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Freitag, 28. November 2014

Es lohnt sich zu kämpfen

Der Bau von Photovoltaikanlagen lohnt sich immer noch!!!


Forum Solarpraxis: Was bleibt, was kommt

27. November 2014 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Mehr als 600 Teilnehmer diskutieren auch in diesem Jahr wieder in Berlin auf dem Branchentreffen. Mittlerweile sind die Themen aber nicht mehr nur auf Photovoltaik beschränkt. Dass der deutsche Photovoltaik-Markt in diesem Jahr eine weitere Halbierung beim Zubau verkraften muss und im Oktober mit gerade einmal 75 Megawatt neu installierte Leistung einen neuen Tiefpunkt érreicht, geht auch an den Solarunternehmen nicht spurlos vorbei. Sie blicken dennoch auch mit Zuversicht in die Zukunft.

Wie sieht der Photovoltaik-Markt der Zukunft aus und wie schaffen wir die Energiewende in Deutschland. Diese Themen waren zentral zur Eröffnung des 15. Forum Solarpraxis in Berlin am Donnerstag. Solarpraxis-Vorstandschef Karl-Heinz Remmers wies in seiner Rede daraufhin, dass es mittlerweile um weit mehr als um die Installation von Photovoltaik-Anlagen geht. Auch neu Geschäftsmodelle, Elektromobiltät und Speicher seien Themen, die füt die Solarbranche immer mehr an Bedeutung gewännen. Dies spiegele sich auch im Programm der Veranstaltung wieder, in dem mittlerweile auch Stadtwerke und konventionelle Energieerzeuger einen Platz gefunden haben.

Die Solarindustrie in Deutschland hat es derzeit schwer. Für Oktober wird die Bundesnetzagentur wahrscheinlich nur Zubauzahlen von 75 Megawatt verkünden. Ein neuer Tiefpunkt in einem immer weiter rückläufigen Markt für neue Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Dafür ist auch die Politik mitverantwortlich, die mit jeder neuen EEG-Novelle die Gesetzeslage weiter verkompliziert. Auf dem Forum Solarpraxis sprach Karin Freier aus dem Bundeswirtschaftsministerium darauf Bezug. „Bei Photovoltaik sieht es in diesem Jahr nicht so gut aus.“ Voraussichtliche werde die neu installierte Photovoltaik-Leistung in diesem Jahr bei rund 1,8 Gigawatt liegen. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies eine weiter Halbierung; verglichen mit den Boomjahren 2010 bis 2012 eine Reduktion des Marktes auf ein Viertel. Dennoch betonte Freier, dass die Bundesregierung gezwungen sei, die Förderung für Erneuerbare bis 2017 komplett auf Ausschreibungen umzustellen. „An diesem Weg kommen wir nicht vorbei“, sagte sie mit Blick auf die Vorgaben der EU-Kommission in Brüssel. Voraussichtlich kurz vor Weihnachten werde das Bundeskabinett den Entwurf für Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächen verabschieden. Freier räumte ein, dass sich diese Erfahrungen dann aber schlecht auf Ausschreibungen für Wind onshore und offshore übertragen ließen. Daher werde es dazu im kommenden Jahr gesonderte Konsultationen geben.

Voraussichtlich im Februar könnten die Ausschreibungen für Photovoltaik-Anlagen beginnen. Nach den derzeitigen Plänen soll die Bundesnetzagentur drei Runden a 200 Megawatt ausschreiben. Zunächst werde das pay-as-bid-Verfahren zum Zuge kommen, später dann das uniform pricing-Modell. Freier betonte, dass die Eingangshürden extra niedrig gehalten worden seien, um auch weiterhin Bürgersolarparks zu ermöglichen. Ein Sorge, die auch das Bündnis Bürgerenergie umtreibt: Es fürchtet, dass mit den Ausschreibungen die Genossenschaften und Bürgerenergieverbände weit weniger zum Zug kommen werden. Dass die Energiewende in Deutschland aber nicht nur die Aufgabe von Konzernen ist, sondern auch von der Bevölkerung getragen werden sollte, darin bestand weitgehend Konsens.

Dabei muss es auch beim Klimaschutz künftig mehr Anstrengungen unternommen werden müsse geben, räumt auch Freier ein. Das Bundeskabinett werde am kommenden Mittwoch die Fortschrittsbericht zum Klimaschutz verabschieden. Die Regierung halte an ihrem 40-Prozent-CO2-Einsparungsziel bis 2020 fest. Sie werde es aber um mindestens fünf Prozent verfehlen. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin forderte indes eindringlich, die Kohlekraftwerke in Deutschland im Sinne einer erfolgreichen Energiewende zurückzufahren. Auch die immer wieder geschürten Ängste von der Deindustrialisierung Deutschlands wegen steigender Strompreise verwies sie ins Reich der Mythen. „Es gebe verschiedene Gründe, warum Unternehmen ihre Produktion aus Deutschland verlagern. Der wichtigste dürfte dabei die Lohnkosten sein“, sagte sie. Kemfert mahnte außerdem an, die Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage neu zu strukturieren. Mittlerweile wirkten sie sich erheblich auf die EEG-Gesamtkosten aus. Dabei gebe es auch Unternehmen die zunächst Energie verschwendeten, um anschließend in den Genuss einer reduzierten EEG-Umlage zu kommen.

Weitere Kostensenkungen im Photovoltaik-Bereich versprach Andreas Liebheit, Vorstandschef von Hereaus. Er ging kurz auf neue Technologien ein, wie etwa Perowskite oder organische, die dafür sorgten, dass auch künftig die Kosten weiter nach unten gingen. In den kommenden zwei Jahren seien 30 Prozent möglich. In den nächsten fünf Jahre könne sich der Modulpreis nochmals halbieren, so Liebheit. Auf der Veranstaltung in Berlin gibt es ein „Future PV Forum“, dort sollen Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht werden, um die Neuheiten Wirklichkeit werden zu lassen. „Viele Entwicklungen sind noch im Labor und es ist ein weiter Weg bis zur Serienreife“, sagte Liebheit. Aber in der Vergangenheit hat sich die Photovoltaik auch gern mal selbst überholt. (Sandra Enkhardt)

Joachim Goldbeck zum neuen BSW-Präsidenten gewählt

27. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Mitglieder des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) haben Joachim Goldbeck, Geschäftsführer von Goldbeck Solar, zum neuen Präsidenten gewählt. Der bisherige Präsident Günter Häckl macht als Schatzmeistr weiter.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat auf seiner Mitgliederversammlung am Mittwoch Joachim Goldbeck zum neuen Präsidenten gewählt. Der Geschäftsführer von Goldbeck Solar löst damit den amtierenden Präsidenten Günther Häckl ab. Häckl bleibt dem Vorstand nach zwei Jahren Präsidentschaft weiterhin als Schatzmeister erhalten.
Die 150 anwesenden Mitglieder des BSW-Solar bestätigten außerdem BSW-Vizepräsident Helmut Jäger (SOLVIS GmbH) in seinem Amt, genauso wie die Vorstandmitglieder Andreas von Zitzewitz (Hanwha Q-Cells), Milan Nitzschke (Solarworld) und Jörg Ebel (IBC Solar). Neu in den Vorstand gewählt wurden Günter Haug (Baywa r.e.), Inga Kröger (Juwi Energieprojekte), Moritz Ritter (Ritter Energie- und Umwelttechnik) sowie Herman Rens (Citrin Solar). (Mirco Sieg)

Sputnik Engineering meldet Insolvenz an

27. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Alle Alternativen sind geprüft worden. Nun bleibt nur der Weg zum Gericht. Der Geschäftsbetrieb von Sputnik Engineering ist bis auf weiteres unterbrochen.

Die Sputnik Engineering AG hat angekündigt, am Freitag in der Schweiz einen Insolvenzantrag stellen zu werden. Die Geschäftsführung habe alle möglichen Alternativen geprüft, aber keine Lösung gefunden, teilte der Wechselrichter-Hersteller mit. Die Mitarbeiter der Schweizer Muttergesellschaft seien am Morgen informiert worden. „Alle Dienstleistungen, inklusive Hotline, Auslieferungen, Monitoring, technischer Support , Austausch usw. sind ab sofort auf unbestimmte Zeit unterbrochen“, hieß es von Sputnik Engineering. Die Mitarbeiter hätten ihre Arbeit bis auf Weiteres eingestellt.

Solamax, dessen Muttergesellschaft Sputnik Engineering ist, sei das jüngste Opfer der rückläufigen Nachfrage in Europa, schreiben die Analysten von IHS. Der Hersteller sei noch 2008 der fünfgrößte der Welt gewesen, habe aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Marktanteilen verloren. Hinzu komme, dass der europäische Photovoltaik-Markt immer weiter zurückgehe – gerade wenn man die Umsätze der Hersteller anschaut. Im Wechselrichter-Segment sei er von 5,5 auf 1,9 Milliarden US-Dollar zwischen 2010 und 2013 gesunken. Auch für dieses Jahr prognostiziert IHS nochmals eine Reduktion um 25 Prozent. Auf den rückläufigen europäischen Markt habe Solarmax mit der Internationalisierung seines Geschäfts reagiert. So verkaufte der Hersteller seine Wechselrichter auch in den USA, traf dort aber auch starke Konkurrenz aus dem In- und Ausland, so die Analyse von IHS. Es sei zu erwarten, dass der Preisdruck in Europa weitergehe. IHS rechnet damit, dass in den kommenden fünf Jahren die Preise um jährlich fünf bis zehn Prozent zurückgehen werden, was den Wettbewerbsdruck für die europäischen Hersteller noch weiter erhöhen werde. (Sandra Enkhardt)

Greenpeace: Gabriel rechnet Klimaschutz schön

27. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Umweltorganisation hat eine Kurzstudie vorgelegt, die belegt, dass die zusätzlichen Reduktionen im Kraftwerksbereich nicht ausreichen, um das CO2-Emissionsziel zu erreichen. Greenpeace fordert erneut den Ausstieg aus der Kohleverstromung.


