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Mittwoch, 25. Februar 2015

Manz mit Umsatzrekord im Jahr 2014

24. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Das operative Ergebnis des Anlagenbauers liegt allerdings unter Vorjahresniveau. Dennoch nutzte Manz die guten Zahlen für außerplanmäßige Abschreibungen gerade im Photovoltaik-Segment nutzen. Trotz noch fehlender Aufträge für die CIGS-Fab ist der Optimismus weiter ungebrochen.

Die Manz AG hat nach vorläufigen Berechnungen im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von rund 306 Millionen Euro erzielen können, der auch über den eigenen Erwartungen lag. Dies sei eine Steigerung um etwa 15 Prozent gegenüber 2013. Die Ergebnisse blieben allerdings etwas hinter dem Vorjahresergebnis zurück, wie der Maschinenbauer weiter mitteilte. Das um einmalige, negative Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird nach vorläufigen Berechnungen bei 24,9 Millionen Euro (2013: 27,0 Millionen Euro) liegen. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde mit rund 0,5 Millionen Euro (Vorjahr: 3,1 Millionen Euro) gerechnet. Trotz der leichten Rückgänge bei den Ergebnissen seien die operativen Ziele für das Geschäftsjahr erreicht worden, hieß es bei Manz weiter.

Abschreibungen in Millionenhöhe

Die negativen Sondereffekte stammten überwiegend aus außerplanmäßigen Abschreibungen und Abwertungen im Solarsegment, die zu einem EBIT-Verlust von 32,8 Millionen Euro geführt hätten. Insgesamt hätten sich die negativen Sondereffekte auf 33,2 Millionen Euro summiert. So seien etwa nach der Insolvenz der GT Advanced Technologies Ltd. (GTAT), Apple-Zulieferer und Hersteller von Saphirglas für Smartphones, Nettoforderungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro abgeschrieben worden. Im Batteriebereich habe ein grundsätzlicher Strategiewechsel eines deutschen Autobauers dazu geführt, dass ein Auftrag nicht abgeschlossen werden konnte und mit einem einmaligen negativen Sondereffekt von 4,0 Millionen Euro rückabgewickelt wurde. Manz habe sich aus strategischen Gründen entschieden, auf eine juristische Auseinandersetzung mit dem Kunden zu verzichten und die freien Kapazitäten für neue Projekte zu nutzen, hieß es weiter. Des Weiteren habe sich der Vorstand entschieden, außerplanmäßige Abschreibungen auf Entwicklungskosten im
Photovoltaik-Bereich vorzunehmen. Diese betreffen mehrheitlich die kristalline Photovoltaik-Technologie sowie teilweise die CIGS-Technologie und summierten sich auf 22,5 Millionen Euro, wie Manz weiter mitteilte.

Nachdem das Photovoltaik-Segment auch 2014 weniger als 5 Prozent zum Umsatz beigetragen habe, werde damit der anhaltenden Investitionszurückhaltung in der Solarindustrie Rechnung getragen. Die Abschreibungen seien vorgezogen worden, wodurch das Unternehmen in diesem Jahr um Abschreibungen in Höhe von zehn Millionen Euro entlastet werde und seine Profitabilität erhöhen wolle. „Diese Abschreibungen vereinfachen es uns, die vorhandene Technologie an unsere chinesische Tochtergesellschaft zu übertragen und dort künftig alle wesentlichen Aktivitäten im Bereich der kristallinen Technik zu bündeln. Wir folgen damit den Anforderungen des Marktes nach Lieferung von Anlagen aus lokaler Produktion. Es ist unsere feste Überzeugung, dass China künftig der mit Abstand größte Markt für die Produktion von kristallinen Solarzellen sein wird. Die Kundennähe ist eine wichtige Voraussetzung, auch in diesem Segment mittelfristig wieder deutliches Wachstum zu verzeichnen“, erklärt Vorstandschef Dieter Manz.

Erwartungen für 2015

Manz gibt sich auch mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr optimistisch. Bei einer weiterhin soliden Bilanzstruktur und positiven Aussichten in allen drei Geschäftsbereichen erwartet der Vorstand weiteres Umsatzwachstum und eine signifikant verbesserte Profitabilität für das laufende Jahr, heißt es zu den Aussichten für 2015. In Zahlen: Es wird ein Umsatz zwischen 320 und 340 Millionen Euro bei einem deutlich positiven EBIT-Ergebnis erwartet. Die Geschäftsbereiche Display und Battery seien für einen Großteil der Umsätze verantwortlich und böten derzeit attraktive Margen. „Wir haben es nach dem Einbruch des Solargeschäfts geschafft, uns als ein anerkannter Zulieferer namhafter Hersteller von Smartphones und Tablet Computern, sowie deren Zulieferern zu etablieren“, erklärte Manz mit Blick auf die Diversifizierung des Geschäftsmodells seines Unternehmens. Vor allem der schnell wachsende Batteriebereich biete derzeit ein großes Potenzial.

„Uneingeschränkt optimistisch“ bleibe Manz hinsichtlich des Verkaufs der CISG-Fab – also schlüsselfertiger Produktionslinien zur Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Modulen. Diese Aktivitäten seien vollständig im Tochterunternehmen Manz CIGS Technology GmbH am Standort Schwäbisch Hall gebündelt. Der Vorstand habe sich bis zum erfolgreichen Verkauf einer CIGS-Fab dazu entschieden, die Betriebskosten deutlich zu senken, wie es weiter hieß. Auch seien aufgrund der bisherigen Investitionszurückhaltung der Kunden Abschreibungen auf einzelne Entwicklungsleistungen vorgenommen worden, die bereits durch neue Prozesse und Systeme weiter verbessert werden konnten. Diese Abschreibungen sowie die reduzierten Betriebskosten würden ebenfalls zu einer Ergebnisverbesserung in den künftigen Geschäftsjahren beitragen. „Manz ist mit der CIGS-Technologie hervorragend positioniert. Von der technologischen Überlegenheit der CIGS-Fab sind wir mehr denn je überzeugt. Ein neuer Investitionszyklus der Solarindustrie birgt somit für die Manz AG vor allem Chancen“, erklärte der Vorstandschef.

Die finalen Geschäftszahlen für 2014 will Manz am 27. März veröffentlichen. (Sandra Enkhardt)

Photovoltaik-Stromgestehungskosten weiter im Sinkflug

24. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Hintergrund, Topnews
Nach der jüngsten Analyse des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme im Auftrag von Agora Energiewende wird Photovoltaik bis 2025 in vielen Teilen der Erde bereits die günstigste Stromerzeugungsquelle sein. Die Erzeugungskosten könnten dann bei vier bis sechs Cent je Kilowattstunde liegen und dies ist noch eher konservativ gerechnet.

Weltweit ist die Photovoltaik weiter auf dem Vormarsch. Dabei sinken gleichzeitig die Stromgestehungskosten. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) im Auftrag von Agora Energiewende werden Photovoltaik-Anlagen bis 2025 in vielen Regionen der Welt den günstigsten Strom liefern. Bis dahin würden sich die Erzeugungskosten in Mittel- und Südeuropa auf vier bis sechs Cent pro Kilowattstunde verringern, bis 2050 sogar auf zwei bis vier Cent. Dabei seien die Annahmen zur technologischen Weiterentwicklung von Photovoltaik-Anlagen konservativ gewählt worden. Mögliche technologische Sprünge, die Solarstrom noch günstiger machen könnten, seien nicht berücksichtigt worden, hieß es zur Studie mit dem Titel „Current and Future Cost of Photovoltaics“.

Aber auch bereits heutzutage sei Solarstrom vielerorts kostengünstig. In Dubai sei kürzlich ein langfristiger Stromabnahmevertrag für fünf Cent pro Kilowattstunde abgeschlossen worden. Auch in Deutschland erzeugten große Photovoltaik-Kraftwerke mittlerweile Solarstrom für weniger als neun Cent je Kilowattstunde. Damit müssen sie den Vergleich zu fossil erzeugtem Strom nicht mehr scheuen. Nach der Studie liegen die Erzeugungskosten für Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken zwischen fünf und zehn Cent pro Kilowattstunde und für Strom aus neuen AKW bei bis zu elf Cent je Kilowattstunde.

Das Fraunhofer ISE rechnet auch künftig mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten mit deutlich fallenden Modulpreisen, was die Erzeugungskosten für Solarstrom auch weiter senken wird. (Grafik: Fraunhofer ISE, entnommen aus der Studie „Current and Future Cost of Photovoltaics“)
„Die Studie zeigt, dass Solarenergie viel schneller billig geworden ist und auch weiterhin billiger wird, als die meisten Experten bislang prognostiziert haben“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Die Planungen für die künftigen Stromversorgungssysteme sollten daher weltweit überarbeitet werden. Bislang sehen sie meistens nur kleine Anteile von Solarstrom vor. Angesichts der äußerst günstigen Kosten wird Solarstrom gemeinsam mit der Windenergie jedoch weltweit eine prominente Rolle bekommen – auch und vor allem als kostengünstiger Beitrag für den internationalen Klimaschutz“, so seine Forderung.

Allerdings ist die weitere Entwicklung der Photovoltaik noch kein Selbstläufer. Die Studie zeige auch, dass die Stromgestehungskosten von Solarstrom aufgrund der Kapitalkostenintensität von Photovoltaik-Anlagen wesentlich von den finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhingen. Schlechte Regulierung und hohe Risikoaufschläge bei den Zinsen können die Kosten von Photovoltaik-Anlagen um bis zu 50 Prozent erhöhen. Dieser Effekt könne so stark ausfallen, dass er sogar die Vorteile höherer Sonneneinstrahlung überwiegen könne. Agora Energiewende fordert daher günstige Finanzierungsbedingungen und stabile gesetzliche Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Photovoltaik weltweit. „Es liegt in der Hand der Politik, diese zu schaffen und zu erhalten“, so Graichen weiter. (Sandra Enkhardt)

Coveris bietet insolvenzsichere Wechselrichter-Garantie an

24. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Herstellerunabhänig bietet das Unternehmen nun eine Wechselrichter-Garantie an. Coveris reagiert damit auch auf die Situation vieler Hersteller, die unter dem Preisdruck zunehmend leiden. (Aktualisiert mit Preisangaben von Coveris.)

