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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Es hätte alles so viel einfacher werden können

Es hätte alles so viel einfacher werden können

14. Dezember 2015 | Martin Schachinger, pvXchange.com

Grafik: pvXchange.com

Auch zum Jahresende ist nicht viel Bewegung bei den Modulpreisen zu spüren. Ein sich bereits Anfang November abzeichnender leichter Engpass bei polykristallinen Standardmodulen führte nicht zu einem Preisanstieg, da diesem die im Dezember üblichen Lagerräumungsverkäufe entgegenwirkten. Im Prinzip landen die Preise beinahe über alle Herkunftsregionen hinweg auf dem Niveau, auf dem Sie bereits ins Jahr 2015 starteten. Gleichzeitig wurde aber die Einspeisevergütung – zumindest in Deutschland - im gleichen Zeitraum deutlich abgesenkt. Die Degression kam erst im Oktober zum Stillstand, da der atmende Deckel Wirkung zeigte. Dementsprechend liegen die monatlichen Installationszahlen hierzulande weiterhin unter der 100-Megawatt-Marke.

Jetzt ist es außerdem offiziell: auch an den Importbeschränkungen für chinesische Zellen- und Module wird sich so schnell nichts ändern. Die EU-Kommission startet jetzt erst einmal langwierige Überprüfungsverfahren der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsmaßnahmen, welche die Preise höchstwahrscheinlich weitere 12-15 Monate einfrieren lassen. Erwartungsgemäß hatte die Vereinigung EU Prosun diese Auslaufprüfungen beantragt, so dass die Kommissare gezwungen waren, die Verfahren einzuleiten. Nur ein Veto aus der Politik hätte diese Prozedur eventuell verhindern können, welches aber nicht kam.

Wären die Schutzzölle und damit die im Undertaking festgeschriebenen Mindestimportpreise und Mengenbeschränkungen am 7. Dezember beerdigt worden, hätte das die Situation – zumindest für die allermeisten Akteure innerhalb der europäischen Photovoltaik-Branche – doch sehr viel einfacher gemacht. Die teilweise aufwendige Überprüfung der Herkunftszertifikate aller in die EU importierten Produkte und die damit verbundenen Verzögerungen wären hinfällig. Eine schnellere Abwicklung aller Importe, sowie zuverlässige Aussagen zu Liefermengen und Ankunftsdaten würden wiederum die Planungssicherheit erhöhen.

Zu erwartende Modulpreise im unteren 40-Eurocent-Bereich würden zwar die europäischen Produzenten unter Druck setzen, dass sie jedoch Preise unterhalb der 50 Eurocent-Marke mitgehen können, haben Solarworld und Co. bereits Mitte des Jahres 2015 gezeigt. Auch pv magazine hat vor einiger Zeit zur Diskussion gestellt, dass sich Projektmodule unsubventioniert für 41 bis 45 Cent produzieren lassen. Außerhalb der EU und anderen regulierten Märkten sind Module namhafter Hersteller bereits seit längerer Zeit problemlos zu diesem Tarif erhältlich. Insgesamt wäre eine deutliche Marktbelebung die Folge, insbesondere im Segment der gewerblichen Anlagen und Großprojekte. Händler und Installateure könnten auch bei Solarmodulen wieder zufriedenstellende Margen realisieren, was aktuell beinahe unmöglich ist.

Nun wurde diese Chance aber leider verpasst! Somit bleiben die Zell- und Modulpreise ein weiteres Jahr festzementiert bzw. sind an den Mindestimportpreis chinesischer Produkte gekoppelt. Für viele chinesische Hersteller hat sich jedoch das Undertaking eher als Last, denn als Chance erwiesen, insbesondere wenn bereits größere Produktionskapazitäten außerhalb Chinas aufgebaut wurden. Misstrauen und ständige Kontrollen seitens der EU-Kommission erschweren den Verkauf auch von nicht-chinesischen Produkten in die EU. So verabschiedete sich vor kurzem erst Trina Solar aus dem Undertaking – weitere Hersteller werden sicherlich folgen. Da sich in China produzierte Produkte hier ohnehin nicht mehr verkaufen lassen, stört man sich auch nicht an der Erhebung von Strafzöllen. Herkunftsnachweise sind ohnehin schon für alle Produkte zu erbringen, die von außen in die EU kommen.

Ob unter den aktuellen Umständen alle deutschen Projekte, welche einen Zuschlag in den vergangenen Ausschreibungsrunden erhielten, tatsächlich realisiert werden können, bleibt fraglich. Viele Firmen haben sicherlich auf einen Wegfall der Mindestimportpreise zum Jahresende spekuliert, als sie ihr Gebot abgaben. Mit dem in 2016 zu erwartenden unveränderten Preisniveau dürften jedoch einige Großanlagen unwirtschaftlich werden – es sei denn, Solarworld springt mit Preisen in die Bresche, bei denen böse Zungen von Dumping sprechen würden.

Zu guter Letzt folgt noch die Übersicht der im letzten Monat neu eingeführten Preispunkte inklusive der Veränderungen:


Modulklasse
Preis (€/Wp)
Veränderung
ggü. Vormonat
Beschreibung
High Efficiency
0,68
- 2,9%
Kristalline Module ab 275 Wp, mit PERC-, HIT-, N-Type- oder Rückseitenkontakt-Zellen oder Kombinationen daraus
All Black
0,57
- 3,4 %
Modultypen mit schwarzer Rückseitenfolie, schwarzem Rahmen und einer Nennleistung zwischen 190 Wp und 270 Wp
Mainstream
0,49
0,0 %
Module mit üblicherweise 60-Zellen, Standard-Alurahmen, weißer Rückseitenfolie und 245 bis 270 Wp, repräsentieren den Großteil der Module im Markt
Low Cost
0,37
- 5,1%
Minderleistungsmodule, B-Ware, Insolvenzware, Gebrauchtmodule (kristallin), Produkte mit eingeschränkter oder ohne Herstellergarantie

(Die dargestellten Preise geben die durchschnittlichen Angebotspreise für verzollte Ware auf dem europäischen Spotmarkt im Monat November 2015 wieder.)

--- Der Autor Martin Schachinger beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Photovoltaik und Regenerativen Energien im Allgemeinen. Er ist innerhalb der Photovoltaik-Branche bestens vernetzt, was nicht zuletzt auf sein kontinuierliches Engagement für die internationale Online-Handelsplattform für Solarkomponenten www.pvXchange.com zurückzuführen ist, welche er 2004 zusammen mit zwei Partnern ins Leben rief. Dort wird ein breites Spektrum an Markenprodukten, Neu- und Gebrauchtware mit unterschiedlichsten Spezifikationen angeboten. ---

Aus COP21 folgt der Auftrag, die Energiewende zu dynamisieren

Aus COP21 folgt der Auftrag, die Energiewende zu dynamisieren

15. Dezember 2015 | Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE)

Foto: BEE

Nun also auch Paris. Nachdem die G7-Länder im Juni im bayerischen Elmau die Absicht proklamierten, das Zwei-Grad-Ziel auf jeden Fall einzuhalten und die Dekarbonisierung der Energieversorgung anzustreben, hat sich die Staatengemeinschaft nun auf einen neuen, historischen Klimavertrag verständigt. Mit der Pariser Vereinbarung verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Erderwärmung auf klar unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür soll der Netto-Ausstoß von Treibhausgase auf Null gemindert werden, was die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ausschließen wird. Die Vertragsstaaten sollen ihre eigenen Ziele ab 2020 in einem fünfjährigen Rhythmus nachbessern. Für die Entwicklungsländer wurde ein Hilfsfonds aufgelegt und für arme Länder will man ein Versicherungssystem gegen Schäden aufbauen. Auch wenn die Vereinbarung völkerrechtlich verbindlich sein wird, soll es doch keine Strafen bei Nichterfüllung der Zusagen geben.

Zunächst ist es gut, dass es diese konkrete Vereinbarung gibt. Mit der deutschen Ratifizierung im April 2016 wird der Vertrag zu einem Bundesgesetz. Allerdings kann dies nur der erste Schritt sein. Wichtiger wird die Umsetzung in konkrete Politik. Die Bundesregierung ist hier besonders gefordert. Sie muss Deutschlands Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen, denn mit der Unterschrift in Paris ist es nicht getan. Eine vollständige Dekarbonisierung vor 2050 ist möglich! Die Bundesregierung muss dafür jetzt reagieren und die Ausbauziele für erneuerbare Energien an das 1,5-Grad-Ziel anpassen, sprich: anheben. Wir stehen vor den Beratungen zur EEG Novelle 2016 und zum Strommarktgesetz. Da muss manches im Lichte der Pariser Vereinbarung noch einmal neu bedacht werden. Und auch in einer Vielzahl von Förderprogrammen im Bereich Energie gibt es bei Bund wie Ländern nun Handlungsbedarf.

Wer den Klimavertrag von Paris ernst nimmt, muss die Energiewende jetzt beschleunigen. Deutschland kann das Tempo erhöhen. Im Stromsektor könnten wir bereits 2020 einen Anteil von über 45 Prozent Ökostrom erreichen. Fünf Jahre schneller als von der Bundesregierung vorgesehen. Für die Sektoren Wärme und Mobilität – hier ist das CO2-Senkungspotenzial noch weitgehend ungenutzt – muss die Bundesregierung einen ordnungspolitischen Rahmen setzen, Barrieren für erneuerbare Energien abbauen und die Kopplung der drei Energiemärkte sichern. Gleichzeitig sind Bund und Länder dazu aufgerufen, ihre Förderprogramme grundsätzlich zu überarbeiten. Es passt nicht mehr in die Zeit, wenn die staatliche KfW noch immer Ölheizungen und Kohlekraftwerke fördert und damit den Klimaschutzzielen entgegenarbeitet.

