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Donnerstag, 29. Januar 2015

SolarContact-Index 2014: PV-Interesse hat deutlich abgenommen

28. Januar 2015 | Robert Doelling, DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH
SolarContact-Index Jahresrückblick 2014

Grafik: Deutsche Auftragsagentur GmbH

Das Interesse an PV-Anlagen hat sich im zurückliegenden Jahr 2014 deutlich abgekühlt. Während der SolarContact-Index seit Anfang des Jahres von 144 Punkten im Januar kontinuierlich auf 73 Punkte im November um fast 50% eingebrochen ist, zeigte sich nur im Dezember eine leichte Erholung. Demgegenüber verfestigte sich das Interesse an Stromspeichern und auch Anlagen zur Solarthermienutzung hatten dieses Jahr bei den Verbrauchern ein Stein im Brett.
Das Jahr begann für die PV-Branche vielversprechend. Bis zum April 2014 lag der Nachfrage-Index für Solarstromanlagen im kleineren Leistungsbereich saisonuntypisch deutlich über dem Durchschnitt, wenngleich mit bereits einer abnehmenden Tendenz. Während das Online-Interesse an Angeboten für PV-Anlagen im März sogar noch einmal von 114 auf 127 Punkte angestiegen ist bewahrheiteten sich jedoch in den Folgemonaten die Unkenrufe vieler Experten und Branchenteilnehmer, die die niedrigen Förderbedingungen und die politische Unsicherheit um die Neugestaltung des EEG als Ursache dafür sahen, dass viele Endkunden zunächst vom Kauf einer PV-Anlage absehen würden: So sank der SolarContact-Index bis zum September kontinuierlich auf 73 Punkte ab.
Vergleicht man den Verlauf des SolarContact-Index mit den Zubauzahlen, so drängt sich insbesondere gegenüber dem Zuwachsboom im Juli 2014 mit einem Wachstum der installierten Anlagen von 51% auf insgesamt 10.720 (Vormonat Juni: 7.078) PV-Anlagen ein Widerspruch auf. Denn diesem Boom hätte auch eine Steigerung der Anfrageintensität im Mai und Juni vorweggehen müssen. Differenziert man jedoch den Anlagenzubau des Juni und Juli nach Anlagengrößen bis und über 10 kWp Leistung, so wird deutlich, dass der Juni mit einer Steigerung von 145% (+ 2.525 Anlagen) auf insgesamt 4.266 Anlagen insbesondere in der Größenklasse ab 10 kWp boomte. PV-Anlagen unter 10 kWp, die einen Schwerpunkt im SolarContact-Index ausmachen, sind nur leicht von 5.337 auf 6.454 um 1.117 Anlagen (+ 25%) angestiegen.
Der überraschend hohe PV-Zubau war jedoch nur ein einmaliger Vorzieheffekt und auf das Inkrafttreten der Eigenverbrauchsumlage für PV-Anlagen größer 10 kWp ab 01.08.2014 zurückzuführen. Denn Anlagen, die vor diesem Datum errichtet wurden, waren unter Berücksichtigung spezieller Anforderungen an den Eigenverbrauch von der Abführung eines Anteils der EEG-Umlage befreit. Das letzte Quartal in 2014 verlief dann etwas versöhnlicher: So stieg das Interesse an PV-Anlagen im Oktober noch einmal auf 97 Indexpunkte an, sank im November kurzfristig ab und endete im Dezember mit 99 Punkten.
Das Interesse an Stromspeicher hingegen verlief deutlich uneinheitlicher mit vielen Auf und Abs. Dies ist jedoch auf das deutlich niedrigere Anfrageaufkommen insgesamt und die damit geringere Datenbasis zurückzuführen. Denn trotz der Speicherförderung und des Preisverfalls in 2014 liegen die aktuell günstigsten Stromspeicher mit Speicherkosten ab etwa 15 Cents pro Kilowattstunde plus den Gestehungskosten von Solarstrom von rund 11 Cents pro Kilowattstunde mit insgesamt rund 26 Cents immer noch ähnlich der Haushaltsstrompreise. Da jedoch von im Vergleich zu PV-Paneelen von schneller sinkenden Preisen durch steigende Stückzahlen und Lerneffekte ausgegangen wird, dürfte sich die Speichernachfrage im Jahr 2015 verfestigen und ansteigen.
Von der schwierigen Situation auf dem PV-Markt konnte im vergangenen Jahr jedoch die Solarwärme-Branche profitieren: So stieg das Endkundeninteresse an der Installation von Solarthermieanlagen seit Jahresbeginn deutlich stärker an als das Interesse, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach zu errichten. Während die Höhe und Verlauf des Anfrageaufkommens beider Gewerke im Jahr 2013 nahezu identisch waren, deutete sich im direkten Vergleich seit April 2014 ein Trend hin zur Solarthermie an. Dieser Trend des SolarContact-Index deckte sich mit dem tatsächlichen Kollektor-Zubau. So seien laut dem Bundesverband Solarwirtschaft die Installationen von Solarwärme-Kollektoren in den ersten drei Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent angestiegen.
Im Jahresrückblick wird deutlich, dass 2014 von politischer Unsicherheit über die Fortführung des EEG geprägt war. Während sehr renditeorientierte Käufer bereits auf Grundlage der in der ersten Jahreshälfte geltenden Fördersätze sich gegen eine Anlage entschieden, schreckten die unklaren Förderbedingungen, insbesondere die bis zum Juli ungeklärte Besteuerung des Eigenverbrauchs, weitere Interessenten ab. Nachdem dann ab 1. August feststand, dass keine Steuer auf den Eigenverbrauch von Solarstrom aus Anlagen unter 10 kWp fällig wird, kann von einer leichten Erholung und Stabilisierung auf einem sehr niedrigen Niveau gesprochen werden. Dennoch ist im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der zugebauten Anlagen im Jahresvergleich um etwa die Hälfte eingebrochen, sodass auf Jahressicht durchaus von einem Branchenabsturz gesprochen werden kann.
Der SolarContact-Index stützt sich auf die Nachfrage nach allen Gewerken rund um Photovoltaikanlagen im Internet und wird von der DAA Deutsche Auftragsagentur aus Hamburg erhoben. Die DAA ist einer der größten deutschen Internet-Anfragedienstleister für regenerative Energietechnik und ist u.a. auf die Projektvermittlung für Solaranlagen, Heiztechnik sowie Dämmungs- und Sanierungsarbeiten spezialisiert.

Über den SolarContact-Index
Der SolarContact-Index stützt sich auf die Nachfrage nach allen Gewerken rund um Photovoltaik-Anlagen im Internet. Der SolarContact-Index wird von der DAA Deutsche Auftragsagentur aus Hamburg erhoben. Die DAA ist einer der größten deutschen Internet-Anfragedienstleister für regenerative Energietechnik und ist auf die Projektvermittlung für Solaranlagen, Heiztechnik sowie Dämmungs- und Sanierungsarbeiten spezialisiert.

Al-Wazir fordert Sonderregelungen für Bürgersolarparks bei Ausschreibungen

28. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
In einem Zeitungsinterview warnt der grüne Wirtschaftsminister von Hessen davor, dass durch Ausschreibungen die Akteursvielfalt verloren gehen könnte. Den dramatisch gesunkenen Photovoltaik-Zubau bezeichnet er als eine der größten Baustellen mit Blick auf die Energiewende.

Seit rund einem Jahr ist Tarek Al-Wazir Hessens Minister für Wirtschaft und Energie. Nun äußerte sich der Grünen-Politiker in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ zu den geplanten Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Zum stark gesunkenen Photovoltaik-Zubau in Deutschland in den vergangenen Jahren – 2012 war es noch rund 7,5 Gigawatt und 2014 werden es voraussichtlich weniger als zwei Gigawatt sein – sagte Al-Wazir: „Das ist in der Tat eine der größten Baustellen.“

Die geplante Umstellung der Solarförderung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Ausschreibungen sieht der grüne Minister kritisch. „Wir setzen uns dafür ein, dass ein Teil der geförderten Projekte für Bürger-Energiegenossenschaften reserviert wird, damit nicht nur große Investoren und Konzerne zum Zuge kommen“, sagte er im Interview weiter. Der Verordnungsentwurf soll auf der heutigen Sitzung vom Bundeskabinett beraten und voraussichtlich verabschiedet werden. Al-Wazir fordert, dass diese Pilotausschreibungen ergebnisoffen evaluiert werden sollten. Der Plan der Bundesregierung ist es, die Förderung erneuerbarer Energien bis 2017 weitgehend von Einspeisevergütungen auf Ausschreibungen umzustellen. „Stellen wir Ende 2015 fest, dass der Solar-Einbruch weitergeht, muss die Solarförderung wieder verändert werden. Sonst floppt dieser Teil der Energiewende“, fordert der hessische Minister bereits mit dem Blick auf das Testverfahren.

Das Handeln von Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Energiepolitik charakterisierte Al-Wazir im Interview mit den Worten: „Ich glaube, Bundesminister Sigmar Gabriel hat durchaus ein Interesse, die Energiewende weiterzuführen. Wenn’s drauf ankommt, ist die SPD auf Bundesebene aber schon aus ihrer Tradition heraus eher eine Kohlepartei als eine Energiewendepartei, im Zweifel also für die Energiekonzerne. Wir werden da noch muntere Debatten erleben.“ (Sandra Enkhardt)

Leclanché-CEO fordert Neujustierung der Energiespeicher-Debatte

28. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Speicher und Netze, Topnews
Anil Srivastava sieht die Zukunft der Energiespeicher in einem Multitechnologieansatz, bei dem die Stärken unterschiedlicher Speichertypen kombiniert werden. Die derzeitige Debatte über Speichersysteme ist nach Ansicht des Leclanché-Chefs zu sehr auf Vor- und Nachteile einzelner Speichertechnologien ausgerichtet. Sein Konzept wird er auf der Energy Storage Europe in Düsseldorf näher ausführen.

Energiespeicher sind derzeit ein großes Thema – innerhalb der Photovoltaik-Branche, aber auch bezogen auf die künftige Energiepolitik. Der Leclanché-CEO Anil Srivastava fordert nun eine neue Ausrichtung der aktuellen Energiespeicher-Debatte. Derzeit gehe es zu sehr um Vor- und Nachteile einzelner Speichertechnologien. Die Zukunft liegt aus seiner Sicht aber in einem Multi-Technologieansatz, der die Stärken der unterschiedlichen Speichertypen in gemischten Systemen kombiniert.