Viele Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern gerade in Europa befinden sich derzeit in der Krise. Einige Anbieter haben auch bereits Insolvenz angemeldet oder sind sogar komplett vom Markt verschwunden, wie etwa der Schweizer Hersteller Sputnik Engineering mit seiner Wechselrichermarke Solarmax. Darauf reagiert nun Coveris. Es bietet Betreibern von Photovoltaik-Anlagenbetreibern eine herstellerunabhängige Garantie für ihre Wechselrichter. Diese sei sowohl für den Schadensfall gedacht und schütze zusätzlich vor dem Ausfall des jeweiligen Herstellers. „Die Idee ist, dass die überschaubaren Kosten jährlich aus den Erträgen der Photovoltaikanlage finanziert werden können, also aus laufenden Erträgen generiert werden. Auf die Bilanz der Photovoltaikanlage könnte sich die Garantie insofern positiv auswirken, als dass Rückstellungen für Reparaturarbeiten an den Wechselrichtern nun nicht mehr in der Bilanz angesetzt werden müssen“, heißt es dazu von Coveris.
"Die Preise für die Garantien stehen in Abhängigkeit des Betriebsjahres und des Gesamtvolumens", erklärte ein Sprecher von Coveris auf Nachfrage von pv magazine. Als Beispiel gab er an, dass für eine Photovoltaik-Anlage mit 100 Kilowatt Leistung, die sich im Betriebsjahr sechs befindet, eine Preis von 480 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu zahlen sei. Dabei sei egal, wieviele Wechselrichter in der Photovoltaik-Anlage verbaut seien. "Die dynamische Preisentwicklung in den folgenden Beitragsjahren sieht eine feste Beitragssteigerung von 2,9 Prozent des jeweiligen Vorjahres vor", sagte er weiter. Es gebe aber auch für Kunden mit speziellem Absicherungsbedarf individuelle Modelle.
Die Garantien werden Coveris zufolge für alle Hersteller zu den gleichen Bedingungen und Preisen angeboten. Die Wechselrichter-Garantie umfasst Coveris zufolge eine volle Kostendeckung bei Reparatur oder Austausch des Wechselrichters, eine einfache Schadensabwicklung über das Internet, die Sicherung von Investition und Ertrag, eine Absicherung gegenüber Insolvenzen von Herstellern, keine Rückstellungen für Reparaturen sowie klar kalkulierbare Kosten. (Sandra Enkhardt)

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/coveris-bietet-insolvenzsichere-wechselrichter-garantie-an_100018274/#ixzz3SkZCYCol

ZSW verbessert Wirkungsgrad für cadmiumfreie CIGS-Solarzellen auf 21 Prozent

24. Februar 2015 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Die Stuttgarter Forscher haben für ihre Verbesserung das Zwischenschichtsystem aus Cadmiumsulfid und Zinkoxid durch eine Kombination aus Zinkoxidsulfid und Zinkmagnesiumoxid ersetzt. Für konventionelle CIGS-Dünnschichtzellen liegt der Effizienzrekord bei 21,7 Prozent.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat den Wirkungsgrad von cadmiumfreien CIGS-Dünnschicht-Solarzellen auf 21,0 Prozent verbessert. Dies sei gelungen, indem die Pufferschicht zwischen Absorber und Frontkontakt aus Cadmiumsulfid und Zinkoxid durch eine Kombination aus Zinkoxidsulfid und Zinkmagnesiumoxid ersetzt worden sei, teilten die Stuttgarter Wissenschaftler mit. Die in der Laboranlage des ZSW hergestellt Solarzelle habe eine Fläche von 0,5 Quadratzentimetern. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat die Ergebnisse bestätigt.

„Ohne Cadmiumsulfid ist vor allem die Lichtdurchlässigkeit in der Pufferschicht besser. Damit können wir theoretisch einen noch höheren Wirkungsgrad als bei bisherigen CIGS-Zellen erzielen. Da die alternative Pufferschicht ebenso wie der Cadmiumsulfidpuffer im chemischen Bad abgeschieden wird, ist eine Übertragung in die Produktion ohne Zusatzprozesse möglich“, sagt ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Photovoltaik, Michael Powalla. Zinkoxidsulfid als Pufferschicht weise eine gesteigerte Lichtdurchlässigkeit im blauen Wellenlängenbereich auf. Als Folge kann mehr Sonnenlicht auf die darunter liegende CIGS-Absorberschicht treffen, die dann mehr Energie in Strom umwandelt, wie das ZSW schreibt. In der cadmiumfreien CIGS-Rekordzelle gebe es zudem noch einen verbesserten Frontkontakt. Die Forscher haben statt der hochohmigen, dünnen Zinkoxidschicht Zinkmagnesiumoxid verwendet.

Das ZSW geht davon aus, dass weitere deutliche Steigerungen des Wirkungsgrades möglich sind, da die Entwicklung der cadmiumfreien CIGS-Technologie erst am Anfang stehe. Erste Versuchsmodule seien vom Industriepartner Manz bereits hergestellt worden. Dieser werde auch künftig von der weiteren Forschung profitieren. Die Ergebnisse könnten dann voraussichtlich in die von Manz entwickelte und angebotene CIGS-Fab fließen. Beim ZSW geht man zumindest fest davon aus, dass diese cadmiumfreien Dünnschichtmodule in wenigen Jahren auf dem Markt sein werden. Der japanische Hersteller Solar Frontier bietet diese Technologie auch bereits an. (Sandra Enkhardt)

Bundesnetzagentur gibt erste Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bekannt

24. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Doch noch im Februar hat die Behörde nun die öffentliche Bekanntmachung auf ihrer Webseite online gestellt. Der Höchstpreis für Gebote für Photovoltaik-Freiflächenanlagen beträgt 11,29 Cent je Kilowattstunde.

Die Bundesnetzagentur hat fristgerecht die erste Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen öffentlich bekannt gemacht. Als Termin ist der 15. April festgesetzt – sechs bis acht Wochen vorher muss die Behörde die Bekanntmachung veröffentlichen. Die Gebote können nun bis Mitte April bei der Bundesnetzagentur abgegeben werden. Das Volumen für die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen liegt in der ersten Runde bei 150 Megawatt. Das Höchstgebot darf 11,29 Cent je Kilowattstunde nicht überschreiten. Den Geboten müssen jeweils Angaben und Unterlagen zu den Flächen beigefügt werden, auf denen die Photovoltaik-Freiflächenanlagen errichtet werden sollen. Förderfähig sind Anlagen mit einer Leistung zwischen 100 Kilowatt und zehn Megawatt. Die Gebote müssen eine bestimmte Förderhöhe in Cent pro Kilowattstunde für den erzeugten Strom der Anlage und auf die Anlagengröße in Kilowatt beziehen. In der ersten Runde wird der Zuschlag dann nach dem pay-as-bid-Verfahren erteilt. Dies bedeutet, das Angebot mit der niedrigsten Förderhöhe erhält den Zuschlag und dann wird aufsteigend genehmigt, bis das Volumen der Ausschreibungsrunde ausgeschöpft ist. Es sind von 2015 bis 2017 jeweils drei Ausschreibungsrunden pro Jahr geplant. Die nächsten Termine sind dann 1. August und 1. Dezember.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, spricht von einem neuen Kapitel bei der Förderung erneuerbarer Energien. „Die Förderung wird von einem administrativ festgelegten Fördersatz auf wettbewerblich ermittelte Fördersätze umgestellt. Die Bundesnetzagentur wird genau darauf achten, dass die Bieter die Spielregeln einhalten. Wir sind zuversichtlich, dass sich die bisherige Akteursvielfalt in den Geboten wiederspiegelt", sagt Homann. Die Bundesregierung will mit den Pilotausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen Erfahrungen für eine generelle Umstellung der Förderung sammeln. Diese soll nach dem Willen der Politik spätestens 2017 erfolgen. "Es gilt, die im Pilotverfahren gewonnenen Erkenntnisse umfassend zu bewerten und klug weiterzuentwickeln", sagt Homann dazu.

Mit der Bekanntmachung der ersten Ausschreibung steht nun auch fest, dass die bisherige Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen am 25. September ausläuft. Nach einer Übergangsfrist von sieben Monaten ist eine finanzielle Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen nur noch über die Teilnahme an Ausschreibungen möglich, heißt es auf der Webseite der Bundesnetzagentur. Bis dahin haben Anlagenbetreiber auch die Möglichkeit, ihre Solarparks anzuschließen und eine Förderung über die verpflichtende Direktvermarktung zu erhalten. Im März liegt die festgesetzte Erlösobergrenze bei diesem Marktprämienmodell bei 9,05 Cent je Kilowattstunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bis zehn Megawatt Leistung. Die Direktvermarktung ist derzeit verpflichtet bei allen Anlagen bei 500 Kilowatt Leistung. (Sandra Enkhardt)

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/bundesnetzagentur-gibt-erste-ausschreibung-fr-photovoltaik-freiflchenanlagen-bekannt_100018280/#ixzz3SkYUZLo7

Sonnenspeicher- statt Nachtspeicherheizungen

23. Februar 2015 | Topnews, Fachwissen und Technik, Speicher und Netze
Die Stadtwerke Wunsiedel und der Hersteller Glen Dimplex haben ein System vorgestellt, mit dem sie die Integration fluktuierender Photovoltaik- und Winkraft-Anlagen verbessern wollen. In einem Netzversuch werden die Nachtspeicherheizungen ersetzt und umfunktioniert.

Nachtspeicherheizungen sind nicht gerade ein Sinnbild für die moderne Energiewelt. Streicht man das „Nacht“ und ersetzt es durch „Wärme“, sieht das nach Ansicht von Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel ganz anders aus. Er hat das ein Wohnlabor eröffnet, das zeigen soll, wie die Wärmespeicherheizungen, also Stromheizungen, der Energiewende dienen können.