Erneuerbare Technologien werden immer kostengünstiger – dies war eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der Klimakonferenz. Wind an Land und Photovoltaik sind heute voll konkurrenzfähig. Sie tragen das künftige, dezentral organisierte Energiesystem in der Welt. Für das Gelingen der Energiewende sind alle fünf Sparten gleichermaßen wichtig: die fluktuierenden erneuerbaren Energien Wind und Sonne ebenso wie die verlässlichen, regelbaren erneuerbaren Energien aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie. Photovoltaik hat gerade mit Blick auf die städtischen Ballungsräume und die Industriestromversorgung alle Chancen für einen neuen Aufbruch. Die Korridore des EEG 2014 und die formelhafte Fixierung auf den Strommarkt in den Eckpunkten für die EEG Novelle 2016 weisen in die falsche Richtung. Was wir jetzt brauchen, ist neuer politischer Mut, um die Energiewende zu dynamisieren.

Lassen wir die Kategorien der alten Energiewelt mit Großkraftwerken, Atom und Kohlehalden hinter uns! Die dezentrale neue Energiewelt löst parallel einen Schub bei der Digitalisierung aus. Dies bringt in viele Regionen Wirtschaftskraft zurück, sichert Arbeit und Wohlstand für immer mehr Menschen. Hinzu kommt: Deutsche Unternehmen haben in vielen Bereichen eine Technologieführerschaft und sind bei Wind-, Sonnen- und Biomassekraftwerken sowie in der Effizienztechnik in dynamisch wachsenden Weltmärkten gut positioniert. Auch für unsere Kleinwasser- und Tiefen-/Umweltwärmebranchen werden wir in anderen Ländern bewundert. Die Bundesregierung sollte hier flankieren und eine Exportstrategie für die Energiewende vorlegen. Wenn diese Hand in Hand mit der Entwicklungspolitik geht, kann zudem ärmeren Staaten schnell und konkret geholfen werden, eine saubere Energiewirtschaft aufzubauen.

Bürger, Kommunen, Stadtwerke und Mittelstand haben die Energiewende getragen und die erneuerbaren Technologien vorangebracht. Der Transformationsprozess wurde von unten und aus der Mitte der Gesellschaft organisiert. Paris gibt all jenen Recht, die über die letzten 25 Jahre engagiert mitgearbeitet haben. Die Politik in Bund und Ländern ist durch die Pariser Vereinbarung aufgefordert zu handeln. COP21 muss jetzt in einen dynamischen Aufbruch münden. Wir als Bürger, Verbände und NGOs müssen jetzt den Druck erhöhen. So werden auf dem Fundament von Rio (1992) und Kyoto (1997) nun die Stützpfeiler von Paris für eine stabile und saubere Energieversorgung in der Welt errichtet.
--- Der Autor Hermann Falk ist Jurist und promovierte 1996 zu Verträgen rund um die Stromeigenerzeugung. Seit Februar 2013 ist er Geschäftsführer des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. in Berlin. Er ist als wirtschaftsberatender Rechtsanwalt tätig und war 2000 bis 2002 Leiter des Rechtsbereichs des Goethe-Instituts in München. Von 2004 bis 2012 war er stellvertretender Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Berlin. ---

Mercom erwartet 2016 weltweiten Photovoltaik-Zubau von 64,7 Gigawatt

Mercom-Grafik zum weltweiten Photovoltaik-Zubau von 2007 bis 2016

Grafik: Mercom Capital Group

Mercom erwartet 2016 weltweiten Photovoltaik-Zubau von 64,7 Gigawatt

15. Dezember 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Für dieses Jahr gehen die Analysten von einer neu installierten Photovoltaik-Leistung von knapp 58 Gigawatt aus. China, die USA und Japan werden Mercom zufolge auch im kommenden Jahr die meisten Photovoltaik-Anlagen zubauen.

Das Wachstum des Photovoltaik-Weltmarkts wird sich auch 2016 fortsetzen. Die Analysten der Mercom Capital Group erwarten eine Steigerung der neu installierten Photovoltaik-Leistung von 57,8 Gigawatt in diesem Jahr auf dann 64,7 Gigawatt. „Die größten Märkte im Jahr 2016 werden wieder China, die USA und Japan sein; wobei die USA wohl Japan als zweitgrößten Markt hinter China ablösen können. Diese drei Länder werden etwa 65 Prozent der Installationen im nächsten Jahr auf sich vereinen“, sagte Raj Prabhu, Vorstandschef und Mitbegründer von Mercom.

In China erwarten die Analysten für das kommende Jahr einen Gesamtzubau von rund 19,5 Gigawatt. In den ersten drei Quartalen 2015 habe das Land bereits zehn Gigawatt an Photovoltaik-Leistung neu installiert. Kürzungen und verspätete Förderzahlungen blieben allerdings eine Herausforderung, so die Analysten von Mercom. Mit der Ankündigung, zusätzliche Installationen von 5,3 Gigawatt bis Juni 2016 in den Provinzen voranzutreiben, habe China gute Chancen sein erweitertes Zubauziel für dieses Jahr zu erreichen. Zugleich sei damit eine Fortsetzung des Photovoltaik-Zubaubooms im kommenden Jahr sichergestellt. Mercom erwartet, dass die Regierung in Peking ihr Ziel für 2020 auf 150 bis 200 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung erhöhen werde.

Für die USA wird ein Zubau von etwa 13 Gigawatt im kommenden Jahr erwartet, was einen weiteren Zuwachs und den höchsten bislang erreichten Zubau in den USA bedeuten würde. Hintergrund für das weiter erwartete starke Wachstum des US-Marktes sei vor allem die für 2017 angekündigte Kürzung der Steuervergünstigungen (ITC) bei Photovoltaik-Anlagen von 30 auf 10 Prozent. Allerdings besteht bei der Solarindustrie noch etwas Hoffnung, dass es auch nach dem Jahresende 2016 weiterhin die ITC mit 30 Prozent geben werde, heißt es bei Mercom weiter.

2016 werde in Japan voraussichtlich eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von neun Gigawatt erreicht. Bereits in diesem Jahr habe die Solarindustrie mit zwei Mal mit der Kürzung der Solarförderung zurechtkommen müssen und die Regierung werden voraussichtlich weitere Senkungen vornehmen, so die Analysten. In den vergangenen zwei Quartalen seien die Modullieferungen der japanischen Hersteller in Folge der Kürzungen rückläufig gewesen. Photovoltaik-Anlagen mit etwas mehr als 80 Gigawatt Gesamtleistung seien aber innerhalb des derzeit geltenden Förderprogramms mit Einspeisevergütungen in Japan bereits genehmigt worden. Rund ein Viertel davon sei aber erst installiert, heißt es weiter.

Für Europa sieht Mercom Großbritannien auch im kommenden Jahr – gemessen an der neu installierten Photovoltaik-Leistung vorn; gefolgt von Deutschland und Frankreich. Allerdings gebe es noch viele Unsicherheiten rund um die geplanten Kürzungen der Solarförderung auf dem britischen Photovoltaik-Markt. Für Indien erwarten die Analysten eine Steigerung der neu installierten Photovoltaik-Leistung von 2,1 Gigawatt in diesem Jahr auf 3,6 Gigawatt im kommenden Jahr. Dabei sei aber auch noch nicht klar, ob wirklich alle in Ausschreibungen bezuschlagten Projekte umgesetzt würden, da es teilweise unrealistisch niedrige Gebote gegeben habe, so die Analysten. (Sandra Enkhardt)

Solar Frontier: Photovoltaik-Dachanlage bei Thyssen Krupp Materials bringt mehr Leistung

Baubeginn der Photovoltaik-Dachanlage bei ThyssenKrupp Materials
Ende Mai lieferte Solar Frontier die CIS-Dünnschichtmodule für die Anlagen in den Niederlanden.
Foto: ThyssenKrupp Materials Nederland

Solar Frontier: Photovoltaik-Dachanlage bei Thyssen Krupp Materials bringt mehr Leistung

15. Dezember 2015 | Märkte und Trends, Topnews
Im Sommer ist die 2,3 Megawatt-Photovoltaik-Anlage in den Niederlanden installiert worden. In den ersten Monaten hat sie nun sechs Prozent mehr Solarstrom erzeugt als erwartet.

Mit 2,3 Megawatt ist die Dachanlage auf der Lagerhalle von Thyssen Krupp Materials eine der größten in den Niederlanden. Nun zeigt sich, dass die Photovoltaik-Anlage auch noch mehr Solarstrom erzeugt als erwartet. Im Zeitraum von Juli bis November habe der Mehrertrag bei sechs Prozent gelegen, was Thyssen Krupp Materials zugutekomme. Der Konzern könne so mehr Energie zu niedrigeren Kosten nutzen, als dies bei einem Bezug des Stroms aus dem öffentlichen Netz der Fall wäre, teilte Solar Frontier am Dienstag mit.

Der japanische Photovoltaik-Hersteller hat Ende Mai knapp 13.500 CIS-Dünnschichtmodule für das Projekt geliefert. Es bestehe aus zwei Photovoltaik-Dachanlagen auf den Lagerhallen von Thyssen Krupp Materials in den Gemeinden Veghel und Zwijndrecht. Im Juni seien die Solarmodule von Ikaros Solar installiert worden. Die Photovoltaik-Anlagen seien im Juli ans Netz angeschlossen worden. Kieszon sei nun für die kommenden 15 Jahre Eigentümer der Anlagen. Thyssen Krupp Materials habe die Dächer dazu verpachtet und kaufe den in den Anlagen erzeugten Solarstrom, um seine Stromkosten zu verringern und gleichzeitig seine Umweltinitiative voranzubringen.

Es war nicht das erste Projekt in den Niederlanden, bei dem die CIS-Dünnschichtmodule des japanischen Herstellers zum Einsatz kamen. Solar Frontier hofft auf weitere Aufträge in dem Land. „Die Niederlande sind einer der vielversprechendsten Märkte für Solarenergie in Europa“, sagte Wolfgang Lange, Geschäftsführer von Solar Frontier Europe. (Sandra Enkhardt)

Tschechien: Erneuerbaren-Verbände bitten EU-Kommission um Hilfe

Solarpark von SAG Solarstrom in Tschechien
Photovoltaik-Investoren in Tschechien mussten bereits in der Vergangenheit rückwirkende Kürzungen hinnehmen.
Foto: SAG Solarstrom AG

Tschechien: Erneuerbaren-Verbände bitten EU-Kommission um Hilfe

15. Dezember 2015 | Politik und Gesellschaft, Topnews
Derzeit herrscht bei Betreibern von Photovoltaik- und Windkraftanlagen in dem Land große Unsicherheit. Die Vergütungszahlungen sollen ausgesetzt werden. Die Verbände aus dem Erneuerbaren-Energien-Bereich fordern nun schnelle Unterstützung von der EU-Wettbewerbskommission.

