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Freitag, 29. Januar 2016

Meyer Burger vermeldet zwei neue Millionen-Aufträge aus Asien

Produktionstechnologie von Meyer Burger
Der Technologiebedarf der Photovoltaik-Hersteller steigt und Meyer Burger profitiert davon.
Foto: Meyer Burger Technology AG

Meyer Burger vermeldet zwei neue Millionen-Aufträge aus Asien

28. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews
Der Schweizer Photovoltaik-Technologiekonzern kann einen starken Auftragseingang und –bestand vorweisen. Der Nettoumsatz im vergangenen Jahr litt aber unter zögerten Abnahmen durch die Kunden.

Die Meyer Burger Technology AG hat am Donnerstag den Abschluss von zwei wichtigen Verträgen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 22 Millionen Schweizer Franken - umgerechnet knapp 20 Millionen Euro - vermeldet. Ein führender asiatischer Photovoltaik-Hersteller von monokristallinen Solarwafern habe sich für die hochpräzise, wasserbasierte DW 288 Diamantdraht-Technologie des Schweizer Technologiekonzerns entschieden. Zudem sei mit einem weiteren asiatischen Produzenten die Lieferung der Meyer Burger MAiA 2.1-Anlagen mit MB PERC Zell-Technologie vereinbart worden. Die Auslieferung solle noch im ersten Halbjahr 2016 erfolgen, hieß es bei Meyer Burger.

Das Schweizer Unternehmen legte zugleich ungeprüfte Zahlen zum Nettoumsatz und der Auftragslage vor. So habe Meyer Burger im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 418,9 Millionen Schweizer Franken einen um 28,5 Prozent höheren Auftragseingang gegenüber 2014 verzeichnen können. Der Auftragsbestand habe sich sogar um 35,5 Prozent auf 257,5 Millionen Schweizer Franken erhöht. Diese Zahlen spiegelten die höhere Investitionsbereitschaft der Kunden und den gestiegenen Technologiebedarf bei den Photovoltaik-Herstellern wieder. Der Nettoumsatz liege nach vorläufigen Berechnungen für 2015 bei 323,6 Millionen Schweizer Franken. Das Ergebnis sei durch einige Verzögerungen belastet, da Kunden teilweise die finale Abnahme auf 2016 verschoben hätten. Diese Umsätze und Gewinne werden nun aber in diesem Jahr zu Buche schlage. Seinen geprüften Jahresabschluss für das vergangene Jahr will Meyer Burger am 22. März veröffentlichen. (Sandra Enkhardt)

Sonnenbatterie als innovativstes Unternehmen Europas 2015 ausgezeichnet

Sonnenbatterie-Hauptsitz im Allgäu
Sonnenbatterie gewann die Cleantech-Auszeichnung in der Kategore "Europa & Israel".
Foto: Sonnenbatterie GmbH

Sonnenbatterie als innovativstes Unternehmen Europas 2015 ausgezeichnet

28. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews
Auf dem Cleantech-Forum in San Francisco ist der deutsche Photovoltaik-Speicherhersteller als Unternehmen des Jahres in der Kategorie "Europa und Israel" ausgezeichnet worden. In diesem Jahr war eine Rekordzahl von 6900 Unternehmen aus 60 Ländern nominiert; 100 davon schaffen es auf die Global Cleantech-Liste.

Sonnenbatterie – das sich mittlerweile in Sonnen umfirmiert hat – ist zum Gewinner der Region „Europa & Israel“ der Global Cleantech 100 Liste gewählt worden. Der Preis sei auf dem Cleantech-Forum in San Francisco verliehen worden, teilte der Allgäuer Photovoltaik-Speicherhersteller am Donnerstag mit. Die Liste werde jedes Jahr erstellt und repräsentiere die innovativsten, vielversprechendsten Unternehmen der Cleantech-Branche. Sonnen-Vorstandschef Christoph Ostermann zeigte sich stolz ob der neuerlichen Auszeichnung. „Das ist eine große Bestätigung für unsere Vision, dass sich jeder Mensch mit erneuerbarer, dezentral erzeugter und erschwinglicher Energie versorgen kann”, sagte er.

Die Konkurrenz für den deutschen Speicherhersteller war in diesem Jahr groß. Die Rekordzahl von 6900 Unternehmen aus 60 Ländern war für die Liste nominiert. Basis für die Erstellung der Liste seien eigene Daten der Cleantech-Gruppe sowie das Urteil einer Expertenjury aus aller Welt, hieß es weiter. 323 Unternehmen hätten es in die engere Auswahl geschafft. Die Experten – Finanzinvestoren und Industrievertreter - hätten schließlich darüber entschieden, welche 100 Firmen auf die Liste kommen. “Die Global Cleantech 100 zeigt uns, welche Megatrends wichtige Akteure am Markt sehen und welchen innovativen Unternehmen sie den größten Einfluss innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre zutrauen”, sagt Michele Parad von der Cleantech Group und Hauptverfasserin des Global Cleantech 100 Reports.

Der Cleantech-Preis wird in verschiedenen Kategorien verliehen. Sonnenbatterie war dabei in diesem Jahr nicht der einzige Sieger aus Deutschland. Siemens beerbte Eon als Sieger in der Kategorie „Corporate Investor of the Year“. Damit werden Unternehmen ausgezeichnet, die am stärksten in Cleantech-Firmen investiert haben. Allerdings können Investoren nicht in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die dieser Kategorie gewinnen, so der Hinweis der Cleantech-Group.