Greenpeace hat eine Studie von Ecofys vorgelegt, wonach Deutschland sein CO2-Einsparziel bis 2020 nicht erreichen wird.  Die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigten Maßnahmen im CO2-Sektor reichten nicht aus, um 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 gegenüber 1990  einzusparen. Karin Freier, Referentin im Wirtschaftsministerium, hatte auf dem Forum Solarpraxis eingestanden, dass das Ziel wohl um fünf Prozent verfehlt werden.  Sie betonte aber auch, dass die Bundesregierung am Ziel festhalte und zahlreiche Maßnahmen in der kommenden Woche im Fortschrittsbericht verabschieden werde. „Der Aktionsplan setzt gute Möglichkeiten schlecht um“, sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. „Vor allem die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke sparen nach Gabriels Plänen viel zu wenig CO2 ein.“

Im Kraftwerksbereich fordert Gabriel zusätzliche Einsparungen von 22 Millionen Tonnen CO2. Das sind gemessen am Gesamtausstoß von mehr als 300 Millionen Tonnen wenig. Nach den Berechnungen von Ecofys kann das nationale Ziel um bis zu 57 Millionen Tonnen verfehlt werden. „Weil Gabriel vor der mächtigen Kohlelobby kuscht, droht Deutschland sein eigenes Klimaziel noch immer krachend zu verfehlen“, so Smid weiter. Nach der Kurzstudie von Ecofys könnten bei den fossilen Kraftwerken aber bis zu 55 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Wenn es Deutschland ernst meine mit dem Klimaschutz, dann müsse „ein schrittweiser Kohleausstieg“ erfolgen. Greenpeace erneuerte seine Forderung an die Bundesregierung, bis 2030 aus der Braunkohle und bis zum Jahr 2040 aus der Kohleverstromung insgesamt auszusteigen. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 27. November 2014

Belectric und Vattenfall koppeln erstmals Batteriespeicher an großes Solarkraftwerk

26. November 2014 | Topnews, Speicher und Netze, Politik und Gesellschaft
Der erste Batterie-Großspeicher an einem großen Photovoltaik-Park soll den Betreiber auf Augenhöhe mit konventionellen Kraftwerken heben. Die Blei-Säure-Batterie soll erstmals Primärregelenergie am Hochspannungsnetz anbieten.

Bernhard Beck ist seinem Ziel einen Schritt näher gekommen. „Wir sind jetzt auf Augenhöhe mit konventionellen Kraftwerksbetreibern“, sagt der Geschäftsführer und Gründer von Belectric anlässlich der offiziellen Eröffnung der so genannten Energy Buffer Unit beim Solarkraftwerk Alt Daber. Der Batteriespeicher erlaubt es, die so genannte primäre Regelleistung einzuspeisen, und zwar in das 110 kV-Hochspannungs-Verteilnetz, an das auch das Solarkraftwerk angeschlossen ist. Das ist noch die Ausnahme, die meisten Photovoltaik-Kraftwerke sind an das Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz angeschlossen. „Es wird immer behauptet, Solarkraftwerke könnten das nicht. Wir zeigen jetzt das Gegenteil.“ Vattenfall, ebenfalls bei der Eröffnung anwesend, vermarktet die Regelleistung.

Beck sieht das als energiewirtschaftlichen Beitrag der Photovoltaik, die ihr zusätzlich eine Berechtigung verschafft, zügig ausgebaut zu werden. Es passt ins Portfolio, hat er doch schon in der Vergangenheit Solarkraftwerke mit Systemen ausgestattet, die nicht nur tagsüber, sondern auch nachts die im Netz nötige Blindleistung zur Verfügung stellen können.


Bernhard Beck, Geschäftsführer von Belectric. Foto: Belectric
Primärregelenergie dient dazu, schnelle Fluktuationen der Stromnachfrage oder des Stromangebots innerhalb weniger Sekunden auszugleichen und dadurch Spannung und Frequenz im Netz konstant zu halten. Sie wird unabhängig von dem Handel an der Strombörse abgerechnet und auf die Netzentgelte umgelegt (Siehe Glossar Energiemarkt von Energy Brainpool, pv magazine September 2014). Es geht bei dem neuen Speicher als nicht darum, Solarstrom vom Tag in die Nacht zu bringen.
Premium-Regelenergie aus den Batterien
Bernhard Beck betont, dass der Batteriespeicher jetzt nicht nur die Regelenergie zur Verfügung stellen kann, sondern mit einer Reaktionszeit unterhalb einer Sekunde schneller als die konventionellen Kraftwerke, die diese Aufgabe bisher alleine übernehmen. Das würde wiederum zusätzliche Kosten sparen. „Wenn Sie schnell auf Frequenzänderungen reagieren, müssen Sie insgesamt weniger Regelleistung vorhalten, als wenn Sie langsam reagierende Einheiten haben“, erklärt Beck. Daher ist er der Überzeugung, dass sich diese Batteriespeicher energiewirtschaftlich schon jetzt sinnvoll sind, vor allem weil bei zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien die schnellen Fluktuationen zunehmen würden.

Auch wenn im Prinzip sinnvoll, unter den derzeitigen Regulierungen allerdings lässt sich dieser jetzt gebaute Speicher laut Beck nur dadurch wirtschaftlich betreiben, dass er teilweise mit Fördergeldern finanziert wurde. „Damit er auch unter diesen Bedingungen wirtschaftlich ist, müssen die Kosten um rund ein Drittel sinken“, sagt Beck. Das könnte jedoch schon bald der Fall sein, schließlich war Alt Daber ein Pilotprojekt, wo Belectric "viel gelernt hat". Wenn die Bedingungen stimmen, dazu gehören zum Beispiel auch günstige Kosten für den Netzanschluss, könnten die nächsten Installationen jetzt durchaus schon durch Markterlöse finanzierbar sein. In Alt Daber gab es übrigens den Synergieeffekt, dass der Speicher den Hochspannungs-Netzanschluss mitnutzen kann.
Speicher sind derzeit allerdings auch in der Regulierung benachteiligt. Das Argument führen auch etwa die Betreiber von Pumpspeicherkraftwerken an. Die Betreiber werden nämlich als Verbraucher behandelt und müssen auf die elektrische Energie, die sie einspeichern, Umlagen und Abgaben zahlen. Wir der Speicher entladen, fallen diese Zahlungen nochmals an.

Derzeit diskutieren Experten viel darüber, wieviel Primärregelenergie nötig ist und wie diese bereitgestellt werden kann. Agora Energiewende hat in der Speicherstudie (und hier und hier) einige Szenarien untersucht, um zu analysieren, wann wieviel Speicherkapazität nötig ist. Den Primärregelenergiemarkt im Übertragungsnetz hat sie aber ausgelassen, da „es sich zum einen hierbei nur um eine geringe vorzuhaltende Leistung (circa 500 bis 600 Megawatt in Deutschland, drei Gigawatt in Europa)“ handele.

Bei dem Projekt in Alt Daber ist Vattenfall mit im Boot, das die Vermarktung der Regelenergie übernimmt. Das dürfte ja durchaus als Hinweis gewertet werden, dass auch der Netzbetreiber einen Markt für die Regelenergie aus dem Batteriespeicher sieht.

Energy Buffer Unit von Belectric mit einem Blei-Säure Batteriespeicher. Die Unit soll weltweit verkauft werden. Leistung: 800 Kilowatt, Kapazität 948 Kilowattstunden. Foto: Belectric
Auf der technischen Seite geht Belectric einen anderen weg als zum Beispiel die Wemag mit Younicos, die einen großen Lithium-Ionen Batteriespeicher, der nicht direkt an ein Solar- oder Windkraftwerk gekoppelt ist, zur Vermarktung von Primärregelenergie eröffnet haben (siehe auch Kommentar: Das Ende des Must-Run-Märchens).

Blei-Säure-Batterie mit hoher Betriebsspannung
Belectric setzt dagegen auf Blei-Säure-Akkus, weil das insgesamt günstiger sei. Auch sonst haben sie laut Bernhard Beck auf die Kosten optimiert und zum Beispiel eine mit 1500 Volt eine hohe Betriebsspannung für die Batterien gewählt, seines Wissens seien sie „auch da die ersten“. Die hohe Betriebsspannung erlaube, Leitungen und damit Kupfer einzusparen und die Zahl der Wechselrichter zu reduzieren. Die Speicherkosten würden sich bei der Verdoppelung der Betriebsspannung ungefähr halbieren. Der Batteriespeicher hat eine Einspeiseleistung von 800 Kilowatt und eine Kapazität von 948 Kilowattstunden. Das Kraftwerk Alt Daber hat eine Leistung von 68 Megawatt und ist 2011 an das Netz gegangen.

Belectric verkauft die Energy Buffer Unit jetzt auch einzeln. Sie wird in einem Container geliefert, ist cirka 36 Tonnen schwer und soll Käufer im In- und Ausland finden. (Michael Fuhs)

EU-Kommission: Industrie muss EEG-Beihilfen nicht zurückzahlen

26. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die milliardenschweren Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage hat die EU-Kommission nun endgültig für rechtmäßig erklärt. Die Unternehmen müssen sich nur auf minimale Rückzahlungen einstellen. Außerdem genehmigte Brüssel die EEG-Ausnahmeregelung für die Schienenbahnen.

