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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Hanwha Q-Cells baut neue 800-Megawatt-Modulfabrik

29. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Am malaysischen Standort will der Photovoltaik-Hersteller die neue Fabrik ab dem kommenden Jahr hochziehen. Das Hochfahren der neuen Modulfabrik soll bis Anfang 2016 abgeschlossen sein.

An seinem bereits bestehenden Fertigungsstandort in Cyberjaya in Malaysia will Hanwha Q-Cells nun eine neue Fabrik mit vier Produktionslinien bauen. Baubeginn für das neue Werk mit einer Gesamtkapazität von 800 Megawatt sei Anfang kommenden Jahres, teilte der Photovoltaik-Hersteller mit Sitz in Deutschland mit. In der Fabrik wolle Hanwha Q-Cells seine Hochleistungsmodule herstellen. Das Hochfahren der Produktionslinie werde nach derzeitigen Planungen im dritten Quartal 2015 beginnen können und solle bis Anfang 2016 abgeschlossen sein, so dass dann die volle Auslastung der Fertigung erreicht sei.

Momentan ist Hanwha Q-Cells dabei, seine Kapazitäten für Solarzellen am Standort in Malaysia auszubauen. Die nun erfolgte Ankündigung der Investition in eine Modulfabrik zeige, dass der Photovoltaik-Hersteller weiter auf Wachstumskurs sei und bestätige die positiven Geschäftsaussichten. Die konkrete Investitionssumme wollte Hanwha Q-Cells aber nicht nennen. Bis zum Jahresende ist geplant, dass die Produktionskapazitäten weltweit auf 1,5 Gigawatt steigen. Für das Gesamtjahr rechne Hanwha Q-Cells mit einem Absatz zwischen 1,0 und 1,2 Gigawatt bei einem positiven Jahresergebnis. Detaillierte Geschäftszahlen zum Umsatz und Gewinn veröffentlichte Hanwha Q-Cells aber nicht. "Die neue Modulfabrik in Cyberjaya ist der nächste logische Schritt, die internationale Aufstellung des Unternehmens aus Forschung und Entwicklung sowie Massenproduktion voranzutreiben", sagte CEO Charles Kim.

In Deutschland verfügt Hanwha Q-Cells nur über eine kleine Produktionslinie für Solarzellen am Standort in Thalheim. "Hanwha Q Cells Malaysia ist bereit, der Hauptstandort des Unternehmens für die tragfähige Massenfertigung von Solarzellen und Solarmodulen von hoher Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen zu werden", erklärte dessen Geschäftsführer Seong Joo Ryu. Indem das Photovoltaik-Unternehmen seine Zell- und Modulfertigung an einem Produktionsstandort kombiniere, optimierte es die Durchlaufzeiten in seiner Fertigung und die Kosten für Logistik. Konkret bedeute dies, dass neben der Solarzellenfertigung ab 2016 auf der Hauptstandort der Modulfertigung von Hanwha Q-Cells in Malaysia angesiedelt sein werde, die bislang noch von zertifizierten OEM-Partner erfolge. Dies bedeute aber nicht, dass der Hauptsitz des Unternehmens von Deutschland nach Malaysia verlegt werden sollte, erklärte ein Sprecher des Herstellers. (Sandra Enkhardt)

Deutscher Strommarkt ist grundsätzlich funktionsfähig

29. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Strommarktdesign der Zukunft ist derzeit in der Diskussion. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dazu nun einen Entwurf für das Grünbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" vorgelegt. Carsten Pfeiffer vom BEE bewertet im pv magazine-Interview den Entwurf.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat im Zuge der Diskussion über das Strommarktdesign nun den Entwurf seines Grünbuchs vorgelegt. Neben dem Ist-Stand werden dort die Herausforderungen für die Zukunft definiert und mögliche Maßnahmen aufgezeigt. Mit dem Grünbuch will das Ministerium die öffentliche Konsultation über das Thema eröffnen. Diese soll bis März 2015 laufen und die Ergebnisse dann in einem Weißbuch mit konkreten Maßnahmen zusammengefasst werden. Das BMWi will das Weißbuch bis Ende Mai 2015 vorlegen. Auch darüber wird dann nochmals öffentlich konsultiert werden, ehe der Gesetzgebungsprozess beginnen wird. Über die wichtigsten Aspekten des Entwurfs sprach pv magazine mit Carsten Pfeiffer, Leiter Strategie und Politik des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).
pv magazine: Im Grünbuch heißt es, dass sich der Strommarkt in den kommenden Jahren in einer Phase des Übergangs befindet. Das BMWi schreibt zudem, dass sich in der ersten Phase der Energiewende der derzeitige Strommarkt grundsätzlich bewährt hat. Teilen Sie diese Einschätzung?

Pfeiffer: Der Strommarkt hat in den vergangenen Jahres viele positive Anpassungsleistungen erbracht und sich als grundsätzlich funktionsfähig erwiesen.

Es heißt weiter, dass die Abregelung von Erneuerbaren-Anlagen keine sinnvolle Alternative zur Absenkung der Mindesterzeugung - die von den konventionellen Kraftwerken geleistet wird - sein kann. Kann die Mindesterzeugung fossiler Kraftwerke schneller abgesenkt werden, wenn die Erneuerbaren mehr Systemdienstleistungen übernehmen?

Die Erneuerbaren-Energien-Anlagen erbringen bereits heutzutage teilweise wichtige Systemdienstleistungen. Sie können diese künftig auch noch deutlich schneller und umfangreicher erbringen. Eine Voraussetzung dafür ist aber u.a., dass die Regelenergiemärkte stärker für die Erneuerbaren und Speicher geöffnet werden.

Im Grünbuch heißt es weiter, dass dem Strommarkt ausreichend Flexibilitätsoptionen zur Verfügung stehen, um Erzeugung und Verbrauch zu synchronisieren. Welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Optionen für die Zukunft?


Aus meiner Sicht sind aktuell vor allem Demand-Side-Management und Power-to-heat die wichtigsten Flexibilisierungsoptionen, sowie die Flexibilisierung von Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen. Wichtig für die Zukunft ist aber auch die Umstellung des konventionellen Kraftwerkparks. Wir müssen weg von unflexiblen Grundlastkraftwerken hin zu flexiblen Anlagen kommen, die besser auf die Einspeisung der erneuerbaren Energien reagieren können. Noch deutlich unterschätzt unter Energiewirtschaftswissenschaftlern und im BMWi ist die Entwicklung bei Batterien.

Das BMWi will Flexibilitätsoptionen künftig auch im Wettbewerb gegeneinander antreten lassen. Könnte dies die Kosten senken?

Ein Wettbewerb würde zu sinkenden Kosten führen. Allerdings muss es dann auch gleiche Chancen für alle geben. Die Hemmnisse für die erneuerbaren Energien und Speicher müssten dafür im Vorfeld reduzieren werden. Das hat das BMWi in wichtigsten Punkten aber auch schon erkannt. Der BEE erarbeitet hierzu gerade umfassende Vorschläge.

Beim Ausbau der Stromnetze heißt es im Grünbuch, sie nicht bis auf den letzten Kilometer ausbauen zu wollen. Wie bewerten sie das?


Dies ist noch eine offene Fragen, über die weiter diskutiert werden muss. Schließlich will die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren nicht schon bei einem Anteil von 35 bis 40 Prozent beenden. Daher muss der Netzausbau langfristig eben auch auf 100 Prozent erneuerbare Energien ausgelegt sein. Nicht berücksichtigt wurde im Grünbuch, dass der Netzausbau für Photovoltaik-Anlagen künftig deutlich geringer ausfallen wird, weil Batteriespeicher eine wesentlich größere Rolle spielen werden als dies das BMWi heute noch annimmt.

Was steckt aus ihrer Sicht hinter der Forderung, Netzentgelte und staatlich veranlassten Preisbestandteile weiterzuentwickeln? Droht hier eine weitere Belastung für den Eigenverbrauch aus Photovoltaik-Anlagen?

Dies geht aus dem Grünbuch noch nicht eindeutig hervor. Es sollte aber ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass dies nicht passiert, um den Photovoltaik-Ausbau in Deutschland nicht noch zusätzlich zu beschränken.

Teil der Strommarktdiskussion ist auch die Frage: Kapazitätsmärkte ja oder nein? Dies erfordert eine Grundsatzentscheidung der Politik, heißt es im Grünbuch. Wie positioniert sich das BMWi im Grünbuch dazu?

Das Bundeswirtschaftsministerium lässt seine Position zunächst noch offen. Die Darstellung lässt aber erkennen, dass Kapazitätsmärkte überflüssig sind. Wir haben in Europa derzeit riesige Überkapazitäten von etwa 100 Gigawatt davon im für Deutschland relevanten Marktgebiet allein 60 Gigawatt. Die vom BMWi vorgesehene Weiterentwicklung des Energy-only-Marktes und der Kapazitätsreserve reichen vollkommen aus, um langfristig Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Im Grünbuch wird auch davon gesprochen, die Versorgungssicherheit im europäischen Kontext zu stärken. Was wäre dafür notwendig?

Es ist notwendig, den europäischen Binnenmarkt weiter ausbauen. Zudem sollten sich die Länder beim Thema Versorgungssicherheit besser untereinander abstimmen. Das hat auch das BMWi erkannt.
Das Interview führte Sandra Enkhardt.

GTM Research: O&M-Markt wächst auf 237 Gigawatt bis 2018

29. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Nach einer Studie von GTM Research wird sich der Markt für den Betrieb und die Wartung von Photovoltaik-Anlagen bis 2018 nahezu verdreifachen. Das Wachstum wird dabei vor allem durch den Photovoltaik-Zubau in den USA und China getrieben.

