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Dienstag, 31. März 2015

Ab 1. Juli 2015: Mehr Unterstützung für Kommunen und Unternehmen

Ob Schulen, Produktionshallen oder Bürokomplexe – in den rund 1,7 Millionen sogenannten Nichtwohngebäuden in Deutschland wird zu viel Energie verbraucht. Ab 1. Juli 2015 fördert die KfW Bankengruppe im Auftrag des BMWi verstärkt deren energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau von Nichtwohngebäuden.

Schulgebäude mit Glasfassade© BMWi/ Holger Vonderlind"Wir wollen bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Hierzu brauchen wir weitere Effizienzfortschritte im Gebäudebereich und zwar nicht nur bei den Wohngebäuden, sondern auch bei gewerblichen Gebäuden und kommunalen Einrichtungen. Deshalb unterstützen wir mit der neuen KfW-Förderung Unternehmen und Kommunen bei energieeinsparenden Bauinvestitionen und schließen damit eine Lücke", sagte Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Die Förderung erfolgt im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms.
Unternehmen und Kommunen profitieren künftig von niedrigen Zinsen sowie von Tilgungszuschüssen von bis zu 17,5 Prozent, wenn sie ihre Gebäude auf das Niveau eines KfW-Effizienzhauses modernisieren oder einzelne Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik umsetzen. Vorrangiges Ziel ist die Erhöhung der Energieeffizienz.

Deutliche Investitionsanreize auch im Neubau

Auch beim Neubau von Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf setzen KfW und BMWi gemeinsam sehr deutliche Investitionsanreize. "In Nichtwohngebäuden schlummern erhebliche Effizienzpotenziale, die den Unternehmen und Kommunen neben deutlichen CO2-Einsparungen auch reale Kostenvorteile bringen. Über 40 Prozent des Primärenergiebedarfs aller Gebäude entfällt auf Nichtwohngebäude", sagt Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. "Wir freuen uns, dass wir neben der sehr erfolgreichen Förderung von Wohngebäuden zukünftig auch das energetische Bauen und Sanieren bei Nichtwohngebäuden für alle Unternehmen anbieten können."
Gewerbliche Unternehmen können unabhängig von ihrer Größe die Förderkredite im "KfW-Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Bauen und Sanieren" ab dem 1. Juli 2015 über ihre Hausbanken beantragen. Ab 1. Oktober 2015 werden dann Kommunen, soziale Einrichtungen und kommunale Unternehmen die Möglichkeit haben, auch energieeffiziente Neubauten über die KfW fördern zu lassen. Die Zinssätze werden zum Start des Programms bekanntgegeben. Die bereits bestehende Förderung für die energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur wird von da an noch einmal spürbar verbessert, zum Beispiel werden Tilgungszuschüsse in Höhe von 5,0 Prozent für energetische Einzelmaßnahmen eingeführt.

Über das CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ist bereits heute ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Etwa jede dritte Sanierung wird durch die Förderung finanziell unterstützt. Jede zweite neu gebaute Wohnung wird bereits heute von der KfW gefördert und damit nach besserem Standard errichtet, als die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt.

Internationale Unternehmen – Teil der Energiewende in Deutschland

"Das Interesse von internationalen Unternehmen, aktiv an der Energiewende in Deutschland teilzunehmen, ist sehr groß", sagt Thomas Grigoleit, Bereichsleiter bei "Germany Trade & Invest". Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes wirbt im Ausland um Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und den Umbau unserer Energieversorgung.

Videobeitrag: "Die Energiewende: Deutschlands Weg in die Zukunft" © Germany Trade & Invest

Seit den 1990er Jahren investieren Bürger und Unternehmen in Sonnen-, Wind- und Bioenergie: So wurden hierzulande mehr als 1,5 Millionen Erneuerbare-Energien-Anlagen errichtet. Das ist Weltrekord. Auch in den kommenden Jahren wird der Umbau unserer Energieinfrastruktur weitergehen – und Potenzial für Investitionen aus dem In- und Ausland bieten.
Weltweit wird die Energiewende mittlerweile als Herausforderung und Chance gleichermaßen wahrgenommen. In der Praxis erfahren das auch die Experten des Energieteams von "Germany Trade & Invest", der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes: Sie reisen regelmäßig zu Konferenzen und Messen in aller Welt, um potenzielle Investoren über Markt- und Investitionschancen der Energiewende zu informieren. "Das Interesse von internationalen Unternehmen, aktiv an der Energiewende in Deutschland teilzunehmen, ist sehr groß", sagt Thomas Grigoleit, Leiter des Bereichs Energie, Umwelt und Rohstoffe bei "Germany Trade & Invest". "Wir betreuen zahlreiche Investitionsvorhaben ausländischer Unternehmen in den Bereichen Energieerzeugung sowie Integration von erneuerbaren Energien." Zurzeit erhält das Team vor allem Anfragen zum Thema Energiespeicher- und Smart Grid-Technologien. Im Themenfeld Energieeffizienz ist das Investitionspotenzial aktuell vor allem in den Bereichen "Energieeffizienz im Gebäudebereich" und "Energieeffizienz in Industrieprozessen" enorm. Auch hier begleitet "Germany Trade & Invest" internationale Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Neues Video zeigt "Deutschlands Weg in die Zukunft"

Mit dem Video "Die Energiewende: Deutschlands Weg in die Zukunft", informiert "Germany Trade & Invest" über die Potenziale, die sich durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und intelligenten, energieeffizienten Systemlösungen in Deutschland bieten, und stellt zugleich das eigene Angebot vor. "Wir unterstützen Unternehmen aus dem Ausland dabei, Teil der Energiewende in Deutschland zu werden. Wir haben Antworten auf alle wichtigen Fragen, die man kennen muss, um in Deutschland erfolgreich zu investieren und den Markteintritt zu schaffen", so Grigoleit. Dies seien Fragen wie: Wo ist bundesweit der richtige Standort? Welche steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen gelten? Wie groß ist der Absatzmarkt? Und welche Forschungspartner gibt es hierzulande?

Neben der Investorenanwerbung zählen das Standortmarketing für Deutschland im Ausland sowie die Unterstützung deutscher Unternehmen mit Außenwirtschaftsinformationen zu den Hauptaufgaben von "Germany Trade & Invest". Die Gesellschaft stützt sich dabei auf ein weltweites Auslandsnetz von mehr als 50

Neuerungen für mehr Transparenz und Akzeptanz

Er ist die Achillesferse der Energiewende – und betrifft die Bürgerinnen und Bürger vor Ort ganz direkt: der Netzausbau. Das Bundeskabinett hat letzte Woche einen Gesetzentwurf beschlossen, mit dem Planungsprozesse nachvollziehbarer und die Möglichkeiten für eine Teilerdverkabelung erweitert werden sollen.

Strommasten auf grüner Wiese© BMWi/ Holger Vonderlind Moderne und gut ausgebaute Stromnetze sind die Grundvoraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt. Damit unsere Stromversorgung sicher und bezahlbar bleibt, müssen mehrere tausend Kilometer Stromtrassen verstärkt oder neu gebaut werden. Nur so kann künftig Strom aus erneuerbaren Energien tatsächlich in jede Steckdose in Deutschland gelangen. Ziel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist es deshalb, die Modernisierung und den Ausbau der Netze zügig voranzutreiben. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist nun gemacht: Das Bundeskabinett hat am 25. März 2015 einen Gesetzentwurf beschlossen, um den Bau von Stromleitungen transparenter und bürgernaher zu gestalten. Damit anstelle oberirdischer Freileitungen mehr Erdkabel eingesetzt werden können, sollen auch die Kriterien maßvoll erweitert werden, die für eine Teilerdverkabelung erfüllt sein müssen.

