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Montag, 22. Dezember 2014

GCL-Poly stoppt Verkauf der Waferfertigung

19. Dezember 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Ursprünglich wollte der Photovoltaik-Hersteller bis zum Jahresende sein Wafergeschäft an einen außenstehenden Investor veräußern. Nun will GCL-Poly doch neben Polysilizium auch weiter Wafer fertigen.

Die GCL-Poly Energy Holdings Ltd. hat seine Pläne, das Wafergeschäft an einen externen Investor zu verkaufen, wieder zurückgezogen. Der Verwaltungsrat habe entschieden, die Veräußerung der Waferproduktion nicht weiter voranzutreiben. Vielmehr wolle GCL-Poly seine Position als einer der führenden Polysilizium- und Waferhersteller der Welt weiter behaupten, teilte das Unternehmen nun mit. Nun würden Aufhebungsverträge mit den Bietern Jiangsu Golden Concord Energy Co. and Shanghai Miaochang Investment Management für das Wafergeschäft angestrebt.

Analysten hatten bereits bei der Ankündigung von GCL-Poly Ende November wenig Verständnis für die geplante Veräußerung des Wafergeschäfts gezeigt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte damals Pranab Kumar Sarmah von AM Capital Ltd.: „Wir sind überrascht von der Ankündigung, dass GCL-Poly in Betracht zieht, sich von seinem Kronjuwel-Waferbusiness zu trennen.“ Der Polysilizium-Hersteller steigere damit seine Risiken beträchtlich, gerade gegenüber den anderen führenden Produzenten. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 18. Dezember 2014

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Wichtige Investitionssignale für den Energiesektor

Wie kann die Europäische Union ihre Energie- und Klimaziele 2030 erreichen – welche konkreten Mechanismen sind dafür notwendig? Die Frage stand im Mittelpunkt des Treffens der EU-Energieminister in Brüssel in der vergangenen Woche, an dem auch Bundesminister Sigmar Gabriel teilgenommen hat.

Fahnen der EU-Staaten wehen im Wind© istockphoto/ pixelprofIm Zentrum der Beratungen der Minister stand die Umsetzung der Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs zum EU-Rahmen für Klimaschutz und Energie bis 2030 vom Oktober 2014. Damals wurde die Zieltrias 40-27-27 festegelegt: So soll der Treibhausgasausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 verbindlich um mindestens 40 Prozent sinken. Gleichzeitig soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch auf mindestens 27 Prozent steigen – auch dieser Wert ist bindend. Als drittes Ziel haben die 28 Mitgliedsstaaten vereinbart, die Energieeffizienz bis 2030 auf EU-Ebene um mindestens 27 Prozent zu verbessern. Das soll zudem bis 2020 überprüft werden: mit der Option, das Ziel auf 30 Prozent anzuheben.
Beim EU-Ministertreffen letzte Woche ging es um die konkreten Abstimmungs- und Steuerungsmechanismen, mit denen die gesetzten Zielmarken verlässlich erreicht werden sollen. Bundesminister Sigmar Gabriel: "Für mich ist entscheidend, dass hinter den Zahlen für 2030 ein stabiler und verlässlicher europäischer Rahmen steht, der das notwendige Vertrauen für Investitionen schafft. Je klarer wir dieses wichtige Investitionssignal für den Energiesektor geben, desto besser für die europäische Wirtschaft insgesamt. Hierzu gehört auch, dass wir die von der Kommission für den EU-Emissionshandel vorgeschlagene Marktstabilisierungsreserve bereits ab 2017 einführen."
Daneben nahm der Rat auch Beschlüsse zum Binnenmarkt für Energie an. "Wichtig ist, dass alle erkannt haben, dass ein funktionierender Binnenmarkt einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet und einen stabilen Rechtsrahmen für Investoren liefert. Die Vollendung des Energiebinnenmarktes sollte daher auch zentrale Aufgabe einer europäischen Energieunion sein", so Gabriel.

Mehr Strom aus Sonne: Weltrekord bei Mehrfachsolarzellen

Ein neuer Weltrekord ist dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und seinen französischen Verbundpartnern gelungen: 46 Prozent des Sonnenlichts konnte die von ihnen entwickelte Mehrfachsolarzelle in elektrischen Strom umwandeln. Die Forschungsförderung des BMWi ist eine wichtige Grundlage für diesen Erfolg.

Wafer mit KonzentratorzellenNeue Weltrekordsolarzelle auf einem 100-Millimeter-Wafer mit ungefähr 500 Konzentratorzellen © Fraunhofer ISE/ Alexander WekkeliDie Energiewende setzt auf neue Technologien – Forschung und Entwicklung treiben diese Innovationen voran. Die Mehrfachsolarzelle ist hier ein gutes Beispiel: Innerhalb eines Jahres konnten die Projektpartner den Wirkungsgrad erneut steigern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Photovoltaik-Forschung und -Industrie unter Beweis stellen. Die neue Technik soll so schnell wie möglich marktfähig werden – in naher Zukunft könnte beim Wirkungsgrad die 50-Prozent-Marke erreicht werden. Hohe Wirkungsgrade sind ein effektiver Weg, die Kosten für die Erzeugung von Solarstrom weiter zu senken.
Die hocheffizienten gestapelten Mehrfachsolarzellen werden in der sogenannten konzentrierenden Photovoltaik eingesetzt. Das Sonnenlicht wird hier durch spezielle Linsen auf die Solarzellen gebündelt: Die neue Bestmarke mit dem hohen Wirkungsgrad von 46 Prozent wurde durch eine mehr als 500fache Bündelung des einfallenden Lichts erreicht. Dadurch können besonders kleine und hochwertige Solarzellen eingesetzt werden, deren Fläche um den Faktor 500 bis 800 kleiner ist als bei der Standard-Photovoltaik. Geeignet sind solche Konzentratormodule jedoch nur für Gegenden mit einem hohen Anteil direkter Sonnenstrahlung wie etwa Südeuropa.
Der Aufbau der neuen Rekordzelle ist komplex: Sie besteht aus vier verschiedenen Halbleitermaterialien, die übereinander "gestapelt" werden. Jeder der vier Halbleiter selbst besteht wiederum aus mehreren funktionalen Einzelschichten. Halbleiter bilden die Grundlage jeder Photovoltaikzelle, durch sie kann Sonnenlicht in elektrische Energie umgewandelt werden. Die vier übereinander liegenden Teilzellen sind so aufeinander abgestimmt, dass in jeder jeweils genau derselbe Strom aus dem Sonnenspektrum erzeugt wird – somit gibt es kein schwächstes Glied, das den Ertrag begrenzen könnte.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit seiner Forschungsförderung im Bereich der konzentrierenden Photovoltaik die nun erreichten Erfolge des Fraunhofer ISE nachhaltig. Zwei Beispiele sind die Projekte KoMGen und HeKMod4 des Freiburger Instituts, die das BMWi mit insgesamt 6,7 Millionen Euro unterstützt.