Greentech Media (GTM) Research und Solichamba Consulting prognostizieren in ihrem neuen Bericht ein rapides Wachstum des weltweiten Markts für den Betrieb und die Wartung (O&M) von Photovoltaik-Anlagen. So werde sich der Markt von etwa 89 Gigawatt zum Jahresende auf 327 Gigawatt bis 2018 nahezu verdreifachen. 2013 und 2014 habe vor allem der Boom bei Photovoltaik-Kraftwerken in der Asien-Pazifik-Region den Markt getrieben. Nach dem Bericht wird sich der O&M-Marktanteil dieser Region auch in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Die Analysten gehen davon aus, dass die USA der zweitgrößte nationale Markt mit 31 Gigawatt bis 2018 werden. Dies liege vor allem in dem erwarteten starken Zubau von Photovoltaik-Kraftwerken angesichts des Auslaufen der Steuerbegünstigungen begründet. Dabei sei eine wichtige Erkenntnis des Berichts, dass der nationale O&M-Markt bestehen bleibt, selbst wenn weniger Photovoltaik-Projekte realisiert werden. „Wenn man den Bau neuer Anlagen stoppt, ist dies das einzige Geschäft, das übrigbleibt“, schreibt Studienautor Cedric Brehaut von Solichamba Consulting.

Die Grafik zeigt, dass in Deutschland trotz des derzeit geringen Zubaus von Photovoltaik-Kraftwerken immer noch ein O&M-Volumen von 11,1 Gigawatt in diesem Jahr zu erwarten ist. Grafik: GTM Research

In dem Bericht geht er davon aus, dass Deutschland trotz des Marktrückgangs, immer noch über ein Volumen von mehr als 11 Gigawatt an großen Photovoltaik-Anlagen verfügt, die für den O&M-Markt interessant sind. Auch in Italien und Spanien gebe es weiterhin einen O&M-Markt, den Brehaut aber als „Nullsummenspiel“ bezeichnet, da Unternehmen einfach bestehende Verträge von anderen Anbietern übernehmen würden. In allen drei Ländern sei zu beobachten, dass Projektierer, die auch O&M-Dienstleistungen angeboten haben, zunehmend den Markt verlassen. Allerdings gebe es auch andere Gründe für Anlagenbetreiber, den Dienstleister zu wechseln. „Vielleicht ist der Service nicht gut genug oder er ist zu teuer. Ein anderer Grund kann sein, dass ein Investor, viele verschiedene Anlagen besitzt und sie alle von einem Anbieter betreiben und warten lassen will“ , sagt Brehaut auf Nachfrage von pv magazine.

Derzeit sei es die Übernahme von O&M-Anbietern oder deren Portfolio ein großer Trend, heißt es in der Studie weiter. Beispiele dafür lieferten SMA mit der Übernahme der des O&M-Geschäfts von Phoenix Solar in Europa, First Solars Kauf von Skytron Energy oder Shunfengs Übernahme von SAG Solarstrom. „O&M gleicht einem Spiel von Portfolio-Größe und Dichte. „Somit wird sich der derzeitige Konsolidierungstrend, der 2013 und 2014 zu beobachten war, voraussichtlich weiter fortsetzen und in stark fragmentierten Märkten wie Deutschland und Italien noch beschleunigen“, sagt Brehaut. (Christian Roselund, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

Photovoltaik-Eigenverbrauch: Umsatzsteuer richtig rechnen

29. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Ein Schreiben des Bundesfinanzministerium zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaik-Anlagen sorgte für Aufregung bei den Betreibern. Im Fall der Umsatzsteuer für solaren Eigenverbrauch gibt es mittlerweile eine Präzisierung.

Die kürzlich vom Bundesfinanzministerium (BMF) veröffentlichte Verwaltungsanweisung zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaik-Anlagen hat in einem Punkt zu heißen Diskussionen unter den betroffenen Anlagenbetreibern geführt. Es geht um die Umsatzsteuer für Eigenverbrauch aus Photovoltaik-Anlagen, die umsatzsteuerpflichtig betrieben werde, um die beim Kauf gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück zu bekommen. (siehe auch Beitrag vom Anfang Oktober)

In einem Berechnungsbeispiel wird die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer bei selbstverbrauchtem Solarstrom erläutert. Laut dem Berechnungsbeispiel wäre der Strom mit dem Bezugspreis für Strom vom eigenen Versorger heranzuziehen und dabei auch die Grundgebühr einzukalkulieren. Das Berechnungsbeispiel führt aus, dass die volle Grundgebühr auch auf den direkt verbrauchten Solarstrom anzurechnen sei:

1.100 Kilowattstunden (kWh) Eigenverbrauch zu 21 Cent (netto), zuzügl. 12 Monate x 5,50 Euro (netto) =

231 Euro zuzügl. 66 Euro = 297 Euro

darauf 19% Umsatzsteuer = 56,43 Euro (an das Finanzamt zu zahlen)

(umgerechnet auf die Kilowattstunde sind das 27 Cent je kWh Bemessungsgrundlage netto)

Durch diese Berechnungsweise, die volle Grundgebühr auf den selbst verbrauchten Solarstrom zu beziehen, steigt die Berechnungsgrundlage pro Kilowattstunde, je kleiner die selbstverbrauchte Strommenge ist. In durchaus üblichen Fällen von beispielsweise nur 400 kWh Selbstverbrauch und einem Grundpreis von netto 8 Euro auf 45 Cent.

Anlagenbetreiber hatten außerdem darauf hingewiesen, dass auf diese Weise die Umsatzsteuer der Grundgebühr doppelt zu zahlen wäre. Steuerfachleute meinen, dass im Sinn des Steuerrechts die Grundgebühr aber nur anteilig für den selbstverbrauchten Solarstrom anzusetzen wäre. Die korrekte Berechnung wäre demnach bei einem Stromverbrauch von beispielsweise insgesamt 4.000 kWh (Strombezug aus dem Netz 2.900 kWh) wie folgt:

1.100 kWh Eigenverbrauch zu 21 Cent, zuzügl. 12 Monate x 5,50 Euro x (1.100/4.000) =

231 Euro zuzügl. 18,15 Euro = 249,15 Euro

darauf 19% USt. = 47,34 Euro

Oder als Bemessungsgrundlage pro kWh gerechnet:
21 Cent + (12 Monate x 5,50 Euro / 4.000) = 21 + 1,65 =22,65 Cent

Eine Nachfrage beim Bundesfinanzministerium hat nun ergeben, dass diese Berechnungsweise korrekt ist. Das im BMF-Schreiben ausgeführte Beispiel sei nicht im Sinn einer Rechenanweisung zu verstehen, sondern diene lediglich dazu, die Berücksichtigung der Grundgebühr zu illustrieren. Eine Aufteilung der Grundgebühr auf Strombezug und solaren Eigenverbrauch sei selbstverständlich korrekt, da es sich hier um die Ermittlung einer fiktiven Bemessungsgrundlage handle.

Für eine Korrektur des BMF-Schreibens sehe man aktuell aber keinen Bedarf, da bisher keine weiteren Nachfragen zu dem Sachverhalt eingegangen seien und vor Änderungen eine erneute Abstimmung mit den Ländern erforderlich wäre. Einstweilen hat das BMF beim Bundeswirtschaftsministerium angefragt, ob sich aus der Anfang August in Kraft getretenen Novelle des EEG 2014 neuerlicher Hinweisbedarf zu steuerlichen Fragen ergibt. Insofern sei das am 19. September veröffentlichte Schreiben nur eine Momentaufnahme. (Thomas Seltmann)

Goldener Oktober sorgt für reichlich Photovoltaik

29. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Mittlerweile liefern die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland auch in der Herbst- und Winterzeit einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Energieversorgung. An einigen Tagen im Oktober waren bis zu 18 Gigawatt Solarstrom im Netz und die Photovoltaik deckte zur Mittagszeit rund ein Drittel des Bedarfs. Doch Photovoltaik-Anlagen sorgen mittlerweile auch für stabile Netze.

Im Oktober waren wegen der sonnenreichen und milden Tage gute Photovoltaik-Einspeisewerte zu verzeichnen. Bundesweit seien im Oktober an manchen Tagen bis zu 18 Gigawatt Solarstrom im Netz gewesen, teilte nun die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mit. Die Photovoltaik habe an mehreren Tagen zur Mittagszeit rund ein Drittel der Nachfrage decken können und sei damit der Stromproduzent Nummer Eins in Deutschland gewesen. Aktuelle Beispiele für herbstliche Spitzenwerte bei der Produktion von Solarstrom seien der 3. Oktober mit 17,7 Gigawatt Einspeisung, der 4. Oktober mit 18 Gigawatt und der 19. Oktober mit 17,5 Gigawatt. An diesen Tagen habe der Solarstrom zur Mittagszeit jeweils auf Platz eins im deutschen Strommix gelegen, vor Braunkohle, Kernkraft und der Windenergie. Am 19. Oktober gab es zusätzlich kräftigen Wind, weshalb die Erneuerbaren um die Mittagszeit mit 36 Gigawatt sogar zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs stellten, wie die AEE weiter berichtet.

„Die Solarenergie leistet mittlerweile auch im Herbst und im Winter einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. Selbst bei diffusen Licht leisten Photovoltaik-Anlagen einen nennenswerten Beitrag. Nach Angaben der AEE entfallen immerhin ein Drittel des Jahresstromertrags der Photovoltaik-Anlagen auf die Monate Oktober bis März.

„Dank der verbesserten Systemdienstleistung, beispielsweise durch die 50,2-Hertz-Nachrüstung, sorgen Solarstromanlagen auch für stabile Netze“, so Vohrer weiter. Eine Systemdienstleistung von Photovoltaik-Anlagen das automatische Abschalten, sobald zu viel Strom im Netz ist. Das Signal zur Abschaltung erfolgt dabei über die Netzfrequenz, die stets bei exakt 50 Hertz liegen muss. Viele ältere Photovoltaik-Anlagen trennten sich bei 50,2 Hertz automatisch vom Netz. Um ein kontrolliertes Abschalten bei verschiedenen Frequenzen zu ermöglichen, werden derzeit 400.000 Photovoltaik-Anlagen nachgerüstet. Ausgenommen von der Nachrüstpflicht sind nur kleine Photovoltaik-Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung. Bis zum Jahresende müssen nun auch noch die zwischen September 2005 und Dezember 2012 in Betrieb genommenen Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 und 30 Kilowatt nachgerüstet werden. (Sandra Enkhardt)

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Hanergy realisiert großes BIPV-Projekt am Hauptsitz

28. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die erste Phase der Installation von gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen hat der Hersteller von Dünnschichtmodulen nun abgeschlossen. Damit sind knapp ein Drittel der geplanten drei Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert.