Die Ankündigung der tschechischen Energieregulierungsbehörde (ERU) keine Vergütungen für bestehende Erneuerbare-Energien-Anlagen im kommenden Jahr genehmigen zu wollen, wenn die Europäische Kommission die Zahlungen nicht als regelkonform bestätigt, hat für viel Unsicherheit gesorgt. Wenn die Förderzahlungen ausblieben, drohe vielen Anlagen der Bankrott im kommenden Jahr, heißt es nun bei Vertreter der Erneuerbaren-Branche. Betroffen von der ERU-Ankündigung seien alle Photovoltaik-, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse- und Biogas-Anlagen, die zwischen 2006 und 2012 ans Netz gegangenen seien. Am Dienstag nun trafen sich Vertreter der Erneuerbaren-Verbände mit Politikern der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel, um nach Lösungen zu suchen. Wenn es bis Anfang Januar keine Entscheidung gebe, dann drohe eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten sowie internationale Klage, heißt es bei den Erneuerbaren-Vertretern.

Bereits Ende November hatten sich die Vertreter der Erneuerbaren-Verbände und der EU-Wettbewerbskommission getroffen. Damals schien bereits klar, dass Brüssel kein Beihilfeverfahren gegen Tschechien wegen der Förderung von erneuerbaren Energien einleiten werde. „Unabhängige Rechtsanalysen zeigen deutlich, dass bei Nicht-Gewährung von Unterstützung für erneuerbare Energien die Energieregulierungsbehörde rechtliche Grenzen überschreitet“, erklärte Veronica Hamackova, Direktorin der tschechischen Photovoltaik-Industrie-Verbands. Die willkürliche Auslegung des Gesetzes durch die ERU müsse schnell gestoppt werden. „Die EU-Kommission sollte schnell beginnen, die Situation in der Tschechischen Republik zu prüfen, wo EU-Prozesse absichtlich missbraucht würden, um Erneuerbare-Energien-Projekte zu schädigen“, so Hamackova weiter. Vertreter der Erneuerbaren-Branche warnten zudem vor massiven Schäden für die Investorensicherheit im Land, der sich auch negativ auf das Vertrauen in den europäischen Binnenmarkt auswirken könne.

Für insgesamt 25.000 Anlagen könnte es im kommenden Jahr keine Förderung geben, wenn die ERU bei ihrer Haltung bleibt. 22.000 davon seien Photovoltaik-Anlagen. Vom Bankrott seien dabei nicht nur Unternehmen, sondern auch private Hausbesitzer bedroht, wenn die Vergütungszahlungen ausblieben. In der Folge könnten dann auch Kreditrückzahlungen ausbleiben. Nach Angaben der Erneuerbaren-Verbände sind die Anlagen in Tschechien mit Krediten in Höhe von mehr als 5,6 Milliarden Euro gefördert worden. Damit könnte aus eine Wirtschafts- und Energiekrise eine Folge sein. (Sandra Enkhardt)

Wärmepumpen und Batteriespeicher passen zusammen

Installation eines Batteriespeichers für Photovoltaikanlagen.
Foto: E3/DC /janwalford.com

Wärmepumpen und Batteriespeicher passen zusammen

15. Dezember 2015 | Topnews, Fachwissen und Technik
Der Energiemanager des Batteriespeichers kann der Wärmepumpe die Leistungsaufnahme vorgeben. In Kombination lässt sich der Eigenverbauch deutlich steigern. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer des Batteriespeicher-Herstellers E3/DC, und Claus-Rainer Fischer, Geschäftsleitung Automation des Wärmepumpenherstellers Waterkotte, beantworten Fragen der Teilnehmer unseres Webinars.

Am 4.12 haben wir auf Initiative von E3/DC ein Webinar zum Thema Batteriespeicher 2: Kombination von Speicher, Wärmepumpe und Photovoltaik durchgeführt. Viele Fragen wurden bereits im Webinar beantwortet. Die Fragen, für die keine Zeit war, beantworten nun E3/DC-Geschäftsführer Andreas Piepenbrink und Claus-Rainer Fischer, Geschäftsleitung Automation beim Wärmepumpenanbieter Waterkotte.

Hier können Sie das Webinar ansehen, die Vorträge herunterladen und sich für das nächste Webinar zum Thema Sanierung von Mehrfamilienhäusern mit Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe und KWK anmelden. Grafik: Fotolia/Trueffelpix




Es lohnt sich, einen Batteriespeicher einzusetzen, wenn man eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage einbaut oder besitzt. So eine der Hauptbotschaften der Referenten. Das liegt unter anderem daran, dass Wärmepumpen normalerweise eine bestimmte Leistung für ihren Betrieb benötigen und diese nicht von außen vorgegeben werden kann. Wenn die in einem bestimmten Moment erzeugte Solarleistung darunter liegt und die Wärmepumpe gerade läuft oder zur Deckung des Wärmebedarfs laufen muss, zieht sie Netzstrom. Dann hilft ein Batteriespeicher, den Eigenverbrauch und die solare Deckung der Heizenergie zu erhöhen. Seite zehn des ersten Vortrags zeigt in einer Simulation für ein Haus mit einer Wärmepumpe, die Brauchwasser und Raumwärme erzeugt, wie groß dieser Effekt ist.
Holger Laudeley hat ein Mietshaus aus den 70er Jahren energetisch mit Batteriespeicher, Photovoltaik, Wärmepumpe und BHKW saniert. Die die Energie wird für die Bewohner billiger, die Mieten steigen nicht und für den Vermieter amortisiert sich die Investition. Dafür hat er den pv magazine Award bekommen (ausführliche Beschreibung siehe hier). Mehr dazu in dem letzten Webinar der von E3/DC Reihe am Donnerstag, 17.12. um 15:00, Andreas Piepenbrink und Holger Laudeley. Zur Anmeldung
Außerdem hilft eine technische Weiterentwicklung, den Eigenverbrauch noch weiter zu steigern: Das Energiemanagementsystem des Batteriespeichers kann der Wärmepumpe vorgeben, mit welcher elektrischen Leistungsaufnahme sie vorzugsweise laufen sollte.

In dem Webinar ging es sowohl um Wärmepumpen, die nur das Bauchwasser erhitzen als auch um Wärmepumpen, die die gesamte Raumwärme erzeugen.

Fragen und Antworten

1. Wirtschaftlichkeit der Kombination Batteriespeicher und Wärmepumpe allgemein
Der Wirkungsgrad einer Batterieladung und Entladung liegt bei 75 bis 85 Prozent – die damit zusammenhängenden Verluste muss man in dem Vergleich Wärmespeicher versus Batteriespeicher doch auch berücksichtigen, oder?

Andreas Piepenbrink: Ja. Diese sind in der Regel aber durch die reale Ausbeute Solaranlage (kWh pro kWp) am Standort gut abgedeckt. Die realen Verluste eines Solarwechselrichters im Teillastbetrieb sind ähnlich hoch wie die der Elektronik des Batteriespeichers. Wenn Sie den Ertrag der Solaranlage betrachten, sind diese Verluste also schon eingepreist.

Ist es auch bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtung sinnvoller, einen Batteriespeicher statt eines größeren Wärmespeichers zu installieren? Gilt das auch wenn man berücksichtigt, dass man für den Betrieb von Wärmepumpen einen günstigeren Stromtarif bekommt?

Andreas Piepenbrink: Die Verluste eines großen Wärmespeichers, der eine große Wassermenge durch ständiges Nachheizen auf Temperatur hält, können Sie dem Datenblatt entnehmen oder den Auslegungen der großen Heizungsbauer (z.B. Viessmann; Vaillant). Der Batteriespeicher kann ja keinen Wärmespeicher ersetzen, sondern liefert mehr Flexibilität und Effizienz und der zugehörige Wasserspeicher kann kleiner ausfallen.

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe hat eine Stromaufnahme von typischerweise 400 Watt. Wer eine solche Wärmepumpe in Kombination mit einer Fünf-Kilowatt-Wärmepumpe einbaut, beeinflusst den Eigenverbrauch doch nur sehr geringfügig. Warum halten Sie die Kombination wirklich für sinnvoll? Wie viel Eigenverbrauchserhöhung bekommt man bei diesen Dimensionierungen durch einen zusätzlichen Batteriespeicher?

Antwort: die Brauchwasserwärmepumpe ist eine Investition für Gas- und Ölheizungen.

Sie wollten noch mehr Simulationen mit Beispielen zum Vergleich von größeren thermischen Speichern zu Batteriespeichern zur Verfügung stellen (zu Seite 8 des Vortrags). Wo kann ich diese finden?
Andreas Piepenbrink: E3/DC hat einen Konfigurator entwickelt, mit dem verschiedene Auslegungen simuliert werden können. Dieses Tool ist leider noch nicht online. pv magazine wird vermutlich in der Märzausgabe über damit berechnete verschiedene Auslegungen berichten.

Sowohl den Batteriespeicher als auch den größeren Wärmespeicher kann man ersetzen, indem man die Raumtemperatur etwas erhöht und die Gebäudemassen als "Speicher" benutzt. Warum sollte man trotzdem einen Batteriespeicher nutzen?

Andreas Piepenbrink: Die Frage ist was man will. Wir von E3/DC haben uns für das Ziel entschieden, den Primärenergiebedarf zu reduzieren. Wenn sie mithilfe der Raumtemperaturanhebung Energie speichern wollen, müssen Sie das Gebäude gut dämmen, sonst erhöhen Sei vor allem den Primärenergieverbrauch. Das kann man machen. Die Dämmung ist aber die schlechteste Option. Eine technische Sanierung, ei so genannte aktive Sanierung sieht vor, den fossilen Brennstoffverbrauch zu verringern, indem aktive Elemente (Batterie, Wärmepumpe, Photovoltaik) zeitlich angepasst die richtige Energiemenge dynamisch liefern.