BMWi fördert Modellvorhaben für Hotels – Bewerbungsphase läuft

Mehr Komfort für die Gäste – und dabei Energie sparen: Ein neues Modellvorhaben unterstützt Eigentümer von Hotels und Herbergen, die ihre Potenziale für mehr Energieeffizienz kennenlernen und ihren Betrieb energetisch sanieren wollen. Bewerbungen sind noch bis 30. Januar 2015 möglich.

Hohe Energiekosten sind ein großer Kostenfaktor für die Betreiber von Hotels und Herbergen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Energie einzusparen und damit gleichzeitig den Komfort für die Gäste zu erhöhen. Um diese Potenziale und konkrete Sanierungsvariantenvarianten aufzuzeigen, hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im November das neue Projekt "Check in Energieeffizienz: Ein dena-Modellvorhaben zur Energieoptimierung in Hotels & Herbergen" gestartet. Eigentümer von Hotels und Herbergen können sich noch bis 30. Januar 2015 unter www.check-in-energieeffizienz.de für die Teilnahme am Modellvorhaben bewerben - insbesondere kleine und mittelständische Betreiber von Hotels und Gruppenunterkünften sind dazu aufgerufen. Sie profitieren dabei von einer attraktiven Förderung für eine Energieberatung und die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen. Das Modellvorhaben ermöglicht es ihnen, in die Zukunft ihrer Häuser zu investieren und zugleich einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten.
Das Projekt "Check-in Energieeffizienz" ist Bestandteil der "Modellvorhaben Effizienzhäuser", die die dena bereits seit 2003 in Kooperation mit dem Bund durchführt. In den durch Bundesmittel geförderten Modellvorhaben werden Wohn- und Nichtwohngebäude energetisch hocheffizient saniert und neu gebaut. Nach den bisherigen Schwerpunkten Wohngebäude und Schulen liegt der aktuelle Fokus auf Beherbergungsstätten.

Vorteile und Teilnahmebedingungen

Am Modellvorhaben können alle Betreiber von Hotels und sozialen Gruppenunterkünften wie Jugendherbergen, Naturfreundehäusern oder Landschulheimen teilnehmen, von der einfachen Herberge bis zum 5-Sterne-Hotel. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt anhand von Kurzkonzepten, die von einer Fachjury bewertet werden. Obwohl hohe Energiekosten die Beherbergungsbetriebe oftmals belasten, fehlt es vielen Eigentümern an Informationen zur Umsetzung und an Investitionsmitteln für Effizienzmaßnahmen. "Genau hier setzen wir an, indem jeder Teilnehmer eine umfassende Energieberatung und eine besondere finanzielle Unterstützung für die Umsetzung erhält", sagt Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Nicht zuletzt wird Energieeffizienz so auch für die Gäste erlebbar. Sie können den gestiegenen Wohnkomfort und andere Vorteile einer energetischen Sanierung hautnah erleben und so für den Umgang mit Energie in den eigenen vier Wänden sensibilisiert werden."
Betreiber von Hotels und Herbergen profitieren gleich mehrfach von der Teilnahme: Sie können ihre Kosten senken, den Komfort steigern und zugleich einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Und sie können sich durch die Kopplung von Komfort und Klimaschutz von anderen abheben, um Gäste fester an sich zu binden beziehungsweise neue Kunden zu gewinnen.

Niedrigster Energieverbrauch seit der Wiedervereinigung

Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent gesunken - der Anteil der erneuerbaren Energien ist hingegen kräftig gestiegen.

Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zum laufenden Jahr ist der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2014 gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent zurückgegangen. Ursache ist vor allem die milde Witterung. Den Berechnungen zufolge wird der Primärenergieverbrauch dieses Jahr auf 13.095 Petajoule (PJ) sinken; er liegt damit knapp 9 Prozent unter dem Wert des Jahres 2008. Das Jahr 2008 ist als Bezugsjahr für das Effizienzziel der Bundesregierung wichtig: Bis 2020 soll der Energieverbrauch verglichen mit 2008 um 20 Prozent sinken.
Die Bedeutung der erneuerbaren Energien hat weiter zugenommen: Ihr Anteil am gesamten Primärenergieverbrauch ist deutlich auf 11,1 Prozent gegenüber 10,4 Prozent im Vorjahr gestiegen. Am Bruttostromverbrauch haben die Erneuerbaren den vorläufigen Berechnungen zufolge sogar einen Anteil von 27,3 Prozent - eine neue Bestmarke. Weniger Strom und Wärme wurde hingegen aus konventionellen Quellen wie Steinkohle und Erdgas erzeugt. Im Ergebnis sinken die energiebedingten CO2-Emissionen nach ersten Abschätzungen gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Prozent und damit noch stärker als der Primärenergieverbrauch.

Effizient heizen: Der Wärmebedarf soll um 20 Prozent sinken

Wir haben noch viel vor: Bis 2020 sollen Gebäude 20 Prozent weniger Wärme verbrauchen. Dafür muss vor allem der Energieverbrauch fürs Heizen zurückgehen – eine entscheidende Stellschraube, damit Deutschland sein Effizienzziel erreicht.

Fürs Heizen wird hierzulande viel Energie verbraucht – vor allem dann, wenn der Winter lang und kalt ist, wie das im vergangenen Jahr der Fall war. Wie die Infografik zeigt, ist der Wärmebedarf 2013 im Vergleich zum Vorjahr auf 3.484 Petajoule gestiegen. Auch im Vergleich zu 2008 bedeutet das ein Plus von 0,8 Prozent.
Dabei ist gerade das Jahr 2008 wichtig, denn es ist das Bezugsjahr für das Ziel der Bundesregierung, den Wärmebedarf bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Neben den Einsparungen beim Strom und im Verkehrssektor ist der Wärmemarkt damit ein zentraler Baustein, um das übergeordnete Ziel zu erreichen: die Steigerung der Energieeffizienz.

Was bedeutet eigentlich "Wärmebedarf"?

Der Wärmebedarf gibt an, wie viel Endenergie für die Bereitstellung von Wärme – Stichwort Heizen – und Kälte, also die Klimatisierung, in Gebäuden verbraucht wird. Außerdem wird dabei der Endenergieverbrauch für die Warmwasserbereitung sowie für die fest installierte Beleuchtung in Nichtwohngebäuden berücksichtigt. Wie die Infografik unterstreicht, macht die Raumwärme, das heißt das Heizen, mit rund 80 Prozent den größten Anteil am Wärmebedarf aus. Hier steckt also auch das größte Einsparpotenzial: Mit dem Dämmen von Dach, Kellerdecke oder Fassade, dem Austausch der Fenster oder der Modernisierung der Heizung sinken Verbrauch und Energierechnung gleichermaßen. Das lohnt sich auch in den eigenen vier Wänden (siehe Titelthema) – und kann in der Summe viel bewirken. Denn mit fast zwei Dritteln (63%) haben die privaten Haushalte den größten Anteil am Wärmebedarf, gefolgt vom Gewerbe- und Dienstleistungs-Sektor (28%) und der Industrie (9%).
Mehr Daten und Infografiken rund um die Energiewende finden Sie in der aktuellen Broschüre "Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und internationale Entwicklung im Jahr 2013".

