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Donnerstag, 31. Juli 2014

SMA Solar steckt weiter in der Krise - Prognose gesenkt

30. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der hessische Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern muss für das laufende Geschäftsjahr seine Erwartungen anpassen. Der Umsatz wird die Milliarden-Grenze demnach nicht überschreiten. Außerdem rechnet der SMA-Vorstand mit einem operativen Verlust von bis zu 45 Millionen Euro in diesem Jahr. Das Unternehmen wird daher weitere Stellen streichen. Bis Ende 2015 sollen 600 Mitarbeiter gehen.

Die SMA Solar Technology AG hat ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Der Vorstand des Photovoltaik-Wechselrichterherstellers gehe nun nur noch von einem Umsatz zwischen 850 und 950 Millionen Euro aus. Zuvor lagen die Erwartungen bei 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro. Auch ein Verlust sei nicht mehr auszuschließen. Im besten Fall sei mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Sollte jedoch nur das untere Ende der Umsatzprognose erreicht werden, sei mit einem Verlust von bis zu 45 Millionen Euro (vormals 20 Millionen Euro) zu rechnen. Vor diesem Hintergrund werde es weitere Entlassungen bei SMA Solar geben. Es sei zudem notwendig, die Synergien aus der strategischen Allianz mit Danfoss sowie die Entwicklungs- und Einkaufskapazitäten der chinesischen Tochter Zeversolar besser zu nutzen, um zur Profitabilität zurückzukehren. Sein Entwicklungsbudget werde SMA auf rund 90 Millionen Euro pro Jahr reduzieren und sich auf wichtige strategische Projekte konzentrieren, hieß es weiter.

„Nach intensiven Gesprächen mit Kunden auf den Leitmessen in China, Europa und Nordamerika sowie eigenen Marktanalysen rechnen wir im Gesamtjahr 2014 weltweit mit einer stagnierenden Nachfrage nach Solarstromsystemen. Insbesondere in den Kernmärkten Europas ist die Nachfrage aufgrund von weiteren Förderkürzungen noch stärker als erwartet eingebrochen“, erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre Pascal Urbon. In den kommenden Monaten sei eine dynamischere Entwicklungen der Photovoltaik-Märkte zu erwarten, wobei Nordamerika, Japan und China voraussichtlich 60 Prozent der gesamten Weltnachfrage im Jahr 2014 ausmachen würden. „Der Verdrängungswettbewerb führt zu einem weiterhin hohen Preisdruck in der Branche“, sagte Urbon weiter.

Eine Konsequenz aus der weiteren Verschiebung des Photovoltaik-Weltmarkts wolle SMA Solar Vertriebsregionen zusammenführen und die Organisation in Service, Operations und der Verwaltung straffen. Bis Ende kommenden Jahres sei geplant, sich weltweit von insgesamt 600 Mitarbeitern zu trennen. Ein Teil des Abbaus wird durch das Auslaufen von befristeten Verträgen und natürliche Fluktuation realisiert, wie es hieß. Darüber hinaus würden Maßnahmen für den Abbau von 400 Mitarbeitern in den Bereichen Vertrieb, Operations und der Verwaltung definiert. „Die zusätzlichen Maßnahmen sind erforderlich, weil sich durch die Verschiebung der Nachfrage in die außereuropäischen Länder die Profitabilität unseres Produktportfolios verschlechtert hat. Um einen nachhaltigen Ertrag zu erwirtschaften, muss SMA deshalb noch stärker als bisher geplant die Kosten reduzieren. Wir bedauern sehr, dass ein weiterer Mitarbeiterabbau im In- und Ausland aufgrund der Marktveränderungen unvermeidbar ist“, so Pierre-Pascal Urbon weiter. Für dieses Jahr rechnet er mit einem leichten Zuwachs beim Weltmarktanteil auf 15 Prozent. Zusätzliche Umsatzimpulse sollen künftig aus dem Servicegeschäft und dem Photovoltaik-Diesel-Hybrid-Geschäft kommen. (Sandra Enkhardt)

Martifer Solar baut weiteren Solarpark in der Ukraine

30. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Trotz der politisch schwierigen Lage im Land hat das Unternehmen ein weiteres Photovoltaik-Kraftwerk ans Netz gebracht. Martifer Solar hat in den vergangenen zwei Jahren Photovoltaik-Projekte mit einer Gesamtleistung von 29 Megawatt für Rengy Development in der Ukraine realisiert.

Martifer Solar hat ein neues Photovoltaik-Kraftwerk in der Ukraine installiert. Der Solarpark mit einer Leistung von acht Megawatt befinde sich in der Region Vinnytsia, rund 300 Kilometer südwestlich von Kiew. Es sei bislang das schwierigste Projekt in der Ukraine gewesen, hieß es bei Martifer Solar. Doch trotz der politischen und ökonomischen Schwierigkeiten im Land habe das Unternehmen das Photovoltaik-Kraftwerk binnen drei Monate bauen können. Der Solarpark „Shargorod“ erstrecke sich auf einer Fläche von 160.000 Quadratmetern. Insgesamt seien 33.000 Solarmodule installiert worden. Voraussichtlich würden 9,2 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr produziert, womit rund 11.000 Einwohner der Region versorgt werden könnten.

Der Solarpark sei bereits das sechste Photovoltaik-Projekt, dass Martifer Solar in der Ukraine für seinen Kunden Rengy Development abgeschlossen habe. Seit August 2012 seien die Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 29 Megawatt implementiert worden. Für Martifer Solar sei Osteuropa einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft, hieß es weiter. Neben der Ukraine würden daher auch weitere Photovoltaik-Märkte der Region derzeit erschlossen. (Sandra Enkhardt)

Italien: Parlament soll rückwirkende Änderung der Solarförderung verabschieden

30. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Ein Gesetzesdekret ist bereits Ende Juni veröffentlicht worden. Der Senat hat in der vergangenen Woche noch einige Änderungen vorgenommen. Nun soll das Parlament in Rom entscheiden, ob es wirklich zu rückwirkenden Kürzungen und Veränderungen bei der Solarförderung kommt.

Bis zum 24. August müssen die Pläne der Regierung, die Photovoltaik-Einspeisetarife rückwirkend zu ändern, in ein Gesetz umgewandelt werden. Der Senat habe in der vergangenen Woche noch einige Änderungen an dem Ende Juni veröffentlichten Gesetzesdekret vorgenommen und beschlossen, berichtet Andreas Lutz von New Energy Projects. An den Grundzügen der Pläne ändert sich damit aber nichts. „Ob das Gesetz nun so verabschiedet wird, muss man sehen. Und natürlich bleiben auch bei diesem Entwurf berechtigte Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit“, schreibt Lutz.
Weiterhin sind zwei Optionen für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 200 Kilowatt Leistung vorgesehen. So müssen diese bis zum 30. November wählen, ob sie auf einen Prozentsatz der Vergütung verzichten, diese dafür aber dann 24 statt 20 Jahre erhalten. Die Kürzungen der Photovoltaik-Einspeisetarife richten sich dabei nach der Länge der Restlaufzeit der Solarförderung und liegen Lutz zufolge zwischen 17 und 25 Prozent. Insgesamt bleibe die Höhe der Vergütung in etwa gleich, erstrecke sich aber über einen längeren Zeitraum, so seine Einschätzung. Bei der zweiten Option würde die gezahlten Einspeisevergütung bis zum Jahr 2019 reduziert und im Anschluss durch höhere Zahlungen wieder ausgeglichen. Das Ministerium werde voraussichtlich bis 1. Oktober die Höhe der Reduzierung festlegen. Erwartet würden zwischen 15 und 17 Prozent, so Lutz weiter. Die Laufzeit der Solarförderung würde dann weiterhin 20 Jahre betragen. Sollten sich Betreiber für keine Option entscheiden, greife ab 2015 automatisch eine Kürzung der Einspeisetarife zwischen fünf und neun Prozent je nach Anlagengröße.
In dem Vorschlag, über den das Parlament nun zu entscheiden hat, ist außerdem vorgesehen, dass der Netzbetreiber GSE ab der zweiten Jahreshälfte nicht mehr die tatsächliche monatliche Produktion vergütet, sondern eine konstante monatliche Abschlagszahlung leiste, berichtet Lutz weiter. Diese betrage 90 Prozent des prognostizierten Jahresertrags. Im Juni des drauffolgenden Jahres solle dann jeweils die Endabrechnung über die tatsächlich produzierte Solarstrommenge erfolgen.
Zum Ausgleich für die Kürzungen soll es Lutz zufolge Finanzierunsghilfen geben. Außerdem müssten die Behörden die Laufzeiten der Genehmigungen auf 24 Jahre verlängern, wenn sie die Betreiber für Option eins entschieden. Zusätzlich sei jetzt im Gesetzentwurf auch eine Möglichkeit vorgesehen, bis zu 80 Prozent der Restansprüche aus dem Conto Energia gegen eine einmalige Abfindungszahlung an eine private Finanzierungsgesellschaft zu verkaufen. Dies würde über ein Ausschreibungsverfahren erfolgen, wobei das günstigste Angebot den Zuschlag erhalten würde, berichtet Lutz. Die genauen Modalitäten werden wohl in den kommenden drei Monaten verabschiedet und veröffentlicht. (Sandra Enkhardt)