Hanergy hat nun die erste Phase der Installation von Photovoltaik-Anlagen an seinem Hauptsitz in der chinesischen Hauptstadt Peking abgeschlossen. Insgesamt sei geplant Photovoltaik-Anlagen mit drei Megawatt Leistung zu installieren, teilte der Hersteller von CIGS-Dünnschichtmodulen mit. Sie sollen sich an der Fassade, an Übergängen und auf einem Carport befinden. Hinzu komme eine Photovoltaik-Dachanlage mit den flexiblen Solarmodulen. In der ersten Phase seien nun 600 Kilowatt installiert, mit denen rund 20 Prozent des Energiebedarfs des Hanergy-Hauptsitzes gedeckt werden könnten, hieß es weiter. In der zweiten Ausbaustufe würden dann die restlichen 2,4 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert, womit 100 Prozent des Energiebedarfs gedeckt werden könnten. Mit der Installation der Photovoltaik-Anlagen spare Hanergy Energiekosten von 1,46 Yuan pro Kilowattstunden und erhalte zudem eine Förderung von 0,42 Yuan pro Kilowattstunde, die China für sogenannte „distributed“ Photovoltaik-Anlagen derzeit zahlt. Nach dem aktuellen Umrechnungskurs entspricht 1 Yuan knapp 13 Eurocent.

Mit dem Projekt führe Hanergy futuristische Designelemente für die gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen ein, während die ursprüngliche Architektur des Gebäudes unverändert bleibe. Die verwendeten BIPV-Komponenten an den Gebäudewänden würden dabei ein Design ergeben, dass Drachenschuppen ähnle. Hanergy verwende dafür Dünnschichtmodule mit verschiedenen Formen, Farben und Transparenzgraden. Damit werde neben der visuellen Wirkung zugleich auch eine gute Beleuchtung, guter Sonnenschutz sowie Beleuchtung erreicht.

Hanergy sieht in gebäudeintegrierter Photovoltaik ein großes Potenzial in China. So werde in den kommenden fünf Jahren die Fläche für solche Anwendungen in den städtischen Gebieten auf 1,79 Milliarden Quadratmeter anwachsen. Dies würde eine solare Stromerzeugung von geschätzt 61,5 Milliarden Kilowattstunden im Jahr ermöglichen. Der Einsatz von BIPV-Anlagen könnte zudem helfen, den Energieengpass zu beseitigen. Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Wochen die Förderung von kleineren Photovoltaik-Anlagen deutlich nachgebessert. Ursprünglich sollte bereits in diesem Jahr ein Großteil des Photovoltaik-Zubaus in China auf diese „distributed“ Photovoltaik-Projekte entfallen. Insgesamt sollten es acht der 14 Gigawatt sein. Ob es bis zum Jahresende noch gelingt, dieses Ziel noch zu erreichen, halten Experten für fraglich. (Sandra Enkhardt)

Photovoltaik und Wind verdrängen Kohle und Gas

28. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Hintergrund, Topnews
Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr wohl auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken. Photovoltaik und Windkraft legten den ersten neun Monaten weiter erheblich zu. Die Erneuerbaren erreichten damit einen Anteil am Primärenergieverbrauch von 11,2 Prozent und am Bruttostromverbrauch von 28 Prozent.

Der weiter steigende Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromversorgung in Deutschland war bereits in den vergangenen Wochen mehrfach Thema. Nun hat die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ihre Herbstprognose vorgelegt. Demnach sei damit zu rechnen, dass der inländische Primärenergieverbrauch auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 fallen werde. Die AGEB prognostiziert einen Verbrauch von 13.100 Petajoule, was fünf Prozent weniger als im Vorjahr sei. Vor allem der sehr milde Winter habe zur Senkung beigetragen, während die eher schwache konjunkturelle Entwicklung in Deutschland ohne große Auswirkungen geblieben sei. Ohne Berücksichtigung des Witterungseinflusses habe sich der Energieverbrauch um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Während die fossilen Energieträger weniger produzierten, konnten die Erneuerbaren weiter zulegen. Die AGEB rechne daher auch mit einem Rückgang der CO2-Emissionen in einer ähnlichen Größenordnung wie beim Energieverbrauch. Allerdings könne sich diese Prognose noch ändern, wenn es nun zu einer frühen und lang anhaltenden Kälteperiode komme. Nach den ersten drei Quartalen liege der Primärenergieverbrauch jedoch um 6,7 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die erneuerbaren Energien konnten insgesamt dennoch um 1,6 Prozent zulegen. Dabei sei die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 18 Prozent rückläufig gewesen. Dafür hätten in den ersten neun Monaten aber die Photovoltaik um 15 Prozent und die Windkraft um fast 16 Prozent zugelegt. Insgesamt sei der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Primärenergieverbrauch damit von 10,3 auf 11,2 Prozent binnen Jahresfrist gestiegen. Am Bruttostromverbrauch hatten die erneuerbaren Energien der AGEB zufolge einen Anteil von 28 Prozent, drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Erdgasverbrauch sei um rund 18 Prozent gesunken. Dieser Rückgang sei vor allem durch den geringeren Einsatz von Erdgas zu Wärmezwecken als auch in der Kraft-Wärme-Kopplung verursacht. Der Verbrauch von Steinkohle sei um 9,3 Prozent zurückgegangen, hieß es weiter. Gründe dafür seien neben dem milden Winter auch die hohe Stromproduktion aus erneuerbaren Energien gewesen. Der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken sei um etwa 15 Prozent gesunken, während sich die Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie um 5,3 Prozent erhöht hätten. Mehrere Revisionen von Braunkohlekraftwerken hätten zudem dazu geführt, dass auch bei diesem Energieträger ein Rückgang von vier Prozent in den ersten neun Monaten zu verzeichnen gewesen sei. Der Beitrag der Atomkraft zum Energieverbrauch sei dagegen nahezu unverändert geblieben, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)

Aufwärtstrend bei Solarworld

28. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der Photovoltaik-Konzern aus Deutschland kann nach vorläufigen Zahlen seinen Umsatz erhöhen und sein Ergebnis im dritten Quartal deutlich verbessern. Der größte Absatzmarkt für Solarworld sind derzeit die USA.

Die Solarworld AG hat für das dritte Quartal ihre vorläufige Bilanz vorgelegt. So sei die Absatzmenge an Solarmodulen und Bausätzen um 50 Prozent auf 270 Megawatt gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Auch gegenüber dem zweiten Quartal habe Solarworld seine Absatzmenge um immerhin fast 40 Prozent steigern können. Insgesamt habe der Photovoltaik-Hersteller in den ersten neun Monaten 602 Megawatt absetzen können; gegenüber 390 Megawatt im Vorjahreszeitraum eine deutliche Steigerung. Bereits Mitte September sei die Absatzmarke des Vorjahres von 548 Megawatt überschritten worden, teilte Solarworld weiter mit. Die größte Nachfrage nach Photovoltaik-Produkten sei derzeit aus den USA zu verzeichnen. Knapp die Hälfte seines Geschäfts machte Solarworld im dritten Quartal in Übersee. Doch auch in den europäischen Exportmärkten und Japan habe der Hersteller seine Absatzmengen in den ersten neun Monaten des Jahres steigern können. In Deutschland habe Solarworld entgegen dem negativen Markttrend im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zulegen können und damit seinen Marktanteil erhöht, hieß es weiter.

Weniger stark als der Absatz stieg der Umsatz von Solarworld im dritten Quartal. Nach vorläufigen Zahlen rechnet das Unternehmen mit einer Steigerung um 26 Prozent auf 181 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten würde sich der Umsatz damit um 18 Prozent auf 409 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei im dritten Quartal ins Positive gedreht. Es habe sich auf 6 Millionen Euro belaufen; im dritten Quartal habe es bei –26 Millionen Euro gelegen. In den ersten drei Quartalen 2014 stieg das EBITDA gegenüber dem Vorjahreszeitraum von -63 auf 107 Millionen Euro. Das EBIT-Ergebnis habe sich im dritten Quartal auf einen Verlust von 4 Millionen Euro (Q3 2013: –36 Millionen Euro) belaufen. In der ersten neun Monaten 2014 lag Solarworld zufolge das EBIT-Ergebnis damit bei 77 Millionen Euro nach einem Verlust von 95 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Seine liquiden Mittel bezifferte Solarworld mit 151 Millionen Euro zum Stichtag Ende September. Dies liegt leicht unter dem Vorjahresniveau. (Sandra Enkhardt)

IHS erwartet Ende des Preisverfalls bei Solarglas

28. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die Kosten für Solarglas haben sich zwischen 2009 und 2014 halbiert. Mit dem Inkrafttreten der Anti-Dumpingzölle für chinesische Hersteller in der EU könnte der Preis ab dem nächsten Jahr wieder steigen.

Der durchschnittliche Preis für Solarglas hat sich von 2009 bis 2014 mehr als halbiert. Er sei von 10,40 US-Dollar pro Quadratmeter auf voraussichtlich 4,60 US-Dollar pro Quadratmeter zum Jahresende gefallen, zeigen die Analysen von IHS Technology. Es sei aber ab dem kommenden Jahr damit zu rechnen, dass sich der Preis stabilisiere und in den Folgejahren auch wieder steige. Die IHS-Analysten erwarten bis 2018 einen Preis von 5,90 US-Dollar pro Quadratmeter Solarglas.

IHS erwartet, dass 2014 der durchschnittliche Verkaufspreis für Solarglas seinen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hat. Grafik: IHS Technology

„Der starke Rückgang des Preises von Solarglas während der vergangenen fünf Jahre war das Ergebnis eines massiven Überangebots auf dem Markt“, sagt Karl Melkonyan, Analyst bei IHS Technology. „Die Subventionen der chinesischen Regierung für Solarglas haben für einen starken Anstieg der inländischen Produktion und Exporte gesorgt. Die Maßnahme der EU, Importzölle auf Solarglas aus China zu verhängen, wird nun aber das Angebot auf dem Markt begrenzen, was wiederum zu dem erwarteten Anstieg des Preises führen wird“, so Melkonyan weiter. In diesem Jahr werde voraussichtlich mehr als 90 Prozent des importierten Solarglas in Europa aus China kommen. 2010 seien es nur sieben Prozent gewesen. In diesem Jahr würden die chinesischen Hersteller zudem einen Anteil am Gesamtmarkt von 27 Prozent in Europa erreichen, so die Erwartungen von IHS.