Nächste Schritte für zentrale Nord-Süd-Trassen eingeleitet

Kurz vor Jahresende geht es bei zwei "Stromautobahnen" voran: Für das Vorhaben SuedLink und einen Abschnitt des Projekts Ultranet haben die Übertragungsnetzbetreiber Anträge auf Bundesfachplanung gestellt und damit die formellen Verfahren zur Trassenfindung eingeleitet.

Die Kernkraftwerke hierzulande gehen bis 2022 nach und nach vom Netz. Vor allem im Norden Deutschlands wird zugleich immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien, hauptsächlich aus Windkraftanlagen, eingespeist. Um diesen Strom zu den Verbrauchsschwerpunkten im Westen und im Süden des Landes zu transportieren, sollen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (kurz: HGÜ) gebaut werden – die sogenannten "Stromautobahnen". Bei zwei dieser Ausbauvorhaben geht es nun voran: SuedLink und Ultranet. Mit dem Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur wurde kürzlich für beide Nord-Süd-Korridore das formale Verfahren zur Festelgung eines Trassenkorridors – ein bis zu ein Kilometer breiter Streifen – gestartet.

Was sind SuedLink und Ultranet?

SuedLink und Ultranet sind zentrale Infrastrukturprojekte der Energiewende: Das größte Ausbauprojekt SuedLink soll nach dem von den Übertragungsnetzbetreibern (TenneT und TransnetBW) vorgeschlagenen Trassenkorridor über 650 Kilometer von Wilster in Schleswig-Holstein durch Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Grafenrheinfeld in Bayern führen. Das gemeinsame Vorhaben der Übertragungsnetzbetreiber Amprion und TransnetBW, Ultranet, umfasst eine Länge von rund 340 Kilometern, soll künftig Osterath in Nordrhein-Westfalen mit Philippsburg im nordwestlichen Baden-Württemberg verbinden und perspektivisch im Norden bis ins niedersächsische Emden verlängert werden. Die energiewirtschaftliche Notwendigkeit der beiden Trassen hat zuletzt das Bundesbedarfsplangesetz von 2013 bestätigt – sie sind darin als Vorhaben Nr. 2 und Vorhaben Nr. 4 aufgelistet.
Das Bundesbedarfsplangesetz stellt für insgesamt 36 Ausbauvorhaben in Deutschland einen vordringlichen Bedarf fest. Neben den bereits im Energieleitungsausbaugesetz ("Startnetz") von 2009 genannten Projekten umfasst es zudem die Höchstspannungsleitungen, die nach heutigem Planungsstand in den nächsten zehn Jahren neu entstehen oder erweitert werden sollen, um die Stromnetze fit für die Herausforderungen der Energiewende zu machen.

Was ist die Bundesfachplanung?

Das Bundesbedarfsplangesetz setzt für die darin genannten Projekte einen Schlußpunkt unter die Phase "Bedarfsermittlung"; der nächste Schritt ist die Bundesfachplanung – zumindest, wenn eine Trasse Länder- bzw. Bundesländergrenzen überquert. Das Ziel: 500 bis 1.000 Meter breite Streifen,die sogenannten Korridore, zu ermitteln, in denen die Leitungen später verlaufen. Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Gemeinden und Verbände sind zur Beteiligung aufgerufen. Für die Planung und Genehmigung dieser Trassen ist die Bundesnetzagentur zuständig. Ihre Entscheidung für einen Trassenkorridor bildet den Abschluss der Bundesfachplanung. Über den konkreten Verlauf der Leitungen wird in einem weiteren Schritt, dem Planfeststellungsverfahren, entschieden.
Für SuedLink hat der Übertragungsnetzbetreiber Tennet am 12. Dezember 2014 bei der Bundesnetzagentur den Antrag auf Bundesfachplanung für die gesamte Trassenlänge gestellt und damit das formale Verfahren der Trassenfindung gestartet. Beim Vorhaben Ultranet hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion am 2. Dezember 2014 zunächst die Bundesfachplanung für den 60 Kilometer langen Teilabschnitt zwischen Riedstadt (Hessen) und Wallstadt (Baden-Württemberg) beantragt; für weitere vier Teilabschnitte stehen die Anträge noch aus. Für die neue Nord-Süd-Verbindung Ultranet sollen weitestgehend bestehende Freileitungen genutzt und auf Gleichstrom-Technologie umgestellt werden.

Wie steht es um den Ausbau der Übertragungsnetze?

Die Bundesregierung hat die Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Ausbau der Übertragungsnetze geschaffen: Mit den Szenariorahmen, die drei Szenarien für den Netzbedarf in zehn Jahren enthalten, den Netzentwicklungsplänen (NEP) – der zweite Entwurf des NEP für das Zieljahr 2014 liegt derzeit zur Prüfung bei der Bundesnetzagentur – und der Bundesbedarfsplanung wurde die Grundlage für eine vorausschauende, beschleunigte und transparente Planung der Übertragungsnetze gelegt. Der Anfang Dezember 2014 verabschiedete Fortschrittsbericht zur Energiewende zeigt zudem: Die Investitionen der Übertragungsnetzbetreiber in das Höchstspannungsnetz haben sich in den Jahren 2012 und 2013 im Vergleich zu den vorherigen Jahren fast verdoppelt; für 2014 ist aktuell ein weiterer Anstieg dieser Investitionen abzusehen.

Kabinett beschließt Neuerungen bei der Systemstabilitätsverordnung

Mal ist der Himmel bewölkt, mal scheint die Sonne mit voller Kraft, auch der Wind weht nicht immer gleich: Die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien schwankt. Damit die Stabilität der Stromversorgung nicht gefährdet wird, hat das Bundekabinett heute die Änderung der Systemstabilitätsverordnung beschlossen.

Transmission Control Center© BMWi/ Maria ParusselVorgesehen ist darin die Nachrüstung von Windenergie-, Kraft-Wärme-Kopplungs-, Biomasse- und kleinen Wasserkraftanlagen, um die technische Sicherheit und die Systemstabilität bei der Stromversorgung zu verbessern. Damit soll das sogenannten "49,5-Hertz-Problem" behoben werden. Wer eine Photovoltaik-Anlage installiert hat, ist von der Neuregelung der Systemstabilitätsverordnung hingegen nicht betroffen. Die Änderungen treten erst in Kraft, wenn der Bundesrat Anfang 2015 der Verordnung zugestimmt hat.