Die energieintensiven Unternehmen müssen nur einen kleinen Teil ihrer Privilegien bei der EEG-Umlage zurückzahlen. Nach eingehender Prüfung habe die EU-Kommission entschieden, dass die gewährten Beihilfen im Einklang mit den EU-Beihilferichtlinien gestanden hätten. „Ein kleiner Teil der Befreiungen war jedoch höher als nach den EU-Beihilfevorschriften zulässig. Nun müssen die Empfänger die darüber hinausgehenden Beträge zurückzahlen, damit die Wettbewerbsverfälschung beseitigt wird. Die Rückforderung bezieht sich nur auf die Jahre 2013 und 2014“, teilte die Kommission mit, ohne allerdings einen konkreten Betrag zu nennen.

Zugleich genehmigte die EU-Kommission die in der Novelle von August vorgesehenen Ausnahmeregelungen für Schienenbahnen bei der EEG-Umlage. Sie stünden im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften und beschränkten sich auf den Ausgleich der Opportunitätskosten, die durch die Nutzung der Bahn statt weniger umweltfreundlicher Verkehrsmittel entstünden. Der Wettbewerb im Binnenmarkt werde durch diese Beihilfen nicht übermäßig verfälscht, so das Urteil aus Brüssel.

Die EU-Kommission hatte Mitte Dezember 2013 ein Beihilfeverfahren wegen der Industrieprivilegien im EEG gegen Deutschland eingeleitet. Im Zuge der EEG-Novelle verständigte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit Brüssel auf neue Richtlinien für die Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage. Kurz vor Inkrafttreten der EEG-Novelle hatte die EU-Kommission die Neuregelung der Teilbefreiungen bereits genehmigt. Nun folgte auch noch die Anerkennung der Ausnahmen für die Schienenbahnen. (Sandra Enkhardt)

Abakus Solar: Ausschreibungen werden deutschen Photovoltaik-Markt beleben

26. November 2014 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Projektierer hat in der Vergangenheit viele Solarparks realisiert. Die neuen Rahmenbedingungen werden dafür sorgen, dass Markt für Photovoltaik-Kraftwerke auch in Deutschland wieder in Schwung kommt. Davon geht zumindest der Vorstandschef von Abakus Solar aus.

Große Teile der Solarbranche warten derzeit auf den Entwurf für die Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Bei Abakus Solar ist man schon ziemlich sicher, dass es nur besser werden kann. Der Markt mit Photovoltaik-Kraftwerken in Deutschland ist in den vergangenen Monaten – wie der Zubau insgesamt – doch stark rückläufig gewesen. Das von der Bundesregierung für nächstes Jahr vorgesehene Ausschreibungsmodell für Photovoltaik-Großanlagen bildet nach Einschätzung des Unternehmens eine solide Basis, auch wieder im deutschen Markt schlüsselfertige Solarprojekte auf der Freifläche zu realisieren, wie es nun bei Abakus heißt. Daher plane das Unternehmen auch, im kommenden Jahr wieder Solarparks als Generalunternehmer in Deutschland umzusetzen. „Wir sind für die Anforderungen der Investoren optimal aufgestellt und können sowohl auf eine funktionierende Projektabwicklung als auch zahlreiche Referenzanlagen im In- und Ausland verweisen“, sagt Vorstandschef Roland Wigger.

Nach dem Ende des Photovoltaik-Booms in Deutschland hatte sich Abakus Solar stärker auf Projekte im Ausland konzentriert. So habe das Unternehmen Solarparks in Großbritannien und Portugal realisiert oder tue dies derzeit noch. Nun will man sich aber auch wieder stärker auf Deutschland konzentrieren. „Mit unserem aktuellen Setup sind wir für den deutschen Großanlagenmarkt und die Anforderungen der institutionellen Investoren gewappnet.“ so Wigger weiter. „Wir hoffen, dass der deutsche Solarmarkt im nächsten Jahr neu durchstartet und zahlreiche Projekte umgesetzt werden.“

Die erste Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wird es wohl Mitte 2015 geben. Derzeit findet sich der Gesetzentwurf noch in der Ressortabstimmung, sollte aber in Kürze veröffentlicht werden. Mit den Pilotausschreibungen will die Bundesregierung Erfahrungen sammeln, um die Förderung der Erneuerbaren insgesamt ab 2017 auf Ausschreibungen umstellen zu können. (Sandra Enkhardt)

Bayern führend im Länderranking zu Erneuerbaren

26. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Südländer haben aufgeholt. Bayern konnte Brandenburg nach drei Jahren in Folge als Spitzenreiter ablösen. Die Studie wird im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erstellt.

Alljährlich beleuchtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) den Stand der Energiewende in den 16 Bundesländern. Insgesamt werten die Wissenschaftler vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dafür 60 Indikatoren aus. In diesem Jahr ist demnach der Freistaat Bayern der neue Spitzenreiter, nachdem Brandenburg in den vergangenen drei Rankings jeweils vorn gelegen hat und nun auf Platz fünf abrutschte. Baden-Württemberg konnte sich auf den zweiten Platz verbessern, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Schlusslicht bleibt weiterhin Berlin, wie die AEE nun mitteilte.

Der 200-seitige Bericht der Wissenschaftler zeigt, dass die Gründe für den Erfolg der drei besten Bundesländer auf sehr unterschiedlichen Voraussetzungen beruhen. So könne Bayern auf einen ausgeprägten Ausbau regenerativer Energien verweisen, während Baden-Württemberg besonders günstige politische Rahmenbedingungen aufweise. Mecklenburg-Vorpommern habe dagegen seine Technologie- und Wirtschaftspolitik überaus fortschrittlich gestaltet, loben die Forscher in dem Bericht. Auch könnten weiter hinten platzierte Bundesländer durchaus Erfolge in einzelnen Kategorien aufweisen. . „Die detaillierte Analyse der Indikatoren zeigt, dass für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende verschiedene Kriterien erfüllt werden müssen, die über den reinen Ausbau der erneuerbaren Energien hinausgehen. Dazu müssen sowohl Forschung als auch Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen“, erklärte Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand des ZSW.

Der AEE-Geschäftsführer forderte ein weiteres Engagement der Bundesländer bei der Energiewende in Deutschland. In Deutschland gebe es noch große Potenziale in allen Regionen und für sämtliche Erneuerbare, die künftig genutzt werden müssten, so Vohrer. Die AEE beauftragt die Vergleichsstudie seit 2008. Sie wird alle zwei Jahre aktualisiert. (Sandra Enkhardt)

SMA erhält Berechtigung zum Net Metering in Chile

26. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Zwei Wechselrichter des Photovoltaik-Herstellers haben nun die entsprechende Genehmigung erhalten. SMA kann damit mit seinen Geräten am Net Metering-Stromvergütungsmodell teilnehmen.

Die SMA Solar Technology AG hat für zwei Wechselrichtermodelle die Genehmigung der „Superintendencia de Electricidad y Combustibles“ (SEC) in Chile erhalten. Sie seien damit berechtigt am Net Metering-Stromvergütungsmodell entsprechend Gesetz 20.571 teilzunehmen, teilte der Photovoltaik-Wechselrichter mit. Der SMA Sunny Boy TL und der SMA Sunny Tripower TL erfüllen die Anforderungen für Wechselrichter in Solaranlagen mit einer Kapazität von bis zu 100 Kilowatt. SMA ist nach eigenen Angaben der erste Wechselrichter-Hersteller der diese Berechtigung erhalten hat.

Im vergangenen Monat hatte die chilenische Regierung das Net-Metering-Programm veröffentlicht. Es legt feste Vergütungstarife für die Einspeisung von überschüssigem Strom aus privaten und kommerziellen Photovoltaik-Anlagen vor. Allerdings benötigen die Photovoltaik-Anlagen zur Teilnahme an dem Programm die Berechtigung der SEC. SMA ist selbst bereits sei 2012 mit einer Vertriebs- und Servicegesellschaft in Chile aktiv. Im Moment liefert der Hersteller 160 Zentralwechselrichter für verschiedene Projekte nach China. Andere Photovoltaik-Anlagen, die unter anderem mit SMA Komponenten versehen sind, seien bereits am Netz. (Sandra Enkhardt)

Dienstag, 25. November 2014

Conergy installiert weitere Solarparks auf Philippinen

24. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Das Photovoltaik-Unternehmen will weitere 41 Megawatt Solarleistung in dem Inselstaat bauen. Der Solarstrom aus den zwei Photovoltaik-Kraftwerken, die im Juni 2015 an Netz gehen sollen, wird mit 17 Cent je Kilowattstunde vergütet werden.

Conergy hat den Bau von zwei weiteren Photovoltaik-Kraftwerks auf den Philippinen angekündigt. Sie würden über eine Gesamtleistung von 41 Megawatt verfügen, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit. Insgesamt steigere Conergy damit seine auf den Philippinen installierte Photovoltaik-Leistung auf 73 Megawatt. Derzeit werde der Solarstrom auf der philippinischen Regierung mit umgerechnet 17 Cent je Kilowattstunde vergütet, wenn er ins Netz eingespeist werde. Die neuen Kraftwerke sollen auf der Insel Negros entstehen. Investor sei die San Carlos Solar Energy, Inc., ein Joint Venture von Thomas Lloyd und Bronzeoak Philippines. Der Netzanschluss der Photovoltaik-Kraftwerke sei für Juni 2015 geplant. Die Wartung und Betriebsführung der Photovoltaik-Anlagen werde Conergy übernehmen, hieß es weiter.