Die der Kategorie „Graduate of the Year“ ging der Preis in diesem Jahr an das Photovoltaik-Unternehmen Solaredge. In den vorangegangenen Jahren gewannen hier Nest und Solarcity. Insgesamt finden sich noch weitere Photovoltaik- und Speicherunternehmen auf der Liste der 100 innovativsten Unternehmen, etwa Younicos und Sungevity. (Sandra Enkhardt)

Younicos-Vorstand: Photovoltaik und Wind mit ausreichend Speichern flankieren

Inselstand von Younicos
Nur mit ausreichend Speichern kann die Energiewende gelingen.
Foto: Younicos

Younicos-Vorstand: Photovoltaik und Wind mit ausreichend Speichern flankieren

28. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews
Aktuell werden Stromspeicher in der Gesetzgebung gegenüber konventionellen Kraftwerken benachteiligt. Dies muss sich nach Ansicht von Clemens Triebel ändern, wenn die Energiewende zu einem Erfolg werden soll.

Wie die Energiewende funktionieren kann, lässt sich derzeit auf einigen Inseln der Welt beobachten, die ihre Stromversorgung von Dieselgeneratoren auf erneuerbare Energien umstellen. „Wenn hohe Anteile von Solar- und Windenergie unser Ziel sind, müssen wir den Ausbau der Erneuerbaren von Anfang an mit ausreichend Speicherkapazität flankieren“, erklärt Clemens Triebel, Mitbegründer und Vorstand des Speicherpioniers Younicos. Aktuell würden allerdings Stromspeicher gegenüber konventionellen Kraftwerken in Deutschland noch benachteiligt. Dieses Festhalten an veralteten Denkmustern verteuere und verlangsame die Energiewende unnötig. „Unser Paradigma für die Energieerzeugung stammt aus dem 19. Jahrhundert und lautet: Strom wird am besten durch große Generatoren erzeugt, die sich unablässig drehen. Wenn wir daran festhalten, wird das Netz weiter durch Kohle-, Gas- und Atomstrom verstopft und die erwünschte Solar- und Windenergie immer häufiger ausgebremst“, so Triebel weiter.

Er weist darauf hin, dass die Bundesregierung ihre Ziele, 80 Prozent des Strombedarfs bis 2050 aus erneuerbaren Energien zu decken, nicht erreichen könne, wenn nicht auch Speicher gebaut würden. „Die nötigen Speicherkapazitäten entstehen nicht über Nacht, wir müssen heute anfangen sie aufzubauen. Parallel müssen wir die Entwicklung neuer Speichertechnologien vorantreiben, um für die gewaltigen Mengen erneuerbarer Energie gerüstet zu sein, die in Zukunft anfallen“, fordert Triebel. Innovative Geschäftsmodelle und der Markt könnten dabei die Entwicklung und den Ausbau von Speichern vorantreiben. Dafür müsse die Flexibilität von Speichersystemen aber „marktgerecht vergütet“ werden, etwa bei der Entlastung des Netzes zu Spitzenzeiten. Dann „regelt sich der Ausbau von ganz alleine“, so der Chief Visionary Officer von Younicos weiter. Im Moment würden viele Modelle aber noch von der Gesetzgebung ausgehebelt.

Triebel wird dieses Thema in seiner Keynote auf der Fachmesse und Konferenz „Energy Storage Europe“ vom 15. - 17. März in Düsseldorf weiter vertiefen. Younicos setzt weltweit selbst auch Insel- und Großspeicher-Projekte um. So ist der Berliner Speicherpionier an dem 5-Megawatt-Speicher der WEMAG beteiligt. Erst am Mittwoch ist für diesen das Demonstrationsprojekt „Kickerstarter“ eingeläutet worden. Dabei soll nachgewiesen werden, dass Speicher auch für einen schnellen Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen eingesetzt werden können. Eine Aufgabe die bislang nur von konventionellen Kraftwerken übernommen wird. (Sandra Enkhardt)

Lux Research: Photovoltaik-Speichermarkt erreicht 2026 Volumen von 8 Milliarden US-Dollar

Herstellung von Speichersystemen
Die Nachfrage nach Photovoltaik-Speichern wird in den kommenden Jahren rasant steigen.
Foto: BMZ GmbH

Lux Research: Photovoltaik-Speichermarkt erreicht 2026 Volumen von 8 Milliarden US-Dollar

28. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews
Die Analysten gehen von einer weiter stetig steigenden Nachfrage aus. In zehn Jahren könnten jährlich rund 25 Gigawatt Photovoltaik-Speichersysteme installiert werden. Dabei wird der Trend auch zu einer engeren Verzahnungen der beiden Industrien führen.

Der Markt für Photovoltaik-Batteriespeicher wird in den kommenden zehn Jahren auf ein Volumen von acht Milliarden US-Dollar anwachsen. Die Analysten von Lux Research rechnen 2026 mit einer jährlichen Nachfrage von 25 Gigawatt. Grund dafür sei vor allem, dass Photovoltaik in Kombination mit Speichersystemen als Schlüsseltechnologien gelten, um derzeitige Einschränkungen bei der Energieversorgung weltweit zu beheben.

Ab 2023 sehen die Analysten große Wachstumschancen für Photovoltaik-Speicher angesichts der dann attraktiven Wirtschaftlichkeit. (Quelle: Lux Research)

Lux Research erwartet, dass angesichts der sinkenden Kosten für Photovoltaik und Speicher eine attraktive Wirtschaftlichkeit im Jahr 2023. Dies werde ein weiteres starkes Wachstum hervorrufen. „Wenn der Solar-plus-Speichermarkt reift, werden sich interessante Entwicklungen auf mehreren Fronten entfalten. Es wird zu einer stärkeren vertikalen Integration zwischen den beiden Industrien, zu steigenden Finanzierungsmöglichkeiten und sogar zum möglichen Energieaustausch zwischen Gemeinschaften führen“, sagt Cosmin Laslau, Analyst von Lux Research und Autor des aktuellen Berichts „Helping Renewables Shine On: Analyzing the New Business Cases Where Batteries Make Sense for Solar Systems.“

Einige Beispiele für künftige Entwicklungen geben die Analysten in dem Report. So gebe es bereits erste Partnerschaften zwischen Photovoltaik- und Speicherherstellern. Also Beispiele werden Sonnen und Sungevity, Stem und Sunpower und Green Charge Networks und Sunedison genannt. Zudem habe sich First Solar gemeinsam mit einem weiteren Investor mit 50 Millionen an dem Speicherunternehmen Younicos beteiligt. Solche Partnerschaften stellten erst den Anfang dar. Ein zweites wichtiges Ergebnis der Analyse sei, dass die Software ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstelle. Verschiedene Hersteller würden bereits intelligente Software in ihren Produkten einsetzen. Als Beispiel nennt Lux Research unter anderem Sonnenbatterie, die Wetterdaten analysieren lassen, um Photovoltaik-Verbrauch und Speicherung zu unterstützen.