China warnt vor Eskalation der Photovoltaik-Handelsstreits mit den USA

30. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Handelsministerium in Peking ist wenig erfreut über die am Freitag verhängten vorläufigen Anti-Dumpingzölle für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China. Es warnt vor negativen Auswirkungen auf den Downstream-Bereich.

Das chinesische Handelsministerium MOFCOM hat verärgert auf die nun verhängten Anti-Dumpingzölle für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China in den USA reagiert. Es warnte vor einer Eskalation des des Photovoltaik-Handelsstreits. Die USA könnten die Probleme ihrer heimischen Solarindustrie nicht auf diese Weise lösen, heißt es in einem Statement des Ministeriums. Bereits die 2012 verhängten Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle auf kristalline Produkte aus China hätten ernsthafte Auswirkungen auf den Handel gehabt. Besonders betroffen sei dabei die Downstream-Industrie. Die US-Regierung müsse weitere negative Auswirkungen auf den Downstream-Bereich in ihrem eigenen Land vermeiden vermeiden, hieß es in der Erklärung weiter. Die Untersuchungen sollten möglichst bald beendet werden. Zumal ansonsten auch ein ernsthafter Schaden für die weiteren Handelsbeziehungen zwischen China und den USA drohten.

Das US-Handelsministerium hatte am vergangenen Freitag wegen Dumpingverstößen vorläufige Zölle zwischen 26,33 und 165,04 Prozent für chinesische Hersteller und zwischen 27,59 und 44,18 Prozent für taiwanesische Produzenten verhängt. Nun muss die Internationale Handelskommission der USA (USITC) die Zölle abschließend prüfen. Bis Mitte Dezember will das US-Handelsministerium seine endgültigen Ergebnisse veröffentlichen. Anschließend wird bis Ende Januar 2015 die Entscheidung der USITC erwartet.

Die Welthandelsorganisation WTO hatte erst kürzlich festgestellt, dass die Importzölle auf Photovoltaik-Produkte in den USA gegen international geltende Regeln verstoßen. (Sandra Enkhardt)

Mittwoch, 30. Juli 2014

Neuer Rekord: Erneuerbare decken 28,5 Prozent des Stromverbrauchs

29. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Photovoltaik und Windkraft haben im ersten Halbjahr an einigen Tagen neue Rekordeinspeisungen verzeichnen können. Die milde Witterung und der weitere Ausbau der Erneuerbaren führte nach BDEW-Angaben nun dazu, dass 28,5 Prozent des Stromverbrauchs aus regenerativen Anlagen abgedeckt wurde. Die Erneuerbaren überholten damit die Braunkohle.

Der Anteil der regenerativen Energien am Brutto-Inlandsstromverbrauch ist im ersten Halbjahr 2014 voraussichtlich auf 28,5 Prozent gestiegen, wie vorläufige Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ergaben. Der neue Rekordwert sei auf den weiteren Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse zurückzufüren, aber auch auf die milde Witterung im ersten Halbjahr die zu einem geringen Strom- und Gasverbrauch geführt habe. Im ersten Halbjahr 2013 habe der Anteil der Erneuerbaren noch bei 24,6 Prozent gelegen.

Vor allem die Energiegewinnung aus Photovoltaik und Windkraft legte in den ersten sechs Monaten des Jahres kräftig zu. Photovoltaik-Anlagen hätten rund 18,3 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt und damit 27,3 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum, so die Berechnungen des BDEW. Die Erzeugung aus Windkraft sei um 21,4 Prozent auf 31 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Auch bei der Biomasse sei ein Plus von 5,2 Prozent im ersten Halbjahr 2014 zu verzeichnen gewesen. Die Anlagen lieferten rund 22 Milliarden Kilowattstunden sauberen Strom. „Diese Entwicklung lässt allerdings noch keine Rückschlüsse auf das Gesamtjahr 2014 zu. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien schwankt üblicherweise je nach Jahreszeit und Witterung stark, so dass der Anteil der Erneuerbaren Energien im Jahresdurchschnitt auch unterhalb der bislang erreichten Quartalswerte bleiben kann“, kommentiert der BDEW die Zahlen.

Die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken ging im ersten Halbjahr weiter zurück. Der Anteil von Erdgas an der Brutto-Stromerzeugung sei binnen Jahresfrist von 11,4 auf 9,8 Prozent gesunken. Die Steinkohlekraftwerke deckten voraussichtlich 18 Prozent ab; im ersten Halbjahr 2013 seien es noch 19,7 Prozent gewesen. Die Braunkohlekraftwerke lieferten nach 25,3 Prozent im Vorjahreszeitraum nun 25,1 Prozent des verbrauchten Stroms. Leicht erhöht habe sich der Anteil der Kernenergie – von 15,1 auf 15,4 Prozent. Insgesamt sei die Brutto-Stromerzeugung im ersten Halbjahr auf 308 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Im ersten Halbjahr 2013 waren es noch 320 Milliarden Kilowattstunden. Der Stromverbrauch sei im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 268 Milliarden Kilowattstunden gesunken, hieß es beim BDEW weiter. (Sandra Enkhardt)

Amtsgericht eröffnet Insolvenzverfahren der Photon Holding

29. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung hat das Amtsgericht Aachen das Hauptverfahren nun eröffnet. Anfang Juni hatte auf Antrag einer Gläubigerin bereits das vorläufige Verfahren begonnen.

Das Amtsgericht Aachen hat bereits am vergangenen Mittwoch das Insolvenzverfahren über die Photon Holding GmbH eröffnet. Als Begründung werden in der gerichtlichen Bekanntmachung „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ genannt. Die Eröffnung sei aufgrund eines am 28. Dezember 2013 bei Gericht eingegangenen Antrags einer Gläubigerin erfolgt, hieß es weiter. Zum Insolvenzverwalter berief das Gericht den Rechtsanwalt Andreas Schmitz, der bereits auch als vorläufiger Insolvenzverwalter das Verfahren betreute. Die Gläubiger können nun bis zum 15. September ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Als Termin für die Gläubigerversammlung benannte das Gericht den 15. Oktober. Dort werde unter anderem über den Fortgang des Verfahrens entschieden. Auch eine Anhörung über eine Verfahrenseinstellung mangels Masse sei möglich, heißt es in der Bekanntmachung.

Erst im Juni war sowohl für die Photon Publishing GmbH als auch die Photon Holding GmbH von Gläubigern ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Das Verfahren gegen die Photon Publishing hob das Amtsgericht Aachen in der Zwischenzeit wieder auf. Beim vorläufigen Verfahren gegen die Photon Holding ging es nach Angaben des Aachener Verlags, der das Solarstrommagazin „Photon“ herausgibt und bei dem die Markenrechte liegen, um eine Steuerschuld beim Finanzamt Aachen. Die Steuerschuld sei unstrittig. Dennoch habe die Photon Holding bislang nicht anerkannte Rückerstattungsansprüche in ähnlicher Größenordnung, hieß es Anfang Juni weiter.