„Unterschiedliche Speicheranwendungen benötigen oft unterschiedliche Fähigkeiten. Einige Anwendungen brauchen eine hohe und schnell verfügbare Leistung. In anderen Fällen sind günstige Speicher mit einer hohen Kapazität gefragt. Oft wird eine Fähigkeit nahtlos im Anschluss an die andere benötigt“, so Anil Srivastava. Viele Hersteller suchten bereits nach „einer Art Wunderspeicher“, der all die Anforderungen zugleich erfülle. „Ich habe in mehr als 20 Jahren Tätigkeit in der Energiebranche keine Wundertechnologien kennengelernt. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir nicht mehr nur in den Wettbewerb der Speichertypen investieren dürfen. Wir erreichen mehr, wenn intelligente Software die Stärken unterschiedlicher Speichertechnologien in gemischten Systemen nahtlos verbindet“, so Srivastava weiter.

Ein Beispiel, wo der Einsatz von gemischten Systemen funktionieren könnte, seien Eleketrobusse. Sie benötigten in der Beschleunigungsphase Speicher, die schnell eine hohe Leistung lieferten. Wenn die Busse dann fahren, seien aber eher Speicher mit einer hohen Kapazität gefragt. Doch die Kombination von Speichern beschränke sich nicht nur auf Fahrzeuge oder stationäre Anwendungen. Sie seien auch sinnvoll für eine leistungsfähigere Netzarchitektur, um den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien zu bewältigen. „Wir müssen an der Quelle ansetzen, statt zu versuchen, die Schwankungen in der Stromnachfrage und -erzeugung durch immer mehr Leitungskapazitäten abzufangen. Auf der Stromanbieterseite müssen Speicher zu einer intelligenten Netzwerkressource werden. Das ist wirtschaftlicher, als jeden erneuerbaren Energieerzeuger mit einem eigenen Speicher auszustatten. Auf der Nachfrageseite muss der Staat Großverbrauchern finanzielle Anreize liefern, um Spitzenlasten zu reduzieren. Das würde zu einer gesamtwirtschaftlich sinnvolleren Netz- und Speicherarchitektur führen als ein unkoordiniertes Zusammenspiel aus zusätzlichen Netzen und vielen privaten Speicherlösungen“, so Srivastava weiter. (Sandra Enkhardt)

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/leclanch-ceo-fordert-neujustierung-der-energiespeicher-debatte_100017972/#ixzz3QCQzgfLO

Kabinett beschließt Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächen

28. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Verordnungsentwurf zu Ausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen beschlossen. Die erste Ausschreibungsrunde kann damit zum 15. April kommen.

Gerade noch rechtzeitig für einen Start im April und anscheinend ohne große weitere Diskussionen hat das Bundeskabinett in seiner heutigen Sitzung die „Verordnung zur Einführung von Ausschreibungen der finanziellen Förderung für Freiflächenanlagen sowie zur Änderung weiterer Verordnungen zur Förderung der erneuerbaren Energien“ verabschiedet. Damit sei die Rechtsgrundlage für Pilotausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen geschaffen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Damit könne die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde noch im Februar die erste Ausschreibungsrunde bekanntgeben. Bis zum 15. April können dann die Gebote abgegeben werden.

Die Bundesregierung will mit den Pilotausschreibungen erste Erfahrungen sammeln, da sie die gesamte Förderung erneuerbarer Energien sukzessive umstellen will. „Wir schaffen erstmals die Basis für eine wettbewerbliche Förderung erneuerbarer Energien. In einem zweiten Schritt ab 2017 soll die finanzielle Förderung grundsätzlich auch für andere erneuerbare Energien auf Ausschreibungen umgestellt werden. So wollen wir die Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien planbar und kostengünstiger erreichen", kommentierte Gabriel die Entscheidung. Nach seiner Ansicht ist auch mit dem Ausschreibungsdesign sichergestellt, dass die Akteursvielfalt erhalten bleibt. Dies wird innerhalb der Solar- und Erneuerbaren-Energien-Branche aber massiv angezweifelt.

Auf Kritik aus den Verbänden oder aus den Ländern regierte die Bundesregierung kaum. Die einzige deutliche Änderung in dem Entwurf war nach pv magazine-Informationen die Anpassung des Preismechanismus. So sollen in der ersten Ausschreibungsrunde die Zuschläge nach pay-as-bid-Verfahren und in den zwei verbleibenden Runden 2015 das nach dem uniform-pricing-Verfahren vergeben werden. Die ersten zwei Ausschreibungsrunden 2016 sind dann wieder nach dem pay-as-bid-Verfahren vorgesehen. Es wird jeweils drei Runden in den Jahren 2015, 2016 und 2017 geben. Die ausgeschriebene Menge reduziert sich von 500 Megawatt in diesem Jahr über 400 Megawatt 2016 auf 300 Megawatt 2017.

Die Verordnung muss nicht mehr durch den Bundestag oder Bundesrat. Sie tritt mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt, die für Februar geplant ist, in Kraft. Eine nicht amtliche Lesefassung hat das Bundeswirtschaftsministerium bereits auf seiner Webseite veröffentlicht. (Sandra Enkhardt)

Kritik am Ausschreibungsdesign für Photovoltaik-Freiflächenanlagen reißt nicht ab

28. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Reaktionen auf die Verabschiedung der Ausschreibungsverordnung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind wenig überraschend. Der BSW-Solar zieht weiterhin problematische Punkt und kritisiert geringes Volumen, eingeschränkte Standortwahl und Größenbegrenzung auf 10 Megawatt. Der BDEW sieht dagegen einen ersten Schritt in Richtung Marktintegration der Erneuerbaren geschafft.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat das nun vom Kabinett verabschiedete Ausschreibungsdesign für Photovoltaik-Freiflächenanlagen nochmals kritisiert. Auktionsvolumen und Standortwahl seien zu stark beschränkt worden, das Verfahren bürokratisch und ein Erfolg unsicher, so die Hauptkritikpunkte des Verbandes. Die Energiewende sei mit dem geplanten Volumen von 1,2 Gigawatt für die kommenden drei Jahre nicht zu schaffen. „Viel zu wenig“, kritisiert der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Die Verordnung sei zudem ein von der Europäischen Union diktiertes „Bürokratie-Monster“.

Der BSW-Solar bemängelt neben dem geringen Volumen auch die unzureichenden Standorte für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Der überwiegende Teil geeigneter Standorte dürfe nicht genutzt werden. Mit dieser Art der Solarförderung werde die Bundesregierung ihr angestrebtes Zubauziel von 7,5 Gigawatt bis Ende 2017 wohl auch nicht erreichen, heißt es beim Verband. Er spricht sich auch gegen die in der Verordnung verankerte Größenbegrenzung von zehn Megawatt für die förderfähigen Photovoltaik-Projekte aus.

Die Bundesregierung habe zudem bestehende Spielräume bei der Anpassung der Förderung nicht genutzt. „Obwohl Strom aus neuen Solarparks inzwischen preiswert geworden ist, soll deren weiterer Ausbau in Deutschland gedrosselt und gedeckelt werden. Das Auktionsvolumen ist viel zu klein. Trotz ihrer hohen Akzeptanz bei Anwohnern dürfen Solarparks nur auf sehr wenigen Flächen errichtet werden. Die besten Sonnenstandorte bleiben selbst dann oft tabu, wenn keine unmittelbare Konkurrenz mit anderen Nutzungsinteressen vorliegt. Dies verteuert Solarstrom unnötig“, so kritisiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

BDEW: Gute Grundlage

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht in der Verordnung dagegen eine „gute Grundlage, um mit Auktionen für Erneuerbare Energien erste Erfahrungen zu sammeln“. Damit werde ein wichtiger Schritt in Richtung der Marktintegration von erneuerbaren Energien vollzogen. „Hauptziel dieser Maßnahme ist, die Kosteneffizienz bei der Förderung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu steigern. Diesem Ziel kommen wir mit der beschlossenen Verordnung nun näher", erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Aus Sicht des Verbands ist es „positiv, dass die Verordnung auf Ausnahmeregelungen für einzelne Organisationsformen verzichtet und somit einen starken Wettbewerb ermöglicht“. Beim BDEW sieht man mit der Verordnung gewährleistet, dass eine große Akteursvielfalt ermöglicht werde. Einziger Kritikpunkt ist die Beibehaltung der im EEG seit 2010 festgeschriebenen Flächenrestriktionen. Der BDEW habe sich mit dem Ziel der Wettbewerbsintensivierung und der Steigerung der Fördereffizienz für eine Aufhebung dieser Flächenrestriktionen ausgesprochen. Mit der jetzigen Verordnung erfolge jedoch nur eine geringfügige Ausweitung der Flächen, die auch erst ab 2016 greife. Dies sei „zu spät und auch inhaltlich nicht ausreichend, um nachhaltig die für eine erfolgreiche Auktion erforderliche Wettbewerbsintensität zu gewährleisten“.

EFET Deutschland kritisiert fehlende Übertragbarkeit

Der Verband deutscher Gas- und Stromhändler e.V. (EFET Deutschland) begrüßte ebenfalls grundsätzlich die Verordnung. Allerdings kritisierte der Verband, dass Förderberechtigungen, nicht auf andere Projekte oder Dritte übertragen werden könnten. Der Vorteil handelbarer Berechtigungen wäre, dass sich die Situation bei notleidenden Projekten oder notleidenden Projektierern wesentlich schneller entspannen könnte. „Die Realisierungsrate wird also gerade erhöht. Ein Sekundärhandel ist gerade für kleine Anbieter hilfreich, die nicht die Möglichkeit haben, im Rahmen eines Pools mehrerer Projekte ein Ersatzprojekt zu entwickeln“, heißt es beim EFET Deutschland.
Insgesamt ist der BSW-Solar skeptisch, ob sich durch die Ausschreibungen das Segment der Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Deutschland wieder erholen kann. Während 2013 in Deutschland noch etwa 440 Solarparks mit einer Gesamtleistung von rund 1,2 Gigawatt neu errichtet wurden, kamen es nach BSW-Solar-Angaben 2014 nur noch 200 Anlagen mit rund 600 Megawatt neu hinzu. Für dieses Jahr sollen nun gerade einmal 500 Megawatt für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ausgeschrieben werden, mit denen sich aber auch in Deutschland bereits Solarstrom für weniger als zehn Cent je Kilowattstunde produzieren lasse.
Eckpunkte der Verordnung

Der BSW-Solar hat auch nochmal die wichtigsten Eckpunkte der Verordnung zusammengefasst: Konkret sieht die Verordnung für 2015 drei Ausschreibungsrunden vor, die erste (15. April) und zweite (1. August) jeweils über 150 Megawatt. Für die dritte Runde (1. Dezember) ist ein Volumen von 200 Megawatt vorgesehen. In den Folgejahren soll das Ausschreibungsvolumen weiter sinken - 2016 auf insgesamt 400 Megawatt und 2017 auf 300 Megawatt. Nicht genutzte Kapazitäten sollen ins Folgejahr übertragen werden. In Bezug auf die Flächenverfügbarkeit bleibt es vorerst bei der restriktiven Flächenkulisse aus dem bestehenden EEG. Ab 2016 lässt die Verordnung auch Flächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zu sowie Ackerflächen in sogenannten benachteiligten Gebieten, in denen Landwirtschaft nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Auf solchen benachteiligten Gebieten sind jährlich aber nur zehn Solarparks zulässig. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung wird auch die Größe jedes einzelnen Solarparks auf maximal 10 Megawatt gedeckelt bleiben. (Sandra Enkhardt)

Colexon Energy firmiert nun unter 7C Solarparken AG

28. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Es hatte zwei Anläufe benötigt, ehe die Kooperation zwischen der Colexon Energy AG und dem belgischen Photovoltaik-Unternehmen 7C Solarparken NV gelang. Der Firmensitz wird von Hamburg nach Bayreuth verlegt.