In vielen Fällen wird für eine Heizungs-Wärmepumpe ein separater Zähler installiert. Wie lässt sich dann der Strom aus der Solaranlage zum Wärmepumpenbetrieb nutzen?
Andreas Piepenbrink: Überhaupt nicht. Wenn die Wärmepumpe in Ihrem eigenen Tarif läuft, können Sie auch keinen Strom dafür selbst erzeugen.

Eine Brauchwasserwärmepumpe kostet zirka 5.000 Euro, ein Heizstab mit Thyristorsteller zirka 1.500 Euro. Die benötigte Heizleistung kann die Solaranlage oft auch ohne Wärmepumpe bereitstellen. Was halten Sie von dieser Power-to-Heat-Technik nur mit Heizstab?

Andreas Piepenbrink: Stimmt nicht. Modernste Brauchwasserwärmepumpen kommen auf max. 2500-3000€. Die geregelten Heizstäbe sind aber eine gute Alternative, wenngleich diese keinen COP haben, d.h. mit 3-5 fach mehr Leistung laufen, um die gleiche Wärmemenge zu erzeugen.

Haben Sie Vorschlagen für die Auslegung PV+Batterie+Wärmepumpen?

Andreas Piepenbrink: Ja. Der Wärmebedarf in elektrischen kWh wird einfach auf den Hausverbrauch addiert und der Batteriespeicher sowie die PV Anlage für den gemeinsamen Stromverbrauch ausgelegt. Die Auslegung erfolgt grob mit Erzeugung (kWh elektrisch)?= 1,3 x Gesamtverbrauch (kWh). Speicherung (kWh) = Gesamtverbrauch / 1000 (kWh).

Sie haben eine Grafik gezeigt, nach der mit einer Photovoltaikanlage, einem Batteriespeicher und einer Wärmepumpe über 50 Prozent der Wärmeenergie sogar gedeckt werden können. Nehmen wir als Beispiel eine 9 Kilowatt Photovoltaikanlage. Sie erzeugt zwischen November und Februar zirka 1200 Kilowattstunden elektrische Energie. Das reicht dafür doch nicht aus.
Andreas Piepenbrink: Sie beziehen sich auf Seite acht des Vortrags. Wie hoch die Wärmeautarkie ist, hängt vom Gebäudetyp ab. Bei Passivhäusern liegt sie bei etwa 70 Prozent, bei nicht gut gedämmten Häusern bei etwas über 20 Prozent. Dass die Wärmeautarkie größer ist als Sie auf den ersten Blick abschätzen, liegt auch am Brauchwasseranteil. Der Brauchwasserbedarf ist nicht so abhängig von der Jahreszeit. Im Hochwinter reicht der Solarstrom selbstverständlich nicht aus. Die wesentlichen Optimierung auch mit dem Batteriespeicher liegen in den Übergangszeiten.

2. Fragen zum Batteriespeicher von E3/DC:

Welche Komponenten des Batteriespeichers können wie recycelt werden?

Andreas Piepenbrink: Alle. Elektronikschrott sowie die Batterie selbst. E3/DC hat für jede Batterie die Entsorgungskosten vorab bezahlt.

Zu welchem Anteil können die chemischen Komponenten einer Batterie durch das Recycling wieder als reine Komponenten zur Verfügung gestellt werden?

Andreas Piepenbrink: Die chemischen Komponenten werden nicht wiederverwertet.

Wie arbeitet das E3/DC-Gerät mit anderen Geräten wie zum Beispiel Ladesäulen zusammen?

Andreas Piepenbrink: Über intelligentes Laden, das heißt über Schnittstellen wie SG Ready oder Typ 3 Mode 3 Laden liefert das Gerät die vom Verbraucher benötigte Menge.

Wie verhindert das E3/DC-System, dass die Mittagsspitze in das Netz eingespeist wird?

Andreas Piepenbrink: Über die Wetterprognose, die jedem Gerät kostenfrei zur Verfügung steht.

Nutzen Sie Erzeugungsprognosen und beziehen Sie auch Lastprognosen der Wärmepumpe in den Ladealgorithmus ein?

Andreas Piepenbrink: Ja, wenn diese im Lastprofil sichtbar ist.

Aktualisiert ihr Energiemanger die Annahme für Stromerzeugung und Strombedarf öfter als alle 15 Minuten?

Andreas Piepenbrink: Ja, alle 2 Sekunden intern, alle 2 Minuten auf dem Server. Die angezeigten Daten für den Kunden sind gemittelte 15 Minuten Werte.

3. Energiesystem als ganzes

Führt nicht der großflächige Einsatz der Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik dazu, dass für die Wintertage mit hohem Wärmebedarf und geringer Solarstrahlung konventionelle Kraftwerke als Reserve vorgehalten werden müssen?

Andreas Piepenbrink: Nein. Es gibt zudem 8mal soviel Windstrom wie Solarstrom. Im ganzjährigen Mittel steht genug erneuerbare Energie zur Verfügung. Man müsste konsequenterweise die Batteriespeicher auch so nutzen, dass er bei hohem Windstromaufkommen geladen wird und er im Winter hilft, die Erzeugung an den Verbrauch anzupassen. An solchen Konzepten arbeiten wir.

4. Fragen zur Kommunikation von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage

Der SG-Ready-Eingang der Wärmepumpe erlaubt ja lediglich, dieser vier verschiedene Betriebszustände mitzuteilen. Ist es richtig, dass E3/DC-Batteriespeicher und Waterkotte Wärmepumpen nicht über den SG-Ready-Eingang der Wärmepumpe miteinander kommunizieren, sondern über ein ausgefeilteres System?


Andreas Piepenbrink: Korrekt. Über ModBUS TCP werden noch weitere Funktionen bereitgestellt.

Stimmt es, dass bei Ihrer Kombination der Energiemanager des Batteriespeichers dem Wärmepumpenmanager mitteilen kann, über welchen Zeitraum voraussichtlich welche Energie zur Verfügung steht (das ist über SG Ready nicht möglich ist)?

Andreas Piepenbrink: Ja. Das Protokol (RSCP) von E3/DC liegt auch offen.

Sind das E3/DC-System und die Waterkotte Wärmepumpen aneinander angepasst worden, oder ist diese Art der Kommunikation im Prinzip auch mit anderen Wärmepumpen und Batteriespeichern möglich?

Andreas Piepenbrink: siehe oben. Ja, das ist auch mit anderen Wärmepumpen möglich.

Wenn zur Kommunikation der SG Ready Standard verwendet wird, versuchen die Energiemanager der Photovoltaikanlagen den Wärmepumpenbetrieb zu forcieren, ohne zu wissen, ob die Wärmeenergie am Ende abgenommen werden kann. Ist das bei Ihrem System besser?

Andreas Piepenbrink: Ja.

Wie findet die Kommunikation des E3/DC- Batteriespeichers mit der Waterkotte-Wärmepumpe konkret statt – über Modbus? Über Ethernet? Was bedeutet das für den Installateur?


Andreas Piepenbrink: ModBus TCP. Ethernetkabel einstecken und die Option von Waterkotte für die Wärmepumpe benutzen.


5. Fragen zum Einsatz von Wärmepumpen allgemein

Wo findet man eine Dokumentation zu der SG Ready Schnittstelle?

Andreas Piepenbrink: SG Ready ist nur ein Label. Die Dokumentation finden Sie im Handbuch.

Kann man mit einer Luft-Wärmepumpe den Wärmebedarf eines Haushalts so decken, dass eine Öl- oder Gasheizung ersetzt werden kann? Gibt es eine Luft-Wärmepumpe mit einer Arbeitszahl größer als 4,5? Wie groß darf der Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Raumluft maximal sein, damit die Luft-Wärmepumpe im Winter noch sinnvoll betrieben werden kann?

Claus-Rainer Fischer: Ja Luftwärmepumpen können Öl und Gasheizungen ersetzen. Der COP bei Luftmaschinen ist stark von der Aussentemperatur abhängig. Deswegen werden bei der Ermittlung dieser Werte verschiedene Normpunkte dargestellt. Waterkotte Maschinen erreichen bei A7/W35 einen COP von 4,81. Bei A2/W35 einen Wert von 4,2. Hierzu ist zu sagen das 80% der Jahresheizarbeit bei Aussentemperaturen von >0°C aufgewendet wird. Die zuvor dargestellte Wärmepumpe kann bei einer Aussentemperatur von – 15°C noch mit einem COP von 2,63 betrieben werden.
(Zur generellen Diskussion der Arbeitszahlen von Wärmepumpen siehe auch pv magazine FAQs Wärmepumpe und Photovoltaik Stand Juni 2014)

In Norwegen sind Luft-Luft-Wärmepumpen sehr attraktiv. Was kann ich da meinen Kunden anbieten?

Claus-Rainer Fischer: Bei Luft / Luft Maschinen ist eine sehr gute Gebäudedämmung sowie ein sehr angepasstes Nutzerverhalten absolut wichtig. Zusätzlich muss über eine Warmwassererwärmung nachgedacht werden.

Den Waterkotte Wärmepumpen kann der Energiemanager der Photovoltaikanlage vorgeben, mit welcher elektrischen Leistung sie maximal arbeiten darf. Richtig?
Claus-Rainer Fischer: Ja wenn eine Kommunikation zwischen den Geräten gewährleistet ist

Ich habe es so verstanden, dass die Wärmepumpe nur die Abgabeleistung steuern kann. Wie lässt sich dann die Aufnahmeleistung variabel regeln?

Claus-Rainer Fischer: Die Aufnahmeleistung lässt sich mit Wärmepumpen anpassen die mit Inverter geregelten Kompressoren ausgestattet sind.