Als weiterer großer Einflussfaktor zur künftigen Marktentwicklung wird die politische Unterstützung genannt. So seien in Deutschland seit 2013 – als die KfW-Speicherförderung eingeführt worden ist – 12.000 neue Photovoltaik-Batteriesysteme installiert worden. Dabei habe es Zuwachsraten des Marktes von jährlich 35 Prozent gegeben. Auch in Japan und dem US-Bundesstaat Kalifornien werden Photovoltaik-Speicher mittlerweile gefördert, was die Nachfrage nach Auffassung der Analysten weiter erhöhen dürfte. (Sandra Enkhardt)

LG Chem sieht sich gut positioniert im wachsenden Speichermarkt

LG Chem Hausspeicher
LG Chem hat im vergangenen Jahr 6000 Hausspeicher verkauft. Die meisten davon in Deutschland.
Foto: LG Chem

LG Chem sieht sich gut positioniert im wachsenden Speichermarkt

28. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews
Der südkoreanische Hersteller konnte im vergangenen Jahr sein Geschäft mit Groß- und Hausspeichern weiter ausbauen. Eine neue Produktionsstätte entsteht derzeit in Südkorea. LG Chem wird die Lithium-Ionen-Batterien für das STEAG-Großprojekt liefern.

LG Chem zeigt sich mit seiner Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zufrieden. So ist das südkoreanische Unternehmen nach eigenen Angaben bei Netzspeichern bereits Marktführer. Die Verkaufsziele seien mehr als erreicht worden, teilte LG Chem am Donnerstag mit. So habe der Hersteller in den vergangenen Monaten fast 300 Megawattstunden Speicher zur Verfügung gestellt.

Auch das Segment der Photovoltaik-Hausspeicher sei weiter ausgebaut worden und habe ein positives Ergebnis erzielt. Die Umsätze bei Energiespeicherlösungen für private Haushalte habe LG Chem seit dem Markteintritt vor fünf Jahren vervierzehnfacht. Auch gegenüber 2014 sei nochmals eine Verdoppelung erreicht worden. Etwa seiner 6.000 Lithium-Ionen-Hauspeicher habe LG Chem im vergangenen Jahr verkauft – die meisten davon in Deutschland.

Angesichts der sinkenden Kosten für Lithium-Ionen-Batterien steige die Nachfrage bei privaten Haushalten weiter. LG Chem rechnet für dieses Jahr mit einem 70-prozentigem Marktwachstum. Besonders der deutsche Markt bleibe bei Photovoltaik-Hausspeichern wichtig für den südkoreanischen Anbieter. Allerdings nehme auch der Wettbewerbsdruck allgemein zu. In diesem Fall sieht sich LG Chem mit seinen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau seiner Produktionskapazitäten gut aufgestellt.

Vermehrt würden nun auch Komplettlösungen von Stadtwerken und privaten Haushalten nachgefragt. Ein Großprojekt, für das LG Chem als Batterielieferant ausgewählt wurde, sind zudem die geplanten STEAG-Großspeicher mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt. Eines der weltweit größten Speicherprojekte, die es derzeit gibt. Aufbauend darauf sollen weitere Großprojekte mit Speichern im Multimegawatt-Bereich folgen, hieß es bei LG Chem weiter.

LG Chem baut derzeit eine neue Fertigungsstätte im koreanischen Ochang. Darüber hinaus verfüge der Hersteller über weitere Fabriken in Korea sowie China und Japan. Eine Antwort, wann die neue Produktion in Betrieb geht und wie noch Kapazitäten sind, wollte LG Chem auf Anfrage von pv magazine noch nachliefern. (Sandra Enkhardt)

600 Millionen Euro für innovative Stromnetze

600 Millionen Euro für innovative Stromnetze

Übertragungsnetzbetreiber Amprion präsentiert den E-Highway 2050.
Übertragungsnetzbetreiber Amprion präsentiert den E-Highway 2050.
27.01.2016 10:42 - Das Bundeswirtschaftsministerium wird fünf Schaufensterregionen für zukünftige Stromnetze mit insgesamt bis zu 230 Millionen Euro fördern. Die mehr als 200 beteiligten Unternehmen planen, weitere rund 370 Millionen Euro zu investieren. Eine Konferenz stellt die Projekte vor.
Insgesamt fließen so 600 Millionen Euro in die fünf „Blaupausen“ für zukunftsfähige Stromnetze. Das neue Programm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) soll zeigen, wie Stromnetze mit hohen Anteilen schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie sicher, stabil und effizient betrieben werden können. Im Fokus stehen dabei die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch sowie der Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte.
Im zweiten Halbjahr 2016 sollen die Modellprojekte anlaufen, kündigte der zuständige Referent im Wirtschaftsministerium Alexander Folz auf der Konferenz „Zukünftige Stromnetze für Erneuerbare Energien“ in Berlin an. Ein Projekt nennt sich beispielsweise „C-Sells: Großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschland“. Das Förderprogramm SINTEG gehört zu den Maßnahmen der „Innovativen Digitalisierung der Deutschen Wirtschaft“ und ist damit ein Baustein der Digitalen Agenda der Bundesregierung.