Die Philippinen stellen einen interessanten Photovoltaik-Wachstumsmarkt dar. Die Energiepreise sind hoch. Nach Angaben von Conergy die fünfthöchsten der Welt. Die Sonneneinstrahlung sei mit jener in Miami oder Kairo vergleichbar. Mit dem Bau von neuen Photovoltaik-Kraftwerken könne somit der Spotmarktpreis für Strom gesenkt und zusätzlich der Einsatz von Diesel reduziert werden. Conergy hat bereits in diesem Jahr ein Photovoltaik-Kraftwerk für die San Carlos Solar Energy realisiert. Es verfügt über 22 Megawatt Leistung und war im Mai im Beisein des philippinischen Präsidenten, Benigno Simeon Aquino, ans Netz angeschlossen worden. Das am Hafen von San Carlos City befindliche Photovoltaik-Kraftwerk solle nun um 23 Megawatt erweitert werden. Der zweite Solarpark mit 28 Megawatt Leistung solle an der Westküste der Insel entstehen. (Sandra Enkhardt)

Tesla plant Batteriefabrik in Deutschland

24. November 2014 | Speicher und Netze, Topnews
Gerade erst hat Daimler die Schließung seiner Batteriezellenfertigung in Sachsen angekündigt sowie den Einstieg in den Markt mit industriellen und stationären Batteriespeicher, da kommt der US-Elektroauto-Hersteller auf die Idee, in Deutschland eine Batterieproduktion aufbauen zu wollen. Allerdings erst auf lange Sicht, wie Tesla-Chef Elon Musk in einem "Spiegel"-Interview sagte.

Tesla plant den Bau eines Batteriewerks in Deutschland. "Ich gehe davon aus, dass Tesla auf lange Sicht eine Batteriefabrik in Deutschland errichten wird", sagte dessen Vorstandschef Elon Musk in einem „Spiegel“-Interview. Den deutschen Autokonzernen vor, sich zu wenig bei der technologischen Entwicklung von Batterien zu engagieren. Dabei hätten sie die besten Voraussetzungen. Musk bezieht dies wahrscheinlich auf die Ankündigung von Daimler, seine Batteriezellenfertigung im sächsischen Kamenz Ende 2015 schließen zu wollen. Aus Sicht der deutschen Autokonzerns ist die Herstellung von Batteriezellen angesichts der weltweiten Überkapazitäten derzeit nicht wirtschaftlich möglich. Daimler hält aber an der Batteriefertigung fest und will künftig neben Systemen für seine Elektroautos auch industrielle und stationäre Speicher produzieren, wie der Geschäftsführer der Deutschen Accumotive pv magazine kürzlich bestätigte.

Daimler hat vor einiger Zeit seine Anteile an Tesla ebenso verkauft wie Toyota. Die Zusammenarbeit mit dem Elektroauto-Hersteller aus den USA gehe aber dennoch weiter. Die Konzerne wollten einfach Gewinne realisieren, vermutet Musk. Er führe derzeit auch Gespräche mit BMW. Dabei gehe es um Kooperationen in verschiedenen Bereichen, etwa bei Batterietechnik und Ladestationen, aber auch um die Karbonfaserproduktion des deutschen Autobauers, so Musk im Interview weiter.
Vom Bau des Batteriewerks in Deutschland könnte auch der Photovoltaik-Zulieferer Manz profitieren, der derzeit sein Engagement im Geschäftsfeld Batteriespeicher ausbaut. „Wir bemühen uns sehr stark, hier Fuß zu fassen. Wir forschen an der Batteriefabrik der Zukunft“, sagte Manz-Vorstandschef Dieter Manz dem „Aktionär“. Nach Ansicht von Analysten wird Manz davon profitieren, dass Konzerne wie Tesla, Samsung, Panasonic oder Mitsubishi in den Ausbau ihrer Batteriekapazitäten investieren werden. (Sandra Enkhardt)

Fraunhofer-CSE installiert erste Plug- und Play-PV-Anlage in USA

24. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Zu seiner Demonstrationsveranstaltung haben US-Wissenschaftler öffentlich eine Plug- und Play-Photovoltaik-Anlage in nur einer Stunde öffentlich installiert. Diese Photovoltaik-Anlagen werden auch über die Sunshot-Initiative des US-Energieministeriums gefördert, deren Ziel es ist die Gesamtinstallationskosten auf 1,50 US-Dollar pro Watt bis 2020 zu senken.

Das Fraunhofer-Center for Sustainable Energy Systems (CSE) in den USA hat erstmals öffentlich die Installation einem Plug- und Play-Photovoltaik-Anlage demonstriert. Die Wissenschaftler benötigten dafür nur etwa eine Stunde. Mit der neuartigen Photovoltaik-Dachanlage solle die Solarenergie noch weitere Verbreitung in den USA finden. Das Plug- und Play-Photovoltaik-System werde von der Sunshot-Initiative des US-Energieministeriums gefördert, dass das Ziel verfolgt, die Gesamtinstallationskosten auf 1,50 US-Dollar pro Watt bis 2020 zu senken.

Im Zuge dieser Initiative haben die Wissenschaftler des Fraunhofer-CSE nun eine Photovoltaik-Anlage entwickelt, die den Anlagenbau und Anschluss sowie die Genehmigungs- und Wartungsverfahren wesentlich vereinfacht, wie das US-Institut nun mitteilte. Das Plug- und Play-System sei benutzerfreundlich und sehr einfach zu installieren. Hausbesitzer könnten diese Photovoltaik-Anlagen in normalen Baumärkten kaufen und dann in weniger als zehn Stunden selbst installieren. Dies sei einfach als eine Waschmaschine-Trockner-Kombination aufzubauen, schreiben die Wissenschaftler des Fraunhofer-CSE. Sie arbeiteten bereits mit einer Menge von Partnern zusammen, um die Photovoltaik-Anlagen landesweit zu vermarkten.

Das nächste Projekt der Forscher wird sein, solche leicht zu installierenden Photovoltaik-Anlagen auch für kommerzielle Anwendungen zu entwickeln. Dieses System soll dann bereits 2015 vorgestellt werden. (Sandra Enkhardt)

Yingli liefert Solarmodule für 300 Megawatt-Projekt in Frankreich

24. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der chinesische Photovoltaik-Hersteller wird an den französischen Projektierer Neoen Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 120 Megawatt in den kommenden Monaten liefern. Insgesamt soll das Photovoltaik-Kraftwerk, das im Oktober fertiggestellt werden soll, eine Kapazität von 300 Megawatt haben.

Yingli Green Energy Holding Company Limited hat den Auftrag zur Lieferung von Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von 120 Megawatt nach Frankreich erhalten. Diese sollen für ein Photovoltaik-Kraftwerk verwendet werden, dass eine Gesamtleistung von 300 Megawatt nach der Fertigstellung haben soll und damit zu den größten in Europa gehöre. Die 393.000 Solarmodule von Yingli Solar würden zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 geliefert, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller mit. Das Kraftwerk in Cestas im Südwesten Frankreichs werde voraussichtlich im Oktober 2015 ans Netz gehen.

Das Photovoltaik-Kraftwerk werde in 25 einzelne Solarparks aufgeteilt und sich über eine Fläche von 250 Hektar erstrecken. Für den Bau sei ein Konsortium aus Eiffage Clemessy, Schneider Electric und Krinner verantwortlich sein, die anschließend auch die Betriebsführung und Wartung übernehmen sollen, teilte Neoen mit. Der französische Projektierer hatte die Realisierung des 360-Millionen-Euro-Projekts Anfang November angekündigt. Ziel sei es, mit der Photovoltaik-Anlage Solarstrom zu Kosten von 105 Euro pro Megawattstunde zu produzieren. Der Strom solle dabei direkt ins Hochspannungsnetz eingespeist werden. Die Solarmodule sollen dafür in der Anlage in Ost-West-Ausrichtung montiert werden, teilte Yingli Solar weiter mit. Neoen hatte die Realisierung des Photovoltaik-Kraftwerks erst Anfang des Monats angekündigt. Der Projektierer Neoen wolle 120 Megawatt des Projekts selbst behalten, während 180 Megawatt an acht Investoren verkauft würden. (Sandra Enkhardt)

Bluestar Elkem will REC Solar komplett übernehmen

24. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Bluestar Elkem hat ein Angebot für die Übernahme von 100 Prozent der Aktien des Photovoltaik-Unternehmens vorgelegt. Der Kaufpreis liegt bei 108,50 Norwegischen Kronen pro Anteilsschein von REC Solar. Der Übernahmepreis wird sich daher umgerechnet auf mehr als 500 Millionen Euro summieren.

REC Solar ASA hat mit der Bluestar Elkem Investment Co. Ltd. eine Vereinbarung geschlossen, wonach die in Hongkong ansässige Gruppe über eine noch zu gründende Tochtergesellschaft in Luxemburg 100 Prozent der Anteile an dem Photovoltaik-Hersteller erwerben will. Bluestar Elkem, das wie REC auch norwegische Wurzeln hat, habe 108,50 Norwegische Kronen (etwa 12,90 Euro) pro Aktie geboten. Insgesamt werde sich der Kaufpreis damit auf rund 516 Millionen Euro belaufen, teilte REC Solar mit. Das Angebot müsse auf einer außerordentlichen Hauptversammlung noch von den Aktionären genehmigt werden. Diese soll spätestens am 16. Januar stattfinden.