Japan erwägt Einführung von Photovoltaik-Ausschreibungen

Solarpark in Kagoshima mit SMA-Wechselrichtern
Japan plant, die Förderung von großen Anlagen auf Ausschreibungen umzustellen.
Foto: SMA Solar Technology AG

Japan erwägt Einführung von Photovoltaik-Ausschreibungen

15. Dezember 2015 | Märkte und Trends, Politik und Gesellschaft, Topnews
Das Wirtschaftsministerium in Tokio will die Einspeisevergütungen für große Photovoltaik-Anlagen – ähnlich wie in Deutschland – durch Ausschreibungen ersetzen. Nun gibt es einen Vorschlag, wonach sich die Projektierer gegenseitig ausstechen können, indem sie niedrigere Kosten bieten.

Japans Regierung überarbeitet derzeit die Solarförderung. Nun hat das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) einen neuen Vorschlag vorgelegt, wonach sich die Photovoltaik-Projektierer bei Ausschreibungen bei den Zuschlägen unterbieten und somit ausstechen sollen. Dies solle eine weitere Senkung der Kosten für große Photovoltaik-Anlagen befördern. Ähnlich zu den Pilotausschreibungen in Deutschland sollen die Zuschläge für Photovoltaik-Projekte an jene gehen, die den niedrigsten Preis bieten, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Es sollten zudem nur Projektierer einen Zuschlag erhalten, die einen sicheren Netzanschluss nachweisen könnten. Dies würde die Zahl der Photovoltaik-Projekte reduzieren, die wegen fehlender Netzanschlüsse nicht umgesetzt würden, so die METI-Experten in ihrem Vorschlag.

Im Jahr 2012 hatte die japanische Regierung als Reaktion auf die Atomkatastrophe von Fukushima wieder Einspeisetarife für Photovoltaik-Anlagen eingeführt. Diese bewirkten einen Zubauboom in Japan bei großen Photovoltaik-Anlagen. Mit den Ausschreibungen will Japans Regierung nun wieder eine größere Balance beim Ausbau der verschiedenen Erneuerbaren herstellen, wie es in dem Vorschlag von METI nach Bloomberg-Angaben heißt. (Sandra Enkhardt)

Herr Baake, war 2015 ein gutes Jahr für die Energiewende?

Herr Baake, war 2015 ein gutes Jahr für die Energiewende?

„Die Erneuerbaren sind jetzt die stärkste Erzeugungsquelle", sagt Staatssekretär Rainer Baake im Interview. „Aber das bedeutet auch, dass die Zeit der Technologieförderung vorbei ist." Zudem hebt der Staatssekretär die wesentlichen Maßnahmen des Jahres hervor und verrät, wie es 2016 mit der Energiewende weitergeht.

© Screenshot: BMWi
Strommarkt 2.0, mehr Klimaschutz, Vorrang für Erdkabel, eine Strategie für klimaneutrale Gebäude und die digitale Energiewende: 2015 war ein gutes Jahr für die Energiewende. Aber was konkret ist in den Bereichen passiert? Hier ein Überblick.

Strommarkt 2.0: flexibel und sicher versorgt

Wie werden erneuerbare Energien besser in den Strommarkt integriert? Und wie bleibt dabei unsere Energieversorgung sicher und bezahlbar? Diese Frage stand 2015 im Mittelpunkt der Diskussion um den Strommarkt der Zukunft, auch „Strommarkt 2.0“ genannt, den das Bundeskabinett im Herbst beschlossen hat.
Der Strommarkt 2.0 steht für mehr Markt und soll gleich mehrere große Herausforderungen meistern: Er muss für eine effiziente Stromversorgung bei wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien sorgen und zugleich Versorgungssicherheit gewährleisten.
Als „Herzstück der Energiewende“ hat Bundesminister Sigmar Gabriel das geplante Strommarktgesetz bezeichnet, mit dem der Strommarkt 2.0 zur Wirklichkeit werden soll. „Das Gesetz zur Weiterentwicklung des Strommarktes schafft einen konsequent marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen für den Strommarkt der Zukunft. Mit dieser größten Reform des Strommarktes seit der Liberalisierung der Energiemärkte in den 90er Jahren machen wir den Strommarkt fit für das 21. Jahrhundert. Wir buchstabieren Versorgungssicherheit europäisch und integrieren die erneuerbaren Energien optimal in den Markt“, so Gabriel.

Mehr Klimaschutz durch weniger Braunkohle-Strom

Ein wichtiger Teil des Strommarkts 2.0 ist auch, dass der Stromsektor mehr zum Klimaschutz beitragen soll. Dazu werden besonders alte und ineffiziente Braunkohlekraftwerke in eine Sicherheitsbereitschaft überführt und nach vier Jahren stillgelegt. Schon 2016 geht’s los: Durch die Abschaltung der Braunkohlekraftwerke stößt Deutschland bis zu 12,5 Millionen Tonnen CO2 weniger aus. Das hilft, den Beschluss der Koalitionsspitzen beim Energiegipfel im Sommer umzusetzen: Im Stromsektor sollen 22 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich – also mehr als bis dato geplant – einspart werden.

Netze werden zügiger ausgebaut

Zudem hat das Kabinett im Herbst grünes Licht für mehr Erdkabel statt Freileitungen gegeben: Künftig sollen die neuen Stromautobahnen – sogenannte Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen – vorrangig unter der Erde verlegt statt als Freileitung gebaut werden. Das betrifft vor allem die großen Nord-Süd-Trassen wie „SuedLink" oder die „Gleichstrompassage Süd-Ost".

Strategie für einen klimaneutralen Gebäudebestand

Wichtig für die Energiewende ist es auch, gezielt das große Einsparpotenzial zu nutzen, das in den zahlreichen unsanierten Gebäuden im Land schlummert. Denn insgesamt werden in den Häusern in Deutschland rund 35 Prozent unserer gesamten Endenergie verbraucht – vor allem für Heizung und Warmwasser. Zudem stehen in den nächsten 20 Jahren bei etwa der Hälfte aller Gebäude in Deutschland Modernisierungen an. Warum also nicht gleich energetisch sanieren?
Das Ziel der Bundesregierung: Alle Gebäude sollen bis 2050 nahezu klimaneutral sein, also kaum noch CO2 freisetzen. Wie das gehen soll, zeigt die „Energieeffizienzstrategie Gebäude", die das Bundeskabinett ebenfalls im Herbst beschlossen hat.

Die Energiewende auch digital voranbringen

Außerdem hat das Bundeskabinett 2015 den Grundstein für die Digitalisierung der Energiewende gelegt. Was bedeutet das?
Künftig sollen immer mehr intelligente Messsysteme – auch „Smart Metering Systeme" genannt – dabei helfen, das Energiesystem fit für die Energiewende zu machen. Sie können Strom aus erneuerbaren Energien besser in den Strommarkt integrieren und helfen, Stromangebot und -nachfrage in Einklang zu bringen. Außerdem machen sie den Energieverbrauch sichtbar und motivieren so zum Energiesparen.
Der Einbau intelligenter Messsysteme soll 2017 beginnen – und zwar nach dem Motto „erst die Großen, dann die Kleinen": Der Einbau betrifft zunächst nur Großverbraucher mit einem Jahresstromverbrauch ab 10.000 Kilowattstunden (kWh) und Erzeuger mit einer installierten Leistung zwischen 7 und 100 Kilowatt (kW). Erst ab 2021 sollen Verbraucher mit einem Jahresstromverbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh folgen. Zum Vergleich: Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht in Deutschland pro Jahr im Schnitt 4.400 kWh.

Monitoring gibt einen Gesamtüberblick

Interessiert, wie es um die Energiewende insgesamt steht? Dann liefert der vierte Monitoring-Bericht zur Energiewende Antworten. Er ist vor wenigen Wochen vom Bundeskabinett verabschiedet worden.

Stromeinspeisevergütung für KWK-Anlagen wird im Jahre 2016 steigen

Stromeinspeisevergütung für KWK-Anlagen wird im Jahre 2016 steigen

Stromeinspeisevergütung für KWK-Anlagen wird im Jahre 2016 steigen (Bild: BHKW-Infozentrum)
Stromeinspeisevergütung für KWK-Anlagen wird im Jahre 2016 steigen (Bild: BHKW-Infozentrum)

Der KWK-Index im vierten Quartal könnte nach Prognose des BHKW-Infozentrums auf 3,4 bis 3,6 Cent/kWh steigen.

(WK-intern) – KWK-Anlagen würden demnach ab Januar 2016 eine um rund 5 bis 9 Prozent gestiegene Stromvergütung im ersten Quartal des neuen Jahres erhalten.

Der sogenannte „übliche Preis“ stellt im KWK-Gesetz eine Möglichkeit dar, um dem KWK-Strom, der in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, einen Wert zuzuordnen.

Dieser „übliche Preis“ wird auch als „KWK-Index“ bezeichnet und orientiert sich jeweils an dem durchschnittlichen Quartalspreis für Grundlaststrom (Baseload) an der Strombörse EEX im jeweils vorangegangenen Quartal (https://www.bhkw-infozentrum.de/…).
Üblicher Preis im KWKG 2016
Im neuen KWK-Gesetzes (KWKG 2016) wird der durchschnittliche Grundlaststrom-Preis als Strompreis-Element der KWK-Vergütung an Bedeutung verlieren. Da das KWKG 2016 für neu errichtete KWK-Anlagen über 100 kW eine Pflicht zur Direktvermarktung vorsieht, wird der KWK-Index zukünftig vorrangig für KWK-Anlagen bis 100 kW und nicht mehr wie bisher im KWK-Gesetz 2012 für KWK-Anlagen bis 2.000 kW interessant sein.
Positive Prognose
Der übliche Preis im vierten Quartal 2015 könnte nach Prognose des BHKW-Infozentrums auf 3,4 Cent/kWh bis 3,6 Cent/kWh steigen. KWK-Anlagen würden demnach ab Januar 2016 eine um rund 5 Prozent bis 9 Prozent geringfügig gestiegene Stromvergütung im ersten Quartal des neuen Jahres erhalten
Steigende KWK-Zuschläge für eingespeisten KWK-Strom
Außerdem werden die KWK-Zuschläge nach dem neuen KWK-Gesetz für die in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeisten KWK-Strommenge deutlich steigen. Informationen zu den Inhalten des neuen KWK-Gesetz erhalten Interessierte in Kürze auf der Informationsseite zum KWKG 2016 (http://www.kwkg2016.de).