In Europa hätten die steigenden Importe aus China zu niedrigeren Gewinnen und in deren Folge zu Fabrikschließungen von Herstellern geführt. Als Reaktion darauf habe die EU-Kommission im Mai schließlich die für fünf Jahre geltenden Importzölle verhängt. Hersteller von Solarglas in China müssten demnach zwischen 3 und 17 Prozent Zölle auf ihre Produkte bei der Einfuhr in Europa zahlen. Als künftig größten und schnell wachsenden Markt für Solarglas sehen die Analysten die Asien-Pazifik-Region an.

Ein wichtiger Trend auf dem Solarglas-Markt sei, dass immer mehr antireflexbeschichtetes Solarglas angeboten werde. Dessen Marktanteil könnte IHS zufolge im Jahr 2018 bei etwa 85 Prozent liegen. Mit den Antireflexbeschichtungen wollen die Photovoltaik-Hersteller eine höhere Modulleistung erreichen und gleichzeitig die Kosten senken. (Sandra Enkhardt)

Heliatek installiert organische Photovoltaik-Anlage an Fassade

28. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
An seinem Hauptsitz in Dresden hat der Photovoltaik-Hersteller nun die nach eigenen Angaben größte gebäudeintegrierte OPV-Anlage. Die organischen Solarzellen sind dafür zwischen zwei Glaspanele einlaminiert worden.

Die Heliatek GmbH hat an seinem Dresdner Hauptsitz eine große gebäudeintegrierte, organische Photovoltaik-Anlage installiert. Die organischen Solarfolien des Herstellers seien dafür vom Partner AGC Glass Europe zwischen zwei Glaspanele einlaminiert worden. Eine Anfrage von pv magazine zur Größe der Anlage und den Kosten blieb zunächst unbeantwortet. „Organische PV verbraucht in der Produktion viel weniger Energie im Vergleich zur Herstellung von kristallinen Siliziumsolarzellen und HeliaFilm ist ideal geeignet für Glaswände aller Art“, erklärte Frederic Bonnefoy, Produkt Manager bei AGC Glass Europe. Beim Hauptsitz von Heliatek sei die ostwärts ausgerichtete Fassade für die Installation gewählt worden, um den erhöhten spezifischen Energieertrag auch unter wenig attraktiven Bedindigungen zu demonstrieren. Der durch die Photovoltaik-Anlage erzeugte Solarstrom solle direkt zur Beleuchtung der Büroräume genutzt werden, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)

Nach GT-Insolvenz: Meyer Burger streicht Stellen in USA

27. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der Schweizer Photovoltaik-Konzern passt seine Produktionskapazitäten in den USA an. Mit der
Die Meyer Burger Technology AG will am US-Standort Colorado Springs seine Produktionskapazitäten zurückfahren. Dieser Beschluss stehe im direkten Zusammenhang mit dem nach Chapter 11 beantragten Gläubigerschutz von GT Advanced Technologies. Die Kapazitäten seien extra für ein Projekt mit GT aufgebaut worden, teilte der Schweizer Photovoltaik-Konzern mit. Nach der Anmeldung des Insolvenzverfahrens, die für Meyer Burger unerwartet gekommen sei, müssten nun Konsequenzen gezogen werden. Das Verfahren werde sich voraussichtlich mehrere Monate hinziehen. In den vergangenen zwölf Monaten habe Meyer Burger in Colorado Springs einen Mitarbeiterbestand speziell für das Projekt mit GT aufgebaut, bei dem es um das Schneiden von Saphir mit industriellen Diamantdrahtsägen und Diamantdrahtmaterialien gehe.

Meyer Burger gehe davon aus, dass GT das Projekt nun nicht wie geplant weiterführen könne. Daher sei beschlossen worden, die Kapazitäten sofort zu reduzieren. Dies führe zu einem Personalabbau von 105 Personen am US-Standort. Nach den Entlassungen werde Meyer Burger weiterhin 200 Menschen in Colorado Springs beschäftigen, die sich mit Schnittlösungen und Diamantdrahttechnologie für die Solarindustrie, Saphirindustrie und andere Industriezweige in den USA beschäftigten.

GT Advanced Technologies und sieben Tochterunternehmen, darunter Advanced CZ LLC, hatten Anfang Oktober den Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Die überraschende Ankündigung folgt einer Nachricht aus dem September, als Apple bekanntgab, seine Displays für das iPhone 6 künftig selbst produzieren und nicht mehr die Saphir-Screens von GT verwenden zu wollen. Daraufhin fiel der Aktienkurs von GT bereits um 35 Prozent. GTs Saphir Produkte sollen aber weiter für die iPhone-Kamera sowie die Apple-Uhr genutzt werden. Erst im November 2013 hatte das Unternehmen einen mehrjährigen Liefervertrag mit einem Volumen von 578 Millionen US-Dollar mit Apple geschlossen. GT zeigte sich zuversichtlich, dass die Restrukturierung des Unternehmens gelingen werde. (Sandra Enkhardt)

ICSID-Verfahren: Vattenfall und Eon hoffen auf Milliarden-Entschädigung vom Bund

27. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der schwedische Energiekonzern hatte wegen der Stilllegung seiner AKW nach der Katastrophe von Fukushima eine Klage gegen die Bundesregierung eingereicht. Nach einem Bericht der Süddeutschen will Vattenfall mehr als 4,5 Milliarden Euro Entschädigung. Im Falle eines Erfolgs vor dem internationalen Schiedsgericht könnte auch Eon profitieren.

Bereits seit Ende Mai 2012 läuft eine gerichtliche Auseindersetzung zwischen der Vattenfall AB und der Bundesrepublik Deutschland vor Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID). Der schwedische Konzern hatte gemeinsam mit anderen, die aber nicht namentlich genannt werden, Klage wegen der Stilllegung seiner AKW Krümmel und Brunsbüttel nach der Atomkatastrophe von Fukushima eingereicht. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ verlangt Vattenfall AB von der Bundesregierung 4.675.903.975,32 Euro plus vier Prozent Zinsen. Das Blatt berichtet weiter, dass neben Vattenfall AB auch die Betreibergesellschaften an der Klage beteiligt sein soll. Damit könnte wiederum Eon im Falle eines Erfolgs von Vattenfall profitieren, da es 50 Prozent bei der Betreibergesellschaft von Krümmel und 33 Prozent bei Brunsbüttel hält. Experten zufolge könnte Eon dadurch mit mindestens 1,5 Milliarden Euro erhalten, heißt es bei der SZ weiter.

Der Prozess selbst findet unter höchster Geheimhaltung statt. Kenntnisse über Details des Verfahrens sollen nur wenige Beamte des Bundeswirtschaftsministeriums haben, die auch eng mit den zuständigen Behörden in Schleswig-Holstein zusammenarbeiteten. Bis Mitte Oktober seien für den Prozess vor dem ICSID bereits 3,2 Millionen Euro an Kosten für Rechtsanwälte, Gutachter und Dienstleister ausgegeben worden, wie die SZ aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen berichtet. 200.000 Euro davon seien Gerichtskosten. Bis zum Abschluss des Verfahrens rechne die Bundesregierung mit Gesamtkosten von etwa neun Millionen Euro. "Krümmel und Brunsbüttel standen jahrelang still und waren ein Verlustgeschäft. Sich nun die klammen Konzernkassen mit deutschem Steuergeld füllen zu wollen, ist schlicht inakzeptabel und wird dem Image von Vattenfall in Deutschland schweren Schaden zufügen", kommentierte Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, das Verfahren. Wann genau ein Urteil des ICSID zu erwarten ist, ging aus dessen Veröffentlichungen zu dem Rechtsstreit nicht hervor. Das Bundeswirtschaftsministerium sicherte aber zu, den Bundestag über den Fortgang zu informieren. (Sandra Enkhardt)

Ostdeutsche Länder wollen keine Solarparks auf Ackerflächen

27. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Umweltministerkonferenz der Länder hat sich auch mit dem Thema Ausschreibungen für EEG-Projekte befasst. Außer Brandenburg und Berlin lehnen alle ostdeutschen Länder Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ab.

Drei Tage lang tagten die Umweltminister der Länder in Heidelberg. Dabei ging es auch um den Plan der Bundesregierung, die Förderung erneuerbarer Energien von Einspeisetarife auf Ausschreibungen umzustellen. "Ausschreibungen einzuführen ist der größte Umbruch bei der Förderung der Erneuerbaren bisher. Es muss jetzt darum gehen sie so zu gestalten, dass die Energiewende mindestens in gleichem Tempo weiter geht. Bürgerenergie soll weiterhin die wichtigste Säule im erneuerbaren Energiemix bleiben“, erklärte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck. Eine grundsätzliche Umstellung auf Ausschreibungen dürfe erst dann erfolgen, wenn sich die Verfahren als „tatsächlich geeignet und effizienter“ herausstellten. Die Umweltminister der Länder forderten daher auch technologiespezifische Pilotprojekte und Chancengleichheit für Bürgerenergie-Projekte.

Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet derzeit konkret an einem Ausschreibungsmodell für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Ursprünglich hieß es, dass bis Ende Oktober ein erster Entwurf vorliegen sollte. Die ostdeutschen Flächenländer, außer Brandenburg, machten auf der Konferenz deutlich, dass sie auch künftig keine Solarparks auf Ackerflächen wollten. „Die Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern lehnen eine Ausweitung der Flächenkulisse für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ab. Der Bund wird aufgefordert, zum Erhalt und Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen den Ausbau der PV-Freiflächenanlagen ausschließlich auf Konversions- und ungenutzten Gewerbeflächen zu konzentrieren“, erklärten die Länder auf der Konferenz in Heidelberg. „Es gibt ausreichend ungenutzte und brachliegende Flächen für die Photovoltaik“, sagte dazu Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz. (Sandra Enkhardt)

Die große Hoffnung Perowskite

27. Oktober 2014 | Forschung und Entwicklung, Topnews, Hintergrund
Hintergrund: Während bei den Siliziumzellen das Potenzial zur Wirkungsgradverbesserung immer mehr abnimmt, taucht eine neuartige Materialkombination am Forscher-Horizont auf. Der Hype darum scheint berechtigt.