50-Hertz-Frequenz ausschlaggebend für die Systemstabilität

Zum Hintergrund: Die Energiewende und der steigende Anteil der schwankenden erneuerbaren Energien prägen die Stromversorgung in Deutschland mittlerweile grundlegend. Statt wenigen zentralen Kraftwerken speisen immer mehr dezentrale Anlagen Strom ins Netz ein. Ihre Bedeutung für die Netzstabilität wächst dadurch.
Die Netzstabilität hängt wesentlich davon ab, dass immer die Menge an Strom eingespeist wird, die gerade nachgefragt wird. Ob das so ist, lässt sich an der Frequenz ablesen: Steigt sie über die in Europa üblichen 50 Hertz, bedeutet das, dass zu viel Strom in das Netz eingespeist wird, sinkt sie darunter, ist es zu wenig. Leichte Schwankungen sind üblich und haben keine negativen Folgen, liegt die Frequenz aber sehr deutlich über oder unter dem Zielwert, kann das zu Problemen führen: Wenn die Netzfrequenz deutlich von 50 Hertz abweicht, schalten sich dezentrale Anlagen unter bestimmten Bedingungen automatisch ab – denn sie haben eine eingebaute Schutzeinrichtung, eine Art "Sicherung". Schaltet sich jedoch eine größere Anzahl von Anlagen gleichzeitig ab, kann das die europaweite Systemstabilität und damit die Versorgung gefährden. Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: "Angesichts der großen Verbreitung dezentraler Anlagen in unserem Stromnetz könnte die gleichzeitige Netztrennung einer großen Zahl von Anlagen den sicheren Stromnetzbetrieb gefährden. Zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist eine Nachrüstung der Anlagen unbedingt erforderlich."
Bis 2011 waren die Frequenzschutzeinstellungen der Photovoltaik-Anlagen in Deutschland so eingestellt, dass sie sich beim Anstieg der Netzfrequenz auf mehr als 50,2 Hertz automatisch vom Netz trennten. Um dieses sogenannte "50,2-Hertz-Problem" zu lösen, ist 2012 die Systemstabilitätsverordnung in Kraft getreten; bis Ende diesen Jahres (2014) mussten die Frequenzeinstellungen der Photovoltaik-Anlagen nachgerüstet werden. Bei der aktuellen Neuregelung geht es hingegen um das "49,5 Hertz-Problem", also die drohende Abschaltung bei Unterfrequenz. Davon sind in Deutschland Windenergie-, Biomasse-, Kraft-Wärme-Kopplungs- und Wasserkraftanlagen mit einer installierten Leistung von circa 27 Gigawatt (GW) betroffen. Besonders problematisch: Bei einem Absinken der Frequenz auf einen Wert unter 49,5 Hertz würden sich alle diese Anlagen zeitgleich vom Netz trennen. Sie müssen daher nachgerüstet werden, so dass sie auch bei stärkeren Schwankungen im Netz weiterhin Strom erzeugen. Zwar ist davon auszugehen, dass niemals alle dezentralen Anlagen gleichzeitig ins Netz einspeisen, doch die Situation könnte bereits bei einer gleichzeitigen Abschaltung von Anlagen mit einer installierter Leistung von mehr als drei GW systemstabilitätsgefährdend sein. Die Änderung der Systemstabilitätsverordnung hat deshalb die Nachrüstung eben dieser Anlagen zum Ziel.

Betreiber dezentraler Anlagen zur Nachrüstung verpflichtet

Die Betreiber dieser rund 21.000 betroffenen Anlagen werden daher verpflichtet, die Frequenzschutzeinstellungen ihrer Anlagen entsprechend den Vorgaben nachzurüsten. Da überwiegend größere Anlagen und professionelle Betreiber von der Neuregelung betroffen sind, sollen die Anlagenbetreiber die Nachrüstung selbst organisieren und grundsätzlich die Kosten tragen. Um ein unkalkulierbares Kostenrisiko bei einer aufwendigeren Nachrüstung zu vermeiden, können allerdings die über einen Eigentanteil hinausgehenden Kosten von den Netzbetreibern erstattet und über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt werden.

Energiewende systematisiert und vorangebracht

Die Reform des EEG beschlossen, die Weichen für bessere Energieeffizienz gestellt und mit der 10-Punkte-Energie-Agenda die weiteren Bausteine der Energiewende inhaltlich und zeitlich miteinander verzahnt: Damit haben wir 2014 ein gutes Stück Arbeit geschafft.

Multipic Energie und Energiepolitik© Fotolia, Fotofinder / Intro, CorbisDie Energiewende ist Deutschlands Weg in eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Zugleich ist sie eine der größten ökonomischen und technischen Herausforderungen – denn sie macht den grundlegenden Umbau der über Jahrzehnte gewachsenen Energieversorgung nötig. Die Ziele sind klar: der Schutz von Umwelt und Klima, der Ausstieg aus der Kernenergie, mehr Unabhängigkeit von importierten Rohstoffen und neue Arbeitsplätze in innovativen Sektoren. Dabei soll die Energiewende auch ökonomisch eine Erfolgsgeschichte werden. Denn gerade das zählt, um internationale Partner für dieses Generationenprojekt zu gewinnen: Deutschland muss zeigen, dass es möglich ist, eines der größten Industrieländer der Welt zuverlässig und zu bezahlbaren Preisen mit immer mehr erneuerbaren Energien zu versorgen.

Ein klarer Fahrplan: die 10-Punkte-Energie-Agenda

Genau vor einem Jahr, am 17. Dezember 2013, hat die Bundesregierung ihr Amt angetreten. Die Herausforderung lautete, die Handlungsfelder der Energiewende planbarer zu machen, systematisch miteinander zu verzahnen und den Kostenanstieg für Verbraucherinnen und Verbraucher zu dämpfen – und dabei die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu erhalten und auszubauen. Die Energiepolitik wurde daher in einem Haus, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gebündelt, um den Umbau der Energieversorgung schlagkräftig voranzubringen. Mit der 10-Punkte-Energie-Agenda hat das BMWi im Juni 2014 einen Fahrplan vorgelegt, wie diese Herausforderung angepackt wird. Als Gesamtstrategie für die Legislaturperiode verknüpft sie die wichtigsten Projekte dieses "guten Stücks Arbeit" zeitlich und inhaltlich. Ein klarer Zeitplan gibt allen Beteiligten Klarheit über die nächsten energiepolitischen Schritte. Die erste Bilanz zeigt: Erste Aufgaben wurden bereits erfolgreich erledigt, wir sind auf Kurs – und können hinter einige Punkte schon 2014 ein Häkchen setzen.

Ein erster, wichtiger Schritt: die Reform des EEG

Der Ausbau der erneuerbaren Energien bleibt auch künftig die zentrale Säule der Energiewende. Die Stromversorgung soll klimaverträglicher werden – und uns gleichzeitig unabhängiger von knapper werdenden fossilen Energieträgern machen. Die grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im August 2014 war deshalb der erste wichtige Schritt beim Neustart der Energiewende: Mit ihr ging es vor allem darum, den weiteren Kostenanstieg spürbar zu bremsen, den Ausbau der erneuerbaren Energien verlässlich und konsequent weiterzuführen und dabei planvoll zu steuern sowie die Erneuerbaren stärker in den Markt zu integrieren. Zugleich werden die Kosten jetzt gerechter verteilt, die Wettbewerbsfähigkeit der stromintensiven Industrie bleibt – durch die Reform der Besonderen Ausgleichsregelung – gesichert. Erstmals seit ihrer Einführung sinkt die EEG-Umlage 2015.
Die Steigerung des Marktanteils der erneuerbaren Energien ist auch Bestandteil des neuen EU-Klima- und Energierahmens bis 2030: Die Beschlüsse des Europäischen Rates vom Oktober 2014 bedeuten eine richtige und wichtige Weichenstellung für Europa und damit auch für Deutschland. Die Einigung auf ein EU-Klimaziel von mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgasausstoß bis 2030 ist zudem ein wichtiges Signal für die Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Paris im kommenden Jahr.