Großspeicherprojekt: Strom-zu-Gas-Anlage der WEMAG ist Smart-Grid-tauglich

Großspeicherprojekt: Strom-zu-Gas-Anlage der WEMAG ist Smart-Grid-tauglich

Strom zu Gas-Anlage der WEMAG für Regelenergiemarkt präqualifiziert / Pressebild:
Strom zu Gas-Anlage der WEMAG für Regelenergiemarkt präqualifiziert / Pressebild:

Die Sonne scheint nicht ganztags und auch der Wind weht nicht rund um die Uhr.

(WK-intern) – Sonnen- und Windenergie stehen also nicht unbedingt genau dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden.

Eine Lösung für diese Herausforderung der Energiewende ist die intelligente Vernetzung (Smart Grid) von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern.

„Mit der Einbindung unserer Anlage in ein virtuelles Smart Grid ist ein entscheidender Test bestanden. Wir haben bewiesen, dass die Strom-zu-Gas-Technologie Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch intelligent aussteuern kann und das bis auf die Minute genau“, so Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG.
Im Herbst dieses Jahres hatte das Schweriner Unternehmen zusammen mit seinen 12 Projektpartnern für die Strom-zu-Gas-Anlage erstmals getestet, wie sich die Anlage in einer zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Energielandschaft verhält. Dazu hatte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) eine Software für eine Echtzeit-Steuerung entwickelt. Während des Livebetriebs ist die Strom-zu-Gas-Anlage mittels Computersimulation mit Wind- und Solaranlagen, einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und dem Verbrauchernetz in einem virtuellen Smart Grid zusammengeschaltet worden. Wenn es ein Überangebot an Strom gab, wandelte die Strom-zu-Gas-Anlage ihn automatisch in Gas (Wasserstoff) um und speiste es in das Gasverteilnetz ein. Bei zu wenig Strom hat das angeschlossene BHKW das gespeicherte Gas zur Rückverstromung genutzt.
Der gesamte Prozess erfolgte automatisch durch eine intelligente Steuerungssoftware. „Dieses Ergebnis ist entscheidend, um die Strom-zu-Gas-Technologie zur Speicherung größerer Energiemengen einzusetzen. Sie erfüllt ihren Zweck erst dann, wenn sie automatisch auf sich ständig ändernde Bedingungen in der Erzeugung und beim Verbrauch reagiert“, erklärt Thomas Pätzold.
Die Integration des wachsenden Anteils an Wind- und Sonnenenergie in die bestehende Stromversorgung ist gegenwärtig schwierig. Das liegt auch daran, dass die Einspeisung stark schwankt. Derzeit muss der überschüssige Strom zunehmend abgeregelt werden, da nicht genügend Speicher vorhanden sind. Intelligente Speichersysteme für regenerativen Strom und intelligente Netzwerke sind eine wichtige Voraussetzung für eine Erfolg der Energiewende.
Für die WEMAG ist es bereits das zweite erfolgreiche Großspeicherprojekt. Vor über einem Jahr ging der Batteriespeicher in Schwerin Lankow ans Netz und sorgt seitdem für eine verbesserte Netzstabilität.
Über die Strom-zu-Gas-Projektplattform:
In einer Projektplattform bündeln 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe, zu der auch die Schweriner WEMAG gehört, ihr Know-how und Kapital, um gemeinsam die Entwicklung der Strom-zu-Gas-Speichertechnologie voranzutreiben. Im Fokus steht die Prüfung der Praxistauglichkeit der Strom-zu-Gas-Technologie. Ihr wird langfristig das größte Potenzial zugetraut, die Mengen an regenerativen Energien zu speichern, die den aktuellen Bedarf jeweils übersteigen. Zu diesem Zweck entwickeln, bauen und betreiben die Unternehmen über mehrere Jahre (2012–2016) gemeinsam eine eigene Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main. Die Anlage wandelt Strom in Wasserstoff um und speist diesen in das Gasverteilnetz ein. Insgesamt werden die Unternehmen über 1,5 Millionen Euro investieren. Gefördert wird das Projekt vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie von der Europäischen Union. Im Anschluss an die erste Phase ziehen die Projektteilnehmer ein zweites Projekt in Betracht, in dem aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan erzeugt und eingespeist werden soll. Mehr unter www.szg-energiespeicher.de

Windenergieanlagen werden immer kosteneffizienter

Windenergieanlagen werden immer kosteneffizienter

Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland - Update
Kostensituation der Windenergie an Land in Deutschland – Update

VDMA/BWE: Windindustrie senkt Kosten deutlich

(WK-intern) – Strom aus Windenergieanlagen lässt sich heute im Durchschnitt um 12 Prozent günstiger erzeugen als vor vier Jahren.

Das liegt an kosteneffizienter optimierter Anlagentechnologie und aktuell niedrigen Finanzierungskosten.

Das Zinsniveau und die Regelung zum Aussetzen der Vergütung bei negativen Strompreisen im EEG bergen jedoch Kostenrisiken.
Frankfurt/Berlin, 14. Dezember 2015:Die mittleren Stromgestehungskosten der Windenergie an Land, berechnet auf 20 Jahre Betrieb, bewegen sich 2016/2017 je nach Standort in einer Bandbreite von 5,3 bis 9,6 Cent pro Kilowattstunde. Im Durchschnitt sind die Kosten im Vergleich zu 2012/2013 damit um 12 Prozent gesunken. Dies belegt die gemeinsam vom Bundesverband WindEnergie e.V. und VDMA Power Systems beauftragte aktuelle Studie der Deutschen WindGuard zur „Kostensituation der Windenergie an Land“. Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems, und Hermann Albers, Präsident des BWE, fassen die Ergebnisse zusammen: „Die Windindustrie kann damit die Kostenreduktionsziele des 2014 beschlossenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erreichen.“
Studie macht Kosten transparent
Untersucht wurden 46 Anlagentypen von Herstellern, die 97 Prozent des deutschen Marktes abdecken. Die mittleren Kosten der Anlagenklassen, variieren zwischen 980 und 1.380 Euro pro Kilowatt, inklusive Transport und Installation. Diese so genannten mittleren Hauptinvestitionskosten differieren nach Leistungsklasse und Nabenhöhe. Investitionsnebenkosten etwa für Fundamente und Zuwegung mit durchschnittlich 387 Euro pro Kilowatt können standortabhängig im Mittel um 40 Prozent schwanken. Auch Betriebskosten etwa für Wartung und Pacht mit durchschnittlich 56 Euro pro Kilowatt und Jahr können je nach Anlage und Standort um 30 Prozent variieren. Die Finanzierungskosten sind aktuell sehr niedrig. Der Fremdkapitalzins wurde in der Studie mit lediglich 2,5 Prozent angesetzt. Grundlage aller Kostenannahmen ist das EEG 2014. Unter diesem Förderregime werden Windenergieanlagen in Deutschland errichtet, die bis zum Ende des Jahres 2016 genehmigt werden.
Windenergieanlagen werden immer kosteneffizienter
Im Vergleich zur letzten Erhebung sinken die Kosten für die Windenergieanlagen inklusive Transport und Installation im Schnitt um 7 Prozent. Die spezifischen Kosten pro Quadratmeter Rotorkreisfläche sinken im Durchschnitt sogar um 16 Prozent. „Die verlässlichen Rahmenbedingungen des EEG unterstützen die technische Optimierung der Anlagen und tragen so dazu bei, die Stromgestehungskosten der Windenergie an Land insgesamt sukzessive zu senken“, sagt Matthias Zelinger. „Neue Windenergieanlagen erreichen mit höheren Türmen und längeren Rotorblättern eine höhere Auslastung der Kapazitäten und wachsende Erträge. Die Hersteller sichern damit die bessere Erschließung aller Regionen für die kostengünstige Windenergie an Land.“
Steigendes Zinsniveau, negative Preise und Ausschreibungen bergen Risiken
„Bei Stromgestehungskosten von 5,3 bis 9,6 Cent pro Kilowattstunde ist die Windenergie an Land an allen Standorten konkurrenzfähig mit anderen Stromerzeugungsanlagen. Ein perspektivisch nicht zu unterschätzendes Risiko besteht jedoch in der künftigen Entwicklung des Zinsniveaus. In Teilen haben sinkende Zinsen in der Vergangenheit die Einschnitte bei der Vergütung wettgemacht. Unsicherheiten durch Paragraph 24 des EEG zum Aussetzen der Vergütung bei länger anhaltenden negativen Preisen am Strommarkt und Ausschreibungen werden zudem die Anforderungen an die Bereitstellung von Eigenkapital erhöhen“, so Hermann Albers. Durch die Einführung eines Ausschreibungssystems ab 2017 ändern sich die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Windenergieprojekten radikal. Wie sich die Kostensituation dann entwickelt, ist völlig offen und muss mit weiteren Untersuchungen nach den ersten Ausschreibungsrunden eruiert werden. Die Studie kann aber eine solide Grundlage für die Ausgestaltung wesentlicher Parameter des Ausschreibungsdesigns bilden.“

Der Solarmarkt fragt nach Hochleistungsmodulen

Der Solarmarkt fragt nach Hochleistungsmodulen

http://www.meyerburger.ch/
http://www.meyerburger.ch/

Meyer Burger antwortet mit Heterojunction

(WK-intern) – Anfang 2016 werden hochleistungsfähige hundertprozentige Meyer Burger Module Sonnenenergie auf dem Dach der Genossenschaft Migros Aare produzieren.

Die in diesem Solarkraftwerk verbauten zukunftsweisenden Module kombinieren die innovativste Zelltechnologie mit der modernsten Zellverbindungstechnologie und zeigen, welche Technologien sich in der Solarbranche in Zukunft durchsetzen werden.