Eine Stellungsnahme des Insolvenzverwalters zum weiteren Fortgang und zu den Auswirkungen des Insolvenzverfahrens auf die Tochtergesellschaften war zunächst noch nicht zu bekommen. (Sandra Enkhardt)

Photovoltaik liefert mehr Rendite als Windkraft an Land

29. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews, Hintergrund
Mehrere Institute haben in einer Studie ermittelt, welche Renditen sich aus der EEG-Förderung zwischen 2000 und 2012 für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen und Windparks an Land erzielen ließen. 2012 sollen der Studie die realisierten Gewinne bei Photovoltaik-Anlagen dreimal höher gelegen haben als bei Windkraftanlagen.

Die Neiddebatte in der Photovoltaik gibt es seit längerem. So heißt es gern, der reiche Zahnarzt in Süddeutschland installiert seine Photovoltaik-Anlage auf Kosten der armen Verbraucher im Norden und Osten. Nun hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat nun eine Studie geliefert, die für Zündstoff zwischen Photovoltaik-Anlagen- und Windpark-Betreibern sorgen könnte. Im Rahmen des Projekts "Wirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien (ImpRES)" ist das Fraunhofer ISI zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) sowie dem Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) der Frage nachgegangen, ob bestimmte Regionen und Akteure vom Ausbau der erneuerbaren Energien mehr profitieren als andere. Heraus kam die Studie "Verteilungswirkungen der Marktförderung im Bereich Photovoltaik- und Wind-Onshore-Anlagen".

Die Institute untersuchten dabei die erzeugten Strommengen nach Bundesland, Anlagengröße und pro Jahr für Photovoltaik-Anlagen und Windkraftanlagen an Land, die zwischen 2000 und 2012 installiert wurden sind. Ziel sei es dabei gewesen, auch die erzielten jährlichen Gewinne zu errechnen. "Für das Jahr 2012 fielen die durch Windkraftanlagen realisierten Gewinne mit etwa 750 Millionen Euro deutlich geringer aus als bei Photovoltaik-Anlagen, die mit rund 2,7 Milliarden Euro mehr als dreimal so hohe Gewinne einbrachten – und dies, obwohl die erzeugte Menge an Solarstrom viel niedriger ausfällt als bei Windstrom", erklärt Barbara Breitschopf, Projektleiterin für die Studie am Fraunhofer ISI.

Wenig überraschend sind die weiteren Ergebnisse. So hätten sich bei der Untersuchung starke räumliche Muster bei Stromkapazitäten, Stromerzeugung und Gewinnen finden lassen. Allein in Bayern und Baden-Württemberg befinde sich nur 40 Prozent der installierten Photovoltaik-Leistung. Auch bei den Gewinnen lägen diese beiden Bundesländer ganz vorn. „Diese werden vor allem durch kleinere, oftmals private Anlagen erzielt, die allerdings gleichzeitig die geringste Gewinnspanne je erzeugter Strommenge pro Kilowattstunde einfahren. Neben den natürlichen Gegebenheiten wirkt sich auch der hohe Anteil an landwirtschaftlichen Betrieben beziehungsweise der dort verfügbaren Dachflächen auf die installierten Kapazitäten aus“, heißt es beim Fraunhofer ISI weiter.

Die Onshore-Windparks sind dagegen eher im Norden Deutschland zu finden. Niedersachen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt erzeugten mit einer Leistung von etwa 19 Gigawatt mehr Strom durch Windkraft als die übrigen zwölf Bundesländer zusammen, zeigt die Studie. Allerdings seien die Gewinnspannen sehr unterschiedlich. Dabei habe neben den Wetterbedingungen auch die regionale Raumplanung einen großen Einfluss auf die Gewinnerwartung der Betreiber. Die besten Renditen ließen sich nach der Studie in Schleswig-Holstein erzielen. (Sandra Enkhardt)

Bundesnetzagentur startet erweitertes Anlagenregister zum 1. August

29. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Künftig müssen auch Betreiber von Windkraft- und Biomasseanlagen ihre Systeme bei der Bundesnetzagentur melden. Die Photovoltaik-Anlagen sind schon zuvor bei der Behörde erfasst worden, die auf Basis des Zubaus die Degression der Solarförderung ermittelt.

Künftig wird es bei der Bundesnetzagentur ein Register über die Inbetriebnahme, Erweiterungen und Stilllegungen aller Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Deutschland geben. Dabei sollen die anlagenbezogenen Daten erfasst werden, wie Standort, eingesetzte Energieträger und technischen Parameter. Das Anlagenregister soll nach Darstellung des Bundeswirtschaftsministeriums zu einem planvoller gestalteten Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland führen und die Veränderung der Energieversorgung für die Öffentlichkeit transparenter machen.

Für Photovoltaik-Anlagen gibt es bereits eine Meldepflicht bei der Bundesnetzagentur. Anhand der gemeldeten Anlagen ermittelt die Behörde den monatlichen Zubau und legt danach die Degression der Photovoltaik-Einspeisetarife fest. Mit der EEG-Novelle, die zum 1. August in Kraft tritt, ist nun auch eine Steuerung des jährlichen Zubaus bei Windkraft- und Biomasseanlagen vorgesehen und damit eine entsprechende Anpassung der Fördersätze. Alle Anlagen die ab dem 1. August in Betrieb gehen, müssen daher bei der Bundesnetzagentur registiert werden. Wie bei Photovoltaik-Anlagen bereits jetzt ist dies dann auch die Voraussetzung, um den jeweils gültigen Einspeisetarif zu erhalten.

Bei Bestandsanlagen müssen wesentliche Veränderungen wie eine Stilllegung oder Erweiterung gemeldet werden, wie das Ministerium weiter schreibt. Langfristig solle das Register zu einer zentralen Datenbank ausgebaut werden, in der neben den Erneuerbaren-Energieanlagen auch Stammdaten über konventionelle Kraftwerke, Stromspeicher und steuerbare Verbrauchseinrichtungen erfasst werden. Alle Daten sollen in anonymisierter Form veröffentlicht werden. (Sandra Enkhardt)

Montag, 28. Juli 2014

Solarwatt sieht sich auf dem Weg in die Gewinnzone

25. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der Dresdner Photovoltaik-Hersteller hat einen harten Weg hinter sich. Die Wende scheint allerdings geschafft. Die Produktion von Solarwatt läuft seit Monaten auf Hochtouren und im September könnte die Gewinnschwelle wieder erreicht werden.

Die Solarwatt GmbH hat sich im Schutzschirmverfahren offenbar erfolgreich saniert. „Wir befinden uns wieder im Angriffsmodus“, sagte Detelef Neuhaus, Sprecher der Solarwatt-Geschäftsführung, dem „Handelsblatt“. Die Produktion mit einer Jahreskapazität von 100 Megawatt sei seit Monaten „komplett ausgelastet“. Außerdem seien die Auftragsbücher voll, so Neuhaus weiter. Auch bei den Zahlen geht es bei dem Photovoltaik-Hersteller wohl wieder aufwärts. Es sei davon auszugehen, dass "wir im September die Gewinnschwelle erreichen", sagte Solarwatt-Finanzchef Carsten Bovenschen dem Blatt. Eigentlich wollte das Unternehmen schon zum Ende des vergangenen Jahres wieder aus den Schulden raus sein. Doch die Diskussionen über das EEG hätten den Markt in Deutschland einbrechen lassen.

Solarwatt hat sich in den vergangenen Wochen sogar wieder auf Expansionskurs gewagt. So hat das Unternehmen die Vertriebstöchter der insolventen Centrosolar in Frankreich und den Niederlanden sowie die dazugehörigen Markenrechte erworben. Der Umsatz könnte daher in diesem Jahr auch um bis zu einem Viertel höher liegen als die anvisierten 60 Millionen Euro, heißt es weiter. Für das kommende Geschäftsjahr rechne Solarwatt zudem mit einem „einstelligen Millionengewinn“. Der Umsatz solle dann die Marke von etwa 100 Millionen Euro erreichen. (Sandra Enkhardt)

Photovoltaik-Nachfrage in der Schweiz zieht an

25. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Swissgrid hat im Juni nach einem Medienbericht 1200 Neuanmeldungen für die kostendeckende Einspeisevergütung erhalten. Dies ist ein neuer Rekord. Die Warteliste ist damit auf 36.000 Photovoltaik-Projekte in der Schweiz angewachsen.