Grünbuch: den Strommarkt fit für die Energiewende machen

Das reformierte EEG gibt mit den sogenannten Ausbaukorridoren feste Ziele für den Zubau von Windenergie- oder Photovoltaikanlagen vor. Doch auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien muss die Stromversorgung zuverlässig und kosteneffizient bleiben. Welche Rolle sollen konventionelle Kraftwerke in Zukunft dabei spielen? Wie lässt sich die schwankende Produktion aus Wind und Sonne abfedern? Und welche Anreize brauchen Verbraucher, um Strom genau dann zu nutzen, wenn er günstig ist? Kurzum: Wie machen wir den Strommarkt fit für die Energiewende? Mit dem im Oktober 2014 vorgelegten Grünbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" hat das BMWi begonnen, den Strommarkt der Zukunft zu gestalten. Das Grünbuch stellt eine Reihe von Maßnahmen und Lösungsansätzen vor, die bis zum 1. März 2015 zur öffentlichen Konsultation stehen und ermöglicht so eine breite Diskussion und eine fundierte politische Entscheidung über das künftige Strommarktdesign. Es reflektiert dabei die intensive Debatte der Plattform Strommarkt des BMWi – ein Dialogforum, bei dem sich Vertreter von Behörden, Verbänden, Nicht-Regierungs-Organisationen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen zu dessen künftiger Gestaltung austauschen. Großes Einvernehmen besteht über die Notwendigkeit, den Strommarkt weiterzuentwickeln; offen bleibt hingegen die Frage, ob für eine zuverlässige, kosteneffiziente und umweltverträgliche Stromversorgung ein Kapazitätsmarkt erforderlich ist. Im kommenden Jahr sollen auf Basis des Grünbuchs und der öffentlichen Konsultation die Eckpunkte für das zukünftige Strommarktdesign erarbeitet und in Form eines Weißbuches veröffentlicht werden. Die konkreten Maßnahmen des Weißbuches sollen nach einer erneuten öffentlichen Konsutlation in einem Gesetzgebungsvorschlag münden. Parallel dazu bespricht die Bundesregierung mit den europäischen Nachbarstaaten und der EU-Kommission gemeinsame Lösungen im europäischen Binnenmarkt.

Mit dem NAPE mehr aus Energie machen

Energieverbrauch senken und Energieeffizienz steigern, so heißt die zweite tragende Säule der Energiewende. Denn die günstigste und klimafreundlichste Kilowattstunde ist die, die gar nicht erst verbraucht wird. Zudem trägt eine sinkende Nachfrage nach Energie zur Versorgungssicherheit bei. Mit dem kürzlich beschlossenen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) hat das BMWi eine umfassende Effizienzstrategie für die aktuelle Legislaturperiode vorgelegt, die einen wesentlichen Beitrag leisten soll, um Deutschlands Effizienz- und Klimaziele zu erreichen. Mit den Sofortmaßnahmen könnten bis 2020 Investitionen von bis zu 80 Milliarden Euro angestoßen werden.

Viel geschafft, viel vor: der Fortschrittsbericht zeigt, wo wir stehen

Wie die Ziele der Energiewende zu schaffen sind und welche zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden müssen, macht der Anfang Dezember veröffentlichte Fortschrittsbericht – Teil des Monitoringprozesses zur Energiewende – deutlich. Er zeigt für alle wichtigen energiepolitischen Handlungsfelder, wo wir bei der Energiewende stehen, bewertet das Erreichte und gibt einen Ausblick auf die Zukunft. Nicht zuletzt zeigt er: Ohne zusätzliche Maßnahmen würde Deutschland sein ehrgeiziges Klimaschutzziel und sein Effizienzziel für 2020 verfehlen. Welche energiepolitischen Maßnahmen deshalb im kommenden Jahr ergriffen werden sollen, lesen Sie am 20. Januar im ersten Newsletter des Jahres 2015.

Energie und Kosten sparen – vom Dach bis zum Keller

Wie das BMWi energetische Gebäudesanierungen fördert.

Energie und Kosten sparen und es trotzdem im Winter warm und gemütlich haben: Sanierungsmaßnahmen wie der Fenster- oder Heizungsaustausch oder die Gebäudedämmung machen das möglich. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt Haus- und Wohnungseigentümer dabei, Sparpotenziale zwischen Keller und Dach auszuschöpfen – zum Beispiel durch fachkundige Beratung und gezielte finanzielle Förderung.
Die Heizung aufdrehen, Kekse backen, ein heißes Bad nehmen: Wenn es draußen nass, kalt und dunkel ist, machen es sich viele in den eigenen vier Wänden gemütlich. Nicht ohne Folgen. Knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto von Gebäuden – der größte Posten ist dabei das Heizen. Die Zahl verdeutlicht: Wenn Deutschland seine ehrgeizigen Klimaschutzziele erreichen will, müssen Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Bürokomplexe und Co. beim Umgang mit Energie effizienter werden. Insgesamt soll sich der Wärmebedarf (im Vergleich zu 2008) bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent (siehe Infografik) und der Primärenergiebedarf bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent verringern. Doch auf ein wohlig warmes Heim, Kekse und das heiße Bad muss keiner verzichten.

Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz setzt Anreize

Wie lässt sich trotzdem Energie einsparen? Ein wichtiger Baustein sind energetische Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Fenster- oder Heizungsaustausch oder die Gebäudedämmung. Mit dem Anfang Dezember beschlossenen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) deshalb zahlreiche Anreize, um Wohnungs- und Hauseigentümer zu motivieren, auf die Suche nach Energiesparpotenzialen zu gehen und sie auszuschöpfen. Der NAPE enthält außerdem Eckpunkte einer Energieeffizienzstrategie Gebäude, die die energiepolitischen Weichen für die Sanierung des Gebäudebestands stellt. Im kommenden Jahr wird darauf aufbauend eine Gesamtstrategie mit konkreten Maßnahmen erarbeitet. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2050 soll der gesamte Gebäudebestand in Deutschland nahezu klimaneutral sein. Welche Anstrengungen dafür nötig und welche Einsparungen möglich sind, zeigt ein Hintergrundpapier zum Sanierungsbedarf, das das BMWi heute veröffentlicht hat.