Mehr Zeit für Bürgerbeteiligung

Der Gesetzentwurf, den im nächsten Schritt der Bundestag beraten wird, sieht vor, dass der Turnus der Netzentwicklungsplanung künftig auf zwei Jahre gestreckt wird. Bislang werden die Pläne für den Ausbau der Stromnetze an Land und auf hoher See ("offshore") sowie der Gasnetze jedes Jahr angepasst. Mit dem Wechsel zu einem zweijährigen Rhythmus haben die Bürgerinnen und Bürger sowie alle weiteren Beteiligten in Zukunft mehr Zeit, sich bei den Entwürfen der Netzentwicklungspläne einzubringen. Die Planung wird auf allen Ebenen transparenter und nachvollziehbarer. So wird verhindert, dass sich Planungsprozesse wie bisher teilweise überlappen.

Mehr Möglichkeiten zur Teilerdverkabelung

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, die Möglichkeiten zu erweitern, um unterirdische Erdkabel von 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitungen zu testen. Im Bereich der Übertragungsnetze, die Strom über weite Strecken transportieren, sind überirdische Freileitungen der Standard. Denn bei der Erdverkabelung sind noch viele Fragen ungeklärt. In Raesfeld im Münsterland hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion 2014 mit dem Bau des ersten unterirdischen Höchstspannungserdkabels begonnen. Mehr erfahren Sie auch im aktuellen Video der Bundesnetzagentur: "Erdkabel: Von der Theorie zur Praxis".
Der neue Gesetzesentwurf soll dazu beitragen, schneller umfassende Erfahrungen mit der neuen Technologie zu sammeln. Daher werden die Kriterien erweitert, die die Teilerdverkabelung eines Streckenabschnitts ermöglichen: Neben dem Abstand zwischen einer Siedlung und der geplanten Leitung werden künftig weitere Kriterien in die Betrachtung einbezogen: Wenn zum Beispiel Naturschutzgründe dafür sprechen oder etwa große Flüsse (sogenannte Bundeswasserstraßen) überquert werden, können die Höchstspannungskabel künftig teilweise unterirdisch verlegt werden. Außer für die bisherigen Pilotvorhaben, zu denen die sogenannten "Stromautobahnen" (HGÜ: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen) zählen, soll die Teilerdverkabelung damit für weitere Pilotprojekte möglich werden, beispielsweise die Rhein-Querung der Niederrheinleitung zwischen Wesel und Utfort.

"Wir brauchen die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger"

Für Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist der Gesetzentwurf ein wichtiger Schritt, damit es beim Netzausbau weiter gut vorangeht: "Modernisierung und zügiger Ausbau der Stromnetze sind das A und O für eine erfolgreiche Energiewende. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Menschen in Deutschland. Wir sorgen jetzt dafür, dass diese sich künftig besser in den Prozess der Planung der Netze einbringen und die damit einhergehenden Entscheidungen besser verstehen können. Planern und Behörden geben wir mit dem Gesetz außerdem mehr Möglichkeiten, Erdkabel auf Pilotstrecken in technisch und wirtschaftlich sinnvollen Abschnitten zu testen."

Was bedeutet eigentlich "Redispatch"?

Die Energiewende bringt viele neue Schlagworte mit sich. In unserer neuen Rubrik werden die wichtigsten davon aufgegriffen. Den Auftakt macht der Fachbegriff "Redispatch". Was ist damit gemeint – und was hat das mit unserer Stromversorgung und dem Netzausbau zu tun?

Illustration: Erneuerbare Energien, Stromnetz und Verbraucher unter einer Lupe© BMWiWie kommt der Strom eigentlich in die Steckdose? Worüber Verbraucher kaum nachdenken, ist für die Akteure hinter den Kulissen eine große Synchronisationsaufgabe: Sie bringen Angebot und Nachfrage in Einklang und stellen sicher, dass elektrische Leistung zur Verfügung steht, wo und wann sie gebraucht wird. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird diese Herausforderung noch wachsen. Drehen sich die Windräder vor Helgoland auf Hochtouren, muss der eingespeiste Strom erst einmal zum energieintensiven Industriebetrieb in Bayern gelangen, der gerade eine Extraschicht fährt. Die Stromnetze stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Damit es nicht zum Blackout kommt, wird das Netz unter anderem in den Leitwarten der Netzbetreiber genau überwacht – und im Zweifel wird eingegriffen. Zu viel Einspeisung in Leitung eins? Steht keine Alternativstrecke zur Verfügung? Dann ordnen die Netzbetreiber einen Redispatch an. Gleiches gilt im umgekehrten Fall, wenn zu wenig Leistung im Netz vorhanden ist.

"Dispatch": Welches Kraftwerk speist wann wie viel Leistung ein?

Redispatch bedeutet wörtlich eine Änderung des sogenannten Dispatches, der den "Fahrplan" der Kraftwerke bezeichnet: Die Kraftwerksbetreiber melden den Übertragungsnetzbetreibern verbindlich an, wie sie am Folgetag ihre Kapazitäten einplanen. Welches Kraftwerk wird wann wie viel Leistung ins Netz einspeisen? Ergibt die Auswertung dieses Dispatch, dass Engpässe drohen, oder kommt es tatsächlich kurzfristig zu Überlastungen, fordern die Übertragungsnetzbetreiber von den Kraftwerksbetreibern die Änderung ihrer Fahrpläne, also den Redispatch.

Ziel ist es dabei, die Netz- und Systemstabilität – und so die hohe Versorgungssicherheit der Verbraucher - zu erhalten sowie Netzunterbrechungen abzuwenden: Denn durch zu viel eingespeiste Kraftwerksleistung geraten die Leitungen an die Grenzen ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Wird diese Grenze überschritten, schalten sich einzelne Leitungsabschnitte vorsorglich automatisch ab, damit keine teuren Schäden entstehen. Dadurch steigt jedoch die Belastung auf den alternativen "Ausweichstrecken", die sich schließlich ebenfalls abschalten. Bildlich ist das wie bei einem großen Verkehrsstau: Nutzen alle die Umleitung, geht auch da am Ende nichts mehr. Langfristig werden neue Umgehungsstraßen gebraucht.

Redispatch-Maßnahmen sind zuletzt immer wichtiger geworden

Bei den Übertragungsnetzen ist das in Deutschland ähnlich: Weil mancherorts leistungsstarke Leitungen fehlen, hat die Notwendigkeit solcher Redispatch-Maßnahmen in den letzten Jahren zugenommen. Nach vorläufigen Berechnungen der Bundesnetzagentur hat sich die Dauer der Redispatch-Eingriffe im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr erneut leicht erhöht; mittlerweile wird beinahe täglich in die Fahrpläne der Kraftwerke eingegriffen. Insgesamt meldeten die Übertragungsnetzbetreiber für 2014 (vorläufig) Maßnahmen mit einer Gesamtdauer von 8.116 Stunden – 2013 waren es noch 7.965, 2011 nur 5.030 und im Jahr 2010 sogar nur 1.588 Stunden, weniger als ein Fünftel also. Insgesamt betrafen diese Eingriffe 2014 voraussichtlich eine Leistung von 5.131 Gigawattstunden; 2013 waren es noch 4.604 Gigawattstunden, was damals rund einem Prozent der Gesamterzeugung (ohne die EEG-vergütete Einspeisung aus erneuerbaren Energien) oder dem Jahresverbrauch von rund 1,3 Millionen Durchschnittshaushalten entsprach.

Am stärksten belastet sind die großen Übertragungsleitungen im Winterhalbjahr: In den kalten und stürmischen Monaten speisen die Windräder im Norden besonders viel Strom ein, in den industriellen Zentren im Süden wird – vor allem wenn es kalt ist und früh dunkel wird – noch mehr Energie nachgefragt. Damit sich die Leitungen wegen dieses "Ansturms" nicht abschalten, muss beim Redispatch zweierlei passieren. Die Anlagen im Norden müssen zurückgefahren, die im Süden hochgefahren werden. Nur so ist derzeit ein sicherer Betrieb des Netzes möglich. Die Daten der Übertragungsnetzbetreiber spiegeln das wider: Während im Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz (die Windenergieregionen in Nord- und Ostdeutschland) 2013 die Einspeisung häufig abgeregelt wurde, gingen die Redispatch-Maßnahmen im Süden (Netzbetreiber Amprion und Transnet-BW) in die andere Richtung. Hier wurde häufiger das Hochfahren von Kraftwerken angeordnet.