Die Diskussion über weitere Kürzungen der Solarförderung in der Schweiz läuft. Im kommenden Jahr könnte es zu erheblichen Kürzungen kommen. Dennoch oder gerade deshalb ist das Interesse an der Photovoltaik größer denn je. Die Netzgesellschaft Swissgrid habe im Juni 1200 Neuanmeldungen für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) erhalten, berichtet die „Neue Züricher Zeitung“. Dies seien so viele wie nie zuvor. Der Durchschnitt liege sonst bei monatlich etwa 1000 Neuanmeldungen. Die Warteliste für die KEV sei damit auf 36.000 Photovoltaik-Projekte angewachsen; nochmals 5000 mehr als zum Jahreswechsel.

Die Schweiz hatte zum 1. April eine Neuerung eingeführt, um die Warteliste abzubauen. So können Betreiber von kleinen Photovoltaik-Anlagen seither zwischen einer Einmalvergütung und der KEV wählen. Der einmalige Investitionszuschuss betrage dabei höchstens 30 Prozent der Kosten einer Referenzanlage. Bislang hätten sich nur rund 300 Betreiber für die Einmalvergütung entschieden, heißt es weiter. Die Maßnahme läuft Swissgrid zufolge erst langsam an. Allerdings seien viele potenzielle Anwärter erst vor kurzem angeschrieben worden. Für rund 20.000 Photovoltaik-Anlagen auf der KEV-Warteliste käme die Einmalvergütung in Frage. Die Anlagen dürfen eine Leistung zwischen 10 und 30 Kilowatt haben. Bei Photovoltaik-Anlagen unter 10 Kilowatt wird automatisch der Investitionszuschuss gezahlt. Für die Einmalvergütung gebe es auch keine speziellen Fördertöpfe, heißt es weiter. Sobald ein Betreiber die Inbetriebnahme seiner Photovoltaik-Anlage nachweist, werde ihm die Einmalvergütung schnellstmöglich ausbezahlt. Die Genehmigung der KEV von Projekten auf der Warteliste könne hingegen mehrere Jahre dauern.

Auch in der Schweiz wird die Förderung der erneuerbaren Energien über die Stromrechnung auf die Verbraucher umgelegt. Seit 2009 gibt es der NZZ zufolge den KEV-Zuschlag. Er sei jüngst wegen der Einführung der Einmalvergütung und der Erwartung vieler neuer KEV-Anlagen im kommenden Jahr vom Bundesrat um 0,5 auf 1,1 Rappen pro Kilowattstunde angehoben worden. Umgerechnet beträgt damit der KEV-Zuschlag 2015 für die Schweizer Stromkunden etwa 0,9 Cent je Kilowattstunde. (Sandra Enkhardt)

Energy Trend: Handelsstreit hat 2014 kaum Auswirkungen auf China und Taiwan

25. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Energy Trend wird der Handelsstreit zwischen den USA und China in diesem Jahr kaum Auswirkungen auf chinesische und taiwanesische Zellhersteller haben. Aufgrund hoher Lagerbestände könnten die Preise trotzdem weiter fallen.

Dem Marktforschungsunternehmen Energy Trend zufolge fallen die Preise entlang der PV-Wertschöpfungskette weiter. Dies sei auf die Jahreszeit und eine geringe Nachfrage aus China und Japan zurückzuführen. Auch die Preise für Solarzellen aus Taiwan sind deutlich gefallen. Corrine Lin, Analyst von Energy Trend, einer Tochtergesellschaft des in Taiwan ansässigen Marktforschungsunternehmens Trendforce, erklärt: "Taiwans Tier-1-Hersteller konnten bis Mitte Juni einen Preis von  0,40 US-Dollar pro Watt halten, weil chinesische Hersteller ihre Produktion im Voraus in die USA verkauft hatten. Der Preisunterschied zwischen chinesischen und taiwanesischen Herstellern habe sich aber innerhalb eines Monats deutlich verkleinert, nachdem taiwanesische Hersteller Ende Juni viele Aufträge aus China verloren haben.“
Um auf die aktuellen Untersuchungen im Handelsstreit zwischen China und den USA zu reagieren, haben viele chinesische Hersteller ihren Export-Anteil in die USA im ersten Halbjahr 2014 erhöht. Trina Solar habe diesen Anteil im zweiten Quartal zum Beispiel auf 60 Prozent erhöht. Der Gesamtexport chinesischer Photovoltaik-Hersteller betrug laut Energy Trend im ersten Halbjahr 2014 mehr als 2,3 Gigawatt. Die kumulierten Produktionskapazitäten für Solarmodule von US-Herstellern betrügen rund vier Gigawatt pro Jahr. Es seien also genug Module vorhanden, damit die USA ihr diesjähriges Ausbauziel von sechs Gigawatt erreichen können. Daher wird der Handelsstreit nach Ansicht von Energy Trend in diesem Jahr noch keine Auswirkungen auf taiwanesische und chinesische Hersteller haben, egal wie das vorläufige Urteil im Handelsstreit ausfallen wird. Aber auch wenn der Handelsstreit bis zum nächsten Jahr kaum Auswirkungen auf chinesische und taiwanesische Hersteller haben wird, könnten hohe Lagerbestände dennoch zu geringeren Preisen führen. (Mirco Sieg)

IHS: Zukunft für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Großbritannien ungewiss

25. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Nach der Ankündigung die derzeitige Förderung von Photovoltaik-Kraftwerken zum 1. April 2015 zu beenden, muss sich noch zeigen, wie es weitergeht. Das Energieministerium will ein neues Budget zur Förderung erneuerbarer Energien über Ausschreibungen auflegen. Doch wieviel Photovoltaik dann genehmigt wird, hängt davon ab, wie viele Projektierer von Windparks sich beteiligen werden.

Das Energieministerium in London will eine Obergrenze für die Förderung von Erneuerbaren ab Oktober einführen. Die Solarindustrie in Großbritannien äußerte bereits Befürchtungen, dass dies besonders den Ausbau von Photovoltaik-Kraftwerken treffen negativ beeinflussen könnte. Das vorläufige sogenannte Contracts for Difference (CfD)-Budget von 50 Millionen britischen Pfund würde in der ersten Vergaberunde maximal 800 Megawatt an großen Photovoltaik-Kraftwerken ermöglichen, schreiben die Analysten von IHS. Dies hänge aber auch maßgeblich davon ab, wie groß die Beteiligung von konkurrierenden Windpark-Projekte bei den Ausschreibungen sein werde. Die 50 Millionen Pfund, die jährlich ausgeschrieben werden sollen, würden unter Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Windparks an Land und Ersatzbrennstoff-Kraftwerken aufgeteilt.

Am Donnerstag hatte das Energieministerium in London mitgeteilt, dass es die bislang geltende Solarförderung für Großanlagen über Zertifikate bis zum 1. April 2015 beenden will. Künftig sollen Photovoltaik-Freiflächenanlagen mittels Ausschreibungen über das CfD-Budget gefördert werden. Für den Fall, dass ein Großteil des Budgets an Photovoltaik-Anlagen vergeben werde, gehe IHS dann von einer Größenordnung von rund 800 Megawatt aus. Im Gegensatz dazu erwarten die Analysten in diesem Jahr und im ersten Quartal 2015 allein einen Zubau von vier Gigawatt bei Photovoltaik-Kraftwerken in Großbritannien. Die derzeitige Solarförderung über Zertifikate gelte für Solarparks mit mehr als fünf Megawatt Leistung.