Der Vorstand von REC Solar empfahl den Aktionären, das Übernahmeangebot anzunehmen. Einige Aktionäre, die zusammen gut ein Fünftel der Anteile hielten, hätten sich bereits bereit erklärt, ihre Aktien bis zu außerordentlichen Hauptversammlung nicht zu verkaufen und dort für das Angebot zu stimmen. Insgesamt braucht REC Solar eine zwei Drittel Mehrheit, um den Einstieg von Bluestar Elkem in die Realität umzusetzen.

Die Elkem Group will mit dem Kauf von REC seine Präsenz in der Solarindustrie weiter ausbauen. Bislang sind die Norweger nur einer der größten Hersteller von metallurgischem Silizium weltweit. Mit der Übernahme werde Elkem zu einem führenden integrierten Photovoltaik-Anbieter, sagte Vorstandschef Helge Aasen. Zwischen der Elkem Group und REC Solar habe es in der Vergangenheit bereits starke Geschäftsbeziehungen gegeben. Der Zusammenschluss stelle nun eine gute Basis zur Weiterentwicklung des Geschäfts und der Marke REC Solar dar.

Die Behörden müssen die Übernahme noch genehmigen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion bis zum März/April 2015 abgeschlossen sein werde. (Sandra Enkhardt)

Trina Solar auf Wachstumskurs

24. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal zeigen weiterhin einen positiven Trend bei dem Photovoltaik-Hersteller aus China. Allerdings schwächte Trina Solar den Ausblick für das Gesamtjahr und das eigene Photovoltaik-Projektgeschäft etwas ab.

Die Trina Solar Limited hat im dritten Quartal Solarmodule im Gesamtvolumen von 1063,8 Megawatt absetzen können. Dies entspreche einer Steigerung um 12,8 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal, teilte der chinesische Hersteller bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen mit. Der Umsatz sei in diesem Zeitraum um 18,8 Prozent auf 616,8 Millionen US-Dollar gestiegen. Der Bruttogewinn sogar um 28,1 Prozent auf 102,8 Millionen US-Dollar angewachsen. Der Betriebsertrag von Trina Solar sei auf 35,6 Millionen US-Dollar gestiegen, ein Zuwachs von 127,1 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2014. Die Nettoeinnahmen bezifferte das chinesische Photovoltaik-Unternehmen mit 10,6 Millionen US-Dollar, was nur eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorquartal darstellt.

Der Vorstandschef von Trina Solar, Jifan Gao, zeigte sich sowohl zufrieden mit den Ergebnissen im Modulbereich als auch im Projektgeschäft. Trotz den Wechselkursschwankungen und der schwächeren Nachfrage aus Europa habe Trina Solar seine gesteckten Ziele im dritten Quartal erreicht. Für das kommende Jahr würden noch mehr Synergien zwischen den Geschäftsbereichen erwartet. Dennoch freute sich Gao über die wachsende Profitabilität seines Unternehmens. Trina Solar mache auch Fortschritt beim Eintritt in neue Märkte. So sei rund 15 Prozent der Module in aufstrebende Photovoltaik-Märkte weltweit geliefert worden. Zudem profitiere der Hersteller weiterhin von der starken Nachfrage aus Japan und China. Im dritten Quartal habe Trina Solar zudem sein Projektgeschäft weiter vorantreiben können.

Bis zum Jahresende will der Hersteller seine Fertigungskapazitäten noch weiter ausbauen. Die Modulkapazitäten sollen dann bei etwa 3,8 Gigawatt pro Jahr liegen. Die Kapazitäten für Wafer, Ingots und Solarzellen sollen auf 1,7; 2,2 und 3,0 Gigawatt gesteigert werden, wie es weiter hieß. Im vierten Quartal rechne Trina Solar mit einem Modulabsatz zwischen 1045 und 1095 Megawatt, wobei 40 bis 60 Megawatt an eigene Projekte geliefert werden sollen. Für das Gesamtjahr nahm der Vorstand die Erwartungen leicht zurück. So werde nun 2014 noch von einem Modulabsatz zwischen 3,61 und 3,66 Gigawatt ausgegangen, wobei 340 bis 360 Megawatt in eigene Photovoltaik-Projekte fließen werden. Ursprünglich lagen die Erwartungen bei 3,6 bis 3,8 Gigawatt Modulabsatz und 400 bis 500 Megawatt an eigenen Projekten. Die Rücknahme im Downstream-Bereich sei vor allem dem Baustopp für einen geplanten Solarparks in der Inneren Mongolei mit 130 Megawatt geschuldet, hieß es weiter. Dieser sei erfolgt, nachdem Analysen eine unzureichende Projektrendite ergeben hätten. Trina Solar gehe davon aus, dass Änderungen in der chinesischen Förderpolitik einen gewissen Einfluss auf die Projektpipeline des Unternehmens haben werden. Dennoch glaube das Unternehmen, von dem starken Wachstum des chinesischen Photovoltaik-Marktes auch künftig profitieren zu können. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 20. November 2014

Solarworld und Enphase Energy gehen strategische Partnerschaft ein

19. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der US-Photovoltaik-Markt ist derzeit der Treiber im Solarworld-Geschäft. Nun kooperiert der deutsche Photovoltaik-Hersteller mit dem US-Modulwechselrichterproduzenten Enphase Energy.

Die Solarworld AG und Enphase Energy haben eine strategische Partnerschaft für ihr globales Photovoltaik-Geschäft vereinbart. Enphase Energy sei einer der größten Hersteller von Modulwechselrichtern, die nun direkt mit den Modulen des deutschen Herstellers verbunden werden sollen. Die Kooperation umfasse die Entwicklung von Systemlösungen und eine internationale Vertriebszusammenarbeit, teilte Solarworld mit. Beide Photovoltaik-Hersteller arbeiteten bereits seit einigen Jahren eng zusammen. „Zusammen haben wir insbesondere in den USA ein starkes wachsendes Geschäft aufgebaut", sagte Jeff Loebbaka, Senior Vice President Global Sales, Marketing und Support. Mit der Kooperation versprechen sich die Unternehmen nun neue regionale Markt- und Produktchancen. In Großbritannien sollen als ersten europäischen Photovoltaik-Markt künftig Solarworld-Solarmodule zusammen mit Enphase-Mikrowechselrichtern angeboten werden, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)

IBC Solar: Photovoltaik-Gewerbeanlage erzeugt Solarstrom unter 10 Cent

19. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Für die Energieversorgung eines Maschinenbauers aus Oberfranken hat Ebitsch Energietechnik nun eine Photovoltaik-Anlage mit 99 Kilowatt Leistung installiert. Der erzeugte Solarstrom ist günstiger als zehn Cent je Kilowattstunde und wird von dem Gewerbebetrieb größtenteils selbst verbraucht.

Die Ebitsch Energietechnik GmbH hat für die Geiss AG im oberfränkischen Seßlach eine Photovoltaik-Dachanlage mit 99 Kilowatt installiert. Den erzeugten Solarstrom wolle der Spezialmaschinenbauer für die kunststoffverarbeitende Industrie direkt selbst verbrauchen. Für einen energieintensiven Betrieb wie Geiss spiele vor allem der hohe Gewerbestrompreis eine große Rolle, berichtet IBC Solar, dessen zertifizierter Fachpartner Ebitsch Energietechnik ist. Deshalb habe sich Unternehmenschef Manfred Geiß auch für die Installation einer Photovoltaik-Anlage für den Eigenverbrauch entscheiden.

Die Photovoltaik-Anlage sei bereits beim Bau einer neuen Produktionshalle miteingeplant und im September 2014 installiert worden. 85 Prozent des erzeugten Solarstroms verbrauche der Gewerbebetrieb direkt vor Ort, der Rest werde ins Netz eingespeist, hieß es weiter. Die Kosten für den Solarstrom liegen IBC Solar zufolge bei weniger als zehn Cent je Kilowattstunde. Damit lohne sich die Investition, trotz der nun noch anfallenden Belastung des Eigenverbrauchs mit der anteiligen EEG-Umlage von 30 Prozent. Selbst unter Einbeziehung der Rückstellungen für einen späteren Austausch der Wechselrichter und den Finanzierungskosten bleibe die Geiss AG weit unter den Kosten, die sie für den Bezug des Stroms vom Energieversorger zahlen müsste, rechnet IBC Solar vor.

Dennoch hat sich der Photovoltaik-Markt in den vergangenen Monaten sehr verändert. Auch die Anforderungen an die Installateure und Photovoltaik-Firmen sind andere geworden. „Der Markt hat sich verändert. Heute geht es nicht mehr darum, mit einer Photovoltaik-Anlage so viel Strom wie möglich zu produzieren und eine hohe Einspeisevergütung zu erhalten. Für ein Unternehmen wie die Geiss AG geht es um einen langfristig stabilen und möglichst niedrigen Strompreis. Und diesen erreicht man mit einer maßgeschneiderten Solaranlage, die den Energiebedarf des Unternehmens ebenso berücksichtigt wie die Renditeerwartungen des Investors“, erklärte Installateur Horst Ebitsch. (Sandra Enkhardt)

DIW zeigt Weg zu weniger Kohle auf

19. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut hat eine Studie vorgelegt, die zeigt, dass Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden können und dies keine großen Auswirkungen auf den Strompreis hätte. Gleichzeitig könnte die Bundesregierung damit aber ihre Klimaschutzziele erreichen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer Studie gezeigt, dass die Bundesregierung Kohlekraftwerke abschalten kann, ohne dass dies den Strompreis für die Endkunden in die Höhe treiben würde. Gleichzeitig ließen sich aber die CO2-Reduktionsziele, wonach Deutschland 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 gegenüber 1990 emittieren will, damit erreichen ließen. Derzeit seien die Braun- und Steinkohlekraftwerke in Deutschland für etwa 85 Prozent der Emissionen im Stromsektor verantwortlich. Um ihr Klimaschutzziel noch zu erreichen, müsse die Bundesregierung zusätzlich etwa 70 Millionen Tonnen C02 bis 2020 einsparen.