In der Konsequenz heißt das: Stromerzeuger im Norden können nicht einspeisen. Und im Süden muss Kraftwerksleistung vorgehalten werden, die bei einem Engpass kurzfristig hochgefahren werden kann. Seit dem Winter 2011/2012 mussten die Übertragungsnetzbetreiber hier immer wieder auf ausländische Reserven zurückgreifen. Und in Zukunft könnte sich die Situation weiter verschärfen: Im Norden gehen immer mehr Windparks an Land und auf hoher See ans Netz, im Süden werden Schritt für Schritt die Kernkraftwerke abgeschaltet. Damit es dann nicht zum Stau kommt, sieht der vom Bundestag bestätigte Bundesbedarfsplan den Ausbau der wichtigen Nord-Süd-Strecken vor.

Über "direkt erklärt"

Die Energiewende verändert nicht nur unsere Energieversorgung, sie bringt auch viele neue Schlagworte mit sich. Ob Kapazitätsmarkt, HGÜ-Leitungen oder Systemstabilität – Fachbegriffe, die früher nur für Insider relevant waren, sind in der Diskussion mittlerweile alltäglich. In der neuen Rubrik "direkt erklärt" möchten wir diese Begriffe unter die Lupe nehmen: Was ist damit eigentlich gemeint? Und was hat das mit der Energiewende zu tun? Den Auftakt zur Serie, die in loser Reihenfolge fortgesetzt wird, macht der Begriff "Redispatch".

Eckpunktepapier vorgestellt

Wie wird der Strommarkt fit für die Energiewende? Dazu steht in diesem Jahr eine Grundsatzentscheidung an. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat nun ein Eckpunktepapier vorgelegt, das diese Entscheidung vorbereitet.

Videobeitrag: Bundesminister Sigmar Gabriel in einer Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag am 26.03.2015 zu CO2-Reduzierung und Kraft-Wärme-Kopplung. © Deutscher Bundestag

Die Energiewende systematisch und planbar voranbringen: Dafür listet die 10-Punkte-Energie-Agenda des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die zentralen Themenfelder und nächsten Schritte auf. Nach dem Meilenstein "Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2014" folgen in diesem Jahr wichtige Weichenstellungen für den Strommarkt: Die Kernkraftwerke gehen nach und nach vom Netz, Wind- und Sonnenenergie übernehmen mehr Verantwortung, die europäischen Märkte wachsen weiter zusammen. Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, zwischen Erzeugung und Verbrauch, muss auch unter diesen veränderten Bedingungen funktionieren – zum Beispiel, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Daher muss der "Strommarkt für die Energiewende" neu gestaltet werden.
Vergangene Woche hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein Eckpunktepapier vorgelegt, das die dazu anstehenden Entscheidungen vorbereitet. Es bezieht sich auf die vier fachlich eng miteinander verknüpften Themen Strommarkt, CO2-Minderungsbeitrag des Stromsektors ("Klimabeitrag"), Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Netzausbau.

Worum geht es im Einzelnen?

Weiterentwicklung des Strommarkts
Bis Anfang März hat das BMWi das Grünbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" öffentlich zur Diskussion gestellt. Es präsentiert Optionen für eine auch in Zukunft sichere, kosteneffiziente und umweltverträgliche Energieversorgung und geht dabei auf Fragen ein wie: Welche Rolle sollen konventionelle Kraftwerke in der Zukunft spielen? Wie kann man die schwankende Produktion aus Wind und Sonne abfedern? Und welche Anreize setzt man, damit Verbraucher genau dann Strom nutzen, wenn er günstig ist? Mehr als 700 Stellungnahmen sind dazu eingegangen. Die Konsultation zeigt weitgehende Übereinstimmung darin, dass für die Weiterentwicklung des heutigen Strommarkts hin zu einem zukunftsfähigen Strommarkt 2.0 Optimierungsmaßnahmen erforderlich sind. Auch halten sehr viele Konsultationsteilnehmer die Einführung einer Kapazitätsreserve für sinnvoll.
Welche Maßnahmen für den Strommarkt 2.0 nötig sind, konkretisiert das aktuelle Eckpunktepapier. Dazu zählt beispielsweise die Verbesserung der Bilanzkreisbewirtschaftung, das heißt die verantwortlichen Stromversorger und -händler sollen konsequent verpflichtet werden, für ihre Kunden ausreichend Strom einzukaufen; wer weniger eingekauft hat als benötigt, trägt dafür die Kosten. Ein weiterer Punkt ist die Stärkung der Flexibilitätsoptionen: Dabei geht es darum, die wetterbedingten Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen. Unter anderem flexible Kraftwerke, die Kraft-Wärme-Kopplung, der europäische Stromhandel, Lastmanagement und Speicher sollen künftig in einem fairen Wettbewerb um die besten Lösungen konkurrieren. Die sogenannte Kapazitätsreserve für unvorhersehbare Notfälle wird den Strommarkt zusätzlich absichern.
Seit Juli 2014 führt das BMWi einen transparenten und offenen Prozess zur Weiterentwicklung des Strommarkts, bei dem alle relevanten Akteure wie Verbände, Länder und Nicht-Regierungs-Organisationen unter anderem über die "Plattform Strommarkt" eng in die Diskussion eingebunden sind. Im Oktober 2014 hat das BMWi das Grünbuch Strommarkt vorgelegt. Im Juni folgt ein Weißbuch mit konkreten Maßnahmen.
Klimabeitrag
Mit dem Fortschrittsbericht zur Energiewende und dem Aktionsprogramm Klimaschutz hat das Bundeskabinett am 3. Dezember 2014 bekräftigt, dass Deutschland zu seinem ambitionierten Ziel steht: Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) sinken. Um dieses Klimaschutzziel 2020 zu erreichen, muss auch der Strommarkt einen zusätzlichen Beitrag leisten und seinen CO2-Ausstoß senken.
In einer Aktuellen Stunde des Bundestages erläuterte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Donnerstag den Vorschlag des BMWi, einen "Klimabeitrag" einzuführen, um die zusätzlich notwendigen 22 Millionen Tonnen CO2 im Stromsektor einzusparen. Bei diesem Modell müssen die Kraftwerksbetreiber einen "Klimabeitrag" leisten, sofern ein Kraftwerksblock über einen Freibetrag hinaus CO2 ausstößt. Dies gilt aber nur für Kraftwerke, die am europäischen Emissionshandel teilnehmen und älter als 20 Jahre sind.
Gabriel betonte den Vorbildcharakter Deutschlands beim Umbau der Energieversorgung: "Der Beitrag Europas und Deutschlands zum Klimaschutz bemisst sich nicht in der Frage, ob das 35, 38, oder 41 Prozent (Senkung) sind, sondern dass ein hochindustrialisiertes Land zeigt, dass ambitionierter Klimaschutz möglich ist und dabei die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung nicht gefährdet, sondern ausgebaut wird", so der Minister.
Kraft-Wärme-Kopplung
Außerdem stellte der Minister im Bundestag vor, wie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zukünftig gefördert werden soll: Auch in Zukunft wird eine hocheffiziente und klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung eine wichtige Rolle im Rahmen der Energiewende spielen. Dafür soll das zugrundeliegende KWK-Gesetz novelliert werden. Erste Ansätze für die Novellierung sind in dem Eckpunktepapier dargelegt. Wichtig ist, dass die künftige Förderung der KWK mit den anderen Zielen der Energiewende kompatibel ist.

Investitionen in erneuerbare Energien 2014 gestiegen

Gut für die Umwelt und fürs Klima – aber auch gut für die Wirtschaft: Die erneuerbaren Energien sind mittlerweile ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Im Jahr 2014 wurden rund 18,8 Milliarden Euro in die Errichtung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien investiert.