Wer sich ansehen will, wie sich Innovation in der Zellforschergemeinde entfaltet, muss sich derzeit mit den sogenannten Perowskiten beschäftigen. Noch nie zuvor konnte der Wirkungsgrad einer neuen Solarzellentechnologie innerhalb von nur fünf Jahren verfünffacht werden. Und noch sieht es nicht so aus, als ob die Effizienz-Rallye bald zu Ende ist. „Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, ob man damit Wirkungsgrade über 20 Prozent erreichen kann“, sagt Martin Green, Professor an der University of New South Wales im australischen Sydney und einer der bekanntesten Solarforscher. Er hielt selbst für fast 25 Jahre den Wirkungsgradweltrekord bei kristallinen Siliziumzellen.
Den Namen haben die Perowskite von einem Kristall aus Calciumtitanatoxid, den Geologen im Jahr 1839 im Ural fanden. Was in den Laboren zu Solarzellen verarbeitet wird, hat zwar nicht die gleiche Zusammensetzung, wohl aber die gleiche Kristallstruktur. Statt Calcium und Titanat enthalten die Perowskite, die die Forscher in den Laboren zu Solarzellen verarbeiten, derzeit meist die Elemente Blei und Iod und dazu Methylammonium, eine Verbindung aus Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff.
Erstaunlicherweise wurden die meisten Solarzellenforscher erst vor fünf Jahren auf das Material aufmerksam. Damals haben Wissenschaftler um Tsutomu Miyasaka von der Toin Universität im japanischen Yokohama eine Solarzelle damit hergestellt, die einen Wirkungsgrad von 3,8 Prozent hatte. Das ist für ein neues Material in der Fachwelt bereits ziemlich viel. Die japanischen Wissenschaftler nutzten dafür die gleiche Technologie, die auch für die Farbstoff-Solarzelle verwendet wird, auf Englisch als „dye-sensitized cell“ (DSC) bezeichnet. Trotz des beachtlichen Anfangserfolgs ist der Weg zu einer praktisch nutzbaren Zelle weit. Miyasaka kontaktierte die Perowskite auf der einen Seite mit einem flüssigen Elektrolyten, der als sogenannter Lochleiter dient. Da Perowskite löslich sind, hielt das Konstrukt nicht sehr lange.
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Professor Grätzel, Perowskite und mehr
Auf dem "Future PV Forum" während des 15. Forum Solarpraxis am 27. November in Berlin diskutieren führende Experten, unter anderem Prof. Michael Grätzel, Innovationen aus der Forschung und ihre Relevanz für die die PV Industrie.
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Es verging aber nicht viel Zeit bis zum nächsten großen Schritt. Michael Grätzel ist Professor an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und gilt als Erfinder der Farbstoffzellen. Er hat bereits 1998 eine Zelle vorgestellt, bei der der flüssige Elektrolyt durch einen Festkörper ersetzt wird. Zusammen mit Nam-Gyu Park von der Sungkyunkwan University in Südkorea übertrug er 2012 das Prinzip auf die Perowskite. Diese Zelle hielt mit 1.000 Stunden bei 65 Grad und durchgehender Bestrahlung mit „einer Sonne“ zwar noch nicht ausreichend lange, aber deutlich länger als die zuvor hergestellten Zellen, und das bei einer Effizienz von knapp zehn Prozent. Grätzel schätzt, dass die 1.000 Stunden im Labor bei realer Belastung rund 10.000 Stunden entsprechen.

Effizienz schon fast bei 20 Prozent

Nicht nur die Stabilität verbesserte sich, auch bei den Wirkungsgraden ging es rasant aufwärts. Inzwischen hat das amerikanische Forschungsinstitut für erneuerbare Energien NREL eine Perowskitzelle mit 17,9 Prozent in seine Rekordliste aufgenommen. An den Fortschritten sind Arbeitsgruppen aus vielen Teilen der Welt beteiligt. Dieser letzte Rekord stammt vom koreanischen Institut für die Chemieindustrie KRICT. Eine kalifornische Gruppe meldet jetzt sogar bereits über 19 Prozent Wirkungsgrad.
Damit liegen die Perowskitzellen, was die Effizienz angeht, inzwischen vor den Farbstoffzellen, die ihnen ursprünglich Pate standen. Deren Wirkungsgradrekord liegt laut NREL-Diagramm bei 11,9 Prozent.


Die Effizienz-Rallye der Perowskite ist einzigartig. Hier die Werte, die das amerikanische Forschungsinstitut NREL bestätigt hat. Grafik: Solarpraxis AG/Harald Schütt

Es liegt an zwei Eigenschaften, die die Perowskite besonders machen. „Mit ihnen lassen sich hohe Wirkungsgrade erreichen, weil sie eine sehr starke Lichtabsorption besitzen und als halbleitende Pigmente selbst Ladungen transportieren“, erklärt Michael Grätzel. Dadurch kann man die Poren des Titandioxids mit Perowskit auffüllen, so dass teilweise 200 Nanometer dicke Schichten entstehen. Dadurch wird mehr Lichtabsorbiert, was zu einer höheren Stromausbeute führt als bei Farbstoffzellen. Bei Farbstoffzellen kann die aktive Schicht nur ein Farbstoffmolekül dick aufgebracht werden, weil die Farbstoffe keine Ladungen leiten. Grätzel schreibt die Farbstoffzellen allerdings noch lange nicht ab. Deren Stabilität habe sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert und im Labor von Hiroshi Segawa an der Universität Tokio sei es auch schon gelungen, einen Wirkungsgrad von 16 Prozent zu erreichen.
Den derzeit gemeldeten höchsten Wert für eine Perowskitzelle von 19,7 Prozent hält übrigens eine planare Zelle, bei der die Materialien – Titandioxid, Perowskit, Lochleiter – als flache, mehr oder weniger glatte Schichten übereinander aufgebracht werden, was ein weiterer großer Schritt nach vorne ist. Die Zelle ist aber noch dermaßen instabil, dass sie selbst unter Inertgas, das Reaktionen mit Sauerstoff verhindert, innerhalb von kurzer Zeit zerfällt. Grätzel und andere Experten haben außerdem Zweifel daran, dass die Leistungen der planaren Zellen exakt gemessen wurden, da an ihnen neue Effekte auftreten, die die Messung störten. Es sei eine Aufgabe für die Zukunft, deren Leistung richtig zu bestimmen.

Noch mehr Innovation nötig

Trotz der Rekorde am laufenden Band und der Aussicht, kostengünstige Materialien zu verwenden, ist die Technologie noch weit davon entfernt, in der Praxis die Siliziumzellen zu ersetzen. 1.000 oder 10.000 Stunden Haltbarkeit mögen Forscher in Laboren begeistern. Das sind etwas über 400 Tage. Investoren fordern heute aber 20 bis 30 Jahre. Genauso unklar ist, ob die Perowskitzellen auf größeren Flächen hergestellt werden können. Die bisher existierenden Laborzellen sind nur einige Quadratzentimeter klein. Außerdem müsste vermutlich auch noch eine andere Zusammensetzung gefunden werden. Das Blei, das die meisten Laborzellen enthalten, kann zusammen mit Wasser kanzerogenes Bleiiodid bilden. Am besten wäre es, das Element durch ein anderes zu ersetzen.
Michael Grätzel hat Vertrauen in die Forscher, dass sie die offenen Fragen lösen können. Er versteht den derzeitigen Hype um den neuartigen Zelltyp. Mit den bisherigen Arbeiten seien neue Türen geöffnet worden.


So sieht eine kürzlich im Fachmagazin Science präsentierte Perowskitzelle aus, die gedruckt werden kann. Eine der Besonderheiten ist, dass sie kein Lochleiter hat, sondern direkt kontaktiert wird. Foto: Hongwei Han/ Wuhan National Laboratory for Optoelectronic.
Ein Pluspunkt für das Material könnte auch dessen Variabilität sein. Die Bandlücke ist eine Eigenschaft des Materials, die bestimmt, welche spektralen Anteile des Sonnenlichts genutzt werden können. Sie lässt sich bei den Perowskiten leicht variieren und nach den Worten von Martin Green „ideal einstellen“. Außerdem scheint das Material in der Verarbeitung sehr robust zu sein. Das erlaubt den Forschern, relativ einfach Veränderungen durchzuführen und mit Verbesserungen zu experimentieren. „Es ist nicht auszuschließen, dass sie einen magischen Ansatz finden, mit dem sie die Stabilität in den Griff zu bekommen“, sagt Green.
Auch Welmoed Veurman, Wissenschaftlerin im Team von Andreas Hinsch am Fraunhofer ISE, sieht es positiv. „Wir sind in erster Linie daran interessiert, Herstellungsverfahren zu entwickeln, mit denen die Zellen in größerem Maßstab produziert werden könnten“, erklärt sie. Dabei sei es eine sehr gute Voraussetzung, dass die Perowskitzellen mit Lösungen prozessierbar seien. Eventuell sei sogar ein Siebdruck der Zellen möglich. Bei vielen anderen Technologien sind dagegen aufwendige Prozesse nötig, die nur im luftleeren Raum funktionieren.
Martin Green denkt schon weiter. Danach ist die Perspektive nicht unbedingt, Siliziumzellen zu ersetzen, sondern zu verbessern. Das theoretische Wirkungsgrad-Limit für Siliziumsolarzellen aus nur einer aktiven Schicht liegt bei rund 29 Prozent. Mit zwei aktiven Halbleiterschichten mit unterschiedlichen Bandlücken lassen sich schon 42,5 Prozent erreichen. „Die Perowskite eignen sich gut für Tandemzellen zusammen mit Siliziumwafern“, sagt er. Gesetzt den Fall, die anderen Probleme werden gelöst. (Michael Fuhs)

Aufbau und Funktionsweise

 
Schema einer Perowskitzelle. In der derzeitigen Rekordzelle füllt der Perowskit die Poren des Titandioxids aus. Das funktioniert, weil das Material leitet. Bei den ersten Versuchen zogen sich die Perowskite nur wie eine dünne monomolekulare Haut über die porösen Titandioxidstrukturen, so wie sonst der Farbstoff in den DSC-Zellen. Wenn Licht auf den Perowskit trifft, entsteht ein freies Elektron und ein Loch. Elektron und Loch werden zu den entsprechenden Elektroden transferiert, so dass zwischen den Elektroden eine Spannung entsteht. Quelle: Michael Grätzel)