Die Genossenschaft Migros Aare will einen Beitrag zur Energiewende sowie zu ihrer selbstständigen Stromversorgung leisten. Am Standort der Betriebszentrale in Schönbühl (BE), Schweiz, wurden in einem Innovationsprojekt höchste Ansprüche an die Effizienz der auf dem Dach zu installierenden Solarmodule gestellt. Diesen hohen Anforderungen konnten in der Schweiz einzig die Module von Meyer Burger gerecht werden. Da der Wirkungsgrad herkömmlicher Solarzellen an seine Grenzen stösst, hat Meyer Burger auf die innovative Heterojunction-Technologie gesetzt – zu Recht, wie der Markt beweist.
Heterojunction-Zellen sind eine Mischform der beiden erfolgreichen Silizium-Solarzellen, den kristallinen und den amorphen Silizium-Solarzellen. Die Kombination dieser beiden Solarzelltypen ermöglicht einen Wirkungsgrad weit über 21 Prozent. Die beispiellose Effizienz der Heterojunction-Technologie gründet auf der Nutzung der Vorteile beider, in dieser Solarzelle kombinierten, Zelltypen. Monokristalline Solarzellen waren aufgrund ihrer regelmässigen Kristallstruktur bis anhin die effektivsten Solarzellen. Deren bereits hoher, jedoch limitierter, Wirkungsgrad wird bei der Heterojunction-Technologie dank der Hochtemperaturbeständigkeit und dem exzellenten Schwachlichtverhalten der amorphen Solarzellen nochmals deutlich gesteigert.
Die Module, die zurzeit auf dem Dach der Genossenschaft Migros Aare installiert werden, verdanken ihren ausgezeichneten Wirkungsgrad neben der Heterojunction-Technologie dem Einsatz zweier weiterer richtungsweisender Technologien. Durch die Zellverbindungstechnologie SmartWire Connection Technology weisen die Solarmodule eine dichte Kontaktmatrix auf und aufgrund ihrer Bifazialität liefern sie sowohl über die Vorder-, als auch über die Rückseite Elektrizität. Beides führt zu einem deutlichen Leistungsgewinn gegenüber herkömmlichen Solarmodulen.
Die Hochleistungsmodule von Meyer Burger konnten die Genossenschaft Migros Aare, ausser der herausragenden Leistung, mit einem weiteren Argument überzeugen. Alle Arbeitsschritte, entlang der gesamten Wertschöpfungskette, wurden innerhalb von Meyer Burger ausgeführt.
Neben dem Pionierprojekt im Auftrag der Genossenschaft Migros Aare durfte Meyer Burger in diesem Jahr ein weiteres Heterojunction-Projekt realisieren. Im September 2015 wurde die Südfassade des CSEM Forschungszentrum in Neuenburg mit Heterojunction-Modulen ausgekleidet. Auch die Kundschaft von Meyer Burger richtet sich auf die solare Zukunft mit Heterojunction aus. Bereits einige Kunden haben eine Meyer Burger Produktionslinie für Heterojunction-Zellen erfolgreich in Betrieb genommen.
Meyer Burger bietet auf dem Schweizer Markt erfolgreich wirtschaftliche Solarsysteme für die Gebäudeintegration sowie innovative Hybridlösungen für die Gebäudetechnik an. Die fortschrittlichen und hocheffizienten Technologien wie Heterojunction und SmartWire fliessen als Flachdachmodule ins bewährte Produktsortiment ein und sind für Schweizer Kunden ab Mitte 2016 erhältlich.

PowerCell Schweden erhält aus Taiwan zweiten Auftrag für S1 Brennstoffzellen

PowerCell Schweden erhält aus Taiwan zweiten Auftrag für S1 Brennstoffzellen

http://www.powercell.se/PowerCell Sweden receives a repeating order for S1 fuel cell stack from a Taiwanese customer

(WK-intern) – Nordic leading fuel cell company PowerCell Sweden AB (publ) has received a repeating order of PowerCell S1 fuel cell stacks from a customer in Taiwan.

Gothenburg, Sweden – The Nordic leading fuel cell company PowerCell Sweden AB has received a repeating order of PowerCell S1 fuel cell stacks from a customer in Taiwan.

The customer has launched their new 1kW micro-CHP system, a small scale combined heat and power unit, designed for usage of natural gas to the household market. The customer uses the PowerCell S1 stack to produce electricity and heat, and the hydrogen is produced using their natural gas reformer.
“We are glad that this customer have chosen a PowerCell S1 reformate stack for their system. We are also very happy for them that they have launched their new m-CHP system after an intensive phase. PowerCell have successfully worked with this customer and supported them throughout their development phase.” said Andreas Bodén, Director Marketing & Sales at PowerCell Sweden AB.
About PowerCell S1 Fuel cell stack
PowerCell S1 fuel cell stack is designed to work in an environment both on reformate gas as well as pure hydrogen. It uses metal bipolar plates and state-of-the-art PEM components to give a robust, low cost and high performance design. The S1 fuel cell stack platform is modular and can be offered in 1-5 kW electric output depending on customer application and need.
PR: PowerCell

100 % Erneuerbare: Das Ende des fossilen Zeitalters hat begonnen

100 % Erneuerbare: Das Ende des fossilen Zeitalters hat begonnen

ig-windIG Windkraft begrüßt Abkommen der UN-Klimakonferenz in Paris als ersten Schritt

(WK-intern) – Nach dem positiven Ergebnis bei der UN-Klimakonferenz in Paris sind nun wieder die einzelnen Staaten gefordert ihren Beitrag zur Zielerreichung zu leisten.

Für den Strombereich in Österreich wurde von Bundeskanzler Werner Faymann das Ziel 100 % Erneuerbare im Jahr 2030 ausgegeben.

“Für die Erreichung dieses Zieles bedarf es nun einer raschen Weichenstellung für stabile Bedingungen mit einem neuen Ökostromgesetz“, fordert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Nach langem Ringen ist das weltweite Klimaschutzabkommen von 195 beteiligten Staaten beschlossen worden. Das Abkommen sieht vor die Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ zu begrenzen und Hilfe für Entwicklungshilfe bereitzustellen. Alle Länder haben zugesagt eigene Beiträge im Kampf gegen die Erderwärmung zu leisten. „Dies markiert das klare Ende des fossilen Zeitalters“, bemerkt Moidl und setzt fort: „Die in Paris beschlossenen Ziele sind nur der erste Schritt. Der nächste muss der Umstieg der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien sein“.

Windenergie ist wichtigste Stellschraube für den Klimaschutz

Vor 15 Jahren war die Windkraft noch eine Nischentechnologie. Heute deckt sie in Österreich 8% des Strombedarfs, spart jährlich 3,3 Millionen Tonnen CO2 ein und ist nach der Wasserkraft die zweite große Quelle für erneuerbaren Strom. „Windenergie ist mittlerweile eine Hauptenergiequelle geworden“, so Stefan Moidl von der IG Windkraft und sieht noch mehr Potential: „Bis 2030 kann Windkraft sogar 24 % des österreichischen Strombedarfs decken“. Damit die Windkraft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, braucht es ein klares Commitment der Politik, eine langfristige Energiestrategie und klare Rahmenbedingungen bis 2030.

Klare politische Richtung und Energiestrategie bis 2030 gefordert

Bundeskanzler Werner Faymann hat in Paris eine klare Zielsetzung für Österreich verkündet. Bis 2030 soll der Strom in Österreich zu 100 % durch erneuerbare Energien erzeugt werden. „Das würde bedeuten, dass wir im Jahr 2030 keine fossilen Brennstoffe mehr zur Produktion von Strom verwenden“, sagte der Bundeskanzler. Dieses Ziel kann in Österreich mit ein wenig Anstrengung leicht erreicht werden, sind die Branchenvertreter des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich überzeugt. „Für die Stromproduktion ist es von entscheidender Bedeutung, dass rasch ein neues Ökostromgesetz mit langfristiger Ausrichtung bis 2030 und eine Neugestaltung des Strommarktes mit klarer Priorität für die erneuerbaren Energien geschaffen wird“, so Moidl abschließend.
PM: IG Windkraft

Dienstag, 15. Dezember 2015

Mehr Klimaschutz für Kinder und Enkel

Mehr Klimaschutz für Kinder und Enkel

14. Dezember 2015 | Franz Alt, www.sonnenseite.comRichtig ist: Das Klimaabkommen von Paris ist ein historischer Durchbruch. Richtig ist aber auch: Das Ziel von nicht mehr als 1.5 Grad Erderwärmung gegenüber 1870 ist noch in weiter Ferne.

Zwei Ergebnisse stehen für den Erfolg

Erstens: Bisher war immer von einer Zwei-Grad-Erwärmung die Rede. Das neue Ziel von 1.5 Grad bedeutet eine große Hoffnung für Dutzende Millionen Menschen in Afrika, Indien, Bangladesch und den pazifischen Inselstaaten. Endlich ein positives Signal an die Ärmsten: Wir schreiben euch nicht ab, wir lassen euch nicht einfach absaufen, wir sind solidarisch mit euch.

Der zweite große Fortschritt und Erfolg
: Erstmals unterstützen alle 195 Staaten dieses Planeten in einem gemeinsamen Vertrag die neuen, ambitionierten Ziele. Die ganze Welt ist jetzt vereint im Bestreben nach weltweitem Klimaschutz. Das ist in einer Zeit großer Konflikte und Kriege ein starkes Zeichen dafür, dass sich die gesamte Menschheit doch noch als Geschwister, als Schwestern und Brüder unter der einen Sonne auf diesem gemeinsamen Planeten, versteht. Für eine mögliche Friedenskultur von morgen ein nicht zu unterschätzendes wichtiges und richtiges Signal.

Die Schwachpunkte des Abkommens können und müssen nun in den nächsten Jahren korrigiert und überwunden werden.

Erstens: Die Zusagen fast aller Staaten für den Klimaschutz in den nächsten Jahren sind noch weit davon entfernt, das neue 1.5-Grad-Ziel zu erreichen. Es wird mit den jetzigen Zusagen eher drei Grad wärmer, sagen die Klimaforscher. Und nicht einmal diese schwachen Ziele sind völkerrechtlich verbindlich oder auch nur überprüfbar.

Zweiter Schwachpunkt: Die finanziellen Zusagen der reichen Länder an die armen, bei der Finanzierung der Klimafolgeschäden zu helfen, sind ebenfalls zu unverbindlich.