Kreisdiagramm zeigt, wie sich die Investitionen auf die verschiedenen Energiequellen verteilen© Daten: ZSW, Grafik: BMWi
Beim Ausbau der erneuerbaren Energien geht Deutschland mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass die Umstellung der Energieversorgung hin zu Sonne, Wind und Co. auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Die jüngsten Zahlen belegen das: So wurden 2014 insgesamt 18,8 Milliarden Euro in Anlagen investiert, die die Nutzung erneuerbarer Energien möglich machen – vor allem wurde so der Zubau neuer Windenergieanlagen finanziert.
Im Vergleich zum Vorjahr haben die Investitionen in erneuerbare Energien, nach einem Rückgang in den Jahren 2011 bis 2013, zuletzt wieder zugelegt: 2014 wurden rund drei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr (2013: 15,7 Milliarden Euro) in diesem Bereich investiert. Der Zuwachs geht ausschließlich auf den Boom bei der Windenergie an Land wie auf See zurück. Im Vergleich zum für die Windindustrie bereits sehr starken Vorjahr verdoppelten sich die Windkraftinvestitionen 2014 annähernd auf 12,3 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von knapp zwei Dritteln dominieren sie damit die gesamten Investitionen in Erneuerbare. Dies spiegeln die Zubau-Zahlen wider: Insgesamt wurden im letzten Jahr 6.182 Megawatt Windenergieleistung neu installiert. Mehr als ein Siebtel der Ende 2014 installierten Leistung in diesem Bereich (40,5 Gigawatt) sind also erst im Jahresverlauf dazugekommen! Demgegenüber sanken entsprechend dem langsameren Ausbau bei der Solarenergie die Investitionen in Photovoltaikanlagen 2014 um fast die Hälfte auf 2,3 Milliarden Euro.
Die 18,8 Milliarden Euro umfassen hauptsächlich die Ausgaben für den Neubau von Anlagen, zu einem geringen Teil auch für die Erweiterung und Ertüchtigung von Anlagen, wenn also beispielsweise ein altes Wasserkraftwerk wieder in Betrieb genommen wurde. Außer den Investitionen der Energieversorgungsunternehmen sind in der Summe auch die Investitionen aus Industrie, Gewerbe, Handel und privaten Haushalten enthalten.
Betrachtet man statt der Investitionen die Umsätze aus dem Betrieb der Erneuerbare-Energien-Anlagen (inkl. Biokraftstoffe), so sind diese 2014 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 14,4 auf 14,1 Milliarden Euro gesunken. Ursache hierfür waren der infolge des milden Winters zurückgehende Wärmebedarf sowie die sinkenden Preise von Biokraftstoffen.
Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG

Zitat der Woche

"Batterien sind eine Schlüsseltechnologie, um das Netz flexibler und effizienter zu machen. Sie können Regelleistung sehr viel schneller und präziser bereitstellen als konventionelle Kraftwerke. Auch wirtschaftlich können Batteriespeicher sich im Wettbewerb mit konventionellen Kraftwerken durchsetzen. Sie sind also eine überlegene neue Lösung, um die stark wechselhafte Einspeisung regenerativer Energien zu bewältigen. Im windreichen Norden sind solche Lösungen besonders gefragt."

Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG

Gabriel: Aus der Energiewende ein Industrialisierungsmodell machen

Der Umstieg von fossiler und nuklearer Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien kann helfen, die Wirtschaft heute und in Zukunft erfolgreich weiterzuentwicklen. Das betonte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel beim "Berlin Energy Transition Dialogue" letzte Woche. Sehen Sie hier die ganze Rede.

Videobeitrag: Die Eröffnungsrede des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, bei der Veranstaltung "Berlin Energy Transition Dialogue - towards a global Energiewende" am 26. März 2015 in Berlin. © BMWi
Weiterführende Informationen:

Kommerzialisierung stationärer Brennstoffzellen in Europa: Hohes Marktpotenzial und eine positive Umweltbilanz

30. März 2015 | von: Roland Berger Strategy Consultants 30.03.2015, München/Brüssel


   - Neue Studie von Roland Berger und des EU "Fuel Cells and
     Hydrogen Joint Undertaking" zeigt: Stationäre Brennstoffzellen
     stehen in Europa an der Schwelle zur kommerziellen
     Markteinführung
   - Gute Erdgasinfrastruktur und perspektivische Nutzung anderer
     Brennstoffe - einschließlich Wasserstoff - bieten stationären
     Brennstoffzellen hohes Marktpotential bei privaten, gewerblichen
     sowie industriellen Kunden
   - Stationäre Brennstoffzellen können Energieverbrauch und
     Emissionen senken, werden aber nur wettbewerbsfähig, wenn die
     Produktionskosten sinken
   - Europäische Industrie sollte die technische Leistungsfähigkeit
     weiter stärken und Kosten senken; Förderung durch die
     öffentliche Hand ist in der Anfangsphase notwendig

Der steigende Anteil erneuerbarer Energien an der Energieerzeugung verändert die europäische Energielandschaft grundlegend; die Dezentralisierung der Energieversorgung nimmt weiter zu. Dabei können innovative Technologien wie stationäre Brennstoffzellen eine wichtige Rolle spielen, denn sie können sowohl fossile als auch grüne Energieträger sehr effizient in Strom und Wärme umwandeln. So erreichen sie eine elektrische Effizienz von bis zu 60 Prozent, die kombinierte elektrische und thermische Effizienz kann sogar über 90 Prozent liegen.

Roland Berger Strategy Consultants und das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking, eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission, Vertretern der Brennstoffzellen- und Wasserstoffbranche sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen, untersuchen in ihrer neuen Studie "Advancing Europe's energy system: stationary fuel cells in distributed generation" faktenbasiert das Kommerzialisierungspotential von stationären Brennstoffzellen. Die von 35 Branchenakteuren gemeinsam verfasste Studie ist die bis dato umfassendste und weitreichendste Analyse zum Stand der stationären Brennstoffzellentechnologie in Europa.

Drei Marktsegmente, drei technologische Reifegrade

Die europäischen Hersteller von stationären Brennstoffzellen setzen auf unterschiedliche Lösungen für die dezentrale Energieerzeugung. Diese beruhen meist auf der Nutzung von Erdgas, bieten aber die Möglichkeit, auch weitere Brennstoffe einzusetzen, wie etwa regenerativ erzeugten Wasserstoff. Die Lösungen reichen von Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) als Gebäudeheizung bis hin zu industriellen Speziallösungen mit einer Leistung von mehreren Megawatt. Heiko Ammermann, Partner von Roland Berger Strategy Consultants, unterstreicht: "Die Technologie kann von der gut ausgebauten Erdgasinfrastruktur in Europa profitieren; die Versorgung mit Wasserstoff stellt kein Problem dar."

Der Markt für stationäre Brennstoffzellen setzt sich aus drei Segmenten zusammen: Wohnhäuser, Gewerbeimmobilien und industriellen Anwendungen. Dabei bietet jedes Segment attraktive Absatzchancen, wie z.B. ein jährliches Gesamtmarktpotential von 2,5 Millionen Mikro-KWK-Einheiten in Ein- und Zweifamilienh&a uml;usern in Deutschland, Großbritannien, Italien und Polen zusammen.

Doch die Marktreife der drei Segmente ist stark unterschiedlich. Während Hersteller von Mikro-KWK-Anlagen bereits mit der kommerziellen Markteinführung beginnen, befinden sich KWK-Lösungen für Gewerbeimmobilien noch in der Produktentwicklung. Industrielle Anwendungen haben teilweise bereits den Reifegrad von Mikro-KWK-Anlagen erreicht. "Mikro-KWK-Anlagen und ausgewählte Industrielösungen auf Brennstoffzellenbasis werden in naher Zukunft vermutlich den größten Fortschritt in Richtung kommerzieller Nutzung machen", sagt Ammermann. "In Japan, Südkorea und den USA sind solche Systeme schon seit mehreren Jahren im Markt. Die europäische Industrie muss nun aufschließen."