Farbstoffzellen, oder auf Englisch „dye-sensitized cells“ (DSC), bestehen zum Beispiel aus einer porösen Schicht von kleinenTitandioxid-Partikeln, auf die eine Schicht aus Farbstoffmolekülen aufgetragen wird. Diese Schicht ist monomolekular, sie ist also nur ein Molekül dünn. Trifft ein Photon auf den Farbstoff, wird ein Elektron auf das Titandioxid transferiert. Die Zelle kann nur funktionieren, weil das Titandioxid eine elektronenselektive Elektrode ist und dadurch nur negative Ladungen vom Farbstoff aufnimmt. Ein Elektrolyt, das ist eine leitfähige Lösung, liefert die Elektronen an den Farbstoff nach, so dass der Stromkreis geschlossen werden kann.
In den Festkörper-Farbstoffzellen, die Michael Grätzel 1998 vorgestellt hat, wird der flüssige Elektrolyt durch einen Festkörper ersetzt, den sogenannten Lochleiter. Er ist das Gegenstück zum Titandioxid, ebenfalls ein selektiver Kontakt, der allerdings nicht Elektronen aufnimmt, sondern Löcher. Das sind die positiven Ladungen.
In gewissem Sinne entspricht das Titandioxid dem n-Leiter der Siliziumsolarzelle und der Lochleiter dem p-Leiter. Das Funktionsprinzip einer Farbstoffzelle, deren Farbstoff nicht leitet, unterscheidet sich zwar fundamental von dem der Silizium-Halbleiterzellen, wo die Ladungsträgertrennung nicht durch Elektronentransfer, sondern durch Diffusionsprozesse an dem p-n-Übergang im Halbleiter stattfindet. Aber in beiden Zelltypen kommt es darauf an, die durch das Licht angeregten Elektronen von den gleichzeitig entstehenden Löchern zu trennen.
Bis zum Jahr 2012 dachten die Forscher, zur Trennung der Ladungen sei es bei den Perowskitzellen wie bei Farbstoffzellen nötig, das Material zwischen einem Lochleiter und einem elektronensensitiven Kontakt wie dem Titandioxid einzufassen. Doch dann wurde klar, dass es im Prinzip auch ohne den Lochleiter geht, weil der Perowskit selbst ein Halbleiter ist und diese Aufgabe übernehmen kann. Allerdings werden die Zellen mit besonders hohem Wirkungsgrad immer noch mit dem Lochleiter hergestellt.

Montag, 27. Oktober 2014

Deutlich weniger Photovoltaik-Arbeitsplätze in Deutschland

24. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der rückläufige Photovoltaik-Markt in Deutschland hat nicht nur Arbeitsplätze in der Solarindustrie gekostet. Auch bei Installations- und Handwerksbetrieben, besonders in Mittel- und Süddeutschland, gibt es deutlich weniger Beschäftigte im Solarbereich. Die Gesamtzahl sank von 2012 auf 2013 um 40 Prozent auf 68.500.

Die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) hat einen engen Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland und Beschäftigungseffekten in den Bundesländern nachgewiesen. Der stark reduzierte Photovoltaik-Zubau in Deutschland in den vergangenen Monaten habe nicht nur dazu geführt, dass in der Solarindustrie viele Arbeitsplätze verloren gegangen seien. Auch bei Installations- und Handwerksbetrieben, insbesondere in Länder im Süden und in der Mitte Deutschlands, seien deutliche Beschäftigungsrückgänge zu verzeichnen, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) auf Basis der GWS-Studie. Dafür seien aber andererseits in der Windbranche viele neue Jobs, besonders in Norddeutschland, entstanden. 2013 seien insgesamt rund 371.000 Menschen direkt oder indirekt in der Erneuerbaren-Energien-Branche beschäftigt gewesen. Die meisten Jobs mit 61.000 habe es dabei in Bayern gegeben. 2012 seien es noch rund 400.000 Arbeitsplätze in der Branche gewesen.

Insgesamt betrachtet hätten die meisten Bundesländer das Beschäftigungsniveau von 2012 nicht halten können. „Dieser Rückgang liegt vor allem an der Entwicklung in der Solarbranche - hier sind die Jobzahlen von rund 114.000 Beschäftigten 2012 um fast 40 Prozent auf 68.500 im Jahr 2013 zurückgegangen“, teilt die AEE mit. Diese Entwicklung treffe insbesondere Länder, die zuvor eine starke Solarindustrie hatten oder in denen Neuinstallationen von Photovoltaik-Anlagen zuletzt eine große Bedeutung aufwiesen. Vor allem Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Schleswig-Holstein oder Niedersachsen verzeichneten deutliche Einbußen bei Photovoltaik-Jobs im Jahr 2013. In den Nordländern sei dies durch neue Arbeitsplätze in der Windbrache, die insgesamt von 122.000 auf 138.000 stiegen, kompensiert worden. Die Jobs im Bereich Bioenergie seien weitgehend konstant geblieben, hätten sich allerdings regional etwas verlagert. „Da Erneuerbare Energien dezentral installiert werden müssen, haben sie eine hohe Arbeitsplatzwirkung in den Regionen. Um diesen Effekt nutzbar zu machen, muss jedoch der Ausbau in allen Regionen Deutschlands kontinuierlich weitergehen“, sagt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer.
  Grafik: AEE

Wie groß die Bedeutung von Erneuerbaren als Jobmotor ist, zeigt sich an der Aussage von GWS-Studienautor Philip Ulrich: „Bezogen auf die gesamte Beschäftigung, entfällt schon knapp jeder 100. Arbeitsplatz direkt oder indirekt auf die EE-Branche. In Sachsen-Anhalt trifft dies sogar auf jeden 37. und in Mecklenburg-Vorpommern auf jeden 43. Beschäftigten zu.“ Die Erneuerbaren bieten damit erhebliche ökonomische Chancen, gerade in strukturschwachen Regionen. „Eine engagierte Energiewende führt neben Klimaschutz und Versorgungs-sicherheit auch zu neuen Jobs. Dafür muss der Ausbau Erneuerbarer Energien aber unterstützt und nicht gebremst werden“, sagt Vohrer mit Blick auf die Ergebnisse der Studie. (Sandra Enkhardt)

Energy Lab 2.0 soll Energiewende beschleunigen

24. Oktober 2014 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Mit einer intelligenten Plattform will das Karlsruher Institut für Technologie das Zusammenspiel der Komponenten künftiger Energiesysteme erforschen. Das Projekt Energy Lab 2.0 ist am Freitag mit einer Investitionssumme von 22 Millionen Euro gestartet.

Energy Lab 2.0 heißt die Plattform, mit deren Hilfe das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Zusammenspiel der Komponenten künftiger Energiesysteme erforschen will. Partner in dem Projekt, das am Freitag mit einer Investitionssumme von 22 Millionen Euro gestartet ist, sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Forschungszentrum Jülich (FZJ); Förderer sind Bund und Land. Die intelligente Plattform ist ein Anlagenverbund, der elektrische, thermische und chemische Energieströme sowie neue Informations- und Kommunikationstechnologien miteinander verknüpft. Das erlaubt es den Forschern, neue Ansätze zur Stabilisierung der Energienetze realitätsnah zu erproben. Daher soll das Energy Lab 2.0 die Energiewende beschleunigen, besonders die Integration erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung.
„Um die Energiewende in Deutschland voranzutreiben, gehören erneuerbare Energien, Energiespeicher und Netztechnologien zu unseren klaren Prioritäten“, sagt KIT-Präsident Holger Hanselka, der gleichzeitig Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft für den Forschungsbereich Energie ist. Energie aus fluktuierenden erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind in das Netz zu integrieren und dabei die erforderliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sei eine der großen Herausforderungen. „Die Ergebnisse, die wir aus dem Energy Lab 2.0 gewinnen, werden wichtige Anhaltspunkte für die Gestaltung künftiger Energienetze in Deutschland liefern.“
Im Energy Lab 2.0 entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Werkzeuge und Ansätze zur Netzstabilisierung zunächst im Modell. Die Validierung erfolgt anschließend auf der Ebene des Anlagenverbundes. Auf Basis der Ergebnisse können im dritten Schritt reale Energiesysteme simuliert und beispielsweise unter dem Blickwinkel der Netzstabilität analysiert werden.
Das Projekt ist eingebettet in die Gesamtstrategie der Helmholtz-Gemeinschaft zum Thema Energie. Für das Energy Lab 2.0 werden die Partner bis 2018 ein Simulations- und Kontrollzentrum und einen energietechnischen Anlagenverbund am KIT-Campus Nord, ein Elektrolyse-Testzentrum am Forschungszentrum Jülich und eine Testanlage zur Erprobung von Power-to-Heat-Konzepten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart errichten.
   Foto: KIT
Der Anlagenverbund soll charakteristische Komponenten zur Strom-, Wärme- und Synthesegaserzeugung mit verschiedenen Energiespeichertechnologien und Verbrauchern verknüpfen. Dazu werden vorhandene große Versuchseinrichtungen am KIT in das Energy Lab 2.0 integriert: der Solarstrom-Speicher-Park, die bioliq-Pilotanlage und ausgewählte Energieverbraucher am KIT-Campus Nord. Elektrische, elektrochemische und chemische Speicher sowie eine last- und brennstoffflexible Gasturbine mit Generator werden als neu zu schaffende Komponenten den Anlagenverbund ergänzen. Ein Simulations- und Kontrollzentrum am KIT verknüpft alle Komponenten des Anlagenverbundes am KIT und der Partner über Informations- und Kommunikationstechnologien zu einem intelligenten Gesamtsystem („Smart Energy System“). 
In der Kombination ist diese Infrastruktur laut KIT-Pressemitteilung die erste ihrer Art in Europa. Langfristig lassen sich zusätzlich externe Versuchsanlagen und – in Kooperationen mit der Industrie – auch große externe Komponenten des Energiesystems wie Windparks, Geothermieanlagen, konventionelle Kraftwerke und große industrielle Verbraucher in das Energy Lab 2.0 einbinden.
Von der gesamten Investitionssumme mit 22 Millionen Euro werden 16,75 Millionen Euro am KIT investiert. Die Helmholtz-Gemeinschaft bringt insgesamt 15 Millionen Euro in das Energy Lab 2.0 ein. Mit drei Millionen Euro fördert das Land Baden-Württemberg das Energy Lab 2.0. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt mit zusätzlichen 2,5 Millionen Euro, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 1,5 Millionen Euro. Das Energy Lab 2.0 ist für einen Betrieb über 20 Jahre ausgelegt. (Petra Hannen)

EU profitiert von globaler Photovoltaik-Wertschöpfung

24. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Obwohl in der EU weite Teile der Zell- und Modulproduktion zugunsten asiatischer Produzenten verloren gegangen sind, verbleiben dennoch 73 Prozent der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfung bei europäischen Akteuren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Ernst & Young.

