regelrechten Gründerbooms in den Jahren 2006 bis 2010. In diesen Jahren stieg die Zahl der neu gegründeten Unternehmen von gut 3.500 auf fast 6.000 pro Jahr an. Danach ging die Zahl der Gründung von neuen Unternehmen drastisch zurück und betrug 2012 noch gut 3.000. Im gleichen Zeitraum verschwanden immer  mehr Unternehmen vom Markt. Die Autoren der Studie begründen diese beiden Entwicklungen mit den zunehmend unsicherer werdenden Rahmenbedingungen für relevante Marktsegmente. „Diese Unsicherheiten werden durch zwei Effekte verursacht: zum einen kam es ab etwa 2010 zu deutlichen Verunsicherungen in dem überhitzten Markt für Komponenten der Solarstromerzeugung. Zum anderen wurden die regulatorischen Rahmenbedingungen im Bereich der Energieerzeugung und damit auch für alle Bereiche, die für diese Branche tätig sind im Zuge der unter dem Stichwort ‚Energiewende‘ geführten Debatte immer unsicherer. Die vormals hohe Planungssicherheit über Absatzbedingungen und Absatzpreise geriet erheblich ins Wanken“, schreibt das ZEW in seiner Studie.
Viele Innovationen kommen aus der Industrie
Die Innovationskraft der Unternehmen der erneuerbaren Energien ist vor allem in der Industrie besonders stark. Hier liegen der Anteil junger Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Vergleich zu anderen Industrieunternehmen fast doppelt so hoch. Insgesamt stecken die Industrieunternehmen gut sechs Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Aber auch die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Installationsunternehmen ist erheblich größer als in den anderen Branchen des Installationshandwerks. Hier liegen die Investitionen in die Forschung und Entwicklung aber traditionell niedriger und erreicht noch nicht einmal ein Prozent des Umsatzes.  Außerdem haben mehr Unternehmen der erneuerbaren Energien Patente angemeldet als die Unternehmen, die sich nicht mit erneuerbaren Energien beschäftigen. Die Zahl der Betriebe, die mindestens ein Patent angemeldet haben, lag schon seit 1997 regelmäßig höher als die Zahl der Unternehmen in den traditionellen Wirtschaftssektoren. Zwischen 2005 und 2008 haben die Forschungsaktivitäten einen regelrechten Schub erfahren. Die Zahl Unternehmen mit Patentanmeldungen stieg von nahezu 300 auf etwa 650 pro Jahr.  Danach sank die Innovationskraft der Unternehmen der erneuerbaren Energien wieder. Im Jahr 2009 registrieren die Analysten vom ZEW noch etwa 450 Unternehmen mit Patentanmeldungen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Zahl der Patente, die die Betriebe angemeldet haben. Im Jahr 2000 setzte ein regelrechter Innovationsschub ein, der vor allem von den jungen Unternehmen der Branche getragen wurde. Bis zum Jahr 2007 registrierte das Europäische Patentamt mit Ausnahmen der Jahre 2003 und 2005 jedes Jahr über 450 neue Patente von Unternehmen der erneuerbaren Energien, die bis dahin nicht länger als fünf Jahre existierten. Ab 2005 zogen die etablierten Unternehmen der Branche nach und erreichten im Jahr 2008 die Anmeldung von 500 Patenten. Bis zum Jahr 2009 stieg die Kurve kontinuierlich an. Insgesamt haben 2009 alle Unternehmen der erneuerbaren Energien etwa 1.050 Patente angemeldet. (Sven Ullrich)