Positive Umweltbilanz, aber zu hohen Kosten

Stationäre Brennstoffzellen können erheblich dazu beitragen, Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch zu senken. So entstehen bei einem teilsanierten Einfamilienhaus in Deutschland mit einer Brennstoffzellen-Mikro-KWK-Anlage rund 30 Prozent weniger CO2-Emissionen pro Jahr als mit einem modernen Gas-Brennwertkessel und Netzstromversorgung beim aktuellen Energiemix. Der Ausstoß von Schadstoffen wie NOx oder SOx lässt sich fast komplett vermeiden.

Doch die Technologie muss noch einige Hürden nehmen. Denn bei Kapitalkosten von 30.000 bis 40.000 Euro pro Mikro-KWK-Einheit sind stationäre Brennstoffzellen derzeit noch nicht wirtschaftlich. &qu ot;Die Technologie wird erst dann in größerem Umfang auf dem europäischen Markt erfolgreich sein, wenn die Kapitalkosten für Kunden deutlich reduziert werden", ist Heiko Ammermann überzeugt.

Die schnelle Amortisierung der Investitionen könnte hilfreich sein. Denn dank der hohen Effizienz der Brennstoffzellen lassen sich die laufenden Energiekosten deutlich reduzieren. Mit einer Mikro-KWK-Anlage auf Brennstoffzellenbasis anstelle eines Gas-Brennwertkessels könnte die Energierechnung für ein teilsaniertes Haus einer vierköpfigen Familie in Deutschland um ca. 40 Prozent sinken.

Viele Wege führen zur kommerziellen Nutzung

Für die erfolgreiche Kommerzialisierung von stationären Brennstoffzellen in Europa sollte die Industrie also verstärkt auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Produkte hinarbeiten. "Kontinuierliche Forschung und Entwicklung sowie steigende Produktionsvolumina sind wichtig, um die technische Leistungsfähigkeit weiter auszubauen und niedrigere Kosten zu erzielen", betont Heiko Ammermann. "Hier müssen laufende Feldtests und Pilotprojekte erfolgreich zu Ende geführt werden."

Um ihre Kundenbasis zu vergrößern, sollte die Industrie zudem neuartige Finanzierungsmodelle wie Contracting-Angebote weiterentwickeln und strategische Partnerschaften mit anderen Marktakteuren wie Energieversorgern suchen.

Nicht zuletzt hängt die erfolgreiche Kommerzialisierung der stationären Brennstoffzellen auch von öffentlicher Unterstützung ab. In diesem Zusammenhang skizziert die Studie verschiedene Optionen für eine Anschubförderung. Ausgereifte Mikro-KWK-Anlagen würden etwa von Investitionsanreizen für Endkunden profitieren; gewerblichen und industriellen Anwendungen würden zum Beispiel projektbezogene Förderungen zugutekommen.

"Stationäre Brennstoffzellen haben in Europa einen entscheidenden Punkt erreicht, so dass nun eine echte Chance zur Kommerzialisierung besteht", fasst Bert de Colvenaer, Executive Director des Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking, zusammen. "Die Industrie sollte jetzt ihre technologischen und wirtschaftlichen Versprechen einlösen - mit anfänglicher Förder ung durch die öffentliche Hand."

Die Studie können Sie herunterladen unter:
www.rolandberger.de/pressemitteilungen

Read more: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/kommerzialisierung-stationrer-brennstoffzellen-in-europa--hohes-marktpotenzial-und-eine-positive-umweltbilanz_100018721/#ixzz3Vx31S9Er

Energieschub für Brennstoffzellen: Leistungsfähigkeit verdoppelt, Kosten mehr als halbiert

30. März 2015 | von: Clean Power Net
Bis 2020 sollen Kosten für Herstellung nochmals um rund 50 Prozent sinken / Nach gelungener Marktaktivierung sollen Unternehmen im Breiten- und Exportmarkt Fuß fassen / Branchen-Netzwerk Clean Power Net zieht zum fünfjährigen Bestehen positive Zwischenbilanz
Berlin, 30. März 2015. Ob für Mobilfunksendemasten, im Polizeifunk oder als Sicherheitspuffer für Stromnetze generell: Die Brennstoffzellentechnologie wird in immer mehr Bereichen erfolgreich eingesetzt. Das Branchen-Netzwerk Clean Power Net (CPN) will nun dafür sorgen, dass Brennstoffzellen „Made in Germany“ künftig verstärkt einem breiteren Markt zugänglich gemacht werden. Zudem sollen Hersteller aus Deutschland in den kommenden Jahren weltweite Exportmärkte erschließen. „Wir haben die Brennstoffzelle erfolgreich aus der Forschung in die Praxis geholt“, sagt Henrik Colell, Sprecher des Netzwerks Clean Power Net zu dessen fünfjährigem Bestehen. „Für die Zukunft gilt es, das weltweite Exportpotenzial dieser Technologie optimal auszuschöpfen – indem die Branche Produktivität und Leistung weiter steigert und Kosten weiter senkt.“

Welche Fortschritte bei der Entwicklung von Brennstoffzellen möglich sind, konnten die am Branchen-Netzwerk beteiligten Unternehmen im Zuge der vorkommerziellen Marktvorbereitung in den vergangenen Jahren zeigen, die durch das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) flankiert wird. Bei sicheren Stromversorgungsanwendungen beispielsweise ließ sich die Leistungsfähigkeit von Brennstoffzellen mehr als verdoppeln und schon in dieser ersten Phase konnten die Kosten halbiert werden.

In den nächsten fünf Jahren sollen die Kosten nochmals halbiert werden. Dies ist laut CPN notwendig, um etwa den Markt für sichere Stromversorgungslösungen in der Breite erschließen zu können und um in den verschiedensten Stromversorgungsapplikationen nennenswerte Stückzahlen zu generieren.

Die Brennstoffzellentechnologie kann bei digitalen und kritischen Infrastrukturen eine sichere Stromversorgung gewährleisten. Im Zeichen der Energiewende und der Digitalisierung der Gesellschaft ist daher vor allem auch dieses Thema ein besonderer Katalysator für die positive Entwicklung der Branche in Deutschland. Colell: „Moderne, immer stärker vernetzte Gesellschaften sind bei großräumigen und lang andauernden Unterbrechungen der Stromversorgung extrem gefährdet und verletzbar. Brennstoffzellen bieten sich als effiziente und zuverlässige Energiequellen besonders an, wenn es darum geht, die Versorgung sogenannter kritischer Infrastrukturen während eines Blackouts zu gewährleisten.“

Chancen in Schwellenländern

Der Markt für Brennstoffzellen entwickelt sich auch international. Besonders Schwellenländer wie Indien, China oder auch verschiedene Staaten in Afrika, die oft nur über schlecht ausgebaute Stromnetze verfügen, setzen zunehmend auf Brennstoffzellen zur Absicherung ihrer Infrastruktur. Von diesem Auslandsgeschäft, das große Stückzahlen und die Chance zu weiterer Skalierung bietet, sollen deutsche Hersteller künftig noch stärker profitieren. Daher steht die Exportförderung in den kommenden Jahren auf der Agenda des CPN ganz oben.

Industrie und Business: Aufklärung und Entwicklung

Das Anwendungsspektrum von Brennstoffzellen ist laut CPN riesig und geht weit über den Einsatz im digitalen Behördenfunk oder im Mobilfunk hinaus. Brennstoffzellen können ebenso erfolgreich bei IT-Servern, in Banken, in der Verkehrstechnik (Luftfahrt, Bahnverkehr), für Flutwarnsysteme, in Krankenhäusern, bei der Leit- und Steuertechnik in der Industrieproduktion oder in der Windpark-Messtechnik eingesetzt werden. Neben der Sicherung der Energieversorgung für kritische Infrastrukturen eignen sich solche Brennstoffzellen-Stromversorgungen auch für Spitzenlasten, Minutenreserve und virtuelle Regelkraftwerke. „Sie können die Energiewende sowohl in Deutschland als auch weltweit unterstützen“, sagt Colell.