In verschiedenen Szenarien hat das DIW anhand eines detaillierten Modells des deutschen Stromarktes die Auswirkungen der Schließung von Kohlekraftwerken ermittelt. Ein Szenario sieht die Schließung von Steinkohlekraftwerken mit drei Gigawatt Kapazität und Braunkohlekraftwerken mit sechs Gigawatt Kapazität vor. Damit ließen sich in den kommenden Jahren rund 23 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Es sei aber auch möglich ungefähr 40 Terwattstunden Strom weniger aus Braunkohlekraftwerken zu erzeugen, also noch mehr Braunkohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, die dann durch mehr Verstromung aus Erdgas und Steinkohle kompensiert würden. Da mit einem steigenden Börsenstrompreis die EEG-Umlage sinken würde, müsste der Preis für die Endkunden nicht notwendigerweise steigen, heißt es in der Studie. Für Industriekunden, die von Umlagen und Entgelten weitgehend befreit seien, könnte es hingegen zu leichten Preissteigerungen kommen.

Aus Klimaschutzgründen sei es aber durchaus sinnvoll die Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen, zumal viele Blöcke bereits sehr alt, heißt es in der Studie weiter. Langfristig hätten sie damit ohnehin keinen Platz mehr in einem kohlenstoffarmen, auf Erneuerbaren basierenden Stromsystem. Zudem sei die Gelegenheit zur Abschaltung angesichts der bestehenden Überkapazitäten bei der Stromerzeugung, die für niedrige Großhandelspreise und hohe Stromexporte sorgten, derzeit günstig.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte den Vorstoß des DIW. „Die Fakten liegen auf dem Tisch. Wirtschaftsminister Gabriel muss endlich danach handeln. Ignoriert er sie weiter schädig er dadurch Umweltministerin Hendricks mit ihrem Klimaschutzprogramm. Um das deutsche Klimaschutzziel zu erreichen, müssen alte Kohlemeiler vom Netz. Teurer würde das nicht für die deutschen Haushalte. Die Studie entlarvt das Gespenst vom ‚Preistreiber Klimaschutz‘ als billigen Trick der Kohlelobby. Kohlekraftwerke abzuschalten, lässt die privaten Stromrechnungen schlimmstenfalls minimal steigen“, kommentierte Tobias Austrup, Energieexperte von Greenpeace. Die Umweltorganisation hatte es kürzlich einen verbindlichen Ausstiegsfahrplan aus der Kohle von Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel gefordert. (Sandra Enkhardt)

Daimler: Deutsche Accumotive bietet künftig auch stationäre Photovoltaik-Speicher an

19. November 2014 | Speicher und Netze, Topnews
Exklusiv. Komplementär zu den Batterien für seine Elektro- und Hybridfahrzeuge will der Autokonzern künftig auch in das Geschäft mit industriellen und stationären Speichern einsteigen. Derzeit wird die Produktion im sächsischen Kamenz ausgebaut. Gleichzeitig kündigte Daimler aber an, die Batteriezellenfertigung am dortigen Standort zum Dezember 2015 auslaufen zu lassen.

Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen sind in aller Munde. Mit der Daimler-Tochter Deutsche Accumotive mit Sitz im sächsischen Kamenz könnte nun ein wichtiger neuer Player auf dem Markt Fuß fassen. „Wir werden künftig komplementär zu Batterien für Elektro-und Hybridautos auch in das Geschäft mit stationären und industriellen Speichern einsteigen“, kündigte Frank Blome, Geschäftsführer Deutsche Accumotive, im Gespräch mit pv magazine an. Die Zahl der Wettbewerber auf dem deutschen Markt, die Batteriespeicher – etwa für Photovoltaik-Anlagen herstellten – sei derzeit noch überschaubar. Daimler verfüge in Kamenz bei der Deutschen Accumotive bereits über eine funktionierende Serienfertigung und erfülle durch die Nutzung im Automobil zudem hohe Sicherheitsansprüche bei seinen Lithium-Ionen-Batterien. Die Konzeption für die industriellen und stationären Lithium-Ionen-Speichersysteme sei fertig, derzeit laufe die Akquisephase, so Blome weiter. „Wir werden die Kapazitäten entsprechend der Nachfrage gestalten.“

Der Autokonzern Daimler hatte jüngst angekündigt die Produktion von Batteriezellen bei seiner Tochter Li-Tec im sächsischen Kamenz im Dezember 2015 einzustellen. Auf absehbare Zeit sei die Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos in Deutschland nicht wirtschaftlich, sagte ein Daimler-Sprecher dazu. Es gebe große Überkapazitäten am Markt und die Wettbewerber aus Japan und Korea erzielten bei ihrer Produktion noch viel größere Skaleneffekte, da sie die Batteriezellen nicht nur für die Elektroautos nutzten. Zwar seien die Batterien von Li-Tec „absolut wettbewerbsfähig“, würden aber eben nicht in ausreichend großer Stückzahl nachgefragt, damit sich die Produktion rechne. Zugleich wird Daimler aber die Forschungsaktivitäten bei Li-Tec fortsetzen und eben die Produktion bei der Deutschen Accumotive ausbauen. Ein Großteil der 280 Li-Tec-Mitarbeiter könne dort voraussichtlich auch einen neuen Job finden. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat sollen im Januar beginnen, wie der Sprecher sagte. Ab 2016 wird die Deutsche Accumotive auch die neue Generation der Batterien für den Elektro-Smart herstellen. Die Batteriezellen werden dann bei LG Chem zugekauft.

Die IG Metall forderte indes von Bundesregierung und Industrie einen Aktionsplan, um die Forschung und Produktion von Batteriezellen in Deutschland zu halten. Anderenfalls drohe nach Plasmabildschirmen und Solarzellen ein weiterer Verlust von Innovationsführerschaft in einer wichtigen Schlüsseltechnologie, sagte der IG-Metall-Vize Jörg Hofmann der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Bundesregierung sollte nach seiner Ansicht stärker unterstützen und die Vergabe öffentlicher Forschungsgelder noch strenger an die Produktion in Deutschland knüpfen. (Sandra Enkhardt)

Mittwoch, 19. November 2014

Trina Solar mit neuen Effizienzrekorden

18. November 2014 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Der chinesische Hersteller hat die Wirkungsgrade seiner monokristallinen Solarzellen weiter steigern können. Noch sind die Rekorde aber nur im Labor erzielt worden und noch nicht auf die Massenfertigung übertragen worden.

Trina Solar Ltd. hat für seine p-Typ- und n-Typ-Solarzellen neue Wirkungsgradrekorde aufgestellt. Für die monokristalline p-Typ-Solarzelle, bei der unter anderem die Rückseitenpassivierung eingesetzt wird, sei auf einen Wirkungsgrad von 21,4 Prozent bei einer Größe von 156 mal 156 Quadratmillimetern gekommen. Dieses Ergebnis sei in einem industriellen Cz-Wafer erzielt und von den unabhängigen Wissenschaftlern des Fraunhofer-ISE Call Lab in Deutschland bestätigt worden, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller weiter mit. Die gleiche Zelltechnologie sei auch mit einem multikristallinen Wafer erprobt worden und habe zu einem Wirkungsgrad von 20,53 Prozent im Labor geführt. Dieses sei von dem unabhängigen Labor CPVT im chinesischen Wuxi bestätigt worden. Beide Ergebnisse sind Trina Solar zufolge Weltrekorde für mono- und multikristalline p-Typ-Solarzellen, die allgemein mit iPERC-Solarzellen bezeichnet werden.

Auch bei den n-Typ-Solarzellen mit Rückkontakt habe das chinesische Photovoltaik-Unternehmen weitere Fortschritte gemacht. Auf einem 156 mal 156 Quadratmillimeter großen Cz-Wafer sei hierbei eine Effizienz von 22,9 Prozent erreicht worden. Diese habe das japanische Forschungslabor JET bestätigt. Bereits im März habe Trina Solar im Labor gemeinsam mit australischen Forschern bei Solarzellen mit dieser IBC-Technologie einen Wirkungsgrad von 24,4 Prozent erreichen können. Für das Unternehmen seien die Weiterentwicklungen wichtig, um künftig weiter Kosten senken zu können. Derzeit würden die Technologien aber noch nicht in der Produktion eingesetzt, erklärte Pierre Verlinden, Vizepräsident und oberster Wissenschaftler bei Trina Solar. Sie seien aber ein wichtiger Bestandteil, um die IBC- und Honey Plus-Solarmodule künftig kommerzialisieren zu können. (Sandra Enkhardt)

EuPD Research: Kostengünstigere Photovoltaik-Speichersysteme sorgen für Nachfrage

18. November 2014 | Speicher und Netze, Topnews
Nach einer aktuellen Erhebung des Bonner Marktforschungsinstituts ist auch im vierten Quartal mit einer weiter fallenden Tendenz bei den Preisen für kleine Batteriespeichersysteme zu rechnen. Dies wird als positives Signal für ein weiteres Marktwachstum im kommenden Jahr gewertet.