Energiesystem muss flexibler werden

Die neue Herausforderung ist es, das Energiesystem grundlegend neu zu gestalten. „Der bestehende regulatorische Rahmen atmet noch viel zu sehr den Geist der alten fossilen Welt, hier scheint die Energiewende noch kaum angekommen zu sein“, sagt der fachliche Leiter der Konferenz, Lars Waldmann vom niederländischen Netzbetreiber Alliander. Dezentrale Verbraucherentscheidungen und das Internet der Dinge stellten die Marktteilnehmer vor Aufgaben, die nur mit einer grundlegenden Anpassung der Regulierung zu lösen seien. „Flexibilisierung des Energiesystems ist das zentrale Stichwort für diesen Prozess“, betont Waldmann. Es gehe dabei um Daten und Steuerung, Tarifgestaltung und Marktzugänge. Das betreffe auch Städte und Kommunen, die künftig eine noch bedeutendere Rolle in der Energiewelt spielen werden.
Tagungsbeirat Professor Jochen Kreusel von ABB aus Mannheim, hebt die Rolle der Technologie hervor: Rund 30 Prozent des Bedarfs an elektrischer Energie wurden im Jahr 2015 in Deutschland aus erneuerbaren Quellen gedeckt. „In manchen sonnenreichen Ländern mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen ist die Eigenversorgung mit Solarenergie und Batterien inzwischen günstiger als die Versorgung aus dem öffentlichen Niederspannungsnetz“, weiß Kreusel zu berichten und ergänzt: „Wir befinden uns inmitten einer grundlegenden, längst nicht mehr primär politisch, sondern technisch-ökonomisch getriebenen Veränderung der elektrischen Energieversorgung.“ Technologie sei der Schlüssel, diese Veränderung positiv zu gestalten. Netze hätten künftig mehr Aufgaben als in der Vergangenheit. „Sie sind das entscheidende Bindeglied zwischen allen Akteuren der Energieversorgung und -nutzung.“

Austausch zwischen Forschung, Industrie und Politik

Die Konferenz „Zukünftige Stromnetze für Erneuerbare Energien“ zeigte zum dritten Mal vor einem breiten Publikum neue Lösungen aus Forschung und Anwendung. Dabei setzte der Veranstalter auf den intensiven Austausch zwischen Energiebranche, Politik und Regulierungsbehörden. Um über die Zukunft der Stromnetze zu beraten, versammelte das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut (OTTI) 137 Unternehmer, Wissenschaftler und Experten aller Sparten des Energiesektors zu einer zweitägigen Veranstaltung am 26. und 27. Januar 2016 in Berlin. Das Magazin photovoltaik hat die Konferenz als Medienpartner begleitet, wie bereits in den beiden Jahren zuvor. (Niels H. Petersen)

Wussten-Sie-das-schon…? - Solar Frontier PowerModule arbeiten auch bei Hagel und Flugsand ausgezeichnet

Wussten-Sie-das-schon…? - Solar Frontier PowerModule arbeiten auch bei Hagel und Flugsand ausgezeichnet

Das Thermometer zeigt Minusgrade im zweistelligen Bereich, ein eisiger Wind peitscht Schnee um die Häuser und Hagel donnert auf das Dach. Sicher eine grausige Vorstellung für alle Solaranlagenbesitzer, die um die Sicherheit ihrer Module fürchten müssen? Nicht, wenn sie sich für die robusten und hochwertigen CIS-Module von Solar Frontier entschieden haben!
Die PowerModule wurden jüngst für den Einsatz unter Hagelfall zertifiziert. Dabei wurden die umweltfreundlichen Solar Frontier Module mit golfballgroßen Hagelkörnern beschossen - mit einer Geschwindigkeit von umgerechnet bis zu 110 km/h. Das entspricht in etwa der Spitzengeschwindigkeit eines Gepards, dem schnellsten Landtier der Welt! In Kombination mit Ihrer Beständigkeit bei Schneelast (bis 2.400 Pa) zeichnen sich die CIS-Module damit für besonders raue Winterbedingungen aus.
Doch damit nicht genug: neben winterlichen Bedingungen qualifizierten sich die CIS-Module auch für den Einsatz bei Flugsand. Besonders in trockenen sowie wüstenähnlichen Regionen ist dies ein entscheidendes Kriterium, das Sie bei der Auswahl der Module berücksichtigen sollten. In großen Teilen Afrikas und dem mittleren Osten sind Sandstürme beispielsweise keine Seltenheit.
Während der Testphasen wurden die Solar Frontier Module einem simulierten Sandsturm ausgesetzt und eingehend geprüft. Die PowerModule hielten der Belastung stand – und können bedenkenlos in wüstenähnlichen Regionen eingesetzt werden.
Alle Details zu beiden Tests sowie die Originalzertifikate finden Sie im Download-Bereich unter http://www.solar-frontier.eu/produkte/zertifikate/.

China Cinda bietet Yingli Unterstützung für Umschuldung an

Yingli-Fabrik in China
China Cinda könnte Yingli beim Verkauf von Vermögenswerten unterstützen.
Foto: Yingli Green Energy Holding Company Ltd

China Cinda bietet Yingli Unterstützung für Umschuldung an

27. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews
Der staatliche Vermögensverwalter sieht nach Medienberichten durchaus Potenzial im Photovoltaik-Geschäft des hochverschuldeten chinesischen Herstellers. Cinda Cinda will sich daher aktiv an der Restrukturierung bei Yingli beteiligen.

Die China Cinda Asset Management Co. hat nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ihr Unterstützung bei der Umschuldung der Yingli Green Energy Holding Co. angeboten. Dies meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf gut informierte Kreise. China Cinda, ein staatlicher Vermögensverwalter, habe Interesse an der Restrukturierung der Schulden, da es ein Potenzial für Yinglis Photovoltaik-Geschäft sehe. Eine Möglichkeit der Unterstützung sei, dem chinesischen Photovoltaik-Hersteller beim Verkauf seiner ertragslosen Aktiva zu helfen, heißt es in dem Bericht weiter. Eine offizielle Bestätigung von China Cinda oder Yingli war zunächst nicht zu bekommen. Bloomberg verweist aber darauf, dass auch „China Business News“ zuvor über das Interesse von China Cinda berichtet habe.