Über Clean Power Net
Clean Power Net (CPN) ist ein Zusammenschluss von 22 Unternehmen und Institutionen  aus der Brennstoffzellenbranche. Das Projektmanagement des Netzwerkes obliegt der NOW GmbH. Die NOW GmbH wurde im Februar 2008 aus einer strategischen Allianz ver-schiedener Bundesministerien mit der Industrie und Wissenschaft gegründet. Der NOW GmbH obliegt die Steuerung der Umsetzung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) sowie die fachlich inhaltliche Prüfung und Vorauswahl von Demonstrationsförderprojekten. Durch diese Gesamtkoordination aus einer Hand wird eine zielgerichtete Entwicklung sichergestellt, um im internationalen Wett-bewerb bestehen zu können und in dieser Schlüsseltechnologie die Führung zu übernehmen.

Ausblick zur Direktvermarktung April 2015

30. März 2015 | von: Energy2market GmbH (Leipzig, 30.03.2015) Den Übertragungsnetzbetreibern wurden für den Monat April 44.473 MW installierte Leistung zur Direktvermarktung angemeldet. Erstmalig seit dem EEG 2012 fällt die Gesamtmenge gegenüber dem Vormonat niedriger aus. Im April werden insgesamt 2.851 MW installierte Leistung weniger als im März durch die Anlagenbetreiber oder einen Dritten direkt vermarktet.

Dieser Rückgang ist auf fast alle erneuerbaren Energiequellen zurückzuführen. Ausschließlich der Anteil aus Windenergie aus offshore-Anlagen verzeichnet einen Zuwachs um 324 MW im Vergleich zum Vormonat. In der Direktvermarktung stammen im April insgesamt 1.976 MW installierte Leistung von Windenergie auf See.

Der Anteil aus Windenergie aus onshore-Anlagen, der mit 32.062 MW noch immer den größten Part in der Direktvermarktung ausmacht, sank um 1.713 MW am stärksten und noch unter den Januarwert.

Auf Platz zwei befindet sich die Solarenergie. Die zur Direktvermarktung angemeldete installierte Leistung von 5.406 MW entspricht 825 MW weniger als im März. So niedrig war der Wert zuletzt im August 2014. Seither hatte die angemeldete installierte Leistung bei Photovoltaik monatlich zugenommen. Bei Windenergie onshore ist es seit dem EEG 2012 sogar das erste Mal, dass ein Rückgang verzeichnet wird.

Auch der Anteil an zur Direktvermarktung angemeldeter installierter Leistung aus Biomasse hat im Vergleich zum Vormonat um 429 MW abgenommen und liegt nun bei 4.266 MW. Bei dieser Energiequelle war seit Anfang 2014 ein kontinuierlichen Wachstumstrend erkennbar.

Im vergangenen Jahr hatte die zur Direktvermarktung angemeldete installierte Leistung aus Gasen stetig zugenommen. Der Stand im April 2015 liegt bei 118 MW, so niedrig wie nicht mehr seit Juli 2013.

Der Anteil aus Wasserkraft ist ebenfalls geringer als im März. Konkret sind die Werte im April um 69 MW auf 627 MW gesunken.

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Solar developers flocking to Egypt

30. March 2015 | Applications & Installations, Global PV markets, Industry & Suppliers, Markets & Trends, Top News | By:  Edgar Meza
An increasing number of international developers are investing billions in solar projects in the country, including three Saudi-led projects aiming to construct 5.5 GW of PV capacity across the country.
Nile River, Egypt
Egypt is attracting increasing investment from solar developers, many of them from the Gulf region.
Foreign investment in Egypt’s burgeoning solar sector is ramping up with a slew of international companies announcing, financing, developing and building projects in the country.
In its recently published report, Egypt's Solar Energy Market: FiT Program and Beyond 2015, the Egypt Solar Industry Association (Egypt-SIA) has listed eight major current projects in various stages of development. Among them, Saudi Arabian business conglomerate Fawaz Alhokair Group plans to invest $3.5 billion to develop 2 GW of solar power capacity across the country. The Terra Sola Consortium likewise plans to invest the same amount to also build 2 GW of PV plants in Egypt.
On a smaller scale, Abu Dhabi-based solar PV developer Enviromena has already completed a 10 MW solar PV power plant in the historic oasis town of Siwa, one of Egypt’s most isolated settlements. Inaugurated in March, the project was financed by a $25 million grant from the United Arab Emirates government and carried out in collaboration with Abu Dhabi-based renewable energy company Masdar.
Access Infra Africa, founded by UAE-based Access Power and France's EREN Développement, is planning to invest between $350 and $400 million in new and renewable energy projects in Egypt in the next two to three years. In its first phase of projects, Access Infra plans to build 200 MW of solar capacity (and 100 MW of wind). The group is looking to invest between $100 and $150 million a year in Egypt over a five-year period.
The Terra Sola Consortium, comprising Bahrain-based Terra Sola and Swiss wealth management company Terra Nex, have signed a memorandum of understanding with the Egyptian Electricity Holding Company to develop a large-scale solar power project. The consortium plans to invest $3.5 billion in building 2 GW of PV power plants on a build-own-operate-transfer basis across the country. The plan includes the construction of a 200 MW PV module manufacturing facility and an inverter fab to be used for the consortium’s own solar plants. Terra Solar has also bid and prequalified for a PV project in Kom Ombo, Aswan.
Fawaz Alhokair Group and its subsidiary FAS Energy have signed a land accessibility deal with the Egyptian Electricity Transmission Company (EETC) and the New and Renewable Energy Authority (NREA) to build a 50 MW PV plant under the country’s feed-in tariff scheme. They have also signed an MOU with EETC, NREA and the Ministry of Electricity and Renewable Energy to develop 2 GW of solar power capacity across Egypt with an investment of $3.5 billion.
Saudi group ACWA Power and Masdar have signed an agreement with the Egyptian Electricity Holding Company to develop 1.5 GW of solar (and 500 MW of wind) energy capacity. The companies are expected to start with a 200 MW PV power plant.
Fellow Saudi company Shaheen Group is looking to invest $65.6 million in Egypt’s new and renewable energy sector as the first phase of a larger investment plan in the country. Shaheen’s solar projects include a 50 MW grid-connected solar station in the New Valley (Wadi El Gedid).
Other projects under development in Egypt include Jordan-based Philadelphia Solar’s FiT-backed 50 MW PV power plant in Binban and Yemen’s Hayel Saeed Anam Group planned $4 million solar panel fab.
In addition to those projects listed by the Egypt-SIA report, Canada's SkyPower Global and Abu Dhabi group International Gulf Development (IGD) signed a major agreement with the government at the recent Egypt Economic Development Conference to develop 3 GW of utility-scale solar PV projects over the next four years. Norway's Scatec Solar also recently announced plans to invest $300 million to develop between 150 MW and 200 MW of new solar PV projects in Egypt in the next two to three years.

Raus aus der Kohle!

30. März 2015 | Franz Alt, www.sonnenseite.com
Foto: Caren Alt

Das deutsche Wirtschaftswunder nach 1945 wäre ohne die Kohle nicht möglich gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kohlepolitik richtig. Aber jetzt 70 Jahre später in den Zeiten des Klimawandels?

Zwei Drittel der Bundesbürger lehnen neue Tagebaue ab. Fast jeder fünfte Bundesbürger fordert einen sofortigen Kohleausstieg. Auch das ist genau so richtig, zeitgemäß und notwendig. Denn Braunkohle und Steinkohle sind die Klimakiller Nr. eins. So wie die deutsche Umweltbewegung 2011 den endgültigen Atomausstieg gefordert und durchgesetzt hat, müssen wir jetzt als Bürgergesellschaft alle Kraft auf den Ausstieg aus der Kohle konzentrieren. Und ihn durchsetzen.