Die Stadtwerke wollen – gefördert vom der bayerischen Landesregierung - testen, wie sie einerseits zentral die Heizgeräte so an- und ausschalten können, dass die schwankende Einspeisung von Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen besser ins Netz integriert werden kann, und andererseits die Bewohner keine Komforteinbußen haben. Meist wird über Wärmepumpen oder eventuell Heizstäbe diskutiert, die Warmwasserspeichern von Zentralheizungen heizen, wenn die Sprache auf Power-to-Heat kommt. Direkte Stromheizungen wie in Wunsiedel, bei denen die Wärme direkt mit Strom im Heizkörper erzeugt und dort gespeichert wird, sind eigentlich viel ineffizienter. Trotzdem wird es sie „in 30 Jahren immer noch geben“, sagt Krasser.

Markt mit vier Millionen Geräten
Grund dafür ist, dass es viele Bestandswohnungen mit Nachtspeicherheizungen gibt. „Rund 1,4 Millionen Anlage mit ungefähr vier Millionen Einzelspeicherungsgeräte“, sagt Ewald Beckstein. Er ist Entwicklungsleiter für elektrische Heizgeräte bei dem Hersteller Glen Dimplex, der die Stromheizungen und die Regelung in Wunsiedel geliefert hat. Es stehe oft nicht zur Wahl, die Geräte gegen eine Zentralheizung zu tauchen, sagt Beckstein. Dafür müsse aufwendig das ganze Haus saniert werden. Ziehen nur einzelne Mieter aus, sei die sinnvollste Möglichkeit, die alte Nachtspeicherheizung gegen eine neue Stromheizung auszutauschen.
Das Prinzip der neuen Stromheizungen ist das gleiche wie das der alten Nachtspeicherheizungen. Beckstein sagt, die neuen sähen besser und moderner aus und könnten die Wärme besser halten. Die Bewohner können über einen Lüfter steuern, wann sie die gespeicherte Wärme nutzen, um den Raum zu heizen. Durch die Vernetzung mit der Leitstelle der Stadtwerke könne außerdem besser geregelt werden, wie viel Wärme gespeichert wird, in Abhängigkeit von Außentemperaturen und Prognosen. Dadurch seien die neuen Modelle etwa 25 Prozent effizienter als die alten.

Im Unterschied zu den alten Nachtspeicherheizungen, die einfach nachts mit Energie geladen werden, sollen die neuen Stromheizungen dann beladen werden, wenn es sinnvoll ist, Solarstrom- und Windstromerzeugung abzufangen. Die vier Millionen Bestandsgeräte haben eine Anschlussleistung von 14 Gigawatt und eine Speicherkapazität von zusammen gut 100 Gigawattstunden. Das entspricht der Kapazität von rund 20 Millionen Home-Batteriespeichern für Strom. Ewald Beckstein gibt das Verschiebepotenzial mit fast 20 Terawattstunden an. Das ist die pro Jahr mit den Bestands-Heizgeräten umgesetzte Energiemenge. Ihr Potenzial ist also immens, auch wenn sich die Strom- und Wärmespeicher nicht direkt vergleichen lassen. Im Sommer helfen die Raumheizungsgeräte ja schließlich nicht, um die Photovoltaik-Einspeisepeaks aufzunehmen.

Smart Home für Mieter
Zentral für das Konzept ist die Steuerung. Dimplex setzt in dem Wunsiedler Projekt sein Energiemanagementsystem Smart Eco ein. Es bezieht nicht nur die Raumheizung ein, sondern auch das Warmwasser und auf Wunsch zusätzliche Verbraucher, die geschaltet werden könne. Getestet wird jetzt der neue Aspekt: Per Internet kommuniziert es mit den Stadtwerken. Beckmann sagt, es gebe zwar auch andere Modellprojekte, bei denen ähnliche Lösungen zur Vernetzung eingebaut seien. Diese seien aber oft „zusammen gebastelt“. Das Dimplex System sei viel näher an der Serienreife. Wichtig sei auch, dass die Bewohner es einfach bedienen können, zum Beispiel über Apps auf Smartphones oder Tablets. Damit bringt das System Funktionalitäten des Smart Home in Mietwohnungen.

Die Steuerung für Mietwohnungen erlaubt auch, einzelne Verbraucher ein- und auszuschalten. Zusätzlich regelt sie die Raum- und Wassertemperatur und koordiniert das Beladen der Strom-Wärmespeicher mit der Leitstelle. Grafik: Glen Dimplex

Eine Leitstelle steuert je nach Stromangebot und -nachfrage, wann die Strom-Wärmespeicherheizgeräte aufgeladen werden. Grafik: Glen Dimplex
Damit ist das jetzt vorgestellte System zur Vernetzung eine Alternative zu den Smart Meter, über deren Rollout derzeit viel diskutiert wird. Wenn dieses kommt, werden Nutzer von Stromspeicherheizungen definitiv über dem Verbrauchslimit liegen, ab denen die neuen Zähler verpflichtend sind. Dann würde die Kommunikation zwischen der Smart Eco Box vermutlich über sie laufen. Bis dahin geben aber auch die jetzt eingesetzten Smart Ecos die volle Funktionalität.

Motivation für die Stadtwerke
Die Stadtwerke haben derzeit noch keinen direkten finanziellen Anreiz, solche Smart Grid Systeme auszuprobieren. Um die Netze für noch mehr erneuerbare Energien auszubauen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Leitungen ausbauen oder Netze intelligenter machen. In dem Beispiel des Versuchs mit den Stromheizungen ist das die Lastverschiebung, mit der die Erzeugungsspitzen der erneuerbaren Erzeuger aufgefangen werden sollen. Die Kosten für den Leitungsausbau können über die Netzumlage finanziert werden, die Kosten für „intelligentere Netze“ nicht. Auch sonst gibt es noch Hürden. Das Unbundling, also das strikte Trennen des Stadtwerke-Teils, der für die Versorgung zuständig ist, und dem Teil, der das Netz betreibt, macht solche Konzepte umzusetzen.

Im Netzgebiet von Wunsiedel sind übrigens zehn Megawatt Photovoltaikanlagen installiert, dazu acht Megawatt Windkraftanlagen und 2,4 Megawatt Biomassekraftwerke. Die Verbraucher benötigen zwischen sechs uns 16 Megawatt Leistung, je nach Jahres- und Uhrzeit. (Michael Fuhs)

Sungrow: 2014 Bestellungen für Photovoltaik-Wechselrichter mit 5,89 Gigawatt Leistung

23. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Der chinesische Photovoltaik-Hersteller hat davon Geräte mit 4,23 Gigawatt Leistung bereits ausgeliefert. Die meisten Wechselrichter blieben auf dem heimischen Photovoltaik-Markt.

Sungrow Power Supply Ltd. hat im vergangenen Jahr Bestellungen für seine Photovoltaik-Wechselrichter im Gesamtvolumen von 5.89 Gigawatt verzeichnet. Davon seien 4,23 Gigawatt bereits ausgeliefert, teilte das chinesische Photovoltaik-Unternehmen mit. 3,8 Gigawatt an Photovoltaik-Wechselrichtern seien für den heimischen Markt bestimmt gewesen; 430 Megawatt seien ins Ausland exportiert worden. Damit könne Sungrow ein stabiles Wachstum, sowohl auf dem chinesischen als auch den internationalen Photovoltaik-Märkten verzeichnen. Nach eigenen Angaben ist Sungrow damit der größte Wechselrichter-Hersteller in China.

„Im Jahr 2014 waren mehr als die Hälfte der von Sungrow exportierten Waren Stringwechselrichter. Die Nachfrage nach unseren Stringwechselrichtern war sowohl in den traditionellen europäischen Märkten als auch in den aufstrebenden Märkten mit hohen technischen Hürden wie Japan hoch“, erklärte Cao Renxian, Gründer und Vorstandschef von Sungrow. „IHS hat uns bereits als populärsten chinesischen Herstellern von Photovoltaik-Wechselrichtern gerankt und wir wollen dies auch im Jahr 2015 wieder erreichen.“

Nach dem Stand des 2. Quartal 2014 war Sungrow allerdings noch nicht unter den zehn größten Wechselrichter-Herstellern weltweit von IHS platziert. Die Analysten setzen die Reihenfolge allerdings auch nicht nach der Absatzmenge fest, sondern nach Verkaufserlösen. Die Preise für Wechselrichter in China sind deutlich niedriger als in anderen Regionen. Ein Grund dafür, dass dieses Ranking immer noch von Photovoltaik-Herstellern aus Europa, den USA und natürlich Japan dominiert wird. Nach Angaben von Sungrow ist aber auch das Volumen von exportierten Photovoltaik-Wechselrichtern aus China im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf drei Gigawatt gegenüber 2013 gestiegen. Die Geräte seien vor allem nach Deutschland, Italien, Spanien und Australien geliefert worden, aber auch verstärkt auf Märkte wie die USA, Thailand, die Türkei und Chile. (Sandra Enkhardt)

Arbeitsagentur bietet Speed-Dating für Hanwha Q-Cells-Mitarbeiter an

23. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Bereits am Mittwoch soll es ein Job-Speed-Dating für die von Kündigung bedrohten Mitarbeiter des Photovoltaik-Herstellers geben. Mehr als 50 Unternehmen aus der näheren und weiteren Umgebung haben sich angekündigt.

Hanwha Q-Cells verhandelt derzeit noch mit dem Betriebsrat, wie viele Mitarbeiter in Deutschland im Zuge der Schließung der Produktion in Wolfen-Bitterfeld gehen müssen. Die Angaben variieren derzeit noch zwischen 550, die der Photovoltaik-Hersteller im Januar angekündigt hatte, und 470, die von Seiten des Betriebsrats stammen. Die Arbeitsagentur hat auf jeden Fall schnell reagiert. Am Mittwoch soll es für die von Kündigung bedrohten Mitarbeiter ein Job-Speed-Dating geben, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet. Rund 50 Unternehmen aus der Region, aber auch aus Berlin, Halle und Leipzig hätten ihr Kommen zugesagt, vorwiegend aus den Bereichen Elektro, Bau und Handwerk. Die Mitarbeiter von Hanwha Q-Cells hätten dann Gelegenheit zu Kurzgesprächen mit den potenziellen Arbeitgebern.