Erst vor wenigen Tagen hatte Yingli über die Fortsetzung der Gespräche mit seinen Anleihegläubigern über eine Umschuldung berichtet. Demnach plant der chinesische Hersteller den Verkauf von Vermögenswerten, etwa Photovoltaik-Kraftwerken, um seine Schulden zu begleichen, wie Yingli-Finanzvorstand Wang Yiyu Bloomberg bestätigte. Desweiteren soll das Unternehmen lokale Regierungsstellen und Banken um Unterstützung gebeten haben. Nach pv magazine vorliegenden Informationen sollen sowohl Chinas Bankenaufsicht als auch die Nationale Energiebehörde mittlerweile Hilfe bei der Restrukturierung zugesagt haben.

Seit dem zweiten Quartal 2011 konnte der chinesische Photovoltaik-Hersteller keinen Gewinn mehr ausweisen. Die Verbindlichkeiten sollen sich bis zum Ende des dritten Quartals 2015 auf 1,9 Milliarden US-Dollar summiert haben. Wegen der finanziellen Schwierigkeiten konnte Yingli im vergangenen Jahr seine Produktionen nicht unter Volllast laufen lassen. Dies führte mehrfach zu einer Senkung der Prognose. Insolvenzgerüchte wies Yingli mehrfach zurück. (Sandra Enkhardt)

Forscher züchten Photovoltaik-Siliziumkristall in der Schwerelosigkeit

Start der unbemannten Forschungsrakete TEXUS 53 in Schweden
Am 23. Januar 2016 um 9:30 Uhr startete vom schwedischen Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna die unbemannte Forschungsrakete TEXUS 53 in den Weltraum.
Foto: DLR

Forscher züchten Photovoltaik-Siliziumkristall in der Schwerelosigkeit

27. Januar 2016 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Den 20-minütigen Flug einer unbemannten Forschungsrakete nutzen deutsche Wissenschaftler, um einen Siliziumkristall ohne Einfluss von Gravitation zu züchten. Das Experiment soll helfen, die Herstellung von Silizium für die Photovoltaik auf der Erde besser zu verstehen.

Am vergangenen Samstag startete die unbemannte Forschungsrakete TEXUS 53 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Schweden zu einem 20-minütigen Flug ins All. Ziel der Mission war es, dass Verständnis für die Herstellung von Photovoltaik-Silizium auf der Erde zu verbessern. Das Experiment der Forscher des Fraunhofer IISB in Erlangen und der Universität Freiburg trägt den Namen Bestimmung der kritischen Einfanggeschwindigkeit von Partikeln bei der gerichteten Erstarrung von Solarsilizium im Weltall“ – oder kurz ParSiWal-II.

Die Wissenschaftler nutzten die sechs minütige Schwerelosigkeit während des Flugs, um auf der Rakete einen Siliziumkristall ohne Einfluss von Gravitation zu züchten, wie das Fraunhofer IlSB nun mitteilte. Das Experiment sollte klären, durch welche Mechanismen Siliziumnitrid-Partikel (Si3N4) bei der Kristallisation in den Siliziumkristall eingebaut würden, die sich nachteilig auf die Eigenschaften des Siliziums auswirkten. Neben Siliziumkarbid (SiC) führten sie dazu, dass die Wirkungsgrade von Solarzellen schlechter ausfielen.

„Das Einbauverhalten von SiC-Partikeln bei der Siliziumkristallzüchtung konnten wir bereits erfolgreich auf der TEXUS 51-Mission im April 2015 untersuchen“, erklärt Christian Reimann, Leiter des ParSiWal-Projektes am Fraunhofer IISB. „In einem 8 Millimeter dünnen Siliziumstab, in den zuvor SiC-Partikel eingebracht wurden, wurde mithilfe eines Spiegelofens in der Umgebung der Partikel eine flüssige Schmelzzone erzeugt. Anschließend wurde der Siliziumstab mit verschiedenen Geschwindigkeiten in der Ofenanlage verfahren. Dadurch bewegte sich die Schmelzzone durch den Stab und somit auch die sich ausbildende Fest-Flüssig-Phasengrenze."
Im Gegensatz zu diesem Referenzexperiment auf der Erde seien die SiC-Partikel im Weltraumexperiment bei deutlich geringeren Wachstumsgeschwindigkeiten in den Kristall eingebaut worden, so die Forscher. Dies liege daran, dass unter Schwerelosigkeit strömungsbedingte Kräfte fehlten, die die Partikel von der Phasengrenze wegbewegten. Für die industrielle Herstellung von Photovoltaik-Silizium auf der Erde bedeute dies, dass der Einbau von SiC-Partikeln in den Siliziumkristall durch gezieltes Rühren der Siliziumschmelze minimiert werden könne.

Bei der Weltraummission sei es nun speziell um die Untersuchung des Einbauverhaltens von Si3N4-Partikeln gegangen. Die Auswertung des Experiments wollen die Forscher in den kommenden Monaten vornehmen. Das Forschungsprojekt ParSiWal-II wird vom DLR-Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. (Sandra Enkhardt)

Goldbeck Solar realisiert große Photovoltaik-Gewerbeanlage in Ulm

Gewerbliche Photovoltaik-Dachanlage bei einem Logistikunternehmen in Ulm
Auf dem Neubau in Ulm ist direkt eine Photovoltaik-Dachanlage mit 1060 Kilowatt Leistung installiert worden.
Foto: Seifert Logistics

Goldbeck Solar realisiert große Photovoltaik-Gewerbeanlage in Ulm

27. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews
Das Logistikunternehmen Seifert hat in Ulm etwa 1,2 Millionen Euro in eine Photovoltaik-Dachanlage mit mehr als einem Megawatt Leistung investiert. Der erzeugte Solarstrom soll überwiegend für den Eigenverbrauch genutzt werden, womit die Energierechnung künftig um gut 40 Prozent sinken könnte.