Dennoch gibt es neue Chancen: In den Folgekonferenzen kann und wird nachverbessert werden. Der Wille dafür wurde in Paris erkennbar. Die Welt kann nach diesem Wochenende etwas optimistischer in die Zukunft blicken.

Auch die Umweltverbände erkennen die Fortschritte von Paris an. Ihre weltweiten Aktivitäten für mehr Klimaschutz haben sich gelohnt.
--- Der Autor Franz Alt ist Journalist, Buchautor und Fernsehmoderator. Er wurde bekannt durch das ARD-Magazin „Report“, das er bis 1992 leitete und moderierte. Bis 2003 leitete er die Zukunftsredaktion „Zeitsprung“ im SWR, seit 1997 das Magazin „Querdenker“ und ab 2000 das Magazin „Grenzenlos“ in 3sat. Die Erstveröffentlichung des Beitrags erfolgte auf www.sonnenseite.com. ---

Bewertung des Klimaschutzabkommens von Paris

Bewertung des Klimaschutzabkommens von Paris

14. Dezember 2015 | Hans-Josef Fell, EWG-Präsident und Mitautor des EEG

Ohne Zweifel, es ist ein historischer Durchbruch. Der bedeutendste Wert des Abkommens ist, dass globale Staatengemeinschaft nun offiziell anerkennt, dass die Erderwärmung ein riesiges Problem ist und dass sich 196 Staaten dazu bekennen, das Klima schützen zu wollen. Das war bis letzte Woche bei weitem nicht so.

Entscheidend für den Durchbruch war, dass es gelungen ist, die Erneuerbaren Energien zu einer gewinnbringenden Wirtschaftsbranche zu machen. Dies hat die Führenden der Welt dazu bewegt, Klimaschutz zu akzeptieren. Die alte Formel, dass Klimaschutz eine ökonomische Belastung ist, hat endlich ausgedient und gilt nicht einmal mehr in der Energiewirtschaft. Selbst hartgesottene Klimasünder wie RWE, E.ON und große Teile der Energiewirtschaft in den USA oder China haben erkannt, dass Klimaschutz mit Windrädern oder Solarstrom keine Belastung für ihre Unternehmen mehr ist, sondern das neue Geschäftsmodell zum Überleben der Konzerne. Die Kostensenkung der Erneuerbaren Energien im letzten Jahrzehnt hat die Basis geschaffen, dass dieses Weltklimaschutzabkommen möglich wurde. Im tieferen Kern hat das deutsche EEG erst den Weg bereitet für das Pariser Klimaschutzabkommen. Denn das EEG gab den wesentlichen Anstoß für die globale industrielle Massenfertigung der Erneuerbaren Energien, womit die Kostensenkung erst ermöglicht wurde.

Nur: der Klimaschutzvertrag selbst ignoriert noch immer diese phänomenale Entwicklung. Die Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien als wichtigste Klimaschutzmaßnahme wird dort nicht benannt. Der Begriff Erneuerbare Energien kommt überhaupt nur ein einziges Mal im ganzen ca. 6.000 Wörter umfassenden Klimavertrag vor.

Zudem: Die Ziele und Maßnahmen im Pariser Abkommen sind völlig unzulänglich. Zwar soll die Erderwärmung auf unter 2° C, besser 1,5° C begrenzt werden. Aber im Klartext bedeutet dies doch einen weiteren Anstieg des heute schon unerträglichen Hitzefiebers der Erde. Die erheblichen Unsicherheiten der Tipping Points - bisher wissenschaftlich in ihren konkreten Auswirkungen noch gar nicht vollständig bekannt, aber schon besorgniserregend wirksam - lassen erhebliche Zweifel aufkommen, dass mit dem noch erlaubten zu emittierenden Kohlenstoffbudget 2° C oder gar 1,5° tatsächlich nicht überschritten werden. Und was soll nur das abstruse Ziel, dass erst ab Mitte des Jahrhunderts Kohlenstoffsenken so groß sein sollen, dass sie die Emissionen neutralisieren? Dies kann nur bedeuten, dass die fossile Energiewirtschaft sogar noch über die nächste Jahrhundertwende hinaus existent sein soll. Von einem Ende der fossilen Weltwirtschaft kann also keine Rede sein, wenn man die Worte, Ziele und Maßnahmen des Pariser Vertrages zu Grunde legt.

Besorgniserregend sind auch die täglichen Handlungen der allermeisten Regierungen, die dem Pariser Abkommen jetzt zustimmten. Fast alle unterstützen massiv, ähnlich wie die deutsche Regierung, noch lange Jahre die fossile Wirtschaft und versuchen die Konkurrenz der Erneuerbaren Energien auszubremsen. Sie versuchen mit schlechten Gesetzgebungen wie Minister Gabriels jüngstem Vorschlag zur EEG-Novelle 2016 (http://bit.ly/1lHRQvD (http://bit.ly/1lHRQvD )) den Siegeszug der Erneuerbaren Energien zugunsten von Kohle und Erdgas aufzuhalten. Sie erhöhen weltweit, wie auch in Deutschland, sogar noch die Subventionen für die fossile Wirtschaft. Die Dekarbonisierung soll ja nach den Vorstellungen von Kanzlerin Merkel erst 2100 stattfinden. Dann hätte die Erde längst eine Erwärmung von mehr als 3° erreicht, trotz anders lautender Ziele wie jetzt in Paris beschlossen.

Aber dennoch: Der Klimaschutz wird anders und viel schneller kommen, als die Staatenlenker, die sich immer noch nicht von der fossil/atomaren Welt lösen können, glauben. Er wird weltweit verwirklicht, weil erfolgreich andere Kräfte als die Regierungen 100% Erneuerbare Energien in den Mittelpunkt stellen. Die erst vor etwa zwei Jahren gegründete weltweite Kampagne 100% Erneuerbare Energien (Global100%RE, www.go100re.net (http://www.go100re.net/ )), getragen vom World Future Council, war in Paris auf den Side Events zusammen mit anderen Aktiven so erfolgreich, dass fast überall die Forderung nach 100% Erneuerbaren Energien im Mittelpunkt stand.

Über tausend Bürgermeister aus aller Welt haben in Paris ihre Ziele für 100%-Erneuerbare-Energien-Kommunen bekundet. 53 der größten Weltkonzerne, darunter Coca Cola, Google, BMW oder Ikea, haben Ähnliches bekannt gegeben. Immer mehr Finanzinstitute beschließen den Ausstieg aus fossilen/atomaren Investitionen und Beteiligungen, bis heute schon insgesamt 3,4 Billionen US Dollar Vermögen. Mehr als 50 Regierungen haben die International Solar Alliance (ISA) gegründet mit dem Ziel, bis 2030 ein Terrawatt Solarkraftwerke zu installieren (http://www.terrawattinitiative.org/ ( www.terrawattinitiative.org )).

Diese Entwicklungen wirken bereits länger. Die Energy Watch Group (EWG, energywatchgroup.org ( energywatchgroup.org )) hat nachgewiesen, dass die Vorhersagen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris bezüglich des Potenzials der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren falsch waren. Die Erneuerbaren Energien sind schon in der Vergangenheit wesentlich schneller gewachsen und werden auch in Zukunft alle Vorhersagen übertreffen. Ebenfalls total überraschend für viele Analysten sind die jüngsten Rückschläge der fossilen Wirtschaft. Der chinesische Kohleverbrauch sinkt bereits. Zwei Drittel der Kohleunternehmen weltweit schreiben Verluste. Der weiter sinkende Ölpreis treibt viele Ölstaaten und deren Staatsunternehmen in den Ruin, weshalb die fossile Wirtschaft bald nicht mehr genug billige Kohle, Erdöl und Erdgas liefern kann. Ihr Heil suchen schon immer mehr Unternehmen der alten Energiewirtschaft in den Erneuerbaren Energien.

Der Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft wird nicht erst in 85 Jahren kommen, wie Frau Merkel bei der G7 verankerte, sondern vielleicht schon in etwa 20 Jahren zu einem größeren Teil bewältigt sein, so wie es sich aktuell anhand der weltweiten Signale abzeichnet.

Das Pariser Klimaschutzabkommen wird 2020, wenn es in Kraft treten wird, eher belächelt werden über seine Visionslosigkeit. Mit der bis dahin eingetretenen Dynamik des Ausstieges aus der fossilen Wirtschaft und der Umstellung auf 100% Erneuerbaren Energien werden wir schon viel weiter sein.

Aber ein weiteres muss auch klar werden: Die sich jetzt abzeichnende schnelle Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien ist nur eine entscheidende Säule eines wirklich wirksamen Klimaschutzes und reicht nicht aus, die Erde vom Hitzefieber zu befreien. Die Reinigung der Atmosphäre von überschüssigem Kohlenstoff ist ebenso sofort notwendig und nicht erst ab Mitte des Jahrhunderts, wie in Paris beschlossen. Denn nur mit beiden Säulen – Nullemission und Kohlenstoffsenken – lässt sich die Erde wieder abkühlen.

Deshalb braucht es jetzt eine ähnliche weltweite Aktivität für die Begrünung degradierter Flächen wie für 100% Erneuerbare Energien. Denn dann lassen sich große Kohlenstoffmengen der Atmosphäre entziehen.

Die Menschheit braucht also zur Bekämpfung von Fluchtursachen, von Armut und von Kriegen beides: Alle Menschen müssen Zugang zu billigen, sauberen Erneuerbaren Energien bekommen und gleichzeitig den Zugang zu fruchtbaren Böden, die mit der Begrünung degradierter Flächen neu geschaffen werden können. Nur dann kann das Hitzefieber der Erde wieder abgekühlt werden. Und das ist zwingend erforderlich, weil eine weitere Aufheizung um 1,5° C die Menschheit nur in weitere schlimmere Katastrophen führen wird.
--- Der Autor Hans-Josef Fell saß für die Grünen von 1998 bis 2013 im Deutschen Bundestag. Der Energieexperte war im Jahr 2000 Mitautor des EEG. Nun ist er Präsident der Energy Watch Group (EWG). Mehr zu seiner Arbeit finden Sie unter www.hans-josef-fell.de. ---