Gut beraten: Informationsangebote für Haushalte

Bereits der NAPE setzt auf einen breiten Mix aus Instrumenten, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern: Ein Schwerpunkt liegt darauf, das Informations- und Beratungsangebot auszubauen. Nur wer weiß, wo die eigenen Einsparpotenziale konkret liegen, kann sich auch energieeffizient verhalten oder an den richtigen Stellen in Effizienzmaßnahmen investieren. Um insbesondere private Haushalte und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) mit unabhängigen und verlässlichen Informationen zu versorgen, stärkt und verbessert das BMWi deshalb die sogenannte "Vor-Ort-Beratung" zum 1. März 2015: Statt bisher 50 Prozent werden künftig 60 Prozent der Beratungskosten gefördert; der Förderhöchstbetrag von 400 Euro wird für Ein- und Zweifamilienhäuser auf 800 Euro, für Gebäude ab drei Wohneinheiten sogar auf 1.100 Euro angehoben. Zudem können Gebäudebesitzer künftig wählen, ob sie vom Berater ein Sanierungskonzept für ein KfW-Effizienzhaus erhalten möchten oder einen Fahrplan für eine umfassende, aber schrittweise auszuführende Sanierung mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenkombinationen.

Breiter, schneller, einfacher: Förderung von energetischen Sanierungen

Neben der verbesserten Beratung setzt die Bundesregierung im Gebäudebereich auch auf die gezielte Förderung von Effizienzinvestitionen. So wird das bewährte CO2-Gebäudesanierungsprogramm – das seit Jahren dazu beiträgt, Millionen von Wohnungen und Tausende von Gebäuden weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus energieeffizienter zu machen – weiterentwickelt und voraussichtlich ab 2015 von bisher 1,8 auf zwei Milliarden Euro jährlich aufgestockt. Zugleich sollen die Fördermittel ab 2015 einfacher online zu beantragen sein und die Zusagen zügiger erfolgen, sodass Eigentümer schnellstmöglich Planungssicherheit haben. Schließlich soll die Förderung künftig auch auf Gewerbegebäude ausgedehnt sowie ein neuer Förderstandard "EffizienzhausPlus" eingeführt werden.

Neue Option: einkommensunabhängige steuerliche Förderung

Bisher erfolgt die Förderung von Effizienzmaßnahmen im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms über Zuschüsse oder zinsverbilligte Kredite, teilweise in Verbindung mit Tilgungszuschüssen. Ab 2015 ist noch eine weitere Option geplant: Private Haus- und Wohnungseigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung selbst nutzen, sollen energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen können. Die steuerliche Förderung soll unabhängig vom Jahreseinkommen durch Abzug von der Einkommensteuerschuld über einen Zeitraum von zehn Jahren erfolgen. Zurzeit führt die Bundesregierung Gespräche mit den Bundesländern über die Finanzierung. Bereits am letzten Donnerstag hatte sich die Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder im Grundsatz auf die steuerliche Förderung der Energieeffizienz im Gebäudesektor geeinigt. Bis Februar 2015 soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe, zu der das BMWi und das Bundesfinanzministerium einladen werden, die Einzelheiten erarbeiten. Die steuerliche Förderung soll dann ab dem Steuerjahr 2015 gelten.

Dichtmachen fürs Klima: Sanierung der Gebäudehülle

Die kleinste Lücke genügt: Warme Luft sucht sich immer den schnellsten Weg ins Freie. Sie entweicht unter anderem über Fenster, Dach und Außenwände. Vor allem im Winter bedeutet das, dass ein Teil der Heizenergie wirkungslos verpufft – wir heizen buchstäblich "zum Fenster hinaus". Die fachgerechte Sanierung der Gebäudehülle verhindert solche Wärmeverluste und trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu reduzieren. Dadurch sparen die Bewohner nicht nur bares Geld, sondern senken auch den CO2-Ausstoß und schonen so das Klima. Bei gleichzeitig optimierter Lüftung verhindert die Dämmung, dass sich Feuchtigkeit und Schimmel bilden. Zudem steigert die energetische Sanierung den Wert der Immobilie.
In der Öffentlichkeit wird die Dämmung – vor allem die Fassadendämmung – kontrovers diskutiert. Vorurteile bestehen zum Beispiel in Bezug auf die Brandgefahr, das Raumklima oder die energetische Bilanz der Dämmmaterialien. Antworten auf die häufigsten Fragen lesen Sie hier.
Das BMWi fördert neben Maßnahmen an der Gebäudehülle weitere energetische Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der genannten Programme: zum Beispiel den Einbau von Lüftungsanlagen, den Austausch von alten und ineffizienten Heizungsanlagen oder die Baubegleitung.

Im Großen und Kleinen: Gründe für mehr Energieeffizienz

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz unterstreicht: Energieeffizienz ist die zweite Säule der Energiewende. Doch warum ist es eigentlich so wichtig, sparsam mit Energie umzugehen? Die Antwort ist einfach: Je bewusster und effizienter wir Strom und Wärme nutzen, desto weniger müssen wir erzeugen. Das senkt die Treibhausgasemissionen und schont das Klima. Außerdem spart es Geld, erhöht gleichzeitig die Versorgungssicherheit und verringert die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen wie beispielsweise Gasimporten. Eine höhere Energieeffizienz macht außerdem die deutsche Wirtschaft international wettbewerbsfähiger. Denn wer weniger Ressourcen verbraucht und weniger Emissionen ausstößt, verschafft sich einen Kostenvorteil. Um Energie effizienter verwenden zu können, brauchen wir innovative Technologien, Produkte und Dienstleistungen. So entstehen neue Geschäftsmodelle, mit denen die deutsche Wirtschaft auf internationalen Märkten punkten kann. Kurzum: Energieeffizienz lohnt sich für jeden – auch in den eigenen vier Wänden.

Bosch muss Aktien von Aleo Solar i.L. kaufen

17. Dezember 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Der Stuttgarter Konzern ist noch nicht so ganz raus aus der Photovoltaik. Nach einer Einigung mit den ehemaligen Minderheitsaktionären kauft Bosch nun deren Anteile an der Aleo Solar AG in Liquidation.

Bosch wird wieder bei Aleo Solar einsteigen. Diesmal aber in die in der Liquidation befindliche Gesellschaft des ehemaligen Photovoltaik-Herstellers, die Aleo Solar AG i.L. Darüber sei das Unternehmen nun vom Stuttgarter Konzern informiert worden. Bosch habe sich am Dienstag mit den ehemaligen Minderheitsaktionären Balaton AG und Delphi Unternehmensberatung AG verständigt, deren Anteile komplett zu erwerben. Im Gegenzug habe sich die Deutsche Balaton verpflichtet, ihre Klagen gegen die Hauptversammlungsbeschlüsse der Aleo Solar AG i.L. zurückzunehmen. Der vereinbarte Kaufpreis für die Aktien liege bei sechs Euro, wie die Aleo solar AG i.L. weiter mitteilte.

Bosch hatte seine Anteile an Aleo Solar im Frühjahr an ein asiatisches Konsortium verkauft. Der Stuttgarter Konzern hielt gut 90 Prozent an dem Photovoltaik-Hersteller. 31 Millionen Euro hatte Bosch selbst dafür als Transaktionsausgleich bezahlt und nach Medienberichten aus noch einen Liquidationszuschuss von bis zu 50 Millionen Euro gewährt. Daraufhin hat die Deutsche Balaton eine Sonderprüfung der Transaktion beantragt. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, dass sie wissen wollte, ob im Bosch-Konzern Quersubventionen auf Kosten der Solar-Minderheitsaktionäre getätigt worden seien. Mit der nun erfolgten Einigung scheint dieses Verfahren nun beendet. Die Aleo Solar i.L. kann damit abgewickelt werden. (Sandra Enkhardt)

Regierung will Atomrückstellungen von Eon, RWE & Co. sichern

17. Dezember 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Nach einem Zeitungsbericht sollen die AKW-Betreiber stufenweise 17 Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen. Damit will die Bundesregierung sicherstellen, dass sich die Energiekonzerne nicht aus ihren langfristigen Verpflichtungen der Entsorgung stehlen.