Das Ulmer Unternehmen Seifert Logistik will künftig mit Solarstrom seine Energierechnung senken und zugleich seine Ökobilanz aufbessern. Auf einer neu gebauten Lagerhalle des Unternehmens sei dazu nun eine Photovoltaik-Anlage mit 1060 Kilowatt Leistung installiert worden, teilte das Unternehmen mit. Die Kosten werden mit 1,2 Millionen Euro beziffert. Goldbeck Solar habe die Installation der gewerblichen Photovoltaik-Dachanlage unterstützt.

„Ideal wäre, wir verbrauchen den Strom selbst“, sagte Unternehmer Harald Seifert. Seine Hallen sind für die Lagerung von Lebensmitteln und Medikamenten klimatisierbar, was derzeit etwa ein Fünftel des erzeugten Solarstroms verbrauche. Dieser Eigenverbrauchsanteil solle in den kommenden Jahren weiter gesteigert werden. Dann könnte das Logistikunternehmen bis zu 40 Prozent weniger an seinen Energieversorger zahlen. Seifert wolle in den kommenden Jahren sukzessive alle seine Hallen mit Photovoltaik-Anlagen nachrüsten, hieß es weiter.

Positiv auf das Projekt habe sich ausgewirkt, dass bereits bei der Planung des 15-Millionen-Euro teuren Neubaus die Photovoltaik integriert worden sei. Zudem sei der verschattungsfreie Standort besonders für Photovoltaik geeignet. „Temperierbare Räume verbrauchen Energie, weswegen der Eigenverbrauchsanteil maximal ausgeschöpft werden kann“, sagt Goldbeck Solar-Geschäftsführer Björn Lamprecht. (Sandra Enkhardt)

Solarcentury realisiert erste Photovoltaik-Freiflächenanlage aus Ausschreibungen von Sybac Solar

Solarpark von Sybac Solar in Nauroth
Sybac Solar war gerade in der ersten Runde der Photovoltaik-Ausschreibungen sehr erfolgreich.
Foto: Sybac Solar GmbH

Solarcentury realisiert erste Photovoltaik-Freiflächenanlage aus Ausschreibungen von Sybac Solar

27. Januar 2016 | Ausschreibungen, Politik und Gesellschaft, Hintergrund, Topnews
Der britische Photovoltaik-Projektierer vermeldete, dass er nun sein erstes Großprojekt in Deutschland umsetzen konnte. Es handelt sich um einen 4,7-Megawatt-Solarpark in Sachsen-Anhalt, der in der ersten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen einen Zuschlag erhalten hat. Es dürfte sich auch um das erste Ausschreibungsprojekt handeln, das überhaupt ans Netz gegangen ist.

Eine war anscheinend eine schwere Geburt – neun Monate nach Ende der ersten Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gibt es nun die erste offizielle Meldung über die Fertigstellung eines Projekts. Solarcentury hat einen Solarpark mit 4,7 Megawatt Leistung in Sachsen-Anhalt entwickelt und fertiggestellt. Es handele sich dabei um ein Projekt, für das Sybac Solar in der Ausschreibungsrunde im April 2015 einen Zuschlag erhalten habe, teilte der britische EPC am Mittwoch mit. Der Solarpark „Calvörde“ befinde sich auf einer Konversionsfläche und sei binnen fünf Wochen installiert worden. Für Solarcentury sei es das erste Freiflächen-Projekt gewesen, allerdings seien zuvor bereits Photovoltaik-Dachanlagen in Deutschland installiert worden.

In der ersten Ausschreibungsrunde hatte die Bundesnetzagentur 25 Zuschläge für Photovltaik-Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 157 Megawatt verteilt. 11 Anlagen entfielen dabei auf von Sybac Solar eingereichte Gebote. Für den Solarstrom werden nun zwischen 8,48 und 9,43 Cent pro Kilowattstunde gezahlt – so groß war die Spanne der erfolgreichen Gebote in der ersten Ausschreibungsrunde. Nach Ausstellung der Förderberechtigung durch die Bundesnetzagentur wird die Vergütung für genau 20 Jahre gezahlt, also anders als bei EEG-Anlagen, die für das Inbetriebnahmejahr noch zusätzlich die Solarförderung erhalten. Der Solarpark „Calvörde“ ist Solarcentury zufolge mittlerweile angeschlossen und der Solarstrom wird ins lokale Netz eingespeist.

Auf eine Anfrage von pv magazine erklärte ein Sprecher bei Sybac Solar, dass die weiteren Photovoltaik-Freiflächenanlagen aus den Ausschreibungen sukzessive umgesetzt werden. (Sandra Enkhardt)

WEMAG-Großspeicher soll für Netzaufbau nach Stromausfällen sorgen

WEMAG-Großspeicher in Schwerin
Der 5-Megawatt-Speicher der WEMAG soll nun auch für den Wiederaufbau des Netzes sorgen.
Foto: WEMAG AG

WEMAG-Großspeicher soll für Netzaufbau nach Stromausfällen sorgen

27. Januar 2016 | Speicher und Netze, Topnews
Im Zuge des Demonstrationsprojekts "Kickstarter" erhält der 5-Megawatt-Speicher in Schwerin eine verbesserte Steuerungssoftware sowie technische Anlagen. Mit Blick auf die Zukunft sollen Speicher in Kombination mit EEG-Anlagen und Gaskraftwerken für einen schnellen Wiederaufbau des Netzes nach Großstörungen eingesetzt werden. Die Förderung für das auf drei Jahre angelegte Projekt beträgt 800.000 Euro.