Mit der Abschaffung der derzeitigen Förderbedingungen will die Regierung in London auch ihr Ziel weiterverfolgen, stärker den Markt für Photovoltaik-Dachanlagen voranzutreiben. Bislang basiert ein Großteil des Photovoltaik-Zubaus in Großbritannien auf Freiflächenanlagen. Bis 2018 könnte der Anteil von Photovoltaik-Dachanlagen auf etwa 2,7 Gigawatt und damit auf einen Anteil von 80 Prozent des Gesamtzubaus im Land steigen, prognostiziert IHS. Derzeit werden in Großbritannien aber noch fleißig Solarparks gebaut. Nach der IHS-Projektdatenbank seien Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 5,2 Gigawatt in Planung. Mindestens 57 Projekte mit einer Leistung von 843 Megawatt seien derzeit im Bau oder kurz vor Baubeginn. IHS erwartet, dass mehr als drei Gigawatt aus Freiflächenanlagen noch bis Ende März 2015 zugebaut werden. (Sandra Enkhardt)

Freitag, 25. Juli 2014

Enel will 3Sun allein weiterführen

24. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der italienische Konzern hat angekündigt, die Anteile der Partner Sharp und STMircoelectronics kaufen zu wollen. Erst kürzlich hatte der japanische Photovoltaik-Hersteller seine Abnahmeverpflichtung für die Dünnschichtmodule aus dem 3Sun-Werk an Enel Green Power verkauft.

Nur wenige Tage nachdem die Sharp Corporation sich aus dem Joint Venture ESSE mit Enel Green Power zurückgezogen und seine Abnahmeverpflichtungen verkauft hat, wird nun wohl auch der Ausstieg aus der Modulfertigung bei 3Sun folgen. Enel Green Power SpA kündigte an, die Anteile der Partner Sharp und STMicroelectronics kaufen zu wollen. Die drei Unternehmen hatten 3Sun Srl gegründet, um in Silizien Dünnschichtmodule zu fertigen und sind zu jeweils einem Drittel an dem Joint Venture beteiligt. Die Fabrik in Catania verfügt über eine Jahreskapazität von 200 Megawatt und produziert seit Dezember 2011.

Nach einer Verständigung mit Sharp in der vergangenen Woche sei nun auch eine Einigung mit STMicroelectronics erzielt worden, teilte der italienische Konzern mit. Diese zahlten 15 Millionen Euro an Enel und würden damit alle Verpflichtungen aus dem Joint Venture an Enel abgeben. Als Ergebnis halte das italienische Unternehmen dann 100 Prozent der 3Sun-Anteile. Allerdings müssten Banken und voraussichtlich auch die Behörden der Vereinbarung noch zustimmen.

Sharp hatte im Zuge seiner Restrukturierung des europäischen Solargeschäfts beschlossen, sich aus dem Joint Venture ESSE, das er gemeinsam mit Enel betrieb, zurückzuziehen. ESSE war gegründet worden, um Photovoltaik-Kraftwerke in Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit den 3Sun-Dünnschichtmodulen zu bauen. Dafür hatten Sharp und Enel Abnahmeverträge für die Module geschlossen. Diese Verpflichtung übernahm Enel. Der japanische Konzern bezifferte die außerordentlichen Ausgaben für den Rückzug mit 105 Millionen Euro. Dabei hieß es noch Mitte des Monats bei Sharp, dass das Joint Venture 3Sun fortgeführt werden solle. Nur bei der Projektierung großer Photovoltaik-Kraftwerke wolle sich Sharp auf andere Regionen konzentrieren. (Sandra Enkhardt)

EEG-Novelle im Bundesgesetzblatt veröffentlicht

24. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Damit tritt die Reform für die Förderung von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse nun zum 1. August in Kraft. Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission das Gesetz notifiziert.

Die EEG-Novelle ist in der heutigen Ausgabe des Bundesgesetzblatts veröffentlicht worden. Damit ist nun auch die letzte formale Bedingung erfüllt und das Gesetz tritt zum 1. August in Kraft. Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission in Brüssel die EEG-Reform notifiziert, da sie im Einklang mit den eigenen Beihilferichtlinien stehe. Am Montag hatte Bundespräsident Joachim Gauck das Gesetz unterzeichnet. Im Zuge des parlamentarischen Prozesses hatten Bundestag und Bundesrat die Reform zur Förderung von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse in den vergangenen Wochen ebenfalls durchgewunken. Die EEG-Reform tritt damit zum 1. August in Kraft.

Die wichtigsten Änderungen aus Sicht der Photovoltaik dürften die Belastung des Eigenverbrauchs mit einer anteiligen EEG-Umlage sein. Die Bagatellgrenze für privaten Eigenverbrauch wird dabei bei Anlagen bis maximal zehn Kilowatt gezogen. Auch bei der Direktvermarktung ändert sich mit der EEG-Novelle einiges. So gibt es für alle Photovoltaik-Anlagen ab 500 Kilowatt Leistung eine Pflicht zur Direktvermarkt. Ab Januar betrifft dies alle Photovoltaik-Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung. Allerdings sind mit der EEG-Novelle auch eine leichte Anhebung der Einspeisevergütungen für Neuanlagen vorgesehen. Im Fall der verpflichtenden Direktvermarktung wird für Photovoltaik-Anlagen zwischen einem und zehn Megawatt-Leistung der Einspeisetarif von 9,23 Cent je Kilowattstunde gezahlt. Darin enthalten ist eine Kompensation für den Managementaufwand von 0,4 Cent je Kilowattstunde sowie die Kompensation der Eigenverbrauchsbelastung von 0,3 Cent je Kilowattstunden. Auch die Solarförderung für die kleineren Photovoltaik-Anlagen steigt im Fall der Direktvermarktung zum 1. August etwas an. Die Einspeisevergütung wird dann je nach Anlagengröße zwischen 11,49 und 13,15 Cent je Kilowattstunde liegen. Im Falle der Zahlungen der festen Einspeisetarife liegen diese dann zwischen 8,83 und 12,75 Cent je Kilowattstunde. Die EEG-Reform enthält zudem eine Änderung bei der monatlichen Degression. Der Basiswert wird künftig bei 0,5 Prozent liegen, sofern der im Betrachtungszeitraum relevante Photovoltaik-Zubau zwischen 2400 und 2600 Megawatt liegt.

Die tiefgreifenste Änderung aus Sicht der Photovoltaik ist die Abschaffung des solaren Grünstromprivilegs. Dies betrifft auch Bestandsanlagen. Damit werden künftig 100 Prozent EEG-Umlage fällig, wenn Solarstrom an Dritte geliefert wird. Momentan sind dies 6,24 Cent je Kilowattstunde. (Sandra Enkhardt)

Hanwha Q-Cells: Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage für Nudelhersteller

24. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Noch vor dem 1. August wird der Riesaer Nudelhersteller die neue Photovoltaik-Anlage mit 335 Kilowatt Leistung in Betrieb nehmen. Damit muss er keine anteilige EEG-Umlage für den Eigenverbrauch des Solarstroms übernehmen. Die Module für die Dachanlage liefert Q-Cells.

Die Teigwaren Riesa GmbH will künftig Solarstrom zur Nudelfertigung nutzen. Noch vor dem 1. August und damit vor dem Inkrafttreten der EEG-Novelle werde eine 335-Kilowatt-Dachanlage auf der Fabrik in Betrieb genommen. Die Photovoltaik-Anlage werde dann jährlich rund 300.000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren, der direkt bei der Herstellung der Nudeln verbraucht werden solle und damit die Betriebskosten senke. Q-Cells liefere 1334 Solarmodule für die Anlage, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit. Den Bau übernehme die ESO Anlagenbau GmbH aus Oschatz.

Mit gewerblichen Dachanlagen können Unternehmen aus Gewerbe und Industrie ihre Stromkosten senken. Allerdings wird ab August anteilig EEG-Umlage auf den selbstverbrauchten Solarstrom erhoben. "Dank unserer neuen Photovoltaik-Anlage rechnen wir schon im kommenden Jahr mit um etwa 5 Prozent geringeren Stromkosten. Dieser Wert dürfte sich bei weiter steigenden Energiepreisen in Deutschland künftig weiter erhöhen", sagt Danilo Hunger, Technischer Leiter der Teigwaren Riesa.