Mit einem milliardenschweren Fonds will die Bundesregierung nun sicherstellen, dass der Rückbau und die Entsorgung der deutschen Atomkraftwerke (AKW) finanziell abgedeckt sind. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf ein internes Papier aus dem Wirtschafts- und Umweltministerium. Die AKW-Betreiber Eon, RWE, Vattenfall und EnBW sollen demnach rund 17 Milliarden Euro in den Fonds einzahlen, um die „langfristigen Verpflichtungen der Entsorgung“ abzudecken. Das Geld für den Rückbau der AKW und die Zwischenlagerung des Atommülls
sollen die Konzerne aus Rückstellungen begleichen, heißt es in dem SZ-Bericht. Diese Kosten schätzt die Regierung auf etwa 19 Milliarden Euro. Insgesamt hätten die Konzerne Atomrückstellungen von etwa 36 Milliarden Euro gebildet. Allerdings kamen zuletzt immer wieder Bedenken auf, ob diese angesichts der enormen Verluste der Energiekonzern, insolvenzsicher seien.

„Wir können nicht sicher sein, dass alle Kernkraftwerksbetreiber die Veränderungen am Energiemarkt erfolgreich überstehen und ihren langfristigen Entsorgungsverpflichtungen nachkommen können“, zitiert die Zeitung aus dem Papier, das die Staatssekretäre Rainer Baake (Wirtschaft) und Jochen Flasbarth (Umwelt) verfasst haben. Der Vorschlag sieht nun vor, dass sich die Energiekonzerne für die verbleibenden Rückstellungen Anlagevorschriften unterwerfen, um Risiken stärker zu streuen. In Insolvenzverfahren sollten zuerst Forderungen für die nukleare Altlast beglichen werden. Zudem sollen die Konzerne gezwungen werden, die Haftung dafür verbindlich zu übernehmen. Und der Staat übernehme für alles die Aufsicht, heißt es in dem Bericht weiter. Der alleinige Zweck sei, die „Sicherung der Mittel“. Eine Befreiung der AKW-Betreiber von ihren Verpflichtungen sei im Zuge der Fondslösung nicht geplant.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die Pläne und forderte eine schnelle Umsetzung. „Wenn 17 Milliarden Euro für die Lagerung des Atommülls gesichert werden, ist dies ein bedeutender Schritt. Wichtig ist jetzt, dass der Fonds nur zur Sicherung der Rückstellungen eingesetzt wird und die AKW-Betreiber nicht aus der Haftung entlassen werden, auch wenn die Kosten steigen sollten“, erklärte Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender. Die Atom-Rückstellungen müssten „so insolvenzfest wie möglich“ gemacht werden. Die Bundesregierung dürfe es nicht zulassen, dass etwa Eon sich aufspalte und in diesem Zuge das Insolvenzrisiko für seine Kraftwerkssparte vergrößere. „Die Bundesregierung muss jetzt schnell an die Umsetzung der Pläne gehen und möglichst die kompletten Rückstellungen in einen öffentlich-rechtlichen Fonds überführen. Als ersten wichtigen Schritt brauchen wir eine unabhängige Kostenschätzung, gerade auch für die Lagerung des Atommülls. Die derzeit vorhandenen 17 Milliarden Euro dürften deutlich zu niedrig kalkuliert sein“, so Brunsmeier weiter. (Sandra Enkhardt)

Energieverbrauch sinkt - Erneuerbare legen zu

17. Dezember 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat nun ihre Herbstprognose bestätigt. Der Energieverbrauch wird auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken. Der Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch steigt in diesem Jahr auf über elf Prozent. Die Photovoltaik verzeichnet ein Plus von knapp 14 Prozent.

Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um 4,8 Prozent auf rund 13100 Petajoule gesunken. Dies sei der niedrigste Stand beim Primärenergieverbrauch seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Die Herbstprognose der AG Energiebilanzen werde sich damit bestätigen. Hauptursache sei die milde Witterung. Ohne Berücksichtigung der Witterungseinflüsse wäre der Energieverbrauch nur um ein Prozent gesunken, so die Berechnungen der AG Energiebilanzen. Da der Verbrauchsrückgang alle fossilen Energieträger traf, die Erneuerbaren aber zulegen konnten, sei mit einem Rückgang des energiebedingten CO2-Ausstoßes von gut fünf Prozent zu rechnen. Etwa die Hälfte davon entfalle auf die Stromerzeugung.

Während also die fossilen Kraftwerke weniger gefragt waren, legten die erneuerbaren Energien weiter zu. Insgesamt stieg ihr Anteil nach den Berechnungen um 1,4 Prozent auf 1449 Petajoule. Damit hätten sie ihren Anteil am Primärenergieverbrauch von 10,4 auf 11,1 Prozent steigern können. Am meisten konnte die Photovoltaik mit einem Plus von 14 Prozent zulegen. Die Windkraft steigerte ihren Anteil um mehr als ein Prozent, während die Stromerzeugung aus Wasserkraft um neun Prozent gesunken sei. Insgesamt habe sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland in diesem Jahr um 3,3 Prozent erhöht. Der Anteil am Bruttostromverbrauch sei von 25,4 auf 27,3 Prozent gestiegen, teilten die AG Energiebilanzen mit. (Sandra Enkhardt)

Solarworld-Beschwerde: Handelsministerium erhöht Importzölle für chinesische Hersteller

17. Dezember 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews, Hintergrund
Das US-Handelsministerium hat nun seine finale Entscheidung zu den Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen für chinesische und und taiwanesische Photovoltaik-Hersteller verkündet. Die Importzölle für die chinesischen Unternehmen sollen erhöht werden, die der taiwanesischen verringert. Die endgültige Entscheidung wird aber erst im Januar fallen.

Das Handelsministerium der USA hat am Dienstag seine endgültige Entscheidung zu den Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China und Taiwan bekanntgegeben. Die chinesischen Hersteller sollen demnach höhere Importzölle zahlen.

Den Anti-Subventionszoll für Trina Solar hat das Ministerium drastisch erhöht. Nach der vorläufigen Entscheidung im Juni waren für den chinesischen Hersteller lediglich 18,56 Prozent als Zoll vorgesehen, nun ist dies auf 49,79 Prozent erhöht worden. Dagegen hat das US-Handelsministerium den vorgesehenen Anti-Subventionszoll für Suntech gesenkt. Für die chinesischen Hersteller insgesamt sei er aber von 26,89 auf 38,72 Prozent erhöht worden.