Hanwha Q-Cells will sich selbst zu den laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den Stellenabbau nicht äußern. Es bestätigte nur, dass zum Interessensausgleich ein Strukturplan vorgelegt worden sei. „Wir bitten jedoch um Verständnis, dass das Unternehmen keine Zahlen oder Zwischenstände der laufenden Verhandlungen kommentieren kann“, erklärte ein Sprecher von Hanwha Q-Cells auf Nachfrage von pv magazine erst in der vergangenen Woche. Der Betriebsratschef hatte zu diesem Zeitpunkt erklärt, dass statt 550 nun 470 Stellen gestrichen werden.

Im Januar hatte Hanwha Q-Cells angekündigt, seine Produktion aus Deutschland an wettbewerbsfähigere Standorte zu verlagern Die Solarzellenproduktion mit 230 Megawatt Kapazität soll aus Deutschland an den Hauptstandort von Hanwha Q-Cells nach Malaysia verlegt werden. Wohin die Modulproduktion mit einer Kapazität verlagert wird, steht nach Unternehmensangaben noch nicht fest. Seit kurzem ist auch die Übernahme durch Hanwha Solarone abgeschlossen. Das Gesamtunternehmen firmiert mittlerweile unter dem Namen Hanwha Q-Cells Co. Ltd. und hat seinen Hauptsitz künftig in Seoul. (Sandra Enkhardt)

Polen verabschiedet Einspeisetarife für kleine Photovoltaik-Anlagen

23. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Nach jahrelangem Hick-Hack hat das polnische Parlament in Warschau nun das Erneuerbare-Energien-Gesetz endgültig angenommen. Es kann damit voraussichtlich im März in Kraft treten. Für kleine Photovoltaik-Anlagen ist damit die Einführung von Einspeisetarifen verbunden.

Das polnische Parlament Sejm hat am Freitag das Erneuerbare-Energien-Gesetz final gebilligt und dabei die meisten Änderungen des Senats akzeptiert. Ehe es in Kraft tritt, muss der Präsident das Gesetz nun noch unterzeichnen und dann muss es im Gesetzblatt veröffentlicht werden, was voraussichtlich im März der Fall sein wird, wie Christian Schnell, Partner in der Kanzlei Solivan berichtet. Damit werde es dann Einspeisetarife für Mikro-Installationen bis zehn Kilowatt geben. Das Gesetz sehe vor, dass für Photovoltaik-Anlagen bis drei Kilowatt Leistung der Solarstrom mit 75 Polnischen Zloty, umgerechnet knapp 18 Cent je Kilowattstunde, vergütet werden soll. Bei Photovoltaik-Anlagen zwischen drei und zehn Kilowatt Kapazität soll die Solarförderung bei etwa 15,5 Cent je Kilowattsunde liegen. Sie ist damit höher als derzeit in Deutschland. Allerdings soll es eine Deckelung für diese Einspeisetarife bei insgesamt 500 Megawatt Anlagenleistung geben, wie Schnell unter Bezug auf das Gesetz berichtet. Dies könnte wiederum zu einem kurzfristigen Boom bei der Installation kleiner Photovoltaik-Anlagen führen, so dass der Deckel voraussichtlich schon im ersten Jahr erreicht werde.

Mit der Veröffentlichung des Gesetzes sind weitere Veränderungen vorgesehen, die dann bereits im März in Kraft treten könnten. So solle im Mai die Präqualifikation für ein Auktionssystem bei der Regulierungsbehörde URE beginnen. Diese habe dann 30 Tage Zeit, die Vollständigkeit der Unterlagen der Erneuerbaren-Energien-Anlagenbetreiber zu prüfen. Am 31. Mai wird dem Gesetz zufolge die polnische Regierung dann die Leistung und den Wert für die erste Ausschreibungsrunde für große EE-Anlagen und bis 15. Juni für EE-Anlagen bis einem Megawatt veröffentlichen. Anlagenbetreiber, die noch vom alten Zertifikatesystem profitieren wollen, müssen ihre Anlagen bis zum Jahresende ans Netz gebracht werden und den ersten Strom produzieren. Im Frühjahr 2016 soll es die erste Ausschreibungsrunde geben. Bis Ende 2017 will die polnische Regierung das Gesetz evaluieren und dann mögliche Änderungen vorschlagen, so Schnell weiter. (Sandra Enkhardt)

Donnerstag, 19. Februar 2015

ZSW vermeldet Fortschritt für Batteriefertigung für Elektroautos

18. Februar 2015 | Speicher und Netze, Topnews
Das Institut stellt mittlerweile automobiltaugliche Lithium-Ionen-Zellen seriennah mit seiner neuen Forschungsplattform in Ulm her. Die Herstellungsprozesse sollen aber noch weiter optimiert werden.

Bald könnten in Deutschland Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos in Serie produziert werden. Mit der neuen Forschungsplattform sei dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ein großer Schritt in diese Richtung gelungen. Auf einer im Dezember fertiggestellten Forschungsproduktionslinie in Ulm habe das Institut nun seriennah Lithium-Ionen-Zellen für Plug-in-Hybridautos produziert, teilte das ZSW mit. Die Kapazität der Zellen liege bei 23 Amperestunden und damit auf gleichem Niveau wie kommerzielle Zellen aus Asien.

„In unserem Land wettbewerbsfähige Batterien für Elektroautos zu produzieren, wird möglich“, erklärte Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. Die Zellen haben eine Lade-Endspannung von 4,1 Volt, ein Gewicht von 650 Gramm und entsprechen dem PHEV-1-Standard für Plug-in-Hybride. Eine weitere Optimierung der Zellen solle demnächst vorgenommen werden. „Durch verbesserte Prozesse können wir die Kapazität, Qualität und Ausbeute in den nächsten Monaten deutlich erhöhen“, so Tillmetz weiter.

Die Forschungsplattform am ZSW ist von Bund und Land gefördert worden. Das Bundesforschungsministerium förderte die Anlagenausrüstung mit 25,7 Millionen Euro. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg gab einen Zuschuss von sechs Millionen Euro für nötige Gebäudeerweiterung. Die Plattform steht Industrieunternehmen und Forschungspartnern zur Entwicklung fortschrittlicher Zell-Technologien offen.

Das Batteriegeschäft für Elektroautos gilt als lukrativ. Nach einem aktuellen Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität entfallen bis zu 40 Prozent des Wertschöpfungsanteils in Elektrofahrzeugen auf die Batterie. Um die Batterieentwicklung und -fertigung in Deutschland voranzubringen, haben sich das ZSW und führende Industrieunternehmen zusammengeschlossen und Ende 2014 die Forschungsplattform in Betrieb genommen. Die Plattform umfasst den kompletten Herstellprozess, von der Pastenherstellung bis zur Formierung der Zellen. Inzwischen ist auch das erste Projekt zur Optimierung des Herstellprozesses für PHEV-1-Zellen gestartet worden. Daran sind BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens beteiligt. (Sandra Enkhardt)

Canadian Solar kauft sich in britischen Photovoltaik-Markt ein

18. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Der chinesische-kanadische Hersteller hat sechs Projekte mit einer Gesamtleistung von 46 Megawatt erworben. Vier der Photovoltaik-Kraftwerke sollen noch im März ans Netz gehen und damit bevor die attraktive Solarförderung in Großbritannien ausläuft.

Canadian Solar Inc. hat insgesamt sechs Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Leistung von 46 Megawatt in Großbritannien erworben. Vier der Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 40,5 Megawatt befinden sich derzeit im Bau und werden voraussichtlich im März ans Netz gehen, wie der chinesisch-kanadische Photovoltaik-Hersteller nun mitteilte. Der Baubeginn für die anderen beiden Projekte soll nach den derzeitigen Planungen noch vor Ende Februar sein. Sie würden dann voraussichtlich im zweiten Quartal 2015 fertiggestellt. Die Photovoltaik-Kraftwerke sollen insgesamt jährlich mehr als 50.000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren.

Das Unternehmen kündigte zugleich an, verschiedene Option zu prüfen, um seine Photovoltaik-Pipeline in Großbritannien auszubauen. Vorstandschef Shawn Qu versprach für das erste Quartal noch weitere Ankündigungen dazu. Der Photovoltaik-Hersteller machte aber keine weiteren Angaben über den Kaufpreis oder die Standorte der Anlagen.
Für große Photovoltaik-Anlagen läuft die bisherige Solarförderung Ende März aus. Analysten erwarten daher gerade im ersten Quartal nochmal einen enormen Boom bei der Realisierung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Großbritannien. (Sandra Enkhardt)

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/canadian-solar-kauft-sich-in-britischen-photovoltaik-markt-ein_100018201/#ixzz3SBSGsRdD

Steca kann Marktanteil in Deutschland steigern

18. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Wechselrichter-Hersteller klagen derzeit vielerorts über den massiven Preisdruck. Bei Steca kann man trotz rückläufigen deutschen Marktes immerhin eine Verdreifachung des Marktanteils und einen Umsatzzuwachs für das vergangene Geschäftsjahr vermelden.

Steca Elektronik ist einer der wenigen Wechselrichter-Hersteller in Deutschland, der mit dem Geschäftsverlauf 2014 durchaus zufrieden ist. Trotz des Einbruchs des deutschen Photovoltaik-Marktes auf einen Gesamtzubau von gerade einmal 1,9 Gigawatt habe Steca seinen Marktanteil hierzulande verdreifachen können. Wie hoch genau der Marktanteil ist, konnte das Unternehmen auf Nachfrage von pv magazine nicht genau sagen. Die Zahlen der IHS-Analysen dürften nicht veröffentlicht werden. Der Marktanteil liege im einstelligen Prozentbereich. Nach internen Marktanalysen rechnet der Photovoltaik-Wechselrichterhersteller weiterhin mit einer signifikanten Steigerung des Marktanteils in Deutschland und Europa, erklärte Steca-Geschäftsführer Michael Voigtsberger.