Die Preisentwicklung für Batteriespeicher im Hausbereich weist auch im vierten Quartal eine deutlich fallende Tendenz auf. Dies ist das Ergebnis einer Installateursumfrage von EuPD Research. Die Nettopreise für Blei- und auch Lithiumspeicher, zu denen die Installateure die Systeme beziehen, seien auf dem niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. Der Preis für Blei-basierte Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen liege im 4. Quartal 2014 nur noch bei 52 Prozent des Ausgangsniveaus vom 3. Quartal 2013, als EuPD Research mit der Erhebung des Preisindexes begann. Zur Preisentwicklung bei Lithium-Ionen-Speichern machten die Bonner Marktforscher keine konkreten Angaben, sondern sprachen nur von einer deutlichen Preisreduktion. „Die von uns festgestellten Preissenkungen im Segment der Stromspeicher für Wohngebäude belegen weiterhin die Dynamik im deutschen Markt und setzen ein positives Signal für ein weiteres Marktwachstum im kommenden Jahr 2015“, sagte Thomas Olbrecht, Leiter der Marktforschungsabteilung bei EuPD Research.

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr ein Förderprogramm für Batteriespeichersysteme im Zusammenhang mit kleinen Photovoltaik-Anlagen aufgelegt. Doch nicht nur das, sondern auch die fallenden Preise für Batteriespeicher und steigende Stromkosten lassen die Nachfrage in Deutschland steigen. Zudem ist die vollständige Einspeisung des Solarstroms durch die beständige Absenkung der Photovoltaik-Einspeisevergütungen mittlerweile weniger attraktiv. Nach den Erwartungen von IHS wird sich der weltweite Markt für Speichersysteme bei privaten Photovoltaik-Anlagen von derzeit etwa 90 Megawatt bis 2018 auf mehr als 900 Megawatt verzehnfachen. Auch Deutschland sehen die IHS-Analysten dabei als einen der wichtigsten Wachstumstreiber. (Sandra Enkhardt)

Sic Processing: Entscheidung über Prospekthaftungsklagen im Januar

18. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Eine weitere Kammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth sieht nach Aussagen der Kanzlei Hermann Jobe & Partner keine Prospekthaftung bei der Geschäftsführung des insolventen Photovoltaik-Unternehmens. Ende Januar wollen die Richter ihre endgültige Entscheidung verkünden.

Die 6. Kammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat sich in der vergangenen Woche mit den anhängigen Prospekthaftungsklagen gegen den ehemaligen Geschäftsführer des insolventen Photovoltaik-Unternehmens Sic Processing GmbH befasst. Nach einer Mitteilung seiner Anwälte, der Münchner Kanzlei Hermann Jobe & Partner, zeichne sich eine Niederlage für die Kläger ab. Die Richter hätten in der mündlichen Verhandlung deutlich gemacht, dass die von zahlreichen Anleihegläubigern eingereichten Prospekthaftungsklagen „wahrscheinlich als unbegründet“ abgewiesen würden.

Bereits im September hatten die Richter des 10. Kammer des Landgerichts Nürnberg ihre Bedenken geäußert, dass der Beklagte als Prospektveranlasser zur Verantwortung gezogen werden könne. Außerdem gebe es „erhebliche Zweifel“, dass überhaupt ein Prospektfehler vorliege, so die Münchner Anwälte. Die Richter seien daher mittlerweile von ihrer ursprünglichen Einschätzung, die Klagen könnten berechtigt sein, abgerückt. Die Richter der 6. Kammer hätten weitgehend das klageabweisende Urteil der 10. Kammer übernommen. Ende September hatten die Richter zahlreiche von Anleihegläubigern angestrengte Prospekthaftungsklagen mit Verweis auf die fehlende Prospektveranlassereigenschaft des Beklagten und das Fehlen eines Prospektfehlers kostenpflichtig abgewiesen, wie die Kanzlei, die den ehemaligen Geschäftsführer von Sic Processing vertritt, weiter mitteilte.

Als Termin für die Verkündung der Entscheidung sei der 29. Januar 2015 angesetzt worden, hieß es weiter. Sollten die Klagen endgültig von der 10. Kammer abgewiesen werden, hätte dies wahrscheinlich auch Auswirkungen auf ähnliche Klagen, die Gegenstand eines Verfahrens vor der 6. Kammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth seien.

Parallel zu den Klagen der Anleihegläubiger hatte der Insolvenzverwalter von Sic Processing, Christopher Seagan, angekündigt, den chinesischen Photovoltaik-Konzern Yingli auf die Zahlung von Schadensersatz verklagen zu wollen. Seine Klage hatte er im Juli beim Landgericht Amberg eingereicht. Seagan beziffert die offenen Forderungen gegen Yingli auf 23 Millionen Euro. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Weitere Einzelheiten zu diesem Verfahren sind bislang nicht bekannt geworden. (Sandra Enkhardt)

Meyer Burger startet Pilotproduktion für Hochleistungsmodule

18. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews, Forschung und Entwicklung
Der Schweizer Photovoltaik-Zulieferer hat nun eine Pilotanlage zur Produktion von hocheffizienten Heterojunction-Solarzellen in seiner Heimat in Betrieb genommen. Dort soll das innovative Zellbeschichtungsverfahren zur Industriereife weiterentwickelt werden. Dann könnten Hochleistungsmodule mit diese Solarzellen, für die Meyer Burger ein großes Potenzial sieht, auch bald in Serie gefertigt werden.

Die Meyer Burger Research AG in Hauterive im Kanton Neuenburg hat am Montag eine Pilotanlage zur Produktion von hocheffizienten Hetrojunction (HJT)-Solarzellen eingeweiht. Die Pilotlinie habe der Schweizer Photovoltaik-Zulieferer gemeinsam mit dem Innovationszentrum CSEM in Neuchatel entwickelt. Es sei geplant, dort das neue Zellbeschichtungsverfahren weiter zu optimieren und zur Serienreife zu bringen. Das Verfahren erlaube, künftig Solarzellen mit noch höheren Wirkungsgraden und niedrigeren Produktionskosten herzustellen. Die Pilotanlage verfüge über eine Produktionskapazität von 600 Kilowatt. Die produzierten Solarzellen würden zu Modulen verbaut und in Labor- und Feldtests geprüft. Gleichzeitig könnten in der Anlage neue Technologien entwickelt werden, die das Herstellungsverfahren noch kostengünstiger machten. Die Projektpartner wollen durch weitere Optimierung einen Modulwirkungsgrad von 21 Prozent und Produktionskosten von weniger als 0,6 Schweizer Franken pro Watt erreichen – umgerechnet etwa 50 Eurocent pro Watt.

Die Pilotlinie ist das „Herzstück“ des Projekts „Swiss-Inno HJT“, das vom Schweizer Bundesamt für Energie sowie dem Kanton Neuenburg gefördert wird, wie Meyer Burger weiter mitteilte. Die Bundesrätin Dorin Leuthard war bei der Einweihung ebenso dabei wie der Neuenburger Regierungsrat Jean-Nat Karakash. Dieser sagte: „Die Meyer Burger Research, ehemals Roth & Rau Research, hat den richtigen Entscheid gefällt, als sie vor einigen Jahren diese Region als Standort für ihr Forschungs- und Entwicklungszentrum wählte.“

Bei Meyer Burger setzt man große Hoffnung in die Hetrojunction-Technologie. „Die industrialisierte Herstellung von Hochleistungssolarzellen ist das Kernstück einer Photovoltaik-Fertigung. Das Swiss-Inno HJT Projekt treibt die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten hocheffizienten Zelltechnologie voran. In Zusammenarbeit mit dem CSEM werden wir die wichtigen wirtschaftlichen Vorteile wie geringere Produktionskosten und gleichzeitig höheren Energiegewinne weiter optimieren und somit die Kosten von Solarenergie langfristig senken“, erklärte Peter Pauli, Vorstandschef der Meyer Burger Gruppe, zur Einweihung. (Sandra Enkhardt)

Jinko Solar sichert sich 225 Millionen US-Dollar für Projektgeschäft

18. November 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die Tochtergesellschaft Jinko Power erhält das Kapital von drei Instituten. Diese übernehmen im Gegenzug einen Anteil von 45 Prozent an dem Projektierer von Photovoltaik-Kraftwerken.

Die Jinko Solar Holding Co. Ltd. baut ihr Photovoltaik-Projektgeschäft weiter aus. Dazu erhält das chinesische Photovoltaik-Unternehmen eine Privat-Equity-Investition von insgesamt 225 Millionen US-Dollar. Diese stamme von der China Development Bank International ("CDBI") und dem Macquarie Greater China Infrastructure Fund ("MGCIF"). Die Tochtergesellschaft JinkoSolar Power Engineering Group Limited, die für das Downstream-Geschäft des chinesischen Photovoltaik-Herstellers zuständig ist, sei mit CDBI, MGCIF und New Horizon Capital eine definitive Aktienkaufvereinbarung eingegangen. Die drei Investoren hätten zugesagt, die 225 Millionen US-Dollar zu investieren und erhielten im Gegenzug einen Anteil an 45 Prozent an Jinko Power, hieß es weiter. Die neuen Investoren wollten nun auch zusätzliche Ressourcen zur Verfügung stellen, um das Projektgeschäft mit Photovoltaik-Kraftwerken weiter voranzubringen.