Die Chancen und Risiken der Klimaschutz-Industrien in Europa hat Ernst & Young im Auftrag der European Climate Foundation untersucht. Im Zentrum des Berichts „Europe’s Low Carbon Industries: A Health Check“ stehen unter anderem die Photovoltaik und Speichertechnologien. Grundsätzlich attestiert Ernst & Young den Cleantech-Industrien in der EU einen Wettbewerbsvorteil, der in Forschung und Entwicklung, in Innovationen, in effizienten Produktionsprozessen sowie in der hohen Qualifizierung des Personals liege. Gezielte Industriepolitik und das Setzen von Standards zur Integration der technologischen Lösungen in das bestehende System der Energieversorgung seien die Voraussetzungen, um das in Europa vorhandene Potential nutzbar zu machen. „Da neue Anbieter in die Märkte eintreten, wird sich das ‚Window of Opportunity‘ in den nächsten Jahren schließen. Stabile langfristige Politikziele sind notwendig, um ein hinreichend attraktives Marktumfeld für die Weiterentwicklung von umwelt- und energieeffizienten Technologien sowie den Aufbau von Erzeugungskapazitäten zu gewährleisten“, so Ernst & Young.
Für alle untersuchten Marktsegmente prognostiziert die Studie bis 2020 ein globales Marktvolumen von jeweils 100 Milliarden Euro. Bislang entfällt auf EU-Unternehmen ein großer Teil dieses Marktpotenzials: „Obwohl im Photovoltaikbereich weite Teile der Zell- und Modulproduktion zugunsten asiatischer Produzenten verloren gegangen sind, verbleibt dennoch ein Anteil von 73 Prozent der gesamten Wertschöpfung bei europäischen Akteuren – dies in bestimmten Produktionsbereichen, durch die Integration sowie den Entwicklungs- und Servicebereich.“ Europa sei ein wichtiger Produktionsstandort für Silizium, Photovoltaik-Materialien und -Equipment. In Kombination mit den grundsätzlichen Wettbewerbsvorteilen von EU-Firmen könne sich die Branche in Europa auch langfristig einen festen Platz in der Photovoltaik-Wertschöpfungskette sichern.
Zum Thema Stromspeicher schreibt Ernst & Young, diese seien vor allem für die Integration von erneuerbaren Energien essentiell. In den vergangenen Jahren seien in Europa die Forschung intensiviert und so ein Wettbewerbsvorteil erzielt worden. Vor allem Projekte in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien hätten die EU zu einem wichtigen Akteur auf dem internationalen Energiespeichermarkt gemacht. Allerdings müsse die EU ihre Politik harmonisieren und einen Rahmen für die Entwicklung innovativer Energiespeichersysteme schaffen. Im Bereich Smart Grid hingegen seien in anderen Regionen der Welt – USA, China – deutlichere Entwicklungsfortschritte erzielt worden, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Die europäische Industrie könne aber bei einer Stärkung des Heimatmarktes ihr Potenzial entfalten. (Petra Hannen)

EU-Staaten legen Klimaziele bis 2030 fest

24. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Ein insgesamt wenig ambitioniertes Klimapaket ist das Ergebnis stundenlanger Verhandlungen beim EU-Gipfel in Brüssel. Der Anteil erneuerbarer Energien soll lediglich auf 27 Prozent steigen.

Die ersten Klimaziele der EU stammen aus dem Jahr 2008. Die eingängige Formel 20-20-20 beschrieb damals die Ziele für 2020: 20 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen, 20 Prozent Energie aus Photovoltaik und anderen Erneuerbaren, 20 Prozent weniger Energieverbrauch. Die neue Zielformel für 2030 lautet 40-27-vielleicht 27: Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 soll im Vergleich zu 1990 verbindlich um mindestens 40 Prozent sinken. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll verbindlich auf mindestens 27 Prozent steigen. Als Ziel für das Energiesparen werden auf Druck Großbritanniens und Polens 27 statt der bisher geplanten 30 Prozent angestrebt, dabei handelt es sich aber nur um einen nicht bindenden Richtwert.
„Das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 27 Prozent auszubauen, ist zu gering, um das volle Potenzial der Photovoltaik auszuschöpfen“, sagt Frauke Thies vom europäischen Photovoltaik-Industrieverband EPIA. Die Klimaziele enthielten jedoch ein wichtiges Signal für weitere Investitionen in die Photovoltaik. Nun sei es Aufgabe der Europäischen Kommission, für einen tragfähigen Rechtsrahmen und faire Marktbedingungen für erneuerbare Energien zu sorgen. Technologien wie die Photovoltaik müssten die Möglichkeit bekommen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und so Europa auf dem Weg zur dringend notwendigen Energiewende auf Kurs zu halten.
„Die EU hat das Ziel aufgegeben, den Klimawandel einzudämmen“, kommentiert Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die in der Nacht zum Freitag gefassten Beschlüsse. „Das ist der erste Sargnagel für das internationale Klimaabkommen, das nächstes Jahr in Paris verabschiedet werden soll. Wenn Europa seinen Teil zur Reduktion der Treibhausgase nicht beiträgt, haben es andere Länder leicht, sich auch aus der Verantwortung zu stehlen.“ Anstatt für eine drastische Reduktion der Emissionen, einen vehementen Ausbau der erneuerbaren Energien und deutliche Maßnahmen zur Energieeinsparung zu votieren, hätten sich die Staats- und Regierungschefs für eine weitere Epoche fossiler Energien und klimaschädlicher Emissionen entschieden. Die schwachen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz werden nach Einschätzung des BUND grüne Wachstumsmärkte beschränken und Entwicklungen Richtung mehr Energieeinsparung blockieren.
Auch die stellvertretende Grünen-Fraktionschefin im Europaparlament, Ska Keller, hält die Ergebnisse des EU-Gipfels zur Energiepolitik für „bei Weitem nicht ausreichend“. Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, sei mehr nötig. „Was der Gipfel da beschlossen hat, ist eher ein Rückschritt in der europäischen Klimapolitik. Ambition ist etwas ganz anders." Kritik übt Keller auch am Zuschnitt der neuen EU-Kommission. Nachhaltigkeit und Umwelt seien nicht in einem Ressort zusammengefasst worden. „Dagegen haben wir Herrn Canete, der für Klima und Energie zuständig ist, der aus der Ölindustrie kommt, Aktien in einem ganz anderen Bereich und von Klimaschutz überhaupt keine Ahnung hat.“
Die EU bezeichnet ihr Klimapaket als das ehrgeizigste der Welt. Und aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Europa mit dem Kompromiss ein entscheidender Spieler. Probleme oder Belastungen für Deutschland seien mit den Beschlüssen nicht verbunden. „Unsere nationalen Ziele sind ja weit strenger, und insofern brauchen wir uns nicht weiter aufzuregen darüber, was Europa uns jetzt zuteilt. Wir werden damit klarkommen.“ Deutschland werde beim Anteil der erneuerbaren Energien „definitiv mehr machen“, das Land liege ja jetzt schon bei 25 Prozent. Eine europäische Klima-Einigung galt als Voraussetzung für einen Erfolg des Weltklimagipfels Ende 2015 in Paris. (Petra Hannen)

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Freitag, 24. Oktober 2014

Studie: Photovoltaik für günstige Stromversorgung unverzichtbar

23. Oktober 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Strom aus Photovoltaik- und Gaskraftwerken stellt für Bayern die umweltfreundlichste und dauerhaft günstigste Form der Energieversorgung dar. Das zeigt eine Prognos-Studie.

Bis zum Jahr 2022 werden in Bayern Atomkraftwerke mit über 5000 Megawatt Leistung stillgelegt, weitere 1200 Megawatt an anderen konventionellen Erzeugungskapazitäten fallen bereits bis 2016 weg. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur halbiert sich damit in Bayern der konventionelle Kraftwerksbestand bis zum Jahr 2022, denn ein nennenswerter Zubau ist derzeit nicht geplant. Das Marktforschungsinstitut Prognos zeigt in einer Studie, dass Freiflächen-Solarkraftwerke diesen Wegfall teilweise kompensieren können und zudem für eine kostengünstige Energieversorgung in Bayern notwendig sind.
„In der aktuellen Diskussion um die Weiterentwicklung der Energiewende und die damit verbundene Debatte über die Notwendigkeit der großen Netztrassen müssen die Themen der Versorgungssicherheit und der Kostenoptimierung oberste Prämisse für das Energiekonzept der bayerischen Staatsregierung sein“, sagt Belectric-Pressereferent Florian Ditter. Dieses Konzept wolle Ministerin Ilse Aigner am heutigen Donnerstag dem Landtag präsentieren. Wie die Prognos-Studie zeigt, könnten Freiflächen-Solarkraftwerke darin eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. „Freiflächen-Solarkraftwerke sind bereits heute eine der günstigsten Formen von erneuerbaren Energien in Süddeutschland, in Süd-Bayern die günstigste“, heißt es in der Studie. Langfristig seien Freiflächen-Solarkraftwerke auch günstiger als alle konventionellen Energien in Süddeutschland. Sollte der Markt in Deutschland aufgrund struktureller Netzengpässe in Preiszonen zerfallen, könnten weitere Photovoltaik-Kraftwerke das Angebot erhöhen und somit zu günstigeren Strompreisen führen.
Eine strukturelle und volkswirtschaftlich wenig sinnvolle Übereinspeisung von Solarstrom in Süddeutschland sei in den kommenden zehn Jahren bei einer entsprechenden Anlagenauslegung nicht zu erwarten, so Prognos weiter. Das neue energiewirtschaftliche Gesamtkonzept der Interessenvereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) rechne mit einem weiteren Ausbau der Photovoltaik von rund zehn Gigawatt. Selbst wenn dieser Ausbau allein durch Freiflächen-Solarkraftwerke realisiert würde, so die Prognos-Studie, seien ausreichend Flächen verfügbar: Zehn Gigawatt Freiflächen-Solarkraftwerke würden 10.000 Hektar Land benötigen, das entspreche rund 0,3 Prozent der derzeitigen landwirtschaftlich genutzten Flächen in Bayern. Ergänzend zu den wetterabhängigen erneuerbaren Energien seien schnell regelbare Gaskraftwerke sinnvoll für Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Die Gaskraftwerke garantieren demnach die notwendige Kapazität für den Industriestandort Bayern, Freiflächen-Solarkraftwerke reduzieren den relativ teuren Brennstoffimport. (Petra Hannen)

BDEW: Erneuerbare deckten 28 Prozent des Stromverbrauchs

23. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft waren in den ersten neun Monates dieses Jahres Strom- und Gasverbrauch rückläufig. Der benötigte Strom kam zu 28 Prozent aus erneuerbaren Quellen.