Der stationäre Großspeicher der WEMAG in Schwerin soll nun zeigen, dass er noch mehr kann, als Regelenergie zu liefern. Im Zuge des Demonstrationsprojekts „Kickstarter“ erhalte der 5-Megawatt-Speicher ein Upgrade seiner Steuerungssoftware und technische Anlagen, mit denen er für den raschen Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen sorgen solle, teilte Younicos am Mittwoch mit. Bislang werden dafür nur konventionelle Kraftwerke genutzt. Im Zuge der Energiewende müssten Speicher, EEG-Anlagen und Gaskraftwerke die Systemdienstleistung „Versorgungswiederaufbau“ übernehmen, auch um Schäden in Millionenhöhe zu vermeiden.

Der Test mit dem WEMAG-Speicher soll nach dem Willen der Projektbeteiligten einem neuen innovativen Schwarzstartkonzept nun zur Marktreife verhelfen. „Unser Projekt zeigt einmal mehr die vielseitigen Einsatz- und damit Einnahmemöglichkeiten von intelligenten Großspeichern. Heute schon hat der Speicher am Primärregelmarkt höhere Erlöse erzielt als wir erwartet haben und ich bin überzeugt, dass sich auch diese Investition lohnen wird“, erklärte Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG. Younicos-Gründer Clemens Triebel sieht die smarte Software als Schlüssel, um das Potenzial von Batteriespeichern ausschöpfen zu können und die Anwendungsfelder zu erweitern. „Sie garantiert, dass der Batteriespeicher mehrere wichtige Systemdienstleistungen wie Regelleistung, Schwarzstart- oder Inselfähigkeit verlässlich bereitstellen kann“, sagte Triebel.

Neben WEMAG und Younicos ist die Universität Rostock an dem Demonstrationsprojekt beteiligt. Sie werde eine Simulationsplattform bereitstellen, da im täglichen Netzbetrieb reale Versuche nur bedingt möglich seien, hieß es weiter. Anhand von dynamischen Netzmodellen sollen verschiedene Störungssituationen so unter realistischen Bedingungen simuliert werden. Zudem gehöre die der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG dem Projektkonsortium an. „Kickstarter“ wird Younicos zufolge von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums mit 800.000 Euro gefördert und wird eine Laufzeit von drei Jahren haben. (Sandra Enkhardt)

Solarmax will mit neuen Produkten weitere Absatzmärkte erobern

Wechselrichterproduktion bei Solarmax in Burgau
Wechselrichterproduktion bei Solarmax in Burgau
Foto: Solarmax

Solarmax will mit neuen Produkten weitere Absatzmärkte erobern

27. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews
Nachdem die Produktion Ende des vergangen Jahres angefahren und optimiert wurde, will der Wechselrichterhersteller nun durchstarten. Für das laufende Jahr werde mit einem steigenden Absatz gerechnet. Außerdem kündigt das Photovoltaik-Unternehmen mehrere neue Produkte an und will weitere europäische Märkte erobern.

Am Mittwoch stellte der Wechselrichterhersteller Solarmax auf einem Pressetermin seine Strategie für das Jahr 2016 vor. Nachdem das Unternehmen im vergangenen September zunächst die Produktion in Bayerischen Burgau hochgefahren und dabei nach eigenen Angaben noch auf „ausgereifte Modelle“ der Vorgängerfirma Sputnik gesetzt hatte, sollen in diesem Jahr auch verstärkt Neuentwicklungen angeboten werden.
„Wir haben das 4. Quartal 2015 genutzt, um die Abläufe in der Produktion zu optimieren“, sagt Mathias Mader, CEO der Solarmax Gruppe, im Interview mit pv magazine. Dies sei unter anderem deshalb möglich gewesen, weil noch ausreichend Solarmax-Geräte von Sputnik auf Lager waren. „Mitte November haben wir dann auch die ISO 9001 Zertifizierung für Produktion und Entwicklung von TÜV Süd erhalten. Somit sind wir nun für eine effiziente Produktion im Jahr 2016 gut aufgestellt.“ Bis März soll die Zahl der Mitarbeiter zudem von 41 auf 60 Personen erhöht werden.
Auch das Vertriebsteam wurde bereits verstärkt. Daher sei im ersten Quartal 2016 schon eine deutliche Steigerung der Nachfrage im Vergleich zum vierten Quartal 2015 zu verzeichnen. Die konservative Prognose für die Jahresproduktion in Jahr 2016 liegt laut Mader bei 80 Megawatt. Mit den nun vorbereiteten Kapazitäten seien auch 200 Megawatt leicht zu erreichen. „Was Equipment und Räumlichkeiten angeht haben wir aber auch die Möglichkeit, relativ kurzfristig auf bis zu 700 Megawatt hochzuskalieren“, sagt Mader.
Neue Produkte zum Speichern, Managen und Planen
Zu den neuen Geräten gehört laut Mathias Mader, dem CEO der Solarmax Gruppe, unter anderem zwei modular aufgebaute Outdoor-Zentralwechselrichter, für Industriedächer und Freiflächenanalgen mit Leistungen von 500 und 600 Kilowatt. Optional könnten die Geräte auch großen Speichersysteme laden und entladen und so Regelenergie bereitstellen.
Auch ein neues Energiemanagementsystem will Solarmax in diesem Jahr anbieten. Das externe Gerät soll nicht nur mit dem Wechselrichter sondern auch mit Speichersystemen und der Haustechnik kommunizieren können. „Es wird also auch mit Smart-Home-Anwendungen kompatibel sein“, sagt Mader. Im Vergleich zu einem Standardgerät habe das Gerät zudem in der Basisversion deutlich mehr Schnittstellen. Das spare Kosten für Erweiterungsmodule.
Zu den Speichersystemen, die Solarmax in diesem Jahr mit in das Angebot aufnehmen will, konnte Mader auf Nachfrage von pv magazine noch keine genauen Angaben machen. „Die Kooperationsgespräche dauern noch an. Es soll aber einen Großspeicher und einen Residential-Speicher im Angebot geben.“
Das Online-Portal von Solarmax soll ebenfalls weiterentwickelt werden, um die technische Betriebsführung von großen Dachanlagen und Solarparks zu optimieren. Für Betreiber von Kleinanlagen auf Wohngebäuden soll das Portal ein kostenloses Online-Monitoring ermöglichen. Zudem soll in diesem Jahr auch ein neues Planungstool für Installateure angeboten werden.
Weitere europäische Märkte erobern
Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz den Absatz der eigenen Geräte im laufenden Jahr auch nach Großbritannien, Irland, Italien und Polen ausweiten. „Wir haben einen neuen Vertriebspartner in Italien gefunden und auch in Polen haben wir erste Vertriebsverträge mit befreundeten Gesellschaften geschlossen. In Großbritannien und Irland haben wir über Servicepartner einen ganz guten Marktzugang ohne eine eigene Repräsentanz dort zu haben. Das wollen wir noch ein bisschen verstärken“, sagt Mader. „Für unsere Größenordnung sind das alles interessante Wachstumsmärkte Wir streben ja generell ein nachhaltiges Wachstum an und da wollen wir uns auch diesen Märkten positionieren.“ (Mirco Sieg)