Auch den Umsatz habe Steca im vergangenen Jahr weiter steigern können. Er habe bei 56 Millionen Euro gelegen, erklärte das Photovoltaik-Unternehmen auf Nachfrage. Allerdings bekommt der Hersteller den Preisdruck bei Wechselrichtern durchaus zu spüren. „Den Preisdruck sehen wir. Dieser wirkt sich natürlich auch auf das Geschäftsergebnis aus“, so Voigtsberger zu pv magazine. Neben Deutschland ist Steca vor allem noch in Großbritannien und den Niederlanden aktiv. Ein interessanter neuer Markt für das Unternehmen sei Polen. (Sandra Enkhardt)

PV+Test 2.0: Hanwha-Modul verbessert auf gut(+)

18. Februar 2015 | Topnews, Fachwissen und Technik
Hanwha Solar hat erneut ein polykristalline Photovoltaik-Modul der Serie HSL 60 Poly durch PV+Test prüfen lassen. Verbesserungen gab es insbesondere bei der Leistung, sodass das Modul mit gut(+) bewertet wurde.

Hanwha Solar war schon letztes Jahr mit gutem Ergebnis im Test und wollte es jetzt noch einmal wissen. In der Gesamtwertung schnitt das Modul nun mit Gut (+) ab und damit eine halbe Note besser. Den größten Einfluss hatte dabei die Bewertung der Nennleistung. Die Module haben im Schnitt eine um 0,5 Prozent höhere Leistung als auf dem Datenblatt als Untergrenze angegeben – Kunden dürfte das freuen. Im vergangenen Jahr lag die Leistung noch unter der Datenblattangabe, jedoch innerhalb der Messtoleranz, was damals zu deutlichen Punktabzügen geführt hat.

Das gute Ergebnis in diesem Jahr am HSL60P6-PB-1-255 mit 255 Watt Leistung zeigt, dass der Hersteller das Problem angenommen und in den Griff bekommen hat. Unter anderem liege das daran, dass Hanwha Solar gemeinsam mit dem TÜV Rheinland „Power Controlled“ eingeführt habe, meint Winfried Wahl, Senior Director Products & Marketing bei Hanwha Solar. Bei „Power Controlled“ handelt es sich um ein spezielles Programm von TÜV Rheinland, in dem sowohl die Produktion als auch die Produkte eines Herstellers regelmäßigen Prüfungen unterzogen werden. Der TÜV kontrolliert dabei, ob in Solarmodulen auch die Leistung drinsteckt, die der Hersteller verspricht. Im Zuge der Implementierung seien auch die Flasher von Hanwha Solar neu zertifiziert worden, sagt Wahl. Dazu gehörte eine neue Kalibrierung aller Flasher in der Produktion gegen die Referenz von TÜV Rheinland. Die Abweichung der Messwerte zwischen der Messung bei Hanwha Solar und der Messung beim TÜV liege nun bei weniger als einem Prozent.

PV+Test ist ein unabhängiger Modultest des TÜV Rheinland und der Solarpraxis AG, Herausgeber des pv magazine. Die Module werden unabhängig am Markt eingekauft, so dass Manipulationen ausgeschlossen sind, und nach einem von einem Industriekonsortium verabschiedeten Prozedere getestet. Der Test macht eine Aussage zu Alterungsbeständigkeit, Leistung, elektrischer Sicherheit und Dokumentation. Mirco Sieg/Michael Fuhs

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Global Data: Trina Solar verdrängt Yingli Green Energy von der Spitze

18. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Die chinesischen Hersteller dominieren weiterhin bei der Herstellung von kristallinen Solarmodulen. Allerdings hat Trina Solar 2014 den Konkurrenten Yingli als größten kristallinen Photovoltaik-Hersteller abgelöst. Nach den Rückschlägen bei Sharp ist die Top fünf nun fest in chinesischer Hand.

Nach den Erhebungen von Global Data war Trina Solar der größte Produzent kristalliner Photovoltaik-Module im vergangenen Jahr. Der Hersteller habe einen Weltmarktanteil von 7,9 Prozent erreicht und damit YIngli Green Energy von der Spitzenposition verdrängt, so die Analysten. Insgesamt sei die weltweite Produktionskapazität für kristalline Module 2014 um ein Drittel auf 44 Gigawatt angewachsen. Trina Solar hat nach jüngsten Erhebungen von Global Date Solarmodule mit einem geschätzten Volumen von 3500 Megawatt produziert.
„Trina Solar konnte damit Yinglis Modulproduktion um etwa 150 Megawatt im Jahr 2014 übertreffen, obwohl die Produktion erst spät erhöht wurde“, sagt Sameer Joshi, Direktor für Forschung und Analysen im Bereich Strom und alternative Energien bei Global Data. Auf Rang drei folge Jinko Solar. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller habe sich gegenüber 2013 um zwei Ränge verbessert und seinen Marktanteil von 5,2 auf 7,3 Prozent steigern können. Der zuvor drittplatzierte Hersteller Sharp habe dagegen an Boden verloren und lag 2014 nur noch auf Rang sechs, wie Global Data berichtet. Sharp habe rückläufige Verkaufzahlen hinnehmen müssen. Platz vier habe erneut Canadian Solar erreicht mit einem Weltmarktanteil von 5,6 Prozent. Neu in den Top fünf ist JA Solar mit einer Produktionssteigerung von mehr als 50 Prozent im vergangenen Jahr. Die Kapazitäten seien auf 2300 Megawatt ausgebaut worden, was eine Marktanteil von 5,2 Prozent bedeute. (Sandra Enkhardt)

Mittwoch, 18. Februar 2015

M+W Germany soll aufgelöst werden

17. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Den Anlagenbau für die Bereiche Photovoltaik und Halbleiter will der Stuttgarter Konzern aber in anderen Regionen fortsetzen. Über das Schicksal der 215 betroffenen Mitarbeiter laufen derzeit Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Die M+W Germany GmbH in Stuttgart soll aufgelöst werden. Damit verabschiedet sich der Stuttgarter Konzern aus dem Anlagenbau für Photovoltaik und Halbleiter in Deutschland. „Dies bedeutet aber nicht, dass wir komplett aus dem Anlagenbau in diesen Bereichen aussteigen“, betonte ein Sprecher der M+W Group auf Anfrage von pv magazine. Das Geschäft solle auf andere Gesellschaften des Unternehmens verlagert werden. Es sei eine Reaktion auf die Verschiebung des globalen Photovoltaik-Marktes. „Neue Photovoltaik-Fabriken werden mittlerweile vor allem in Asien und Amerika gebaut“, so der Sprecher weiter. Im Halbleiter-Bereich ist die Marktentwicklung ähnlich. Deutschland sei damit als zentraler Standort nicht mehr geeignet.

Nach pv magazine-Informationen sind die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche über die Entscheidung informiert worden. Dabei seien keine weiteren Details und Hintergründe zur Entscheidung des österreichischen Investors Georg Stumpf verkündet worden. Auch der Zeitrahmen der Auflösung der M+W Germany ist noch völlig offen. Derzeit laufen aber bereits die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessensausgleich und Sozialplan für die 215 betroffenen Mitarbeiter. Vom Verlauf dieser Verhandlungen hänge auch der Zeitplan für die Auflösung der Gesellschaft ab, sagte der Sprecher der M+W Group weiter. Ob den Mitarbeitern interne Jobangebote gemacht werden, konnte er noch nicht sagen. Immerhin hat die M+W Group mehr als 30 Gesellschaften mit weltweit mehr als 7000 Mitarbeitern. (Sandra Enkhardt)

Bundesregierung klagt wegen EEG vor Europäischen Gerichtshof

17. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Bundeswirtschaftsministerium will nun im Grundsatz klären lassen, ob es sich beim EEG 2012 um eine Beihilfe handelt. Dazu ist nun eine Klage gegen die EU-Kommission vor den Europäischen Gerichtshof eingereicht worden. Die Verfahrensdauer für solche Klagen liegt bei etwa vier Jahren.

Der Kampf zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission um das EEG geht weiter. Nach dem von Brüssel Ende 2013 eingeleiteten Beihilfeverfahren wegen der Industrieprivilegien im EEG hat nun Anfang Februar die Bundesregierung eine Klage gegen die EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht. "Wir haben fristgerecht Klage vor dem EuGH eingereicht, um die Grundsatzfrage zu klären, ob das EEG eine Beihilfe ist", bestätigte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Spiegel online.
Die Klage richtet sich konkret gegen den Abschlussbericht der Europäischen Kommission vom November 2014, in dem das EEG 2012 als Beihilfe eingeordnet wird. Sie beziehe sich auf das EEG 2012, nicht auf die EEG-Novelle 2014, betonte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage von pv magazine. "Die Bundesregierung ist seit langem bestrebt, die grundsätzliche und rein formale Rechtsfrage zu klären, ob das EEG dem EU-Beihilferegime unterliegt (also eine Beihilfe darstellt) oder nicht – damit verbunden ist auch der Wunsch nach Klärung, wie der Beihilfebegriff im Europarecht auszulegen ist. Die Bundesregierung ist weiterhin der Auffassung, dass das System des EEG keine Beihilfe darstellt."
Die EU-Kommission hatte die Förderung der Erneuerbaren über die Stromrechnung der Verbraucher als Beihilfe eingestuft. Damit kann sie der Bundesregierung Vorgaben bei EEG-Reformen machen. Die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs sei in dieser Frage nicht einheitlich, daher nun die Bemühung der Bundesregierung, dies abschließend zu klären, so die Ministeriumssprecherin weiter. Bei der Novelle im vergangenen Jahr reichte die Bundesregierung das Gesetz zur Notifizierung in Brüssel ein. Dabei ging es vor allem um die Privilegien für die energieintensive Industrie, die Ausnahmen bei der EEG-Umlagezahlung genießt. Die EU-Kommission billigte schließlich die Novelle. Wenn der EuGH urteilen würde, dass das EEG keine Beihilfe ist, könnte sich die Bundesregierung die Genehmigung ihrer Reformen durch Brüssel künftig ersparen. Allerdings weist das Bundeswirtschaftsministerium daraufhin, dass die durchschnittliche Verfahrensdauer für derartige Klagen bei etwa vier Jahren liegt.

"Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Klage die Rückforderungsanordnung für die energieintensive Industrie bewusst nicht angreift, ebensowenig die Genehmigung des EEG ‎2014, um‎ Rechtsunsicherheiten zu vermeiden‎. Dies bedeutet, dass sich für die Unternehmen nichts ändert", sagte die Ministeriumssprecherin weiter. Die Bundesregierung hatte zuvor auch bereits Klage gegen die Eröffnung des Beihilfeverfahrens vom Dezember 2013 gegen das EEG 2012 eingereicht. (Sandra Enkhardt)

IBESA: Deutschland bis 2020 Vorreiter bei Photovoltaik-Speichern

17. Februar 2015 | Speicher und Netze, Topnews
Die Speicherallianz geht davon aus, dass bis 2020 in Deutschland das durchschnittliche jährliche Marktvolumen um 31 Prozent auf dann 45.000 Neuinstallationen wächst. Neben der Speicherförderung hilft auch der etablierte Photovoltaik-Markt, dass Deutschland in den kommenden fünf Jahren die europäischen Nachbarn noch hinter sich lassen wird.

Die International Battery & Energy Storage Alliance (IBESA) erwartet für Deutschland einen Anstieg der jährlichen Photovoltaik-Speicherinstallationen auf über 45.000 Anlagen pro Jahr bis 2020. Dies entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Marktwachstum von 31 Prozent. Damit werde Deutschland bis 2020 seine Vorreiterrolle bei Photovoltaik-Speichersystemen innerhalb Europas behaupten können, heißt es bei IBESA. Diese liege auch an der Speicherförderung sowie dem bereits etablierten Photovoltaik-Markt in Deutschland.

Der Anteil Deutschlands am kumulierten europäischen Photovoltaik-Speichermarkt wird bis 2020 bei rund 45 Prozent liegen, wie sieht Markus Hoehner, Ideengeber und Gründer von IBESA sowie CEO von EuPD Research erwartet. Die Zahl der hierzulande installierten Speichersysteme werde dann bei rund 170.000 liegen. In ganz Europa – so schätzen EuPD Research und IBESA – werde 2020 eine kumulierte Photovoltaik-Speicherkapazität von etwa 1,9 Gigawattstunden erreicht. Der europäische Markt für Photovoltaik-Speicher werde in den kommenden fünf Jahren ein durchschnittliches jährliches Marktwachstum von 60 Prozent aufweisen und im Jahr 2020 ein Volumen von 166.000 Neuinstallationen erreichen, so Markus Hoehner weiter.

Der Markt für Photovoltaik-Batteriesysteme wird vor allem durch Preissenkungen getrieben, die Speicher zunehmend wettbewerbsfähig machten. Deutschland sei ein Beispiel, wie wichtig die richtigen Rahmenbedingungen als Anreizinstrument für einen Wachstumsmarkt sind. Dezentrale Speicher seien eine Flexibilitätsoption, die Netzschwankungen durch die Einspeisung von Windkraft und Photovoltaik ausgleichen könnten und damit für Stabilität zu sorgen.

Auch international beobachtet IBESA eine steigende Nachfrage im Speichersegment. Doch während in Industrieländern Speicher zur Unterstützung der Netzinfrastruktur eingesetzt würden, spielten sie in Entwicklungsländern vor allem als Offgrid-Anwendungen eine immer wichtigere Rolle. Zum einen werde damit die ländliche Elektrifizierung vorangetrieben. Zum anderen stabilisierten sie das Netz und könnten im Bedarf einspringen. (Sandra Enkhardt)

Power-to-Gas-Anlage von RWE erhält Herzstück

17. Februar 2015 | Speicher und Netze, Topnews
Der Eletrolyseur der Forschungsanlage wird derzeit installiert. Noch im ersten Halbjahr soll die Anlage nach einem Testlauf in Betrieb genommen werden.

Die RWE Deutschland AG baut derzeit in Ibbenbüren eine Power-to-Gas-Forschungsanlage. Nun ist der Elektrolyseur, dass technische Kernstück, geliefert worden und wird nun installiert. Nach weiteren Arbeiten sowie einem kurzen Testlauf werde die Anlage voraussichtlich noch im ersten Halbjahr in Betrieb gehen, teilte der Energiekonzern mit. Aufgabe der neuen Anlage sei die Erzeugung von Wasserstoff aus Strom von Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Der Wasserstoff werde dann vor Ort in das Gasnetz eingespeist.

Für die Energiewende könnte der Power-to-Gas-Technologie eine große Bedeutung zukommen. Sie kann überschüssigen Strom aus Photovoltaik und Windkraft, der nicht direkt gebraucht werde, zur Erzeugung von Gas nutzen und damit für eine spätere Nutzung speichern. Eine Rückverstromung soll unter Kraft-Wärme-Kopplung erfolgen, um Energieverluste zu vermeiden, wie es bei RWE weiter hieß. Dazu werde ein in Ibbenbüren vorhandenes Blockheizkraftwerk genutzt. Auch könne die saubere Energie über die Gasnetze dann für den Mobilitäts- und Wärmesektor genutzt werden. (Sandra Enkhardt)

Photovoltaik auf dem Weg zu tragender Säule der Stromversorgung

17. Februar 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
An sonnenreichen Tagen können die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit abdecken. Zudem übernimmt die Photovoltaik auch immer mehr Systemdienstleistungen, die das Stromnetz stabilisieren. Die AEE hat zudem ihr Bundesländerportal mit den neuesten Zubauzahlen der Bundesnetzagentur für 2014 aktualisiert.

Insgesamt sind in Deutschland bis zum Ende des Jahres 2014 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 38 Gigawatt installiert worden. Damit können an sonnenreichen Tagen im Sommer bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit gedeckt werden, heißt es bei der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). In Bayern und Baden-Württemberg seien es sogar zwei Drittel. An verbrauchsarmen Tagen können es sogar noch mehr sein, wie auch das Pfingstwochenende 2014 bereits gezeigt hat.
Zudem übernehmen die Photovoltaik-Anlagen immer mehr Systemdienstleistungen, die das Netz stabilisierten. Dazu zähle die Frequenzhaltung von 50 Hertz im Stromnetz. Wenn zu viel Strom im Netz ist und die Netzfrequenz dadurch auf mehr als 50,2 Hertz steigt, müssen sich Photovoltaik-Anlagen zur Systemstabilisierung schrittweise vom Netz trennen. Um diese Vorgaben zu erfüllen, mussten in den vergangenen Monaten bestehende Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Kilowatt technisch umgerüstet werden. „Gerade in Regionen mit einem großen Bestand übernehmen Solarstromanlagen mehr Systemverantwortung“, sagt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Allerdings seien trotz Ablauf der Frist zum Jahreswechsel noch nicht alle Wechselrichter mit einem Update versehen worden. Die 50,2-Hertz-Nachrüstung betrifft alle Photovoltaik-Anlagen ab zehn Kilowatt Leistung, die zwischen Ende August 2005 und 2011 in Betrieb genommen worden sind.

„Die beiden süddeutschen Bundesländer, in denen die Solarenergie bereits zu einer tragenden Säule der Stromversorgung geworden ist, profitieren dank der Nachrüstung auch von einer sicheren Versorgung mit regionalem Strom.“ Systemstabilisierend wirke sich auch der Ausbau intelligenter Photovoltaik-Speicher aus. Aufgrund eines starken Preisverfalls ist die Nachfrage nach Batteriespeichern im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent gestiegen, wie es bei der AEE heißt.

Bayern weiter Spitze

Die AEE hat mit den nun komplett für 2014 veröffentlichten Photovoltaik-Zubauzahlen der Bundesnetzagentur auch ihr Bundesländerportal aktualisiert. Die neu installierte Leistung war im vergangenen Jahr nochmals deutlich eingebrochen und lag bei gerade einmal 1,9 Gigawatt. Mit 427 Megawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung sei Bayern erneut an der Spitze. Allerdings sei auch in dem Freistaat der Photovoltaik-Zubau gegenüber 2013 um mehr als die Hälfte zurückgegangen. In den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin kamen nach AEE-Angaben sogar nur wenige Megawatt neuer Photovoltaik-Anlagen hinzu. Auch bei der installierten Gesamtleistung liege Bayern mit 11,1 Gigawatt weiter klar vorn, gefolgt von Baden-Württemberg mit 5,1 Gigawatt und Nordrhein-Westfalen mit 4,2 Gigawatt. (Sandra Enkhardt)

First Solar setzt Hoffnung in indischen Photovoltaik-Markt

16. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Aus Sicht des Vorstandschefs des Dünnschichtmodul-Herstellers müssen vor allem Probleme bei der Landverpachtung und Finanzierung von Photovoltaik-Kraftwerken gelöst werden. Ansonsten droht die indische Regierung mit ihrem Ziel, bis 2022 insgesamt 100 Gigawatt Photovoltaik-Leistung zuzubauen, zu scheitern.

Indien hat große Pläne beim Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen. Bis 2022 soll die installierte Photovoltaik-Leistung im Land auf 100 Gigawatt liegen. Das 33-fache der derzeitigen Gesamtleistung. Nun fand die nach Reuters-Angaben erste Erneuerbaren-Konferenz in der Hauptstadt Neu-Delhi statt. Der Vorstandschef des US-Photovoltaik-Herstellers First Solar, Jim Hughes, warnte im Zuge der Veranstaltung vor einem Scheitern des Ausbauziels. Dies könne passieren, wenn es die indische Regierung nicht schaffe, mehr Land für den Bau von Photovoltaik-Kraftwerken zur Verfügung zu stellen und sicherzustellen, dass die Energieversorger den Solarstrom kauften. Zudem sei in manchen Indischen Bundesstaaten noch unklar, wie die finanzielle Solarförderung aussehen solle. „Es macht es schwierig unter solchen Umständen, Projekte zu entwickeln“, sagte der First-Solar-Chef der Nachrichtenagentur.