Ab sofort firmiert die Colexon Energy AG unter dem Namen 7C Solarparken AG. Zudem sei der neue Firmensitz Bayreuth, teilte der Vorstand nach der nun erfolgten Eintragung der Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung von 12. Dezember 2014 mit. Zudem sei eine Kapitalherabsetzung erfolgt. Der neue Name solle die neue Ausrichtung der Gesellschaft verdeutlichen. Es seien auch bereits positive Veränderungen erkennbar. So sei das Portfolio bereits von 41 auf 71 Megawatt ausgebaut worden und die Bestandsanlagen würden optimiert, um die Erträge künftig zu erhöhen, hieß es weiter. Die Verlagerung des Hauptsitzes von Hamburg nach Bayreuth sei unter strategischen Gesichtspunkten gefallen, da der Standort aufgrund der eigenen Photovoltaik-Anlagen strategisch vorteilhaft sei.

Im Februar 2014 stimmten die Aktionäre von Colexon im zweiten Anlauf dafür, dass das Unternehmen bei dem belgischen Konkurrenten 7C Solarparken NV einsteigt. Das Angebot beinhaltete, dass die Aktionäre von 7C Solarparken als Gegenleistung kein Geld erhalten, sondern neue Colexon-Aktien. Colexon setzte demnach das Grundkapital im Verhältnis 2:1 herab und die0 belgischen Aktionäre erhielten für jeden eingebrachten Anteilsschein 3.500 neu auszugebende Colexon-Aktien. Im Dezember 2012 hatte Colexon den belgischen Aktionären ein in den Grundzügen vergleichbares Angebot unterbreitet, das damals dem Unternehmen zufolge einstimmig angenommen worden war. Das Vorhaben scheiterte jedoch im Februar 2013 bei der außerordentlichen Colexon-Hauptversammlung, auf der nicht die notwendige Zustimmung von 75 Prozent erreicht wurde. (Sandra Enkhardt)

IBC Solar übernimmt deutsch-türkisches Joint Venture Kosi-Frankensolar

27. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Das Photovoltaik-Systemhaus IBC Solar wird das Projektgeschäft und die Franchisepartner von Kosi-Frankensolar in der Türkei übernehmen. Kosi-Frankensolar ist ein Zusammenschluss von Frankensolar und Kosi Solar in der Türkei.

Mit der Übernahme des Projektgeschäfts und der Franchisepartner von Kosi-Frankensolar will IBC Solar seine Aktivitäen in der Türkei ausweiten. Die bisherige türkische Tochtergesellschaft von IBC Solar soll mit Kosi-Frankensolar zusammengeführt werden. Sitz der Unternehmens wird Istanbul, Geschäftsführer werden Bülent Yildiz, Hakan Daltaban und Christopher Wikberg.
IBC sieht im türkischen Markt einen der strategischen Wachstumsmärkte. Mit der Erweiterung durch das Franchisenetzwerk ist das deutsche Systemhaus flächendeckend in der Türkei präsent, heißt es bei IBC. Das Unternehmen werde einen besonderen Fokus auf lizenzfreie Projekte mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt Leistung legen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liege zunächst auf dem EPC- und Projektgeschäft. Hier übernimmt IBC Solar eine bereits gesicherte Projektpipeline von Kosi-Frankensolar.
„Mit unseren selbständig agierenden Franchisepartnern sind wir in der Türkei optimal aufgestellt“, sagt Bülent Yildiz, Geschäftsführer von Kosi-Frankensolar. Schon jetzt können wir in der Türkei auf eine große Anzahl bereits realisierter und noch geplanter Projekte blicken.“
„Kosi-Frankensolar ist einer der erfahrensten Akteure im türkischen Photovoltaikmarkt sagt Jörg Eggersdorfer, Finanzvorstand von IBC Solar. „Wir unterstützen unsere türkischen Partner mit qualitativ hochwertigen Produkten, internationaler Kompetenz und einem breiten Portfolio an Serviceleistungen.“
Frankensolar hatte im Oktober 2014 das eigene Photovoltaik-Großhandelsgeschäft eingestellt. IBC hatte anschließend die Betreuung der deutschen Distributionskunden von Frankensolar übernommen. (Mirco Sieg)

Abengoa beginnt Bau eines 100 Megawatt-Photovoltaik-Kraftwerks in Chile

27. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Das spanische Unternehmen plant bei seinem Komplex in der Atacama-Wüste die Kombination von einem solarthermischen und einem Photovoltaik-Kraftwerk. Die Anlage soll nach seinem Netzanschluss rund um die Uhr sauberen Strom liefern.

Abengoa hat mit dem Bau eines Photovoltaik-Kraftwerks in der chilenischen Atacama-Wüste begonnen. Es sei Teil des Atacama 1 Solarkomplexes, dass nach seiner Fertigstellung über eine installierte Gesamtleistung von 210 Megawatt verfügen soll, teilte das Unternehmen mit. Neben dem 100-Megawatt-Solarpark sei auch der Bau eines solarthermischen Kraftwerks mit einer Leistung von 110 Megawatt und 17,5 Stunden Wärmespeicher geplant. Es soll nach Angaben von Abengoa das erste solarthermische Kraftwerk in Lateinamerika sein. Für das gesamte Projekte werde ein Solarfeld mit von rund 1000 Hektar installiert.

Für das Photovoltaik-Kraftwerk mit 100 Megawatt Leistung würden 392.000 Solarmodule verbaut. Das Kraftwerk soll bis zum Jahresende am Netz sein und den erzeugten Solarstrom direkt einspeisen. Die Konstruktion des solarthermischen Kraftwerks laufe bereits seit dem vergangenen Jahr. Es werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 fertiggestellt. Mit der Kombination und durch die Speicherkapazitäten des solarthermischen Kraftwerks könne dann eine stabile Energieversorgung mit sauberem Strom rund um die Uhr sichergestellt werden, hieß es bei Abengoa weiter.

In Chile kommt der Photovoltaik-Markt langsam in Schwung. Mittlerweile haben verschiedene EPC-Unternehmen den Bau großer Photovoltaik-Kraftwerke angekündigt oder begonnen. Gerade in der Wüstenregion Atacama verfügt Chile über eine der höchsten Sonneneinstrahlungswerte weltweit. GTM Research erwartet, dass in diesem Jahr Photovoltaik-Anlagen mit einer Gessamtleistung von einem Gigawatt neu installiert würden. Dann würde die Photovoltaik etwa fünf Prozent des chilenischen Strombedarfs decken können. (Sandra Enkhardt)

VDMA mahnt zur Sorgfalt bei Photovoltaik-Ausschreibungen

27. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Am Mittwoch wird sich das Bundeskabinett mit den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen befassen. Der VDMA mahnt verlässliche Rahmenbedingungen an. Ein schlecht gemachtes Ausschreibungssystem könnte nach Ansicht der Verbands eine gute Entwicklung abwürgen.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) ruft zur Sorgfalt bei den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf. „Der Systemwechsel hin zu wettbewerblichen Bedingungen ist gut und kann Innovationen fördern. Wir haben aber in anderen Märkten auch gesehen, dass ein schlecht gemachtes Ausschreibungssystem eine gute Entwicklung abwürgen kann“, sagt Gerd Krieger, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes VDMA Power Systems. Es brauche verlässliche Rahmenbedingungen, um neue Kraftwerksprojekte und Anlagenparks sinnvoll zu planen und abzusichern. „Die Anlagenhersteller müssen besser heute als morgen abschätzen können, wie künftig die Auswahlkriterien aussehen, nach denen der Zubau von erneuerbarer Energie realisiert wird“, so Krieger weiter. Der VDMA Power Systems warnt trotz wachsender Ungeduld vor einem vorschnellen Handeln: Ein „übereilter, wenig durchdachter Ausschreibungsmodus“ wäre gerade für die Technologieanbieter auf ihrem Heimmarkt schmerzlich.

„Wir haben wechselhafte Jahre hinter uns. Mal versetzen uns die ungewissen Rahmenbedingungen in eine Starre, mal halten Vorzieheffekte die ganze Wertschöpfungskette auf Trapp. Eine seriöse Entwicklung des Systemwechsels mit klar definierten Zeiträumen und Meilensteinen bringt die Chance, dieses Auf und Ab zu beenden“, sagte Krieger. Der VDMA habe die Ausschreibungsverordnung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen konstruktiv und kritisch begleitet. „Die Ausschreibungen und das neue Strommarktdesign müssen ein Erfolg werden. Etwas anderes können wir uns auch als Technologieführer in Deutschland nicht leisten“, so Krieger weiter.

Für einen Erfolg der Ausschreibungen müssen nach Ansicht des Verbands verschiedene Elemente beinhaltet sein. Erstens müssen die Ausbauziele bis 2020 für die verschiedenen Erneuerbaren erreicht werden. Zweitens müsse der Einsatz innovativer Technologien angereizt werden. Drittens müssten Ausschreibungen die spezifischen Besonderheiten der Technologien berücksichtigen, die sich auch auf die Kosten, die Planungs- und die Bauphasen von Projekten auswirkten. Daher könnten die Photovoltaik-Pilotausschreibungen auch nur sehr begrenzt auf andere Technologien übertragen werden. Der vierte Punkt sei, dass der administrative Aufwand für die Ausschreibungsteilnehmer niedrig gehalten werden müsse, um die Akteursvielfalt zu wahren und weiterhin eine Bürgerbeteiligung an der Energiewende zu wahren.