Temperatur und Konjunktur haben den Strom- und Gasverbrauch in Deutschland sinken lassen. Das meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Erdgasverbrauch betrug demnach in den ersten neun Monaten dieses Jahres 579 Milliarden Kilowattstunden; im Vergleichszeitraum 2013 waren es 710 Milliarden Kilowattstunden. Grund für den gesunkenen Verbrauch ist laut BDEW in erster Linie die deutlich wärmere Witterung, insbesondere im Vergleich zum kalten ersten Halbjahr 2013. Daher sei der Einsatz von Erdgas zu Heizzwecken gesunken. Verstärkt habe diese Entwicklung der Produktionsrückgang in der chemischen Grundstoffindustrie. Außerdem sei auch der Einsatz von Erdgas in der Stromerzeugung erneut stark zurückgegangen. Grund dafür ist laut BDEW, dass ein wirtschaftlicher Betrieb konventioneller Kraftwerke vor dem Hintergrund eines wachsenden Anteils erneuerbarer Energien oftmals nicht mehr möglich sei.
Der Stromverbrauch hat sich den BDEW-Schätzungen zufolge im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres von 412 auf 396 Milliarden Kilowattstunden verringert. Hauptgründe seien die schwache Konjunktur energieintensiver Industrien und die im Vergleich zu 2013 insgesamt mildere Witterung, außerdem Sparmaßnahmen bei den Verbrauchern sowie Effizienzsteigerungen. Gleichzeitig hätten der weitere Zubau und die günstigen Witterungsbedingungen die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ansteigen. Diese hätten in den ersten neun Monaten dieses Jahres den Stromverbrauch Deutschlands zu 28 Prozent gedeckt. Angaben zum Anteil der Photovoltaik dabei konnte der BDEW auf Anfrage von pv magazine zunächst aber nicht machen. (Petra Hannen)

Solarworld erhält vier Millionen US-Dollar Forschungsgelder

23. Oktober 2014 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Das US-amerikanische Energieministerium fördert Solarworlds Forschungen im Bereich monokristalliner Silizium-Solarzellen mit vier Millionen US-Dollar. Das teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit.

Eine bahnbrechende neue Kristallisierungs-Technologie für effizientere und billigere Solarzellen aus monokristallinem Silizium – so beschreibt Solarworld das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, für das die US-Tochter des deutschen Photovoltaik-Konzerns sich gerade vier Millionen US-Dollar Fördermittel gesichert hat. Das Geld stammt aus der „SunShot Initiative“ des US-Energieministeriums. Wie Solarworld mitteilt, soll die unternehmenseigene Entwicklung die Produktionskosten für monokristalline Siliziumzellen drastisch senken und gleichzeitig deren Wirkungsgrad erhöhen.
Das Photovoltaik-Unternehmen produziert in seiner Fabrik im US-amerikanischen Hillsboro PERC-Module und konnte mit dieser Technologie die Leistung seiner 60-Zellen-Module bislang bereits von 265 auf 280 Watt steigern. In Hillsboro laufen ebenfalls die jetzt vom US-Energieministerium geförderten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, in die auch Forschungsergebnisse aus Deutschland einfließen sollen. Ziel sei ein neuer Meilenstein: ein serienreifes Photovoltaik-Modul mit mindestens 300 Watt Leistung. (Petra Hannen)

Astronergy verzeichnet positive Entwicklung

23. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Gut neun Monate nach der Übernahme des Conergy-Werkes in Frankfurt (Oder) schreibt die zur chinesischen Chint-Gruppe gehörende Astronergy Solarmodule GmbH erstmals schwarze Zahlen. Die Produktion soll weiter ausgebaut werden.

Ende Dezember 2013 hat die chinesische Chint-Gruppe das insolvente Conergy-Werk in Frankfurt (Oder) übernommen. Jetzt verzeichnet Konzerntochter Astronergy Solarmodule erstmals schwarze Zahlen. Der September sei der erste Monat „mit einer besseren schwarzen Null gewesen“, sagte Geschäftsführer Thomas Volz der Märkischen Oderzeitung (Onlineausgabe). Der Trend für Oktober und November zeige weiter nach oben. „Die Auftragsbücher waren von Anfang an gut gefüllt“, sagte Volz dem Blatt, doch es habe unter anderem wegen veralteter Maschinen und einer zu teuren Beschaffung von Produkten Startschwierigkeiten gegeben. Zurzeit, so Volz weiter, stelle Astronergy auf drei von fünf möglichen Produktionslinien Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 180 Megawatt her. Von November bis März wolle das Unternehmen auf vier Linien produzieren. Die feste Mitarbeiterzahl für das Werk solle bei etwa 210 bestehen bleiben; weiterer Bedarf werde mit Zeitarbeitern gedeckt.
Im Juni hatte Astronergy die vierte Fertigungslinie offiziell in Betrieb genommen. Dabei waren sowohl Cunhui Nan, Vorstandschef der Chint-Gruppe, als auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zugegen. Vor der Übernahme hatte Conergy das Werk mit einer Gesamtkapazität von 300 Megawatt betrieben. Teil des Kaufs war neben den Assets auch die Marke „Conergy“. (Petra Hannen)

REC Solar mit weniger Umsatz und Gewinn im dritten Quartal

23. Oktober 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der Photovoltaik-Hersteller konnte wegen der schwächeren Nachfrage in Europa weniger absetzen. Dennoch konnte REC Solar in den vergangenen Monaten mehrere langfristige Lieferverträge für den US-Markt abschließen.

REC Solar ASA hat seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt. Der Umsatz des Photovoltaik-Herstellers ist demnach um 15 Prozent auf 149 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorquartal gesunken. Er lag auch leicht unter dem Ergebnis des dritten Quartals 2013. Noch stärker als der Umsatz ist das EBITDA-Ergebnis zurückgegangen, wie aus der Veröffentlichung hervorgeht. Es lag bei 15 Millionen US-Dollar und damit 29 Prozent unter dem des Vorquartals, allerdings deutlich über dem Abschluss des 3. Quartals 2013. „RECs drittes Quartal 2014 war beeinflusst von einem saisonalen Rückgang in Europa, leicht schlechteren Marktbedingungen in Japan und großen Aktivitäten auf dem US-Markt“, erklärte Vorstandschef Martin Cooper. Mit seiner neuen Modulserie sei REC Solar dabei sehr erfolgreich in den USA. Es seien bereits mit verschiedenen großen Photovoltaik-Anbietern vor Ort Verträge geschlossen worden, darunter mit Recurrent Energy, Solarcity und Sunrun.

Derzeit laufe der Ausbau der Modulfertigung im Werk in Singapur nach Plan. Bis zum Jahresende solle die Modulkapazität auf rund 1 Gigawatt gesteigert sein. Bis Ende 2015 ist ein weiteren Ausbau der integrierten Fertigung geplant. REC Solar habe dabei weiterhin die Senkung seiner Herstellungskosten fest im Blick. Gegenüber dem zweiten Quartal seien sie um einen weiteren US-Dollarcent je Wattpeak gesenkt worden. Der Verkaufspreis für Module von REC habe sich im dritten Quartal um 2,2 Prozent verringert. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Solarmodule weltweit sei vom zweiten auf das dritte Quartal sogar um 4,6 Prozent gefallen. Dabei hätten neben Wechselkursen auch die anhaltenden Photovoltaik-Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China einen Einfluss auf die Preisbildung und den Anbietermarkt, heißt es bei REC Solar weiter.

Der Hersteller setzt große Hoffnungen in den US-Photovoltaik-Markt. Im dritten Quartal habe der Absatz von REC-Solarmodulen dort bei 34 Megawatt gelegen. Dies solle sich in der Zukunft deutlich steigern. So habe das Unternehmen mit Sunrun einen Liefervertrag über 50 Megawatt, mit Solarcity über 220 Megawatt und zuletzt noch mit Recurrent Energy über 300 Megawatt geschlossen. Diesen gab REC Solar ebenfalls am Donnerstag bekannt. Es sei vorgesehen, dass der Hersteller Module seiner Peak Energy 72 Serie zu einem festen Preis zwischen dem ersten Quartal 2015 und dem zweiten Quartal 2016 liefere. Hinzu kämen weitere Verträge, so dass REC in den kommenden Monaten Solarmodule mit rund 685 Megawatt in die USA liefern werde, davon rund 530 Megawatt im kommenden Jahr.
Für das vierte Quartal erwartet der Hersteller zudem nochmals eine höhere Nachfrage aus Großbritannien. Insgesamt habe REC Solar im dritten Quartal 112 Megawatt in Europa abgesetzt, wobei vor allem Großbritannien und Deutschland die wichtigsten Märkte gewesen seien. Im 4. Quartal rechne REC Solar mit einem 40 Prozent höheren Absatz in Europa. In Japan habe vor allem der gestiegene Wettbewerb sowie unvorteilhafte Wechselkurse das Geschäft beeinflusst. REC wolle sich in Japan künftig stärker auf das Geschäft mit privaten und gewerblichen Dachanlagen in Japan konzentrieren, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)