Die Ostermärsche 2015 sollten deshalb auch thematisieren, dass mit Kohle weltweit ein Dritter Weltkrieg gegen die Natur geführt wird. Das Motto könnte lauten: Sonne und Wind statt Braunkohle und Steinkohle!

Deutschland hat inzwischen so viele positive Erfahrungen mit den Technologien der Erneuerbaren Energien und der Energiewende, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien organisieren kann.

Der nächste Schritt heißt: keine neuen Kohlekraftwerke. Der übernächste: Auslauf der Kohleverstromung.

Das wird bereits von 67 Prozent der Bundesbürger gefordert. Die Umweltbewegung hat mit ihrer Forderung „Raus aus der Kohle“ also bereits eine breite Unterstützung in der Gesellschaft. Wie aber sieht es in der Politik aus?

Die Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung wieder einmal weiter ist als ihre von Großkonzernen abhängigen „Volksvertreter“.

Energieminister Gabriel hat immerhin angekündigt, dass sich die Kohlewirtschaft mit einem „bescheidenen Beitrag“ über eine CO2-Steuer am Erreichen der deutschen Klimaschutzziele beteiligen muss. So sollen alle über 20 Jahre alten und ineffizienten Kohlekraftwerke eine CO2-Stuer bezahlen. Aber sofort und reflexartig gab es Widerstand – vor allem aus den ostdeutschen Bundesländern und parteiübergreifend.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woitke warnte mit dem Totschlagargument, dass „Zehntausende Arbeitsplätze verloren“ gehen könnten. Dass mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien weit mehr neue, saubere und zukunftsträchtige Arbeitsplätze entstehen, war dem Genossen keine Erwähnung wert.

Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich und weitere CDU-Ministerpräsidenten sowie der CDU-Wirtschaftsflügel kritisierten die neuen Gabriel-Pläne. Die CDU hat offenbar aus ihrem Desaster mit der verantwortungslosen Atompolitik in früheren Jahren nichts wirklich gelernt.

Gabriels neuer Ansatz, einen Einstieg zum Ausstieg aus der Kohlewirtschaft zu wagen, geht in die richtige Richtung. Aber mittelfristig muss der Kohleausstieg gesetzlich verankert werden wie der Atomausstieg verankert wurde. Angela Merkel war mal Klimakanzlerin. Sie sollte es wieder werden. Der G7-Gipfel im Juni in Deutschland wie auch der Klimagipfel im Dezember in Paris bieten dazu passende Möglichkeiten.

- Der Autor Franz Alt ist Journalist, Buchautor und Fernsehmoderator. Er wurde bekannt durch das ARD-Magazin „Report“, das er bis 1992 leitete und moderierte. Bis 2003 leitete er die Zukunftsredaktion „Zeitsprung“ im SWR, seit 1997 das Magazin „Querdenker“ und ab 2000 das Magazin „Grenzenlos“ in 3sat. Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte auf www.sonnenseite.com. -

Dyesol schließt Vorvertrag mit türkischer Entwicklungsbank

30. März 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Der australische Photovoltaik-Hersteller will in der Türkei seine Perowskite-Farbstoff- Technologie in der Türkei kommerzialisieren. Nun ist ein unverbindlicher Vorvertrag mit der türkischen Entwicklungsbank TKB beschlossen worden.

Dyesol hat einen nicht-bindenden Vorvertrag von der Entwicklungsbank der Türkei (TKB) erhalten, in dem es um die Kommerzialisierung der Perowskite-Farbstoff-Photovoltaik-Technologie in der Türkei geht. Der Absichtserklärung seien einige Meeting zwischen Dyesol, Nesli DSC und der TKB in den vergangenen zwei Jahren vorausgegangen, teilte der australische Photovoltaik-Hersteller nun mit. Für die Kommerzialisierung soll eine Fabrik mit 600 Megawatt Kapazität in Mersin entstehen. 2500 Arbeitsplätze wolle Dyesol damit schaffen. In dem Vorvertrag sei festgehalten, dass die TKB eine strategische Beteiligung an Dyesol erwäge. Zusätzlich könnten dem australischen Unternehmen Steuervergünstigungen in den ersten Jahren gewährt werden, um den Erfolg abzusichern, hieß es weiter. Eine Vorbedingung, dass der Vertrag bindend werden kann, sei dass, Dyesol und Nesli DSC ein Joint Venture gründeten, an dem sie jeweils 50 Prozent hielten.
Bereits im Januar hatten die beiden Unternehmen einen umfassenden Vertrag zur Einführung und Kommerzialisierung der Perowskite-Farbstoff-Technologie in der Türkei geschlossen. Darin sind drei separate Entwicklungs- und Kommerzialisierungsetappen vorgesehen. Zunächst geht es um die Entwicklung von Prototypen, danach folge der Bau einer Pilotlinie und als drittes dann die Massenfertigung. Im Zuge der ersten Phase solle in diesem Jahr eine Produktionsanlage in der Türkei für die Herstellung der Prototypen entstehen. Dafür sollen Dyesol zufolge 1,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt werden. Das Geld solle hauptsächlich aus Zahlungen der koreanischen Tochtergesellschaft Dyesol-Timo kommen.
Wenn diese erste Phase erfolgreich abgeschlossen werde, solle ein Joint Venture zwischen Dyesol und Nesli DSC gegründet werden, an dem beide Partner 50 Prozent halten sollen, hieß es im Januar. Beide Unternehmen sagten nun zu, bis zum Jahresende der TKB einen detaillierten Businessplan für das Joint Venture vorzulegen.

Für das kommende Jahr sei dann der zweite Schritt vorgesehen. Dann solle eine Pilotlinie gebaut werden und es sei technisch die schwierigste Phase für die Kommerzialisierung der Photovoltaik-Technologie. Die geplante Kapazität der Produktion solle ein Volumen von etwa 20.000 Quadratmetern der Farbstoffsolarmodule betragen. In dieser Phase gehe es auch um weitere Tests der Produkte sowie die Optimierung der Herstellungsprozesse. Wenn dies abgeschlossen sei, könne die Massenfertigung beginnen. Nach Angaben für Dyesol ist dies weiterhin für 2018 vorgesehen.

Der Wirkungsgrad der Perowskit-Solarzellen hat sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch erhöht. (Grafik: Solarpraxis AG/Harald Schütt)

Stabilitätsprobleme im Griff?

Die Entwicklung der Perowskit-Solarzellen war in den letzten drei Jahren zwar eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Innerhalb kurzer Zeit ist es gelungen, ihren Wirkungsgrad deutlich über den der herkömmlichen Farbstoffsolarzelle zu heben und 20 Prozent sind in Reichweite. Die große Herausforderung ist aber noch, die Zellen auf großer Fläche und vor allem stabil genug zu produzieren. Die Perowskitzellen, die aus den Forschungslaboren kommen, halten vielleicht ein bis eineinhalb Jahre, wenn es hoch kommt. Forscher haben sich in der Vergangenheit zuversichtlich geäußert, dass sie das Problem lösen können, aber das wird Zeit brauchen. Daher dürfte es alle sehr interessieren, mehr über die Dyesol-Technologie zu erfahren, die das Unternehmen "revolutionär" nennt. Das wäre sie tatsächlich, wenn das Unternehmen die Stabilitätsprobleme wirklich im Griff hat. (Sandra Enkhardt/Michael Fuhs)

IEA PVPS: Mehr als 177 Gigawatt Photovoltaik-Leistung weltweit installiert

30. März 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Nach den jüngsten Erhebungen der Internationalen Energieagentur ist der Photovoltaik-Weltmarkt im vergangenen Jahr um 38,7 Gigawatt gewachsen. Mindestens 177 Gigawatt Photovoltaik-Leistung sind damit weltweit bereits installiert.