Am Mittwoch wird das Kabinett voraussichtlich die Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV) verabschieden. Mitte Januar hatte das Bundeswirtschaftsministerium nach wochenlangen Abstimmungen den Referentenentwurf vorgelegt. Die erste Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen soll es demnach schon am 15. April geben. Dies ist aber nur machbar, wenn die Verordnung in den kommenden Tagen in Kraft gesetzt wird. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen eine Vorlage liefern für eine komplette Umstellung der Förderung erneuerbarer Energien auf Ausschreibungen bis 2017. (Sandra Enkhardt)

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/vdma-mahnt-zur-sorgfalt-bei-photovoltaik-ausschreibungen_100017964/#ixzz3QCOEFTQ6

Russland droht mit hohen Strafen wegen verzögerter Photovoltaik-Projekte

27. Januar 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Wegen der Verzögerung bei der Fertigstellung ihrer Photovoltaik-Kraftwerke drohen den Projektentwicklern nun Strafen in Millionenhöhe.

Die russische Regierung könnte wegen Verzögerungen bei der Fertigstellung große Geldstrafen gegen führende Entwickler von Photovoltaik-Projekten verhängen. Investoren, die in Russland für ihren Solarstrom hohe Vergütungen erhalten, haben es nicht geschafft auch nur ein Photovoltaik-Kraftwerk im gesamten Land im Jahr 2014 fertigzustellen, sagte ein Sprecher des russischen Industrie- und Handelsministeriums. Ursprüngliche Pläne der russischen Regierung sahen vor, drei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 35,2 Megawatt bis Dezember ans Netz zu bringen. Schwierigkeiten, etwa bei den erforderlichen Sicherheiten für die Kredite oder mit den Local-Content-Vorschriften, führten aber zu Verzögerungen.

Ein Projektentwickler, dem nun empfindliche Strafzahlungen drohen, ist Energiya Solntsa aus Russland. Das Unternehmen hat den Zuschlag für zwei Photovoltaik-Anlagen mit jeweils 15 Megawatt erhalten. Ebenfalls nicht rechtzeitig fertiggestellt habe die russische Firma Evrosibernergo ihren geplanten Solarpark mit fünf Megawatt Leistung. Nach Angaben der Behörden werden wegen der Verzögerungen nun Strafen für die Unternehmen in Höhe von 25 Prozent der Preises für die Energie des Kraftwerkes fällig. Dies bedeutet, die jährlichen Strafzahlungen könnten sieben bis zehn Millionen US-Dollar erreichen.

Unternehmen, die sich an den Photovoltaik-Ausschreibungen in Russland beteiligen wollen, müssen mittlerweile auch gewisse Local-Content-Bedingungen erfüllen. Für 2015 sei ein Anteil von mindestens 50 Prozent an in Russland hergestellten Produkten erforderlich. Mindestens 70 Prozent sind dann von 2016 bis 2018 geplant. Immerhin haben nun die beiden Photovoltaik-Hersteller Hevel und China Solar Systems neue Modulwerke in Russland gebaut oder zumindest damit begonnen. Dies könnte zumindest die Probleme für die Projektentwickler, die Local-Content-Bedingungen zu erfüllen, künftig lösen. (Eugene Gerden, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

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SMA wird weltweit 1.600 Stellen abbauen

27. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Stellenabbau beim Wechselrichterhersteller SMA soll rund 1.300 Angestellte in Deutschland und rund 300 Angestellte an Standorten im Ausland treffen. Das sind knapp 35 Prozent der Vollzeitstellen von SMA. Am 30. Januar will das Unternehmen die Pläne für die eigene Neustrukturierung konkretisieren.

Der Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology AG rechnet mit einem schwierigen Geschäftsjahr 2015. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen einen Verlust etwa 115 Millionen Euro eingefahren, für dieses Jahr wird ein weiter gesunkenes Umsatzniveau erwartet. Aufgrund dieser Entwicklung will das Photovoltaik-Unternehmen bis zum Ende Juni ungefähr 1.600 Vollzeitstellen in allen Unternehmensbereichen abbauen.
Ende 2014 verfügte SMA über 4.667 Vollzeitstellen, Zeitarbeitskräfte nicht eingerechnet. 1.300 Vollzeitstellen sollen nun in Deutschland abgebaut werden, weitere 300 an Standorten im Ausland. Bereits im letzten Jahr hatte SMA den Abbau von 600 Stellen geplant. Diese sind laut Unternehmen in den aktuellen Angaben berücksichtigt. Ein sozialverträglicher Personalabbau werde angestrebt, betriebsbedingte Kündigungen könnten derzeit aber nicht ausgeschlossen werden.
„Wir rechnen auch für die kommenden Jahre mit einem starken Preisdruck im globalen Photovoltaik-Markt und mit einem weiteren Nachfragerückgang in Europa, insbesondere in Deutschland. Die außereuropäischen Märkte werden sich hingegen vorteilhaft entwickeln“, sagt Pierre-Pascal Urbon, Vorstandssprecher von SMA. So werde der Markt gemessen in Gigawatt mittelfristig zwar weiter wachsen, gemessen in Euro erwarte SMA allerdings weltweit einen Rückgang. Um in diesem Umfeld wieder zur Profitabilität zurückzukehren, sollen die Strukturen von SMA an ein niedrigeres Umsatzniveau anpassen. Nur mit dem Stellenabbau könne die Gewinnschwelle bei geringeren Umsätzen erreicht werden.
„Leider ist vor diesem Hintergrund ein weltweiter Personalabbau unumgänglich“, so Urbon. „Wir haben bereits umfangreiche Maßnahmen definiert, die wir in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat diskutieren werden.“ Daraus resultierende Effekte würden aber frühestens ab der zweiten Jahreshälfte bemerkbar, so dass „SMA voraussichtlich im laufenden Geschäftsjahr noch nicht zur Profitabilität zurückkehren wird.“ Das Unternehmen werde die Transformation mit einer Nettoliquidität von rund 220 Millionen Euro aus eigener Kraft finanzieren.
Das Konzept für die Umgestaltung von SMA sowie den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 wird der Vorstand beim 7. Capital Markets Day am Freitag, 30. Januar 2015, in Kassel konkretisieren sowie Mitarbeiter und Öffentlichkeit informieren. (Mirco Sieg)

Dienstag, 27. Januar 2015

Handelsstreit: EU Prosun und Solarworld kündigen weitere Beschwerde bei EU gegen Verstöße chinesischer Hersteller an

26. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
In den USA konnte sich Solarworld erneut mit seinen Anti-Dumping- und Anti-Subventionsbeschwerden gegen die kristallinen Photovoltaik-Hersteller aus China und Taiwan durchsetzen. Nun sollen auch bei der EU-Kommission weitere Beschwerden gegen die Verstöße der chinesischen Konkurrenz folgen, wie der Präsident der Vereinigung EU Prosun, Milan Nitzschke, im pv magazine-Interview sagt.

Solarworld war mit seiner Beschwerde gegen die chinesischen Hersteller in den USA erneut erfolgreich. Mit der Verhängung neuer Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für Photovoltaik-Hersteller aus China und Taiwan haben die US-Behörden ein Schlupfloch geschlossen, dass die Unternehmen nach der Entscheidung 2012 nutzen, um Solarmodule mit außerhalb Chinas gefertigten Solarzellen ohne Importzölle in die USA zu liefern. In Europa haben sich die chinesischen Hersteller mit der EU-Kommission auf ein sogenanntes Undertaking verständigt, dass Mindestpreise und Einfuhrmengen für die chinesischen Hersteller kristalliner Photovoltaik-Produkte vorsieht. Milan Nitzschke, Präsident von EU Prosun und Konzernsprecher der Solarworld AG, kündigt im pv magazine-Interview weitere Beschwerden in Europa an, um Verstöße gegen das Undertaking zu unterbinden.

Glauben Sie, dass damit alle Schlupflöcher zur Umgehung der Anti-Subventions- und Anti-Dumpingzölle geschlossen sind und es damit künftig einen fairen Wettbewerb geben wird?
Milan Nitzschke: Ja. Mit der Entscheidung ist es künftig für die chinesischen Hersteller nicht mehr attraktiv, die Ende 2012 erlassenen Importzölle in den USA zu umgehen. Damit sind nun die bestehenden Zölle vollumfänglich wirksam.

EU Prosun hatte im vergangenen Sommer bereits eine umfangreiche Liste an die EU-Kommission übergeben, in der Verstöße chinesischer Hersteller gegen das Undertaking in Europa aufgelistet worden. Was ist daraus geworden?

Die EU-Kommission hat Ermittlungen eingeleitet und Stichproben verschiedener chinesischer Hersteller genommen. Wir erwarten die Ergebnisse in den kommenden Wochen. Chinesische Unternehmen, die gegen das Undertaking verstoßen haben, müssen gemäß der Vereinbarung von der Liste genommen werden und künftig auch in Europa Importzölle zahlen.

Die EU-Kommission hatte sich gegen Zölle entschieden. Nach dem Erfolg in den USA plant Solarworld nun auch eine erneute Beschwerde in Brüssel?
Neben der Umgehung des Mindestpreises ist uns auch bekannt, dass chinesische Hersteller versuchen, die Herkunft zu verschleiern. Dagegen wollen wir bei der EU-Kommission demnächst eine Anti-Cirumvention-Klage einreichen, dass auch in diesem Fall künftig Zölle erhoben werden. Aus meiner Sicht ist es auch nicht verständlich, warum Verbraucher in Europa ein solch hohes Risiko eingehen. Wenn Sie Module von dubiosen Händlern mit zweifelhaften Zertifikaten beziehen, müssen sie am Ende den Kopf hinhalten und im Falle einer Aufdeckung nehmen sie hohe Strafen in Kauf.

Garantieren die derzeit festgelegten Mindestpreise und Volumen einen fairen Wettbewerb von europäischen und chinesischen Herstellern?
China hat es bei der Entscheidung der EU-Kommission vor einem Jahr geschafft, so niedrige Mindestpreise durchzusetzen, so dass wir mittlerweile eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof dagegen eingereicht haben.

Wann steht die nächste Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung des Undertakings an und wie wird die aus Ihrer Sicht aussehen?

Zum Jahreswechsel stand die letzte Überprüfung an. Die Mindestpreise sind dabei nicht verändert worden. Eigentlich hätte der Mindestpreis in der Vergangenheit gar nicht abgesenkt werden dürfen. Obwohl das Undertaking Alternativen vorsieht, verwendet die EU-Kommission zur Berechnung von Anpassungen einen Marktpreisindex, der massiv von chinesischen Preisen beeinflusst wird. Je mehr chinesische Hersteller international dumpen, desto mehr geht der Index runter und in der Folge hat die EU 2014 den Anti-Dumpingpreis heruntergesetzt. Das ist absurd und wir gehen dagegen rechtlich vor.