Die Realisierung der Photovoltaik-Anlage zeige, „dass der Eigenverbrauch von Solarstrom für mittelständische Unternehmen in Deutschland viel Sinn macht", sagt Mario Schulte, Key Account Manager bei Hanwha Q-Cells. Auch nach dem 1. August lohne sich das Geschäftsmodell für Gewerbe und Industrie noch. "Der Verbrauch von selbst produziertem Solarstrom an Ort und Stelle macht weiterhin sehr viel Sinn für Gewerbe und Industrie in Deutschland. Obgleich die Politik hier aus unserer Sicht den falschen Weg eingeschlagen hat, bleibt der Fakt: Mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage lassen sich die Stromkosten deutscher Mittelständler nachhaltig senken", ergänzt Michael Geib, Vertriebsleiter bei Hanwha Q-Cells für Deutschland, Österreich und die Schweiz. (Sandra Enkhardt)

Solarworld vereint Freiberger Produktionstöchter

24. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Bislang hat der Photovoltaik-Hersteller in Sachsen drei Produktionstöchter für die Herstellung von Wafern, Solarzellen und Solarmodulen betrieben. Nun sind sie zur Solarworld Industries Sachsen GmbH verschmolzen. Solarworld will damit weiter Kosten einsparen und die Effizienz erhöhen.

Die Solarworld AG hat ihre drei Freiberger Produktionstöchter nun in der Solarworld Industries Sachsen GmbH vereint. Bislang gab es für die Waferproduktion die Deutsche Solar GmbH, für die Solarzellenfertigung die Deutsche Cell GmbH und für die Modulfertigung die Solar Factory GmbH. Seit dem 22. Juli seien die drei Gesellschaften unter einem Dach vereint, teilte der Bonner Photovoltaik-Konzern mit. Erstmals gebe es nun eine Produktionsgesellschaft die vom Silizium bis zum Solarmodul alles in einer Hand habe. „Wir haben weniger interne Verrechnungen, verschlanken unsere Prozesse und können uns mit der gesamten Mannschaft noch mehr auf unser Produkt und dessen Weiterentwicklung konzentrieren“, erklärte Solarworld-Bereichsvorstand Mario Behrendt zu den Beweggründen. Vorstandschef Frank Asbeck bezeichnete es als „Neuanfang“. Der Zeitpunkt sei ideal, da Solarworld seine Restrukturierungen nun abgeschlossen habe.

Neben Kosteneinsparungen steckt auch die Vereinheitlichung von Strukturen hinter dem Schritt. So gebe es an den anderen beiden Produktionsstandorten im thüringischen Arnstadt und in Hillsboro in den USA auch nur eine Gesellschaft. Die in Freiberg angesiedelte Forschungstochter, Solarworld Innovations GmbH, sowie die zur Lithium-Erkundung gegründete Tochter Solarworld Solicium GmbH blieben aber eigenständige Gesellschaften.

Solarworld produziert seit dem Jahr 2000 in Freiberg. Der Solarstandort feiert am 1. August aber bereits 20-jähriges Jubiläum. Damals hatte die Bayer Solar GmbH mit 19 Mitarbeitern und drei Anlagen den Grundstein für die Photovoltaik-Produktion gelegt. Zum Zeitpunkt der Übernahme seien etwa 120 Mitarbeiter in Freiberg in der Waferfertigung tätig gewesen. Solarworld baute den Standort nach der Übernahme weiter aus und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1500 Mitarbeiter in der sächsischen Kleinstadt. Seit 2007 forscht und entwickelt der Photovoltaik-Hersteller auch in Freiberg. „Wir hatten uns für Freiberg entschieden, weil hier engagierte und qualifizierte Mitarbeiter und ein gutes Umfeld die besten Voraussetzungen für den Aufbau einer Photovoltaik-Produktion boten“, so Asbeck weiter. (Sandra Enkhardt)

REC Solar weiter sehr stabil

24. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Auch im zweiten Quartal konnte der Photovoltaik-Hersteller gute Absatz-, Umsatz- und Gewinnzahlen vorlegen. Derzeit läuft der Ausbau der Produktion in Singapur. REC Solar will die dafür notwendigen 70 Millionen US-Dollar bis Mitte nächsten Jahre komplett aus Eigenmitteln finanzieren.

REC Solar zeigte auch im zweiten Quartal 2014 eine stabile Entwicklung. Der Umsatz habe sich auf 175,8 Millionen US-Dollar belaufen und sei damit ganz leicht höher als im ersten Quartal, sagte Luc Grare, Marketingchef von REC Solar, im Interview mit pv magazine. Das Ebitda-Ergebnis im Modulbereich habe bei 21,6 Millionen US-Dollar gelegen und damit rund 30 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals. „Grund dafür ist eine Rückzahlung von Vermögenssteuern durch Singapur von 7,4 Millionen US-Dollar“, sagt Grare. Der Verkaufspreis für die Solarmodule sei um 1,5 Prozent gesunken. Damit liege REC unter dem weltweiten Durchschnitt, wonach die Modulpreise gegenüber dem ersten Quartal um 4,5 Prozent gesunken seien, sagte Grare weiter. Auch im zweiten Quartal sei die Fabrik in Singapur voll ausgelastet gewesen. Den Absatz beziffert er mit 232 Megawatt. Allerdings werde das Werk gerade ausgebaut. Daher habe REC Solar am Markt Wafer zukaufen müssen. Damit lägen die eigenen Kosten etwas höher. Im dritten Quartal müssten aber bereits weniger Wafer am Markt zugekauft werden. „Für dieses Jahr haben wir uns eine Kostenreduktion von acht bis zwölf Prozent vorgenommen. Wahrscheinlich werden wir eher am unteren Ende liegen“, sagte Grare weiter. Im zweiten Quartal haben die Herstellungskosten bei 0,65 US-Dollar pro Watt gelegen. Zwei US-Dollarcent weniger als noch im ersten Quartal.

Der Ausbau der Fabrik in Singapur, den REC Solar zu Beginn des Jahres begonnen hat, komme mit einigen Verzögerungen voran. Die dafür erforderlichen 70 Millionen US-Dollar würden komplett aus Eigenmitteln finanziert, sagte Grare. Er sei zuversichtlich, dass der Ausbau der Kapazitäten bis zum zweiten Quartal 2015 abgeschlossen sei. In diesem Jahr soll die Kapazität auf etwa 950 Megawatt und im kommenden Jahr dann auf etwa 1,2 Gigawatt gesteigert werden. Mit Blick auf die weltweiten Photovoltaik-Märkte betonte er die Bedeutung von Europa für REC Solar. Im zweiten Quartal habe der Hersteller 60 Prozent seiner Solarmodule in Europa abgesetzt. Dies seien insgesamt 135 Megawatt, wobei 62 Megawatt nach Großbritannien und 52 Megawatt nach Deutschland geliefert worden seien. 25 Prozent seiner Solarmodule setzte REC nach eigenen Angaben in Japan ab. Damit habe dieser Markt etwas an Bedeutung für den Photovoltaik-Hersteller verloren. Der Preisdruck habe wegen der großen Konkurrenz aus China mittlerweile auch dort zugenommen, so Grare. In den US-Markt setzt REC Solar hingegen große Hoffnungen. Noch liege der Anteil nur bei sieben Prozent. Doch dieser werde weiter steigen. So habe REC Solar seine Liefervereinbarung mit dem US-Konzern Solarcity von 100 auf bis zu 240 Megawatt ausgeweitet. Grare sieht dahinter auch die anstehende Entscheidung über die Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für chinesische Photovoltaik-Hersteller, die nun auch auf taiwanesische Unternehmen ausgeweitet werden könnten. REC Solar produziert in Singapur und ist daher nicht davon betroffen. Außerdem werde der Hersteller demnächst seine neuen 72-Zell-Module in den USA anbieten. „Gerade der Residental-Markt ist aus unserer Sicht sehr vielverprechend“, sagte Grare mit Blick auf die USA weiter. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 24. Juli 2014

Oettinger hält EEG für nicht weiter reformierbar

23. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der EU-Energiekommissar aus Deutschland wirft dem Bundeswirtschaftsminister in einem Zeitungsinterview vor, die EEG-Novelle im Zuge des Gesetzesprozess zu sehr verwässert zu haben. Er erwartet, dass die nächste Reform nichts mehr mit dem EEG zu tun hat, sondern sich in Richtung einer Europäisierung der Fördersysteme bewegt. Das soll spätestens 2016 der Fall sein.