Auch die Zölle wegen Dumpingverstößen hat das US-Handelsministerium für die chinesischen Hersteller erhöht. Während die Erhöhung im Fall von Trina Solar weniger als ein Prozent gegenüber der vorläufigen Entscheidung betrug, stiegen die Zölle für Jinko Solar und Renesola von 58,87 auf 78,42 Prozent. Für 43 gelistet Photovoltaik-Hersteller aus China, darunter Yingli und Canadian Solar, erhöhte das Ministerium den Zoll von 42,33 auf 52,13 Prozent. Der Anti-Dumping-Zoll für die übrigen chinesischen Hersteller, zumeist kleinere Produzenten, solle weiterhin bei 165 Prozent liegen.

Nach Angaben des Ministeriums gibt es einige Überscheidungen bei den Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen für die chinesischen Hersteller. Deshalb könnten die beiden Zölle nicht einfach addiert werden. Zunächst konnte das US-Handelsministerium aber noch keine Angaben machen, wie hoch die kombinierten Zölle für die einzelnen Hersteller sein werden. „Das ist ein strittiger Punkt, weshalb niemand diese Importzölle zahlen wird“, sagte Analyst Shayle Kann von GTM Research auf Anfrage von pv magazine. „Im Ergebnis wird es so sein, dass die chinesischen Hersteller für ihre in die USA importierten Produkte weiterhin die Zölle von 2012 zahlen, oder eine Fabrik außerhalb Chinas bauen, um die Zölle zu umgehen.“

Die Importzölle sollen unter einen erweiterten Anwendungsbereich fallen, den die Behörden bereits im Oktober festgelegt hatten. Danach sind von den Importzöllen auch Solarmodule betroffen, die in China hergestellt werden und Solarzellen verwenden, die in einem anderen Land hergestellt werden. Kristalline Produkte, die vollständig in China hergestellt werden, sind dagegen nicht von den Importzöllen betroffen. Für diese würden weiterhin die Importzölle aus dem Jahr 2012 gelten, hieß es weiter.

Bei den Photovoltaik-Herstellern aus Taiwan übte das US-Handelsministerium hingegen Nachsicht. Während die Zölle für Gintech mit 27,55 Prozent nahezu unverändert blieben, verringerten sich die Zölle für Motech um mehr als zwei Drittel auf 11,45 Prozent. Die Zölle für die übrigen Photovoltaik-Produzenten aus Taiwan hat das Ministerium fast halbiert auf 19,5 Prozent. Diese Entscheidung könnte den taiwanesischen Herstellern helfen, die für chinesische Photovoltaik-Unternehmen produzieren. Ihre Zölle sind niedriger als jene für komplett in China gefertigte Solarmodule. „Dies ist das einzig Positive an der Entscheidung“, sagt Kann.

Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle wird aber erst im kommenden Jahr fallen. Die Internationale Handelskommission (ITC) der USA muss die Entscheidung des Ministeriums bis zum 29. Januar bestätigen. Wenn sie dies tut, kann am 5. Februar die endgültige Entscheidung verkündet werden. (Christian Roselund, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

Solarworld begrüßt Zollentscheidung in USA - Yingli ist tief enttäuscht

17. Dezember 2014 | Märkte und Trends, Topnews
Die finale Entscheidung des US-Handelsministeriums zu Importzöllen für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China und Taiwan kann Solarworld als Erfolg verbuchen. Bei den chinesischen Photovoltaik-Herstellern ist man dagegen wenig begeistert.

Solarworld hat die Entscheidung des US-Handelsministeriums begrüßt, das in seiner finalen Version nun Anti-Dumpingzölle für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China von mehr als 50 Prozent und aus Taiwan von etwa 20 Prozent vorgeschlagen hat. „Die US-Regierung macht Ernst im Vorgehen gegen illegales Dumping aus China. Zukünftig gewinnt wieder, wer die beste Qualität und wettbewerbsfähige Preise anbietet, nicht mehr, wer wie die chinesische Konkurrenz die meisten staatlichen Subventionen bekommt“, erklärte Frank Asbeck, Vorstandschef der Solarworld AG. Die US-Tochter des Bonner Photovoltaik-Konzerns, die Solarworld Industries America hatte mit einer Beschwerde das Verfahren erneut ins Rollen gebracht. Bereits 2012 waren Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für kristalline Photovoltaik-Produkte aus China von den US-Behörden verhängt worden. Mit der neuerlichen Klage will Solarworld nun ein Schlupfloch schließen lassen. Die neuen Importzölle sollen für Module gelten, die Zellen verwenden, die außerhalb Chinas gefertigt werden und daher bislang nicht unter die Regelung fielen. Die neuen Importzölle können erst in Kraft treten, wenn das Internationale Handelskomitee der US (USITC) dem Vorschlag zustimmt. Dies wird für Ende Januar erwartet.

Bei den führenden chinesischen Photovoltaik-Herstellern ist man angesichts der Entscheidung aus den USA wenig erfreut. „Wir sind tief enttäuscht von der Entscheidung des US-Handelsministeriums einen so breiten angelegten Rahmen für die Regelung zu akzeptieren und auch über die Höhe der protektionistischen Zölle“, sagte Robert Petrina, Geschäftsführer von Yingli Green Energy Americas. Dennoch werde Yingli auch künftig auf dem US-Markt aktiv sein. Mit der jüngsten Entscheidung werde nur die Unsicherheit auf dem Photovoltaik-Markt in den USA verstetigt, ergänzte Liansheng Miao, Vorstandschef von Yingli Green Energy.

Der US-Solarindustrieverband SEIA zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Handelsministeriums in Washington. Sie werden viel Schaden anrichten und wenig nutzen, sagte SEIA-Präsident Rhone Resch. Der Verband hat sich mehrfach gegen Importzölle ausgesprochen und plädiert für eine Verhandlungslösung, ähnlich zu der Entscheidung in der EU.

Jenny Chase, Analystin von Bloomberg New Energy Finance (BNEF), geht davon aus, dass die Entscheidung dazu führt, dass noch mehr chinesische Hersteller ihre Produktion außerhalb ihres Heimatlandes ansiedeln werden. Einige Unternehmen wie Jinko Solar oder Znshine hätten bereits Werke in Südafrika. Hanwha wolle seine Photovoltaik-Töchter Solarone (China) und Q-Cells (Deutschland) vereinen und plane eine neue Fabrik in China. China Sunergy produziere bereits in der Türkei. Chase rechnet auch damit, dass chinesische Hersteller neue Werke in Brasilien oder Mexiko bauen werden, da es dort zum einen Local-Content-Vorschriften gebe, aber zum anderen auch niedrige Arbeitskosten und gute Handelsanbindungen für die USA und Lateinamerika. Auch der Produktionsstandort Malaysia sei durchaus attraktiv. Bei den taiwanesischen Herstellern rechnet Chase eher damit, dass sie künftig den US-Markt meiden werden und eher versuchen würden, ihre Produkte in Japan abzusetzen. An eine Verhandlungslösung, wie sie etwa SEIA fordert, glaubt Chase nicht. „Diese scheint weiter entfernt als jemals zuvor“, sagt die BNEF-Analystin. (Sandra Enkhardt/Edgar Meza)