Das Photovoltaik-Energiesystem-Programm der Internationale Energieagentur (IEA PVPS) hat erste Zahlen für den Photovoltaik-Weltmarkt veröffentlicht. Vorläufige Erhebungen für den Trend-Report, der erst im September veröffentlicht wird, zeigten, dass die installierte Photovoltaik-Leistung in der Welt auf 177 Gigawatt gestiegen sei. Im vergangenen Jahr seien neue Photovoltaik-Anlagen mit der Gesamtleistung von 38,7 Gigawatt neu gebaut worden. Dies beziehe sich auf die Staaten, die dem IEA PVPS angehörten sowie die größten weiteren Märkte. Dies ist nur ein leichter Anstieg gegenüber 2013, als es einen Zubau von 37,6 Gigawatt gab. 155 der 177 Gigawatt seien in den IEA-PVPS-Staaten installiert, hieß es weiter im Bericht „Snapshot of Global PV Market 2014“.

Nach einigen Jahren des rapiden Wachstums des Photovoltaik-Weltmarkts sei nach 2012 eine Stabilisierungsphase eingetreten. Der Weltmarkt sei 2013 und 2014 nur wenig weiter gewachsen. Die Asien-Pazifik-Region habe 2014 insgesamt 59 Prozent der Photovoltaik-Nachfrage abgedeckt. Europa hat derweil weiter an Boden verloren und machte nur noch 18 Prozent der Weltnachfrage aus. Weiter auf dem Vormarsch seien dagegen Nord- und Südamerika, dank des starken Photovoltaik-Zubaus in den USA, Kanada und Chile.

Nach Angaben des IEA-PVPS war China erneut der größte Markt, musste aber einen leicht geringen Zubau mit 10,6 Gigawatt als 2013 hinnehmen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Japan mit 9,7 Gigawatt und die USA mit 6,2 Gigawatt. Danach kommen dann die drei größten Photovoltaik-Märkte Europa: Großbritannien mit 2,3 Gigawatt, Deutschland mit 1,9 Gigawatt und Frankreich mit knapp einem Gigawatt.

In 19 Ländern der Erde habe die Photovoltaik 2014 auch einen Anteil von mehr als einem Prozent an der Stromversorgung gehabt. Führend sei dabei Italien mit einem Anteil von 7.9 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 7,6 Prozent und Deutschland mit 7.0 Prozent. Der europaweite Photovoltaik-Anteil liege bei rund 3,5 Prozent. Australien, Dänemark, Israel und Japan hätten bereits die Zwei-Prozent-Hürde genommen, die dagegen in China und den USA noch nicht erreicht sei. Dort sei dafür noch ein weiterer Photovoltaik-Zubau notwendig, so der Bericht der IEA PVPS. (Sandra Enkhardt)

Eon will weitere Gaskraftwerke stilllegen

30. März 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Der Energiekonzern hat bei der Bundesnetzagentur angezeigt, dass er die Kraftwerksblöcke Irsching 4 und Irsching 5 zu Ende März 2016 vorläufig stilllegen will. Es fehlt die wirtschaftliche Perspektive für die Gaskraftwerke. Die bayerischen Grünen kritisieren dies scharf und fordern mehr Unterstützung für Gabriel Vorstoß einer Klimaschutzabgabe für Braunkohlekraftwerke.

Die Eigentümer der Kraftwerksblöcke Irsching 4 und Irsching 5 haben am Montag gegenüber der Bundesnetzagentur angezeigt, dass sie beide Blöcke am 31. März 2016 vorläufig stilllegen wollen. Dies teilte die Bundesnetzagentur mit und verwies auf die Pflicht der Kraftwerksbetreiber solche geplanten Stilllegungen mindestens zwölf Monate vorher beim verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur anzuzeigen. Der Eigentümer der Kraftwerksblöcke ist unter anderem Eon. Der Energiekonzern begründete die Anzeige wie folgt: „Hintergrund ist die mangelnde Perspektive für einen wirtschaftlichen Betrieb nach dem Auslaufen der aktuellen vertraglichen Regelung mit dem Netzbetreiber im März kommenden Jahres.“

"Kraftwerke, die vorläufig stillgelegt sind, können vom Übertragungsnetzbetreiber jederzeit verpflichtet werden, wieder in Betrieb zu gehen, um Gefahren für die Stabilität des Stromnetzes abzuwehren. Somit ist sichergestellt, dass die Stilllegungen zu keiner Verschlechterung der Versorgungsicherheit führen", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Nach Angaben von Eon ist Irsching 5 seit März 2010 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von 846 Megawatt. Das Gemeinschaftskraftwerk Irsching gehört demnach zu 50,2 Prozent Eon. Zu 25,2 Prozent ist N-Energie, zu 15,6 Prozent Mainova und die HSE zu neun Prozent an dem Kraftwerk beteiligt. Die Blöcke 1 und 2 sind bereits stillgelegt. Für Block 3 gibt es noch eine Vereinbarung zwischen Eon, der Bundesnetzagentur und Tennet, dass er bis Ende März 2016 betriebsbereit gehalten werden muss. Irsching 4 ist dagegen im alleinigen Besitz von Eon. Es sei seit März 2011 in Betrieb und habe eine Leistung von 550 Megawatt. Beide Blöcke gehörten zu den effizientesten Gaskraftwerken weltweit. Im vergangenen Jahr habe das Kraftwerk aber keine Stunde Strom für den Markt produziert und seien ausschließlich für die Netzstabilisierung zum Einsatz gekommen.

Für beide Kraftwerkblöcke hatten die Betreiber mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet vor zwei Jahren eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach die Kraftwerke grundsätzlich am Markt eingesetzt werden müssen, zusätzlich aber zur Sicherung der Netzstabilität in Süddeutschland zur Verfügung zu stellen sind, heißt es von der Bundesnetzagentur weiter. Der Übertragungsnetzbetreiber könne die Kosten dieser Vereinbarung über seine Netzentgelte an die Stromkunden in seinem Gebiet weiterreichen. Er vergütet die Auslagen, die dem Kraftwerksbetreiber durch den Weiterbetrieb bzw. die Bereithaltung vorläufig stillgelegter Kraftwerke entstehen sowie die Kosten für einen möglichen Einsatz der Kraftwerke. Diese Vereinbarung mit Tennet läuft aber ebenfalls Ende März 2016 aus.

„Nach Auslaufen des Vertrags müssten die Gaskraftwerke ihre Kosten vollständig am Markt verdienen. Dafür gibt es jedoch vor dem Hintergrund niedriger Großhandelspreise und wachsender Einspeisung aus erneuerbaren Energien keine Perspektive. Um keine roten Zahlen schreiben zu müssen, sehen die Eigentümer keine Alternative zu einer Stilllegungsanzeige“, hieß es in der Erklärung von Eon weiter.

Die Grünen im Bayerischen Landtag zeigten sich wenig überrascht von der Stilllegungsanzeige für die modernen Gaskraftwerke durch Eon und die weiteren Anteilseigner. "Angesichts von gigantischen Kraftwerksüberkapazitäten kommen Gaskraftwerke in Deutschland nicht in den Markt", erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann. Er forderte ein Abbau der Überkapazitäten und mehr Unterstützung für den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), eine Klimaschutzabgabe für schmutzige Braunkohlekraftwerke zu unterstützen. „Diese Meldung sollte ein Weckruf für Horst Seehofer sein: Solange gefährliche Atomkraftwerke und dreckige Braunkohlekraftwerke den Strommarkt dominieren, haben Gaskraftwerke wenig Chancen", erklärte Hartmann weiter. "Es ist mir völlig unverständlich, wie die Union gegen Gabriels Pläne einer geringfügigen Reduzierung der Braunkohle Sturm laufen kann."

Die Kraftwerksstilllegungsliste der Bundesnetzagentur enthielt nach Angaben der Behörde zum Ende Februar Anzeigen für insgesamt 8071 Megawatt zur endgültigen Stilllegung an Erzeugungsleistung, davon 4557 Megawatt in Süddeutschland. Tatsächlich abgeschaltet seien aber erst 508 Megawatt. (Sandra Enkhardt)