Hat die Solarindustrie in Europa noch eine Zukunft?
Auf jeden Fall. Die europäischen Hersteller haben einen technologischen Vorteil und einen deutlich höheren Automatisierungsgrad in der Produktion gegenüber den chinesischen Herstellern. Dies wirkt sich wieder in Qualität und Lebensdauer der Produkte aus. Europa darf diesen technologischen Vorteil nicht aufgeben.

Fehlt den europäischen Herstellern momentan aber nicht auch der Heimatmarkt, um im Wettbewerb zu bestehen?
Es ist eine Katastrophe, wo der europäische Photovoltaik-Markt mittlerweile angekommen ist. Der politische Gegenwind hat nach den Boomjahren zu einem drastischen Rückgang des Marktvolumens in Europa geführt. Dennoch liegt der Zubau immer noch bei rund acht Gigawatt und es ist ein Markt mit Potenzial. Wir müssen stärker dafür sorgen, dass die Politik erkennt, dass sie übersteuert hat und dringend den Marktzugang von Photovoltaik wieder erleichtern muss, statt ihn mit Ausbaubremsen zu erschweren.

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Industrie: Europas Photovoltaik-Forscher müssen aufwachen

26. Januar 2015 | Forschung und Entwicklung, Märkte und Trends, Topnews
Bei einem Treffen führender Vertreter aus Industrie und Forschung beim Sophia Forschungsinfrastruktur-Symposium gab es leidenschaftliche Debatten über die Zukunft der Photovoltaik in Europa.

Ein Symposium zu europäischen Photovoltaik-Forschungsinfrastrukturen am Nationalen Solarenergie Institut im französischen Chambery in der vergangenen Woche löste hitzige Debatten zwischen führenden Industrievertretern und Wissenschaftlern über die künftige Ausrichtung der Photovoltaik-Forschung in Europa aus. Es ging bei dem Treffen darum, die Ergebnisse des vierjährigen Sophia Forschungsinfrastruktur-Programms zu diskutieren. Dieses sollte zu einer größeren Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Europas führenden Forschungsinstituten und den Industrieveteranen wie Manz, Meyer Burger und Photowatt führen, die die gegenwärtige Praxis scharf kritisierten.

„Sie müssen aufwachen“, rief Sylvere Leu, Innovationsvorstand der schweizerischen Meyer Burger Technology AG. „Wir brauchen eine bessere Verknüpfung zwischen Forschung und Kunden in Europa. Wir brauchen Forschungsinstitute, die Technologie produzieren, die direkt kommerziell zu verwenden ist. Als Industrie müssen wir sofort in der Lage sein, die Technologie, die sie entwickeln, zu implementieren“, so Leu weiter. Sein Weckruf wurde von Vincent Bes, Generaldirektor des französischen Unternehmens Photowatt, aufgenommen. Er forderte die vertretenen Wissenschaftler von den renommiertesten Forschungsinstituten, darunter CEA, INES, Fraunhofer ISE, imec, ECN und die Loughborrough Universität, raus aus den Laboren und Schulen zu gehen und mit der Industrie zusammenzuarbeiten. „Diese braucht sie“, fügte er hinzu. „Es gibt mehr Leute in diesem Raum als Manager von Photovoltaik-Fabriken in Europa. Das kann nicht richtig sein. Wenn ihre Ideen und Forschungsergebnisse nicht in die Industrie übertragen werden können, sind sie nutzlos“, so Bes weiter.

Bes sprach davon, dass Europa die „erste Schlacht gewonnen“ habe, als es um die Schaffung einer Solarindustrie ging, aber die „zweite Schlacht gerade verliert“ gegen China und die USA, da sich Photovoltaik-Produktionen und Innovationen immer mehr nach Osten und Westen verlagerten.

Das Sophia-Projekt

Der Vorschlag von Bes, alle führenden Forschungseinrichtungen in Europa unter einem gemeinsamen Photovoltaik-Dach zu vereinen, war dann auch eine Anspielung auf das, was mit dem Sophia-Projekt eigentlich erreicht werden sollte. Es war im Februar 2011 mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, einen Weg aufzuzeigen, wie die europäischen Solarforscher zusammenarbeiten könnten, um Europas Spitzenleistungen in der Photovoltaik-Forschung zu behaupten. Das nun ausgelaufene vierjährige Programm gewährte Photovoltaik-Wissenschaftlern freien Zugang zu Produktionsstätten in ganz Europa, um ihre Forschung zu testen. An dem Programm nahmen 17 Forschungszentren und drei Organisationen teil, die insgesamt acht spezifische Forschungsthemen bearbeiteten: Silizium, Dünnschicht und TCOs, OPC, Modellierung, CPV, BIPV, Lebensdauer von Solarmodulen sowie Photovoltaik-Module und Systemleistung. Die EU-Kommission finanzierte das Programm mit neun Millionen Euro. Das Ziel des Projekts war einfach: zusammenarbeiten, um mehr zu lernen.

„Initiativen wie Sophia muss weitergehen als Teil eines größeren Pakets zur Unterstützung der Photovoltaik-Forschungsinfrastruktur“, sagte der neue INES-Direktor und Projektkoordinator, Philippe Malbranche. „Gezielte Unterstützung für die Forschungsinfrastruktur wird entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette benötigt – von der Grundlagenforschung bis zum Downstream-Bereich.“

Ergebnisse des Sophia-Projekts

Die Ergebnisse des Programms wurden auf dem Symposium vorgestellt. Michael Köhl vom Fraunhofer-ISE lieferte eine Demonstration, wie eine stärkere Zusammenarbeit durch das Projekt Wissenschaftlern ein besseres Verständnis dafür gegeben hat, wie Solarmodule altern. Im Endergebnis hat es die Forscher in die Lage versetzt, die Lebenszyklen-Test gemeinsam mit der Industrie weiterzuentwickeln und zu verbessern. Jürgen Hüpkes vom Institut in Jülich präsentierte die Sophia-Erkenntnisse für eine verbesserte Software-Infrastruktur, während Suren Gevorgyan, Forscher im Bereich DTU Energieumwandlung an der Technischen Universität von Dänemark die Fortschritte durch das Projekt bei der Standardisierung von organischer Photovoltaik (OPV) vorstellte. „Das Fehlen jeglicher Standardisierung war immer ein ernstes Problem für die OPV, der auch die Industrialisierung bislang verhindert hat“, sagte Gevorgyan. „Wir können uns keine Standards aus dem anorganischen Bereich ausborgen. Somit hat Sophia geholfen durch die Etablierung von Richtlinien, dass sich der Sektor nun den potenziell nächsten Herausforderungen widmen kann, um die OPV näher an die Kommerzialisierung zu bringen.“

EU-Beteiligung

Als Vertreter der EU-Kommission waren Nigel Taylor, der das EU-Photovoltaik-Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Bereich Erneuerbare Energien am Institut für Energie und Transport leitet, und Paul Verhoef, Leiter des Bereichs für neue und erneuerbare Energiequellen bei der EU, anwesend. Verhoef betonte, dass die Europäische Union im nächsten Monat ein Papier zu seiner Strategie einer Energieunion veröffentlichen werde. Es gehe darum, „die Herausforderungen und Ziele einer potenziellen Energieunion in Europa zu identifizieren“, sagte er den Zuhörern. „Wo sind die einfachen Siege? Wo müssen wir akzeptieren, dass China dies oder jenes besser machen kann? Und warum ist das Investitionsklima in Europa so schwierig“, fragte Verhoef. „Es gibt viel Geld in Europa. Wir sehen Pensionsfonds, die aus fossilen Brennstoffen aussteigen, was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass das Geld stattdessen in der Photovoltaik-Forschung und –Industrie landet. Diese Investoren sind sehr risikoschau, insbesondere in Europa. Deshalb gibt es immer noch eine Zurückhaltung, wenn es um die Rückendeckung für neue Technologien geht sowie die Forschung und Entwicklung dafür in Europa.“

Jan Kroon vom ECN betonte, dass eine wesentliche Erkenntnis des Sophia-Projekts war, dass Europas Forschungsinstitute eine Reihe von Konsolidierungsstrategien bräuchten. Dazu zählte er eine größere Internationalisierung, eine Konzentration auf Nischenmärkte, gemeinsame Plattformen und ergänzende Dienstleistungen für die Industrie. „Wir müssen uns besser selbstvermarkten als Option für Kosteneinsparung“, sagte Kroon.

Die Industrievertreter wünschten sich, dass die Wissenschaftler stärker auf ihre Wünsche eingehen und boten im Gegenzug die Finanzierung ihrer Forschung an. (Foto: Solarpraxis AG/Ian Clover)

Bernhard Dimmler, Koordinator des Forschungsprojekts bei Manz, nahm eine versöhnliche Haltung ein. Er forderte die Unternehmen auf, ein größeres Augenmerk auf die europäischen Forschungsinstitute zu werfen, damit sie überleben könnten. „Photovoltaik ist immer noch eine hoch innovative Industrie, deshalb brauchen wir Wissenschaftler, die auf diesem Niveau weiterarbeiten können. Es ist jedoch die tägliche Mühe, die Wissenschaftler davon zu überzeugen, was für uns wichtig ist. Es ist ein Kampf. Die zwei Bereiche sind zwei unterschiedliche Welten und so müssen wir zu einer größeren Zusammenarbeit und einer stärkeren Führung durch die Industrie kommen“, sagte Dimmler.

Am Ende des Symposiums waren sich Wissenschaftler und Industrievertreter zumindest einig, dass das Geld in Europa knapp ist; gerade im Vergleich zu den scheinbar endlosen Finanzierungen für die chinesische Konkurrenz. Aber Bes von Photowatt betonte, dass Geld nicht das entscheidendste sei, wenn die Ideen und die Forschung gut sei. „Sie brauchen nicht die Regierungen und die EU, um gute Ideen zu finanzieren. Überzeugen sie uns, dass ihre Forschung gut ist und wir werden sie finanzieren“, sagte der französische Industrievertreter.

Neben dem Sophia-Projekt gibt es noch ein ähnliches mit dem Namen „Cheetah“, deutsch Gepard. Bei dem noch laufenden Projekt, dass auf zwei Jahre angelegt ist und auch von der EU gefördert wird, geht es darum, Wege zur Kostensenkung und höheren Energieausbeute von Photovoltaik zu suchen, indem europäischen Forschungs- und Entwicklungsleistungen einbezogen werden. Das Projekt wird durch ECN koordiniert und läuft noch ein Jahr. (Ian Clover, Übersetzung: Sandra Enkhardt)

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Luxor Solar installiert Freiflächenanlagen in Kroatien

26. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Nach Angaben des deutschen Photovoltaik-Unternehmens werden seine Projekte aber voraussichtlich zu den letzten Großprojekten gehören, die in dem Balkanstaat gebaut werden. Die Förderung für Freiflächenanlagen in Kroatien ist "nicht mehr angemessen".