Erst im vergangenen Monat hatte Jinko Power einen Vertrag geschlossen, bei dem es um die Entwicklung eines 200-Megawatt-Photovoltaik-Projekts für 260 Millionen US-Dollar in der chinesischen Provinz Jiangxi ging. (Sandra Enkhardt)

Dienstag, 18. November 2014

Wo Leitungen benötigt werden: Zweiter Entwurf der Netzentwicklungspläne

Neue Trassen und Leitungen braucht das Land – aber wo? Untersucht und dann festgelegt wird das in den Netzentwicklungsplänen. Anfang November haben die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur ihren zweiten Entwurf vorgelegt.

Strommast vor der Besteigung© BMWi / Maria ParusselGemeint ist mit "Netzentwicklungsplänen" sowohl der Netzentwicklungsplan (NEP) als auch der Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP): Der O-NEP weist aus, welche Anbindungsleitungen die Übertragungsnetzbetreiber bis zum Jahr 2024 für notwendig halten, damit der vor den Küsten von Nord- und Ostsee ("offshore") produzierte Strom abtransportiert werden kann. Der NEP hingegen beschreibt, wie das deutsche Netz an Hochspannungsübertragungsleitungen ("Stromautobahnen") aus Sicht der vier Übertragungsnetzbetreiber bis 2024 ausgebaut werden muss, um die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland auch in Zukunft gewährleisten zu können. Hintergrund der Ausbaupläne ist die Energiewende: Vor allem Windstrom wird zum überwiegenden Teil in Norddeutschland produziert. Von dort muss er zu den Verbrauchsschwerpunkten in den Süden transportiert werden, wofür neue Leitungen notwendig werden.

Bundesnetzagentur prüft Entwürfe der Netzentwicklungspläne

Im nächsten Schritt prüft nun die Bundesnetzagentur die beiden von den vier Übertragungsnetzbetreibern vorgelegten Netzentwicklungspläne (NEP und O-NEP). Da diese gegenüber den Erstentwürfen eine Reihe von Änderungen enthalten, ist nach Angaben der Bundesnetzagentur mit einer Bewertung nicht vor Frühjahr 2015 zu rechnen. Eine Änderung gibt es zum Beispiel beim Gleichstromkorridor C, dessen im Bundesbedarfsplan noch nicht enthaltener dritter Strang statt bei Goldshöfe (Stadt Aalen/Baden-Württemberg) nunmehr im Raum Wendlingen (Landkreis Esslingen/Baden-Württemberg) enden soll. Dadurch könnte laut den Übertragungsnetzbetreibern die geplante Leitung zwischen Bünzwangen (Landkreis Göppingen/Baden-Württemberg) und Goldhöfe eingespart werden. Im Gleichstromkorridor D verschieben sich beide Endpunkte: Die Leitung soll nach dem neuen Entwurf des Netzentwicklungsplans nun über insgesamt 600 Kilometer von Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) in den Raum Gundremmingen (Bayern) verlaufen.

Ausbau von „Stromautobahnen“: Fünfstufiges Verfahren

Im fünfstufigen Verfahren rund um den Ausbau der Übertragungsnetzleitungen stellen die Netzentwicklungspläne den zweiten Schritt dar. Sie beruhen auf dem Szenariorahmen (Schritt eins), der Fragen beantwortet wie: Wie viel Strom werden wir in zehn Jahren wo verbrauchen? Welche Rolle werden künftig konventionelle Kraftwerke und erneuerbare Energieträger spielen?

Auf Grundlage der Netzentwicklungspläne (Schritt zwei) wird schließlich der Bundesbedarfsplan (Schritt drei) erstellt: Das Bundesbedarfsplangesetz legt auf Grundlage eines Bundestagsbeschlusses fest, welche Ausbauvorhaben im Übertragungsnetz energiewirtschaftlich notwendig und von vordringlichem Bedarf sind. Dabei werden die im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) genannten Vorhaben als bereits vorhanden unterstellt ("Startnetz"). Das Bundesbedarfsplangesetz wird mindestens alle drei Jahre fortgeschrieben.

Die Entscheidung über die groben Trassenverläufe fällt für Bundesländergrenzen überschreitende Ausbauvorhaben erst im Rahmen der anschließenden Bundesfachplanung (Schritt vier); beim Planfeststellungsverfahren (Schritt fünf) werden die exakten Trassenverläufe beschlossen.

In jeder dieser Phasen ist die Öffentlichkeit zur Beteiligung aufgerufen: Vor allem wenn es um grundlegende Entscheidungen geht, können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger einbringen – wie etwa schon bei der Konsultation der Netzentwicklungspläne. Wenn es später um konkrete Bauvorhaben und Trassen geht, haben die persönlich Betroffenen ebenfalls weitgehende Rechte. Auch das Expertenwissen von Sachverständigen, Umweltverbänden und den sogenannten Trägern öffentlicher Belange ist während des gesamten Verfahrens gefragt.

Energieeffizienz soll zur wichtigsten Säule der Energiewende werden

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel stellt Eckpunkte des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz vor. Mehr erfahren
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Attraktiver für Unternehmen: Förderprogramm "Energieberatung im Mittelstand"

Gewusst wie: Eine unabhängige Energieberatung informiert nicht nur – sie hilft auch dabei, am Ende Energie einzusparen. Ab 2015 werden Energieberatungen für kleine und mittlere Unternehmen noch stärker gefördert.

Techniker berät Kundin im Heizkeller© BMWi / Holger VonderlindDie neue Richtlinie für das Programm "Energieberatung im Mittelstand" tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Der maximale Zuschussbetrag für Energieberatungen steigt dadurch auf 8.000 Euro. Erstmals kann zudem eine Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch den Energieberater und ein Konzept zur Nutzung von Abwärme gefördert werden. Für kleine Unternehmen mit Energiekosten von weniger als 10.000 Euro wird die Beratung mit einem Höchstbetrag von 800 Euro bezuschusst.
Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: "Wir wollen Unternehmen noch umfassender als bisher in die Lage versetzen, durch Investitionen in Energieeffizienz Energiekosten zu sparen. Die neue Richtlinie setzt größere Anreize für eine qualifizierte Beratung und für fachmännische Hilfe bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Höhere Zuschüsse sollen die Anzahl der durchgeführten Energieberatungen erhöhen und vor allem die Investitionen in effiziente Technologien in KMU weiter voranbringen."

Höherer Beratungsstandard

Um einen höheren Beratungsstandard sicherzustellen, werden zukünftig nur noch Energieberatungen gefördert, die den Anforderungen an "hochwertige Energieaudits" nach der EU-Energieeffizienzrichtlinie entsprechen (siehe aktuelle Meldung "Mehr Effizienz in Unternehmen durch Energieaudits"). Durchgeführt wird das Förderprogramm nicht mehr von der KfW, sondern durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Antrag auf Förderung kann online gestellt werden.
In den Jahren 2008 bis 2013 wurden im Rahmen des Programms "Energieberatung im Mittelstand" etwa 17.000 Unternehmen beraten. Durch diese Beratungen wurden Investitionen in Höhe von 0,7 bis 1,4 Milliarden Euro ausgelöst und 1,5 bis 2,7 Terawattstunden Energie eingespart. Jeder Euro öffentliche Ausgaben für das Programm führte zu 16 bis 29 Euro an privaten Investitionen.

Union will Risiko für Investoren bei Photovoltaik-Ausschreibungen erhöhen

17. November 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Energieexperten von CDU und CSU fordern offenbar noch deutliche Änderungen am Entwurf für Ausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Sie monieren unter anderem das Preisbildungsverfahren. Auch wollen sie Reuters zufolge nur 400 statt 600 Megawatt ausschreiben.


Aus der Union regt sich Widerstand gegen die derzeitigen Pläne des Bundeswirtschaftsministers bei Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. In einem Brief an die Bundesregierung und die Fraktionsspitzen der Koalitionsparteien fordern die CDU/CSU-Energieexperten, dass die Investoren in Photovoltaik-Freiflächenanlagen ein höheres Risiko tragen sollten, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. So müsse bei den Ausschreibungen der zugebilligte Aufschlag auf den Marktpreis für Strom ermittelt werden, wobei die Investoren das Risiko des schwankenden Börsenstrompreises tragen müssten. Nach Ansicht der Unionspolitiker ließen sich mit einem festgelegten Aufschlag auf den Börsenstrompreis für die Anlagenbetreiber die Kosten besser kalkulieren. Bislang sieht der Entwurf der Regierung vor, den Photovoltaik-Kraftwerken mit den niedrigsten Geboten für einen garantierten Abnahmepreis den Zuschlag zu erteilen.

Doch nicht nur die Preisbildung bei den Ausschreibungen für Photovoltaik-Kraftwerke stößt auf Kritik der Energieexperten aus CDU und CSU. Sie fordern auch, nur 400 Megawatt jährlich auszuschreiben. Im Entwurf der Regierung sind nach derzeitigem Stand 600 Megawatt geplant. Zudem sollten keine Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Ackerflächen gebaut werden dürfen. Dies würde ansonsten die Pachtpreise für solche Flächen in die Höhe treiben, heißt es weiter. In den kommenden Tagen wird erwartet, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) seinen Entwurf vorlegt. Bereits im kommenden Jahr soll es die ersten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen geben. Mit dem Pilotmodell will die Bundesregierung Erfahrungen sammeln und im Erfolgsfall ab 2017 die Förderung Erneuerbaren weitgehend auf Ausschreibungen umstellen. (Sandra Enkhardt)