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hat in einem Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ die EEG-Reform kritisiert. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) habe im Laufe des Gesetzesprozesses von seinen Ambitionen viel verloren. „Am Ende sind so viele Kostenfaktoren wieder hineingenommen worden, dass die EEG-Novelle stark verwässert wurde und die Hoffnungen auf eine deutliche Entlastung der Privathaushalte zunichtegemacht worden sind“, sagte Oettinger dem Blatt. Er geht sogar noch weiter und prophezeit das Ende des EEG. „Dies war aber mit Sicherheit die letzte Chance für eine fundamentale EEG-Novelle. Ich halte das EEG als solches für nicht weiter reformierbar. Ich erwarte bis spätestens 2016 die nächste Energie-Novelle, die nichts mehr mit der jetzt beschlossenen Reform zu tun hat, sondern sich eindeutig in Richtung einer Europäisierung der Fördersysteme für erneuerbare Energien ­bewegt“, erklärte Oettinger weiter. Er verteidigte auch den Erhalt der Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage. Diese seien angesichts der hohen Strompreis notwendig. „Der Strompreis ist in Deutschland bei einer gefährlichen Höhe angekommen, und die energieintensive Industrie braucht die Ausnahmen, um überhaupt wettbewerbsfähig produzieren zu können“, so Oettinger im Interview. Mit der EEG-Reform sei der Anstieg des Strompreises nun etwas gemäßigt worden. Aus seiner Sicht wird die Energiepreisdebatte in Deutschland „immer noch viel zu zaghaft geführt“.

Nach jüngsten Berichten könnte Oettinger im Zuge der Neubesetzung der EU-Kommission das Handelskommissariat übernehmen. Dies hatten zuvor verschiedene Medien berichtet. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er: "Ich bin da offen für alle Themen der europäischen Wirtschaftspolitik." Er sei aber auch gern EU-Energiekommissar. Letztendlich liege die Entscheidung über die zukünftigen Posten beim EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Am Mittwoch will Oettinger auch noch das Energieeffizienz-Ziel Europas für 2030 in Brüssel vorstellen. (Sandra Enkhardt)

RWE und Vattenfall gehören zu den größten Luftverschmutzern in der EU

23. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Umweltorganisationen haben nun die Studie "Europe's Dirty 30" vorgelegt. Sie kürten dabei die 30 schmutzigsten Kohlekraftwerke in Europa. Vier der fünf größten Umweltsünder sind in Deutschland zu finden und werden von RWE und Vattenfall betrieben. Insgesamt befinden sich neun Kohlekraftwerke in Deutschland auf dieser unrühmlichen Bestenliste.

Die deutschen Kohlekraftwerke sind die klimaschädlichsten in Europa. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Umweltverbände WWF, CAN Europe, European Environmental Office, Health and Evironment Alliance (HEAL) und Klimaallianz. Die Studie "Europe's Dirty 30" enthält die 30 Kohlekraftwerke mit dem größten CO2-Ausstoß in Europa im vergangenen Jahr. Gleich neun Kraftwerke der Rangliste finden sich in Deutschland, sogar vier der fünf größten Emittenten. Den Spitzenplatz hält dem Report zufolge das Belachatow-Kraftwerk in Polen mit einem CO2-Ausstoß von 37,18 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Direkt dahinter folgen aber die Braunkohlekraftwerke Neurath und Niederaußem von RWE sowie Jänschwalde und Boxberg, die Vattenfall betreibt. Sie kamen auf einen CO2-Ausstoß zwischen 29,58 und 21,89 Millionen Tonnen 2013. Unter den Top zehn finden sich noch zwei weitere Braunkohlekraftwerke von RWE und Vattenfall mit den Anlagen in Weisweiler und Lippendorf. Das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe liegt auf Platz 12 der Rangliste. Das Steinkohlekraftwerk von Eon folgt auf Platz 17 und auch die von Großkraftwerk Mannheim betriebene Anlage schaffte es mit Platz 29 noch in die „Dirty 30“.

Ebenfalls mit neun Kraftwerken ist auch Großbritannien in der Rangliste präsent. Diese würden alle mit veralteter Technik aus den 60er und 70er Jahren betrieben, heißt es beim WWF. Wenn Europa seine Klimaschutzziele einhalten wolle, müsse der Anteil von Kohlestrom bis 2035 auf vier Prozent sinken, so die Internationale Energieagentur (IEA). Kohleverstromung erzeuge etwa doppelt soviel CO2 wie Energie aus Erdgas. Insgesamt habe Deutschland die meiste Kohle im vergangenen Jahr verfeuert. Es folgten Polen und Großbritannien. Die Braunkohleemissionen seien in Deutschland auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen, hieß es beim WWF. Die CO2-Emissionen seien im Gegensatz zu 2012 auf um 1,5 Prozent angestiegen. Nur der weitere Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse habe einen noch größeren Anstieg in Deutschland verhindert.
Nach WWF-Angaben sind die wachsende Schere zwischen Kohle- und Erdgaspreisen sowie der weiter unwirksame Emissionshandel die Hauptursachen für die steigende Kohleverstromung in Europa. Der WWF forderte von der Bundesregierung zusätzliche Instrumente, um besonders klimaschädliche Braunkohlekraftwerke möglichst schnell vom Netz zu nehmen. „Die Klimaschutzpolitik von Deutschland und Großbritannien hat einen bitteren Beigeschmack. Die hohen Braunkohleemissionen höhlen den Erfolg der Klimaschutzarbeit aus. Wir müssen dringend mit wirksamen Maßnahmen wie der raschen strukturellen Reform des europäischen Emissionshandels gegensteuern“, sagt Regine Günther, Leiterin Klima und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Dafür müssten 2,3 Milliarden überschüssige Zertifikate ganz vom Markt genommen und das Budget jährlich um weitere 2,6 Prozent CO2-Emissionen verknappt werden. (Sandra Enkhardt)

EEG-Novelle nimmt bei Gauck und EU-Kommission letzte Hürden

23. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Bundespräsident hat nun den Verkündungsauftrag erteilt. Auch die EU-Kommission in Brüssel hat ihren Segen gegeben. Nun muss die EEG-Novelle noch im Gesetzesblatt veröffentlicht werden, dann tritt es offiziell am kommenden Freitag in Kraft.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die EEG-Novelle unterzeichnet. Er habe den Verkündungsauftrag für das Gesetz am Montag erteilt, sagte ein Sprecher auf Anfrage von pv magazine. Nun muss das neue Gesetz noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden, ehe es am 1. August offiziell in Kraft treten kann. Bislang ist dies noch nicht geschehen. Allerdings ist auch noch bis zum kommenden Donnerstag Zeit dafür.

Auch die EU-Kommission hat die EEG-Novelle nun offiziell notifiziert. Sie sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das EEG 2014 mit dem EU-Beihilferecht in Einklang steht, teilte die Kommission in Brüssel mit. Es erwähnte dabei sowohl die Förderung der Erneuerbaren als auch die Teilbefreiungen für Eigenerzeugung und energieintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage. Überdies enthalte das EEG 2014 eine schrittweise Umstellung der Förderung auf Ausschreibungen, zu denen auch Erzeuger aus anderen EU-Mitgliedsstaaten Zugang erhielten. „Das EEG 2014 fördert die Marktintegration erneuerbarer Energien. Mittelfristig sollten dadurch die Kosten für die Verbraucher sinken. Außerdem ist die allmähliche Öffnung der Ausschreibungen für Betreiber aus anderen Mitgliedstaaten eine sehr gute Entwicklung für den Energie-Binnenmarkt“, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Die Kommission habe die EEG-Novelle als Beitrag zur Verwirklichung der umwelt- und energiepolitischen Ziele der EU gewertet, wobei der Wettbewerb im Binnenmarkt nicht übermäßig verfälscht werde. Die ab 2017 angestrebte Umstellung auf Ausschreibungen bedürfe einer neuen gesetzlichen Grundlage. „Die Förderung erneuerbarer Energien wird daher bis 31. Dezember 2016 genehmigt“, hieß es deshalb auch Brüssel. Ausschreibungen soll es aber nur für Anlagen ab 100 Kilowatt geben. Kleinere Anlagen könnten auch weiterhin über Einspeisetarife gefördert werden. Dies genehmigte Brüssel nun für zehn Jahre.