Die Luxor Solar GmbH hat Ende vergangenen Jahres eine Freilandanlage mit 360 Kilowatt Leistung in Kroatien ans Netz gebracht. Die Realisierung einer weiteren Photovoltaik-Anlage gleicher Größenordnung sei auch für dieses Frühjahr geplant, teilte das Stuttgarter Photovoltaik-Unternehmen mit. Das Projekt solle umgesetzt werden, bevor die dafür erteilte Lizenz ihre Gültigkeit verliere. Die beiden Freiflächenanlagen werden wohl „die letzten ihrer Art sein, da Freiland-Anlagen in dem sonnenreichen Land nicht mehr angemessen gefördert werden“, hieß es weiter.

Bereits für die Anlage, die im November ans Netz gegangen sei, habe alles ganz schnell gehen müssen. Einen Tag nach Zahlungseingang seien schon die ersten Solarmodule auf die Baustelle geliefert worden. Durch die hohen Einstrahlungswerte in Kroatien und eine Einspeisevergütung von etwa 14,5 Cent pro Kilowattstunde wird sich die Anlage nach Angaben von Luxor Solar für den Investor in weniger als zehn Jahren amortisieren. Die Förderung gelte für 14 Jahre und der Solarstrom werde komplett ins Netz eingespeist. Danach wolle der Investor mit dem Strom aus der Photovoltaik-Anlage lokale Landwirtschaftsbetriebe versorgen.

Seinen Marktanteil in Kroatien gibt Luxor Solar mit rund zehn Prozent an. Insgesamt habe das Unternehmen Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 3,5 Megawatt installierter Leistung gebaut. (Sandra Enkhardt)

Aus Q3 Energieelektronik wird Q3 Energie

26. Januar 2015 | Speicher und Netze, Topnews
Der insolvente Speicherhersteller hat neue Geldgeber gefunden. Ein Altgesellschafter hat zusammen mit einem Fertigungspartner ein neues Unternehmen gegründet, dass Q3 Energieelektronik im Rahmen eines Asset Deals übernehmen und fortführen will.

Aus Q3 Energieelektronik wird Q3 Energie. Im November vergangenen Jahres musste das Photovoltaik-Unternehmen Insolvenz anmelden, nachdem eine Umstrukturierung der Gesellschaft mit einer einhergehenden Refinanzierung gescheitert war. Der Hersteller von Speichern und Wechselrichtern hoffte auf eine schnelle Lösung. Dennoch eröffnete das Amtsgericht am 1. Januar 2015 schließlich das Insolvenzverfahren. Nun sei es einem der Altgesellschafter und Geschäftsführer der Q3, Thomas Neumann, ist es gelungen zusammen mit einem Fertigungspartner, der Firma Braun Elektronik plus (+) Feinwerktechnik GmbH aus Laupheim gelungen, eine neue Firma zu gründen, die in einem Asset Deal die insolvente Gesellschaft übernehmen wird. Ein entsprechender Kaufvertrag sei bereits unterschrieben. Die Gläubigerversammlung müsse aber noch zustimmen, teilte das Unternehmen nun mit. Wann diese Versammlung sein wird, war zunächst nicht bekannt.

Das neu gegründete Unternehmen wird als Q3 Energie firmieren und seinen Hauptsitz in Laupheim haben. Niederlassungen werde es in Kaufbeuren und Biberach geben. Neumann ist auch Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. Im Zuge der Übernahme sollen fast alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Mittelfristig sei sogar für den Entwicklungsbereich die Einstellung neuer Mitarbeiter geplant, hieß es weiter. Die neue Gesellschaft werde auf den vorhandenen Technologien und Produkten aufbauen und wolle vor allem im Entwicklungsbereich weiter investieren. Das Produktspektrum soll aus Wechselrichtern, Batteriespeichern (Q_BEE), Feuerwehrabschaltungen und Anschlusstechnik bestehen. Nahezu alle Produkte der Q3 Energie sollen künftig am Hauptsitz gefertigt werden. Die Produktion der Anschlusstechnik habe bereits begonnen. Wechselrichter sollen spätestens ab Februar wieder lieferbar sein, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Speichersystem Q BEE werde derzeit in die Fertigung bei Braun eingesteuert. Der Lieferbeginn in kleinen Serien sei noch für das erste Quartal geplant. Bis zur Jahresmitte solle die Produktion dann sukzessive gesteigert werden. (Sandra Enkhardt)

Manz sieht viel Potenzial in Batteriesparte

26. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Der Photovoltaik-Maschinenbauer geht davon aus, dass er im vergangenen Jahr das selbstgesteckte Umsatzziel erreicht. Beim Gewinn muss Manz noch abwarten, das vor allem große Erwartungen in die weitere Entwicklung der Batteriesparte setzt.

Die Manz AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Umsatzziel von 280 bis 300 Millionen Euro wohl erreicht. Das Ergebnis werde am oberen Ende der Bandbreite liegen, sagte Finanzvorstand Martin Hipp in einem Interview der „Börsen-Zeitung“. "Auf der Ertragsseite und beim Gewinn müssen wir noch abwarten", sagte er weiter. Es sei noch offen, wie etwa Forderungen von rund fünf Millionen Euro in einem insolventen Kunden in den USA zu bewerten seien. Vor allem der Solarbereich belastet die Erträge des deutschen Unternehmens.

Manz baut derzeit vor allem seine Batteriesparte als drittes Standbein neben Photovoltaik und Displays aus. Mit dem Wachstum in diesem Bereich zeigte sich Hipp sehr zufrieden. Grund für die gute Entwicklung seien Aufträge für Maschinen zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien im Bereich Consumer Electronics. "Mittelfristig" bestehe die Chance, in diesem Bereich einen Umsatz von "durchaus 100 Millionen Euro und mehr" zu erreichen, sagte Hipp im Interview. 2014 seien es mehr als 10 Millionen Euro gewesen. "Ob wir das schon 2015 schaffen, ist noch nicht klar", sagte Hipp mit Blick auf die 100 Millionen Euro. Bei Batterien für Elektroautos will Manz dagegen nicht so optimistische Prognosen abgeben. Die deutsche Autoindustrie sei noch „zögerlich“, weshalb der deutsche Maschinenbauer mittelfristig mit Herstellern aus den USA ins Geschäft kommen wolle. (Sandra Enkhardt)

Sonnenbatterie verzeichnet anhaltend hohe Nachfrage

23. Januar 2015 | Topnews, Speicher und Netze, Märkte und Trends
Der Allgäuer Speicherhersteller will sein Geschäft auch in diesem Jahr weiter ausbauen. Die Produktion des Batteriespeichersystems eco soll gegenüber dem Vorjahr verdreifacht werden. Geschäftsführer Christoph Ostermann erklärt im pv magazine-Gespräch, wie er die Marktanteile von Sonnenbatterie auch in diesem Jahr weiter steigern will.

Die Sonnenbatterie GmbH ist weiter in der Erfolgsspur. „Die Produktion läuft planmäßig und die Nachfrage nach unseren Speichersystemen ist auch im ersten Quartal anhaltend hoch“, sagt Christoph Ostermann im Gespräch mit pv magazine. In den Vorjahren habe sich auch bei der Speichernachfrage das Winterloch beim Photovoltaik-Zubau bemerkbar gemacht. Doch in diesem Jahr sei dies anders. Dennoch würden die meisten Speichersysteme immer noch im Zusammenhang mit neuen Photovoltaik-Anlagen verkauft, sagt der Geschäftsführer von Sonnenbatterie weiter. Dennoch sei auch eine wachsende Nachfrage für die Nachrüstung bestehender Photovoltaik-Anlagen festzustellen. Sonnenbatterie vertreibt seine Speichersysteme nur über eigene Fachpartner, nicht aber über Großhändler. Rund 50 Vertriebspartner hat das Unternehmen in Deutschland und Österreich. „Hintergrund ist, dass es sich bei Speichersystemen immer noch um ein erklärungsbedürftiges Produkt gerade in Bezug auf Funktionsweisen und Sicherheit handelt. Mit unseren Sonnenbatterie-Centern wollen wir sicherstellen, dass wir einen guten Service und eine gute Beratung für die Kunden bieten“, sagt Ostermann.

Der Speicherhersteller will auch in diesem Jahr seine Produktion weiter hochfahren. Bereits im zweiten Halbjahr 2014 hatte Sonnenbatterie seine Kapazitäten deutlich ausgebaut. „Wir wollen die Zahl der ausgelieferten Systeme gegenüber dem Vorjahr verdreifachen“, sagt Ostermann zu den Plänen. Er erwarte eine weiter steigende Nachfrage. Daher werde zum einen die Produktionsfläche am Standort Wildpoldsried vergrößert. Zum anderen sei geplant, ab Mitte des Jahres eine Auftragsfertigung mit der Herstellung von eco-Speichersystemen zu starten. Dies sei auch das Modell für die USA, wo Sonnenbatterie ebenfalls zur Jahresmitte mit der Serienfertigung und dem Vertrieb beginnen will. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland wird von derzeit rund 100 auf etwa 130 zum Jahresende wachsen, wie Ostermann weiter sagt.
Der Umsatz des Unternehmens soll sich in diesem Jahr mindestens verdoppeln. Nach Gewinnen schielt Sonnenbatterie derzeit aber noch nicht. „Unsere Strategie ist, die Einnahmen in neues Wachstum und die Weiterentwicklung unserer Technologie zu investieren“, sagt Ostermann. Nur auf diese Weise könne der Hersteller weitere Marktanteile gewinnen. Mit einer Preissenkung für seine Speichersysteme von rund 50 Prozent im vergangenen Jahr sieht sich das Unternehmen gut gegenüber den Wettbewerbern positioniert. Dennoch wird es auch künftig noch ein gewisses Potenzial für weitere Preissenkungen geben, die aber derzeit bei Sonnenbatterie nicht geplant seien. Die Marktverteilung in Deutschland zwischen Lithium-Ionen- und Bleibatterien sieht Ostermann bei etwa 50 zu 50. Allerdings sei zu erwarten, dass sich dies zugunsten der Lithium-Ionen-Systeme noch verschieben werde. Bei den Speicherherstellern sei aber bereits auch eine Art Konsolidierung eingetreten. So seien vor einigen Jahren viele Hersteller auf den Markt gedrängt, von denen einige kleine Firmen derzeit wieder ausschieden. Doch nicht nur für den deutschen Speichermarkt ist Ostermann optimistisch. Sonnenbatterie will auch im Ausland weiter wachsen. Neben Deutschland ist das Unternehmen derzeit in Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Italien und Luxemburg aktiv. Perspektivisch interessante Märkte seien Großbritannien und die skandinavischen Länder. Dort werde Sonnenbatterie einen möglichen Markteintritt in diesem Jahr evaluieren, sagt Ostermann. Hinzu kommt das Geschäft in den USA, dass dann ab dem zweiten Halbjahr Fahrt aufnehmen soll.