Auch Analysten halten es nach Reuters-Angaben für schwierig, dass der indische Regierungschef Narenda Modi sein Ziel von 100 Gigawatt Photovoltaik bis 2022 erreicht. Sie sehen die größten Schwierigkeiten ebenfalls in der schwierigen finanziellen Lage der zumeist staatlichen Energieversorger, die den Solarstrom kaufen sollen und in der langsamen Geschwindigkeit, wie Land für Photovoltaik-Kraftwerke zur Verfügung gestellt werden.

First Solar hat selbst ambitionierte Ziele in Indien. Der Hersteller von Cadmiumtellurid-Dünnschichtmodulen will bis 2019 Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 5000 Megawatt realisieren. Der US-Konkurrent hat Pläne, 15.200 Megawatt an Photovoltaik- und Windkraftprojekten bis 2022 umzusetzen. First-Solar-Vorstandschef Hughes betonte, dass sein Unternehmen sich das Land für die Kraftwerke erst noch sichern müsse und Stromabnahmeverträge (PPA) mit Käufern des Solarstroms aushandeln müsse, bevor es mit dem Bau der Photovoltaik-Anlagen beginnen könne. Indiens größter Kreditgeber, die State Bank of India, hat Reuters zufolge angekündigt, 15 Gigawatt an Photovoltaik-Kraftwerken finanzieren zu wollen. Allerdings gab die Bank noch keine Einzelheiten über ihr Finanzierungspaket bekannt. (Sandra Enkhardt)

Solar Frontier baut Photovoltaik-Gewerbeanlage auf Holzkonstruktion

16. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Im Mai soll die Photovoltaik-Anlage fertiggestellt sein. Erstmals verwendet Solar Frontier für einen Teil der Unterkonstruktionen Holz aus heimischen Wäldern.

Solar Frontier hat mit dem Bau einer 1,4 Megawatt Photovoltaik-Dachanlage in der japanischen Region Yatsushiro begonnen. Dabei sollen erstmals Unterkonstruktionen aus Holz verwendet werden, teilte der japanische CIS-Modulhersteller mit. Etwa 20 Prozent der Montagegestelle für die Photovoltaik-Anlage sollen aus japanischem Holz gefertigt werden. Die Entscheidung dafür sei gefallen, weil diese Unterkonstruktionen eine hohe Beständigkeit gegen Schäden wegen der salzhaltigen Luft sowie eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufwiesen. Zudem seien die Holzkonstruktionen auch beständiger bei hoher Sonneneinstrahlung. Nach der Demontage könne das Holz zudem in Biomassekraftwerken verbrannt werden, was die Umweltauswirkungen des Projekts weiter reduziere, hieß es weiter.

Das Projekt wird von SF Solar Power, einem Joint Venture von Solar Frontier und der Development Bank of Japan (DBJ), ausgeführt. Die gewerbliche Photovoltaik-Dachanlage werde dann von dem Holzspezialisten Xyence gepachtet. Ingesamt sollen 8160 CIS-Dünnschichtmodule für das Projekt auf einer Fläche von etwa 19.000 Quadratmetern installiert werden. Nach der Fertigstellung im Mai werde die Photovoltaik-Anlage voraussichtlich mehr als 1630 Megawattstunden Solarstrom jährlich liefern. (Sandra Enkhardt)

IHS: USA und Japan lohnenswerte Märkte für SMA, ABB und Co.

16. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Nach Erwartung der Analysten werden die Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern in diesem und dem nächsten Jahr etwa die Hälfte ihres Umsatzes in den USA und Japan generieren. In Japan wird es allerdings schwierig für Hersteller aus dem Ausland bleiben, einen Stück vom Kuchen abzubekommen.

Die USA und Japan werden nach IHS-Analysen die einzigen beiden Photovoltaik-Märkte für Wechselrichter-Hersteller bleiben, in denen 2015 und 2016 der Jahresumsatz noch bei mehr als einer Milliarde US-Dollar liegen wird. Weltweit werde der Umsatz für Wechselrichter-Hersteller in den beiden Jahren insgesamt bei 13,2 Milliarden US-Dollar liegen, davon würden 25 Prozent auf Japan und 21 Prozent auf die USA entfallen. Die Hersteller weltweit seien in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten, heißt es bei IHS. Dies sei eine Folge der sinkenden Nachfrage bei gleichzeitig stärkerem Preiswettbewerb sowie den bestehenden Überkapazitäten und neuen Wettbewerbern. Daher versuchten, international aufgestellte Wechselrichter-Hersteller auch, eine starke Marktposition in den USA und Japan zu erreichen, um ihren Umsatz zu steigern.

Der Photovoltaik-Markt mit der größten Nachfrage sei hingegen China. Allerdings gebe es dort schwierige Geschäftsbedingungen und niedrige Preise, so dass sich die weltweiten Wechselrichter-Hersteller weniger auf diesen Markt fokussierten. China kommt 2015 und 2016 auf einen Anteil von 14 Prozent beim Gesamtumsatz, wie es bei IHS heißt.

Japan sei seit 2013 der umsatzstärkste Markt für Photovoltaik-Wechselrichterhersteller. Nach den Erwartungen von IHS wird er dies auch bis mindestens 2018 bleiben. Allerdings könnten davon hauptsächlich die heimischen Hersteller profitieren. Internationale Hersteller hätten es schwer, sich in Japan zu etablieren. Ein Beweis dafür sei auch, dass Omron, Tabuchi und TMEIC ihren Auslieferungen in den ersten drei Quartalen 2014 um 60 Prozent gegenüber dem Jahr davor hätten steigern können. Zudem hätten die drei japanischen Hersteller damit mehr als die Hälfte der Gesamtnachfrage im Land bedient. Einige westliche Hersteller wie Schneider Electric und ABB hätten allerdings ihre Bemühungen in Japan im vergangenen Jahr deutlich erhöht und können IHS zufolge auch deutlich gestiegene Absatzzahlen vermelden. Zumeist lieferten sie Zentralwechselrichter für den boomenden Freiflächenmarkt nach Japan.

In den USA, der als einziger Photovoltaik-Markt den Umsatzschwelle von 1 Milliarde US-Dollar in den vergangenen drei Jahren übertraf, versuchen viele internationale Hersteller mittlerweile Fuß zu fassen. Der Markteintritt dort ist nach IHS-Angaben auch wesentlich leichter als in Japan. Hinzukomme, dass in den USA derzeit eine starke Nachfrage nach Photovoltaik-Kraftwerken bestehe sowie die Förderung für private und gewerbliche Dachanlagen stark sei. Deshalb ziehe es auch viele europäische und asiatische Wechselrichter-Hersteller nach Übersee.

Auch wenn IHS in Japan und den USA die zwei umsatzstärksten Märkte für 2015 und 2016 sieht, so sei zu erwarten, dass sie künftig von der Größe wieder schrumpfen werden. Japan werde die Solarförderung auch 2016 weiter sinken. Zudem werde es durch die Verzögerungen beim Netzanschluss zum Abkühlen des Marktes für Photovoltaik-Kraftwerke kommen. Einem Marktrückgang erwartet IHS auch in den USA ab 2017, weil dann die Steuervergünstigungen (ITC) auslaufen könnten. Auch wenn nun die Verlängerung der Anreize im Gespräch sei, so seien doch die meisten Großprojekte auf eine Fertigstellung bis spätestens 2016 ausgerichtet. Dies könnte dann 2017 ein Abflauen des Photovoltaik-Marktes zur Folge haben. (Sandra Enkhardt)

Chinas Photovoltaik-Zubau mit 10,6 Gigawatt 2014 leicht zurückgegangen

16. Februar 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Nationale Energiebehörde hat die offiziellen Zahlen nun veröffentlicht. China hat das eigene Ziel von 14 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung damit im vergangenen Jahr deutlich verfehlt. Dennoch lag der Photovoltaik-Zubau immer noch mehr als fünfmal höher als in Deutschland.

Die Nationale Energiebehörde (NEA) hat nun die Zubauzahlen für neue Photovoltaik-Anlagen in China vorgelegt. Demnach sind im vergangenen Jahr insgesamt 10,6 Gigawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert worden. Das zuvor festgelegte Zubauziel von 14 Gigawatt hat China damit klar verfehlt und auch gegenüber den 11,3 Gigawatt im Jahr 2013 bedeutet es einen kleinen Rückgang. Dennoch wird das Land wohl auch im vergangenen Jahr den größten Photovoltaik-Ausbau weltweit vermelden können. Er war damit auf jeden Fall mehr als fünfmal so groß wie in Deutschland, das gerade einmal auf 1,9 Gigawatt neu installierte Photovoltaik-Leistung kam. Erstmals habe es im Osten China einen höheren Zubau als im Westen gegeben. Dort sei 54 Prozent der neu installierten Leistung entstanden. Für dieses Jahr hat die NEA ein Zubauziel von 15 Gigawatt ausgegeben.

Die insgesamt installierte Leistung habe sich bis zum Ende des Jahres auf 28,05 Gigawatt erhöht. Nach Angaben der NEA sind davon 23,38 Gigawatt in Photovoltaik-Freiflächenanlagen installiert, während 4,67 Gigawatt in kleineren Anlagen (Distributed Generation) verbaut sind. Sollte China sein für dieses Jahr selbstgestecktes Ziel von 15 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung erreichen, könnte es dann auch beim Gesamtzubau Deutschland überflügeln. In Deutschland waren zum Jahresende etwas mehr als 38,2 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Auch die Solarstromerzeugung habe China im vergangenen Jahr um mehr als 200 Prozent zugelegt. Die Photovoltaik-Anlagen hätten insgesamt 25 Milliarden Kilowattstunden sauberen Strom produziert.