Die Notifizierung der EEG-Novelle muss aber separat zum weiter laufenden EU-Beihilfeverfahren zum EEG 2012 gesehen werden. Die EU-Kommission hatte die Untersuchungen im vergangenen Dezember eingeleistet, wobei es vor allem um die Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage geht. (Sandra Enkhardt)

Gabriel begrüßt Notifizierung der EEG-Reform

23. Juli 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Bundeswirtschaftsminister lobt seine eigene Arbeit. Die grundlegende Reform des EEG ist damit abgeschlossen. Gabriel sieht darin "die größte und weitreichendste Änderung des EEG seit seiner Einführung". Die Beilegung des Beihilfeverfahrens wird es erst nach der Sommerpause geben.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Notifizierung der EEG-Novelle durch die EU-Kommission in Brüssel begrüßt. „Die Genehmigung durch die Europäische Kommission sorgt für Rechts- und Investitionssicherheit, nicht nur für die Erneuerbaren-Branche und für die stromintensive Industrie“, erklärte er. Aus seiner Sicht könne nun der Ausbau der Erneuerbaren weitergehen und auch für die Unternehmen seien Rahmenbedingungen zum Erhalt der Arbeitsplätze und Stärkung der Industrie geschaffen worden. „Die Förderung wird marktnäher und auf die kostengünstigeren Technologien konzentriert und dadurch die Kostendynamik der vergangenen Jahre gedämpft", erklärte Gabriel weiter. Die Reform sei „die größte und weitreichendste Änderung des EEG seit seiner Einführung“. Erstmals werde es nun eine Steuerung des Ausbaus der Erneuerbaren geben. Dies schaffe Planungssicherheit für die Weiterentwicklung des gesamten Stromsystems und für eine bessere Verzahnung der einzelnen Bausteine der Energiewende. Insgesamt sei die EEG-Reform "ein Meilenstein für den Neustart der Energiewende", sagte er bei einem Pressestatement in Goslar.

Gabriel stellte nochmals heraus, dass die EEG-Novelle die Umstellung der Förderung auf Einschreibungen einleite. Die verpflichtende Direktvermarktung solle die Marktintegration von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse vorantreiben. „Schließlich sorgen die überarbeitete Besondere Ausgleichsregelung und die Einbeziehung von Neuanlagen der Eigenversorgung in die EEG-Umlagepflicht für einen angemessenen, aber vertretbaren Beitrag der Industrie für die Finanzierung des EEG“, sagte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie weiter. Mit der beihilferechtlichen Genehmigung aus Brüssel könne das Gesetz nun wie geplant am 1. August in Kraft treten. Die Entscheidung der EU-Kommission im Hauptprüfverfahren zum EEG 2012 sowie die Genehmigung der Besonderen Ausgleichsregelung für Schienenbahnen im EEG 2014 würden aber erst nach der Sommerpause ergehen. (Sandra Enkhardt)

Aus Wagner Solar UK wird Wagner Renewables

23. Juli 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Infolge der Insolvenz des deutschen Photovoltaik-Unternehmens ist die britische Tochterfirma nun umfirmiert worden. Sie will ihre Arbeit mit dem selben Team fortsetzen.

Die Wagner Solar UK Ltd. wird künftig unter dem Namen Wagner Renewables Ltd. auf dem britischen Photovoltaik-Markt aktiv sein. Die Neuaufstellung sei eine Folge der Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft Wagner & Co., teilte das Unternehmen mit. Das Team bleibe gleich. Zudem werden Wagner Renewables weiterhin das Montagegestell Tric anbieten, dass erst jüngst die Zertifizierung MCS012 erhalten habe.

Der Geschäftsführer von Wagner Renewables, Mark Osborne, betonte die Unabhängigkeit von der insolventen deutschen Muttergesellschaft. Die Tochtergesellschaft entstamme aus einem Joint Venture zwischen Wagner & Co. und der britischen Firma AC Solartechnic, die jeweils 50 Prozent an dem Photovoltaik-Unternehmen hielten. 2014 verfüge die Wagner Solar UK über eine große Projektpipeline im Bereich Photovoltaik-Dachanlagen in Großbritannien. Die Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft habe dem Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, seine Autonomie zu stärken. Es sei dadurch sogar stärker gewachsen, als zu Jahresbeginn erwartet worden sei, so Osborne weiter. Nach der Neuaufstellung gebe es eine Vereinbarung, die es Wagner Renewables erlaube, dass Montagegestell Tric weiterhin anzubieten. Außerdem werde das Unternehmen weiterhin die Planung von gewerblichen Photovoltaik-Projekten anbieten. Welche Module und Wechselrichter künftig verwendet würden, wolle das Unternehmen in den kommenden Wochen verkünden. (Sandra Enkhardt)

Bürokratie / Massive Verstöße / Audits bei britischen Solarunternehmen



Bürokratie
“Es sieht so aus, als hätten einige Bürokraten in Brüssel einen neuen Existenzgrund gefunden”, so meint Saphire Sustainable Development. “Am Anfang wurden sehr viele Mittel angewendet um die Vereinbarung mit China auszuhandeln. Außerdem muss das Abkommen jedes Quartal evaluiert werden. Nun müssen auch Verstöße gegen die Vereinbarung intensiv untersucht werden. Das ist für die Bürokraten eine tolle Sache. Die Implementierung und Kontrolle der Einhaltung der Regeln schafft langfristig Arbeitsplätze in der eigenen Verwaltung. Hier stellt sich die Frage, ob die EU-Kommission sich der Wirkung, die die Antidumpingmaßnahmen auf Jobs, auf Kosten für die Steuerzahler, auf gesetzestreue Projektentwickler und auf Kosten der Solarenergie für Privatpersonen hätte, bewusst war.”

Massive Verstöße
Am 5. Juni 2014 hat EU Prosun (die Lobbygruppe um SolarWorld, Befürworter der Importzölle) eine Akte von mehr als 1.000 Seiten bei der EU-Kommission eingereicht. Die Akte umfasst ungefähr 1.500 Vorschläge von chinesischen Unternehmen die “Preise anbieten, die unter dem Mindestpreis, der zwischen der EU und China vereinbart wurde, liegen”. In dem EU-China Abkommen steht, dass harte Strafen gegen Personen, die am Zollbetrug beteiligt sind, verhängt werden können. Der Hersteller wird aus dem Preisabkommen ausgeschlossen und der europäische Importeur wird die Zölle von rund 50% bezahlen müssen, sogar rückwirkend. Bei massiven Verstößen gegen die Vereinbarung drohen den europäischen Unternehmen und den Zuständigen hohe Geldstrafen und sogar Haftstrafen.

Audits bei britischen Solarunternehmen
Die Solarbranche im Vereinten Königreich bekommt möglicherweise eine Reihe von Audits zur Kontrolle der Ausführung des EU-China Abkommens, so sagt Jerry Hamilton, Geschäftsführer bei Rexel Energy Solutions. In seinem Blog schreibt er: “Es ist äußerst wichtig, dass Einkäufer ihre Rechtslage bei einem möglichen Ermittlungsverfahren kennen. Viele Unternehmen scheinen auf dem Papier Importeur zu sein, ohne dass sie die damit verbundenen Folgen völlig kennen und verstehen.”
Quelle: Cleantec trade