Sonnenbatterie hat zudem sein Management-Team auf Wachstum ausgerichtet. Seit Januar ist Oliver Koch neben Ostermann neuer Geschäftsführer. Er ist seit September an Bord und hatte das Hochfahren der Produktion als COO im zweiten Halbjahr erfolgreich umsetzen können. Der Sonnenbatterie-Mitbegründer und CTO Torsten Stiefenhofer ist dafür aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Als Chief Innovation Officer wird er sich nun ganz auf die strategische Weiterentwicklung des Produktsortiments konzentrieren. Als neuen Chief Technology Officer hat Sonnenbatterie zudem Hermann Schweizer an Bord geholt. Der studierte Elektroingenieur bringt jede Menge Erfahrung aus der Industrie mit und war bereits in Führungspositionen verschiedener Unternehmen tätig. (Sandra Enkhardt)

Fraunhofer-ISE testet erfolgreich virtuelles Speicher-Konzept

23. Januar 2015 | Forschung und Entwicklung, Topnews, Speicher und Netze
Die Freiburger Wissenschaftler haben nun ein Konzept erforscht, womit tausende kleine Batterien und Wärmespeicher zu einem virtuellen Speicher zusammengefasst werden können. Das Leitsystem vernetzt dabei die verteilten Speicherkomponenten in der Leitwarte zu einem dezentralen virtuellen Kraftwerk.

Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben erfolgreich das Konzept mit dem "Hybriden Speicher" getestet. Dabei werde mittels eines Agenten-basierten Betriebsführungssystem tausende kleiner Batterien und Wärmespeicher zu einem virtuellen Speicher zusammenfasst, teilten die Forscher nun mit. Ohne Beeinträchtigung der Verbraucher werde deren lokales Speicherpotenzial erschlossen und gebündelt auf der Verteilnetzebene zur Verfügung gestellt. Das Leitsystem sei in Zusammenarbeit mit den Fraunhofer-Instituten UMSICHT und IOSB-AST entwickelt worden. „Die Agenten erledigen einen großen Teil der Regelaufgaben direkt mit ihren lokalen Nachbarn, sozusagen auf dem kleinen Dienstweg und reduzieren so den Aufwand für zentrale Strukturen“, erklärt Christof Wittwer, Leiter der Abteilung Intelligente Energiesysteme am Fraunhofer ISE, das neue Konzept.

Das neue Konzept sei im Smart Energy Lab des Fraunhofer ISE getestet worden. Dort könnte beliebige Komponenten zur Energiewandlung und -speicherung getestet und für die Einbindung in das Smart Grid optimiert werden. Es kann zudem verteilte Komponenten in einem realen Verteilnetz bewirtschaften, wie es weiter hieß. Das „Regenerative Energien Modell – Deutschland“ des Fraunhofer ISE hat für das deutsche Energiesystem im Jahr 2050 errechnet, dass allein für netzdienliche kleine Batterie- und Wärmespeicher rund 340 Gigawattstunden bereitgestellt werden könnten. Das sei mehr als das Fünffache der für den gleichen Zeitpunkt angenommenen Kapazität aller Pumpspeicherwerke von 60 Gigawattstunden. (Sandra Enkhardt)

Trina Solar und Winaico kritisieren Importzoll-Entscheidung in USA

23. Januar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Der chinesische Photovoltaik-Hersteller bewertet die Entscheidung für Importzölle in den USA als falsch und unfair und prüft Widerspruch. Der taiwanesische Modulhersteller bleibt trotzdem hoffnungsvoll und zeigt Auswege auf.

Die Reaktionen der chinesischen und taiwanesischen Photovoltaik-Hersteller auf die Entscheidung der Internationalen Handelskommission der USA (USITC), die die Verhängung von Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen am Mittwoch bestätigte, sind bislang verhalten. Einer der größten Hersteller in China, Trina Solar, kommentierte die Verhängung von Importzöllen als „falsch und unfair“, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX meldet. Trina Solar prüfe derzeit – gemeinsam mit Anwälten und anderen Parteien – eine Anfechtung der Entscheidung der USITC und des US-Handelsministeriums. Letzteres hatte bereits Mitte Dezember seine endgültige Entscheidung für Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für kristalline Photovoltaik-Hersteller aus China und Taiwan verkündet, die die USITC nun am Mittwoch bestätigte. Trina Solar hatte freiwillig an den Ermittlungen der US-Behörden teilgenommen und dadurch eine separate Zollentscheidung erhalten. Die Höhe des Anti-Dumpingzolls für Trina Solar soll bei 26,71 Prozent liegen und der Anti-Subventionszoll bei 49,79 Prozent. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller geht davon aus, dass der kombinierte Importzoll dann insgesamt niedriger sein werde als die Summe aus beiden. Das US-Handelsministerium wird in den kommenden Wochen noch die konkreten Importzölle für die Unternehmen bekanntgeben.

Auch die taiwanesische Solarindustrie zeigt sich wenig erfreut über die importzoll-Entscheidung in den USA. Winaico, die Modulmarkte des Halbleiterkonzerns Win Win Precision Technology Co., Ltd. gibt sich zugleich aber auch hoffnungsvoll für die Zukunft. „Wir sind zutiefst enttäuscht über die Zollentscheidung der USITC, die sich nachteilig auf Taiwans Solarindustrie auswirkt. Aber die taiwanesische Solarindustrie wird nun seine Markteintrittsstrategien überdenken und in Channel-Marketing investieren, um eine Win-Win-Lösung auch zum Nutzen der US-Solarindustrie zu erzielen“, sagte Davis Chen, Vorstandschef von Winaico. Immerhin stünden taiwanesische Photovoltaik-Produkte für hohe Qualität und Wirkungsgrade. Winaico selbst stehe kurz davor, die ersten seiner 300 Watt-PERC-Solarmodule in die USA zu liefern. Als Ausweg für die taiwanesischen Photovoltaik-Hersteller sieht Winaico den Weg, ihre Solarzellenproduktion nach Übersee zu verlagern und weiterhin in Modulkapazitäten im Heimatland zu investieren. „Die Kombination aus nicht-taiwanesischen Solarzellen und in Taiwan zusammengebauten Solarmodulen ist der Weg die Zölle zu umgehen“, heißt es in der Mitteilung von Winaico weiter.

Die US-Behörden haben mit ihrer Entscheidung ein Schlupfloch geschlossen, dass die chinesischen Photovoltaik-Hersteller nach der ersten Entscheidung über Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle Ende 2012 nutzten. Die chinesischen Hersteller setzten auf in Taiwan produzierte Solarzellen in ihre Solarmodule ein, um die Importzölle zu umgehen. Die jetzige Entscheidung betrifft daher auch nur die Solarzellenproduzenten in Taiwan, für die das US-Handelsministerium Einfuhrzölle zwischen 11,45 und 27,55 Prozent erheben will. Nach Angaben von Solarworld sollen die neuen Importzölle zum 1. Februar in Kraft treten und fünf Jahre gelten. Sie sind nur für die bisher nicht erfassten kristallinen Photovoltaik-Importe gültig. Ansonsten gelten zudem die Ende 2012 erhobenen Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle für die chinesischen Hersteller auch weiterhin. (Sandra Enkhardt)

Der BDEW und sein unaufhörliches Streben nach Kapazitätsmärkten

23. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Verband feiert, dass sich nun Frankreich entschieden hat, Kapazitätsmärkte einzuführen. In Deutschland beißt der BDEW mit diesem Ansinnen auf Granit. Deshalb sieht der Verband nun in der Reform des Strommarktdesigns auch keine nationale, sondern eine europäische Herausforderung. Ein Kommentar.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) macht seit Monaten massiv Werbung für die Einführung eines Kapazitätsmarkts in Deutschland. Der sonst so erfolgsverwöhnte Verband, zumindest wenn es darum geht bei der Regierung Gehör für seine Interessen zu finden, beißt sich damit gerade aber die Zähne aus. Erst in den vergangenen Tagen hatten sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) öffentlich ihre ablehnende Haltung zur Einführung von Kapazitätsmärkten kundgetan. In dem vorgelegten Grünbuch für ein neues Strommarktdesign des Bundeswirtschaftsministeriums wird ebenfalls offensiv von der Einführung von Kapazitätsmärkten abgeraten und eher eine Weiterentwicklung des bestehenden Systems favorisiert.

Doch wer den BDEW kennt, der weiß auch, dass der Verband die Flinte nicht so schnell ins Korn wirft. Da kommt die Ankündigung aus Frankreich gerade recht: Das Land, das vor allem auf Atomstrom setzt, will einen Kapazitätsmarkt einführen. Neben Großbritannien wäre es dann das zweite europäische Land, das sich dafür entscheidet. Für den BDEW reicht das aus, um nun auch für Deutschland wieder einen solchen zu fordern. „Längst ist deutlich geworden, dass die Reform des Strommarktdesigns keine nationale, sondern eine europäische Herausforderung ist. Strom macht nicht an Grenzen halt. Es ist deshalb wichtig, dass die von der Bundesregierung angestoßene Debatte um das zukünftige Strommarktdesign ergebnisoffen und mit einer klaren europäischen und grenzüberschreitenden Perspektive geführt wird“, erklärt daher flott die BDEW-Hauptgeschäftsführerin und ehemalige Kanzleramtsministerin Hildegard Müller. Also wenn sich die deutsche Politik querstellt, warum dann nicht gleich an der europäischen Schraube drehen? Und wie so oft hat der BDEW natürlich auch schon das passende Konzept in der Schublade: „Der vom BDEW entwickelte dezentrale Leistungsmarkt unterstützt und fördert die Weiterentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes. Der Branchenvorschlag ist europakompatibel und setzt ausdrücklich auf die Einbindung ausländischer Kapazitäten in den dezentralen Leistungsmarkt", so Müller weiter.