Auch die Solarindustrie in China hat ihre Kapazitäten im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. So sei die Siliziumproduktion um 50 Prozent gegenüber 2013 auf etwa 130.000 Tonnen gestiegen. Dennoch importieren die chinesischen Hersteller jährlich weiterhin rund 90.000 Tonnen Polysilizium. Die Modulproduktion in China habe 2014 bei mehr als 33 Gigawatt gelegen; ein Zuwachs von 17 Prozent. 68 Prozent der Solarmodule seien ins Ausland exportiert worden. Die Auslastung der Photovoltaik-Hersteller sei leicht gestiegen. Bei den zehn führenden Anbieter habe sie bei 87 Prozent zum Jahresende gelegen. (Vincent Shaw/Sandra Enkhardt)

Türkei will fünf Gigawatt Photovoltaik-Leistung bis 2023

16. Februar 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Die Regierung in Ankara hat einen ersten Aktionsplan für Erneuerbare Energien aufgestellt. Demnach sollen bis 2023 insgesamt 61 Gigawatt an Erneuerbaren-Energien-Anlagen zugebaut werden; fünf Gigawatt davon Photovoltaik. Finanzielle Unterstützung soll von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung kommen.

Die Türkei hat nun ihren ersten nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien vorgelegt. Damit sei ein wichtiger Schritt zum Erreichen der eigenen Ausbauziele geschafft, die auch von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) unterstützt würden, heißt es bei dem Finanzinstitut. Nach den Plänen des türkischen Ministeriums für Energie und natürliche Ressourcen sollen bis 2023 insgesamt 30 Prozent der installierten Kapazität auf erneuerbare Energiequellen entfallen. Dazu sei geplant, 34 Gigawatt Wasserkraft, 20 Gigawatt Windkraft, fünf Gigawatt Photovoltaik sowie jeweils ein Gigawatt an Geothermie und Biomasse zuzubauen. Auch im Transportsektor soll ein Anteil von zehn Prozent erneuerbaren Energien erreicht werden.

Mit dem Aktionsplan soll nun ein Weg aufgezeigt werden, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Es solle Grundlage sein, um mehr Investitionen in Erneuerbare-Energien-Projekte zu stimulieren, auch mit Hilfe der EBWE. In dem Dokument würden auch regulatorische Hindernisse aufgezeigt, die bislang privaten Investitionen in diesem Bereich im Wege standen. Außerdem würden Maßnahmen aufgestellt, die aufgrund internationaler Best-Practice-Erfahrungen formuliert worden seien. Diese umfassten sowohl die finanzielle als auch die politische Unterstützung von Projekten.

„Die Türkei wird weiterhin die Energieerzeugung aus heimischen Quellen erhöhen“, sagte der türkische Energieminister Taner Yildiz. Die Erneuerbaren spielten eine der Schlüsselrollen in der türkischen Politik und der Energieagenda des Landes. „Der Aktonsplan ist die Roadmap für eine große Chance. Das Ziel ist ambitioniert, aber mit gemeinsamen Anstrengungen auf allen Ebenen der Politik und mit voller Unterstützung der Industrie, kann die Türkei ihr Potenzial an grüner Energie entfalten“, sagte Terry McCallion, Direktor für Energieeffizienz und Klimawandel bei der EBWE. (Sandra Enkhardt)

Solarmax-Kunden brauchen neuen Service

13. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Ende November 2014 ging der Schweizer Wechselrichterhersteller Sputnik Engineering in die Insolvenz und beendete praktisch zeitgleich den Betrieb. Seit dem sind Betreiber von Wechselrichtern und Monitoringsystemen der Marke Solarmax auf sich allein gestellt. Es gibt aber Dienstleister, die den Service übernehmen können.

„Alle Dienstleistungen, inklusive Hotline, Auslieferungen, Monitoring, technischer Support, Austausch usw. sind ab sofort auf unbestimmte Zeit unterbrochen“, erklärte der Wechselrichterhersteller Sputnik Engineering Ende vergangenen Jahres. Mit dem Insolvenzantrag hätten auch alle Mitarbeiter ihre Arbeit bis auf Weiteres eingestellt. Daran hat sich dann auch nichts mehr geändert. Heute ist das ehemalige Firmengebäude menschenleer. Eine Servicenummer gibt es nicht mehr. „Wenn Sie einen Garantiefall haben, können Sie gegenüber der insolventen Firma höchstens einen Schaden in Franken geltend machen“, heißt es beim zuständigen Konkursamt Biel. Ein Monteur oder Ersatzteile können nicht mehr zur Verfügung gestellt werden.

Für Kunden, die Solarmax-Wechselrichter betreiben oder Monitoringsysteme von Solarmax nutzen, ist das natürlich ärgerlich. Mit der Insolvenz des Herstellers sind die Garantieansprüche obsolet geworden. Auch Vorauszahlungen zum Beispiel für Garantieverlängerungen oder Betriebs- und Wartungsverträge sind wohl in den meisten Fällen verloren. Das kann je nach Anlagengröße eine hohe Summe sein. Falls die entsprechenden Komponenten über einen Händler bezogen wurden, ist dieser nicht dazu verpflichtet, etwaige Garantiefälle zu übernehmen und abzuwickeln. Was die Produktgewährleistung angeht, können Installateure diese für ihre Kunden bei ihrem Händler geltend machen, allerdings nur dann, wenn die Geräte auch über einen Händler bezogen würden. Wer direkt beim Hersteller gekauft hat, verliert auch die Gewährleistungsansprüche.

So kann es weitergehen

Betroffene Kunden fragen sich nun unter anderem, wie sie den Weiterbetrieb ihrer Photovoltaikanlage über bis zu 20 Jahre sichern können. Es gibt Unternehmen, die hier bereits Abhilfe schaffen. So zum Beispiel die Firma Papendorf Software Engineering, die sich zusammen mit ihren Schwesterunternehmen SEAG Service und SBU Photovoltaik um Service, Instandsetzung und Betreuung betroffener Anlagen kümmert. Knapp 20 ehemalige Solarmax-Kunden betreuen sie nach eigener Aussage bereits.

Papendorf springt zum Beispiel ein, wenn ein Kunde eine bloße Monitoringlösung braucht und Service und Wartung selbst übernimmt. Nach Aussage von Geschäftsführer Peter Papendorf geht dies im Prinzip uneingeschränkt mit allen Wechselrichtertypen und Monitoringsystemen von Solarmax. Der Kunde müsse dafür aber den Vertrag mit mdex weiterlaufen lassen. Mdex ist der Kommunikationsmanagement-Anbieter, den Solarmax für seine Datenkommunikation genutzt hat. Dieser Dienst kann laut Papendorf so umkonfiguriert werden, dass die Anlagendaten an das Monitoringportal SOL.Connect von Papendorf geschickt werden. Damit kann der Kunde dann wieder auf die Monitoringdaten aus seiner Anlage zugreifen. Auf Wunsch bietet Papendorf auch eine Auswertung der Daten an. Der Vertrag mit mdex kostet laut Papendorf fünf Euro pro Monat. Für die Nutzung des Monitoringportals SOL.Connect berechnet Papendorf je nach Anlagenkonfiguration zwischen 45 und 75 Cent pro Kilowattpeak und Jahr. Hinzu kommen noch die generellen GSM-Kosten des gewählten Telekommunikationsanbieters.

Wenn der Kunde nicht nur das Monitoring braucht sondern auch nach Unterstützung bei Wartung und Betrieb sucht, können SEAG Service oder SBU Photovoltaik weiterhelfen. Als Servicedienstleister beziehungsweise Installationsunternehmen können die Firmen viele der üblichen Probleme beheben und gegebenenfalls auch Gerätereparaturen durchführen, sagt Papendorf.. Da allerdings keine Ersatzteile mehr für Solarmax-Geräte zur Verfügung stehen, werde in manchen Fällen auch der Austausch des Wechselrichters empfohlen. Einen pauschalen Preis könne man für Wartung und Betrieb nicht nennen. Das komme immer auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort an, die man sich zuerst anschauen müsse.

In jedem Fall müssen Anlagenbetreiber, die den ehemaligen Service von Solarmax ersetzen wollen, mit zusätzlichen Kosten rechnen. Die plötzliche Insolvenz des Schweizer Wechselrichterherstellers dürfte daher viele Investoren und Betreiber wachrütteln, was für Risiken alles während der Betriebszeit einer Photovoltaikanlage lauern können. (Mirco Sieg)

GTM Research: Weiter Druck auf Wechselrichter-Hersteller

13. Februar 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Die Preise für Photovoltaik-Wechselrichter werden weiter sinken. Die Analysten von GTM Research rechnen zudem mit einer weiteren Diversifizierung des Weltmarktes.

Viele Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern stehen derzeit gehörig unter Druck. Der weltweite Wechselrichtermarkt habe sich auch sehr verändert. Die Analysten von GTM Research rechnen damit, dass die Umbrüche auch in diesem Jahr weiter gehen. Die Preise für Photovoltaik-Wechselrichter werden weiter sinken, wie sie in ihrem aktuellen Bericht „Global PV Inverter Landscape 2015: Technologies, Markets and Prices“ schreiben. Zudem sei damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen steigen und mehr Ware in neue Märkte mit schwachen Netzstrukturen geliefert werde. Der weltweite Photovoltaik-Markt wird sich GTM Research zufolge weiter diversifizieren. Die drei größten Photovoltaik-Märkte China, Japan und die USA würden voraussichtlich 59 Prozent der Nachfrage nach Photovoltaik-Wechselrichtern abdecken. 2014 seien es noch 68 Prozent gewesen. Insgesamt geht GTM Research davon aus, dass die Lieferungen bei 50,6 Gigawatt in diesem Jahr liegen werden. Das Marktvolumen werde dann 7,3 Milliarden US-Dollar erreichen. (Sandra Enkhardt)