Die vorgebrachten Argumente gegen die Einführung von Kapazitätsmärkten nimmt der BDEW mit keiner Silbe auf. Dabei zeigen die Studien, die im Zuge des Grünbuchs des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurden, dass Kapazitätsmärkte deutlich teurer wären als ein optimierter Strommarkt, der sogenannte Strommarkt 2.0. Die Wissenschaftler betonen dabei auch, dass der deutsche Strommarkt grundsätzlich funktionsfähig ist und die Versorgungssicherheit gewährleisten kann. Aber warum sollte der BDEW darauf auch eingehen? Er will ja auch in Deutschland künftig einen Kapazitätsmarkt etablieren und somit die Finanzierung der alten fossilen Kraftwerke der Energieversorger sichern. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 22. Januar 2015

BNEF: Solarförderung in Japan könnte um 18 Prozent sinken

21. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der japanische Photovoltaik-Markt war in den vergangenen zwei Jahren hinter China auf Rang zwei bei der neu installierten Leistung. Zum April könnten die Photovoltaik-Einspeisetarife um bis zu 18 Prozent sinken, wie die Analysten von Bloomberg New Energy Finance schätzen.

Die Photovoltaik-Einspeisetarife in Japan könnten zum 1. April um bis zu 18 Prozent sinken. Dies ist die Schätzung der Analysten von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) aufgrund der gesunkenen Betriebs- und Wartungskosten für Photovoltaik-Anlagen in Japan, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet. Die Solarförderung werde in zwei Schritten sinken. Zum einen zu Beginn des Fiskaljahres, der in Japan auf den 1. April fällt, sowie zum 1. Juli. Dieses Datum ist der dritte Jahrestag der Einführung des Förderprogramms für erneuerbare Energien in Japan, schreiben die BNEF-Analysten in einem Bericht.

Aktuell beträgt die Einspeisevergütung für genehmigte Photovoltaik-Projekte in Japan 32 Yen pro Kilowattstunden, umgerechnet knapp 23,5 Cent je Kilowattstunde. Zum 1. April könnten die Tarife auf knapp 21 Cent je Kilowattstunde sinken und zum 1. Juli auf 19,3 Cent je Kilowattstunde, so die BNEF-Schätzungen. Im Juli 2012 hatte die japanische Regierung die Förderung der Photovoltaik eingeführt, um Investitionen in diesem Sektor anzureizen. Diese hohen Prämien seien in dem Gesetz für drei Jahre festgeschrieben worden. Seit der Einführung passte sie die relativ hohen Einspeisetarife jährlich zum 1. Juli an. Die Absenkungen spiegelten dabei dem Bericht zufolge jeweils die gesunkenen Photovoltaik-Kosten wieder. Im Unterschied zu Deutschland ist aber für die Höhe der Einspeisevergütung in Japan die Genehmigung des Projekts ausschlaggebend.

In der vergangenen Woche hat ein Ausschuss der japanischen Wirtschafts- und Handelsministeriums die jährliche Prüfung der Anreize für erneuerbare Energien aufgenommen, schreibt Bloomberg. Mit dem Programm wird neben Photovoltaik auch Windkraft, Erdwärme, Biomasse und Kleinwasserkraft in Japan gefördert. Die Einspeisetarife für die übrigen Technologien würden voraussichtlich nicht abgesenkt. Allerdings entfalle auf die Photovoltaik auch der größte Teil der zur Förderung beantragten und genehmigten Projekte, hieß es weiter. Neben der Reduktion der Einspeisetarife soll der Ausschuss auch über das Ende der dreijährigen „Premium“-Periode beraten.

Nach der Einführung der Solarförderung 2012 hat sich der Photovoltaik-Markt in Japan rasant entwickelt. Er ist mittlerweile weltweit der zweitgrößte nach China – gemessen an der neu installierten Photovoltaik-Leistung. Nach jüngsten Meldungen des japanischen Forschungsinstituts RTS PV sollen im vergangenen Jahr neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 8000 Megawatt ans Netz gegangen sein. Offizielle Zahlen hat das Wirtschaftsministerium aber noch nicht veröffentlicht. Allerdings ist auch noch nicht genau bekannt, wie viel Photovoltaik-Leistung in China im vergangenen Jahr neu installiert worden ist. Klar ist nur, dass China 2014 seine selbstgesteckten Ausbauziele verfehlt haben dürfte, dass nach mehrfachen Korrekturen noch bei 13 Gigawatt lag. (Sandra Enkhardt)

Ein Strommarkt-Design für die Energiewende

21. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Video-Interview: Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group und Mitautor des EEG, kritisiert die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung und fordert unter anderem mehr Wettbewerbsgleichheit. Im Interview spricht er über nötige Korrekturen am Strommarkt-Design, Optionen für den Kohleausstieg, Lobbyarbeit der fossilen und erneuerbaren Energieerzeuger sowie die nächsten Schritte in der Energiewende.

Ein brauchbares Strommarkt-Design muss sich an marktwirtschaftlichen Regeln orientieren, meint Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group und Mitautor des EEG. Dazu gehöre ein gleichberechtigter Wettbewerb aller Akteure. Der heutige Strommarkt sei allerdings stark verzerrt, allein schon deswegen, weil Schadenskosten zum Beispiel von Kohle- und Atomkraftwerken nicht internalisiert werden. Daher müsse ein erster Schritt für ein neues Strommarkt-Design sein, endlich Wettbewerbsgleichheit zwischen den unterschiedlichen Energieformen herzustellen.
Fell kritisiert zudem die in der Vergangenheit aufgebaute Abhängigkeit von russischem Erdgas. Erneuerbare könnten hier Unabhängigkeit bringen, werden aber immer wieder bekämpft, zum Beispiel mit der letzten EEG-Novelle, so Fell. Das richte sich nicht nur gegen den Klimaschutz, sondern auch gegen die politischen Freiheiten in unserem System.
Damit sich die Erneuerbaren in Zukunft politisch besser durchsetzen können, plädiert Fell klar für einen Zusammenschluss der Erneuerbaren-Energien-Verbände. Mit einem solch „vielstimmigen Chor“, wie wir ihn jetzt haben, lassen sich die eigenen Interessen nicht durchsetzen, meint Fell.
Mehr erfahren Sie im Video-Interview…

Video anschauen

Folgende Fragen haben wir Hans-Josef Fell gestellt…
00:12 – Wie kann man den Strommarkt besser an die Energiewende anpassen?
01:50 – Zwingt EU-Recht Deutschland zum Ausschreibungsmodell für Erneuerbare?
03:40 – Wie bewerten Sie die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung?
06:35 – Ist ein Ausstieg aus dem Kohlestrom notwendig?
07:40 – Brauchen wir eine staatliche Abwrackprämie für Kohlestrom?
08:50 – Wie können sich die Erneuerbaren politisch besser durchsetzen?
11:12 – Was sollten die nächsten Schritte in der Energiewende sein?
(Mirco Sieg)

BEE kritisiert geplantes Photovoltaik-Ausschreibungsdesign

21. Januar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Verband hat grundsätzliche Bedenken, dass mit dem nun vorgelegten Entwurf die Ausschreibungsziele - Kosteneffizienz, Erreichen der Ausbauziele und Wahrung der Akteursvielfalt - erreicht werden können. Besonders kritisch ist, dass keine Sonderregelungen für kleine Unternehmen und Bürgerenergie bei den Ausschreibungen von Photovoltaik-Freiflächenanlagen vorgesehen sind.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Entwurf für die Pilot-Ausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen skeptisch. „Der Verordnungsentwurf für Photovoltaik-Freiflächenanlagen erschwert es, die drei Ausschreibungsziele – Kosteneffizienz, Erreichung der Ausbauziele und Wahrung der Akteursvielfalt – zu erreichen“, erklärte BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Der Verband bemängelt das geringe Volumen für die geplanten Ausschreibungen, das bis 2017 noch weiter sinken soll. „Das Ausschreibungsvolumen von absteigend 500, 400 und 300 MW lässt Zweifel erkennen, ob der Bundesregierung an einer baldigen Erholung des Photovoltaik-Ausbaus gelegen ist“, heißt es in der Stellungnahme des BEE zum Verordnungsentwurf. Bereits das geplante Auktionsvolumen von 500 Megawatt in diesem Jahr sei zu niedrig angesetzt, um den angestrebten Neubau von Photovoltaik-Anlagen zu erreichen.

Besonders kritisch sieht der Verband, dass keine Sonderregelungen für kleine Unternehmen und Bürgerenergie enthalten seien. „Wirtschaftsminister Gabriel leitet mit diesem Entwurf das Ende der Vielfalt in der Energiewende ein“, sagt Falk. Ausschreibungen beinhalteten zusätzliche Transaktions- und Projektkosten, die internalisiert werden müssen. Durch die fortschreitende Absenkung der Solarförderung seien die Kosteneffizienzpotenziale bereits jetzt ausgeschöpft, so Falk. „Photovoltaik-Strom wird schon heute für unter 10 Cent je Kilowattstunde sehr günstig erzeugt. Der Ausbau der Energiewende wird nun unnötig verteuert“, sagte er mit Blick auf die Ausschreibungen weiter. Falk kritisierte auch den bürokratischen Aufwand, der mit dem Verfahren erzeugt werde und vor allem kleinere Akteure abschrecke. Der BEE gehe daher auch davon aus, dass sich kleine Akteure nicht erfolgreich an den Pilotausschreibungen beteiligen würden.

In der Frage der zulässigen Flächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen positioniert sich der BEE ebenfalls. Eine stärkere Öffnung der Ackerflächen auf ertragsschwächeren Böden wäre ein geeignetes Instrument, um vor Ort kostengünstig unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung die Photovoltaik auszubauen, heißt es beim Verband. Im Entwurf seien aber gerade einmal zehn neue Solarparks auf sogenannten benachteiligten Flächen vorgesehen. Dies sei unzureichend.

Diesen Punkt hat auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in seiner Stellungnahme zum Verordnungsentwurf kritisiert. Er spricht sich für eine Streichung der Limitierung aus oder aber für eine Ausweitung auf 250 Megawatt. Zudem sollte auch das Gesamtvolumen auf die ursprünglich geplanten 600 Megawatt neu installierte Photovoltaik-Leistung pro Jahr wieder angehoben werden. Für Solarparks auf Konversionsflächen sollte zudem die Förderobergrenze von 10 auf 25 Megawatt erhöht werden. Bei der Höhe der Zweitsicherheit für die Gebote plädiert der BSW-Solar für eine Absenkung.

Bis zum heutigen Mittwoch haben die Vertreter der Länder und Verbände für ihre Stellungsnahmen zum Entwurf Zeit. Der BEE plädiert nach Sichtung des Verordnungsentwurfs noch nachdrücklicher dafür, ergebnissoffen zu prüfen, ob die Ziele des Pilotverfahrens erreicht wurden und erst danach zu entscheiden, ob Ausschreibungen auch für weitere erneuerbare Energien einzuführen sind. Dabei seien die gesammelten Erfahrungen bei Photovoltaik-Ausschreibungen nicht auf die anderen Erneuerbaren-Sparten übertragbar, betonte Falk. (Sandra Enkhardt)