Mittwoch, 27. Januar 2016

EPI: Deutschland liegt nur auf Platz 30 der umweltfreundlichsten Länder



Posted: 26 Jan 2016 03:05 AM PST
Es gibt eine ganze Reihe an bekannten Indikatoren, um die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes zu messen. Was allerdings die Umweltbilanz einer Nation angeht, fehlte es lange Zeit an einer entsprechenden Methodik. Inzwischen aber haben die Yale University und die Columbia University in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum den Enviromental Performance Index entwickelt. Dieser bewertet die Entwicklung der Länder auf verschiedenen Gebieten des Umwelt- und Klimaschutzes und kommt so am Ende zu einem individuellen Score. Mit dessen Hilfe wiederum lassen sich die Länder dann zu einem Ranking zusammenführen. Die deutsche Performance ist dabei durchaus noch verbesserungswürdig: Den Berechnungen zufolge liegt Deutschland insgesamt auf Platz 30.
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Die skandinavischen Länder führen den Index an

Während Deutschland dabei bei den Themen Biodiversität und Behandlung der Wasserressourcen weltweit auf den vorderen Plätzen abschnitt, verhinderten vor allem die schlechten Platzierungen in Sachen Landwirtschaft und Luftqualität ein insgesamt besseres Abschneiden. Immerhin erkannten die Forscher insgesamt aber eine positive Entwicklung: Seit der letzten Berechnung vor rund zehn Jahren verbesserte sich der deutsche Score um 8,43 Prozent. Wenig überraschend sind zudem die Platzierungen an der Tabellenspitze. Mit Finnland, Island, Schweden und Dänemark werden die ersten vier Plätze allesamt von skandinavischen Ländern belegt. Aber auch Großbritannien auf dem zwölften Rang und die Vereinigten Staaten auf Platz 26 schneiden insgesamt besser als die Bundesrepublik ab.

Weltweit ist eine insgesamt positive Entwicklung zu beobachten

Ganz am Ende der Tabelle finden sich dann vor allem sehr arme Länder wie Somalia und Eritrea. Auch dort ließ sich aber immerhin eine positive Entwicklung beobachten. Dies ist überhaupt die hoffnungsvollste Botschaft der neuen Studie: Unabhängig von der einzelnen Platzierung haben die allermeisten Länder innerhalb der letzten zehn Jahre ihren Score steigern können. Das weltweite Bewusstsein für die Notwendigkeit von Umweltschutz scheint also gestiegen zu sein, was sich zuletzt auch bei der Weltklimakonferenz in Paris zeigte. Die beteiligten Forscher hoffen, mit ihrem Index die Politik zu weiteren Maßnahmen motivieren zu können.

Leipziger Forscher entwickelt erste transparente Solarzelle

Transparente Solarzellen der Uni Leipzig
Dies ist die weltweit erste transparente Solarzelle nach Angaben der Leipziger Physiker.
Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Leipziger Forscher entwickelt erste transparente Solarzelle

26. Januar 2016 | Forschung und Entwicklung, Topnews
Die Wissenschaftler der Universität Leipzig verwenden Oxide von Zink und Nickel, um das ultraviolette Licht zu absorbieren. Die Solarzelle ist für großflächige Anwendungen geeignet, die Massenfertigung aber noch in weiter Ferne.

Physiker der Universität Leipzig habe die nach eigenen Angaben weltweit erste transparente Solarzelle entwickelt. Sie bestehe aus Oxiden der Metalle Zink und Nickel, könne ultraviolettes Licht absorbieren und eigne sich für großflächige Anwendungen, teilten die Wissenschaftler mit. "Bisher gab es keine transparenten Dioden, die für Solarzellen geeignet waren", erklären die Experimentalphysiker Marius Grundmann. Er hat das dreijährige Forschungsprojekt „Transparente photovoltaische Zellen“ konzipiert, das von der Sächsischen Aufbaubank gefördert wurde. Die Herausforderung habe darin bestanden, eine transparente Diode zu entwickeln, die nicht nur als Photodetektor arbeite, sondern tatsächlich Sonnenlicht in elektrische Energie umwandele - und das aus preiswerten Materialien, so Grundmann weiter.

Die transparente Solarzelle wollen die Leipziger Physiker nun für weitere Experimente nutzen. So wollen sie einen transparenten Schaltkreis autark mit Strom versorgen. Weitere Anwendungsgebiete seien etwa Fensterscheiben. Der so erzeugte Solarstrom könne für das Aufladen von Handys oder Sensoren für die Temperaturmessung genutzt werden. "Es ist jetzt schwer zu sagen, wann transparente Solarzellen industriell gefertigt werden. Das dauert noch Jahre. Aber die Chancen dafür sind gut", sagt Grundmann.

Der Forscher hat die ausführlichen Ergebnisse gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Karsthof im kürzlich erschienen Band des Fachjournals "Physica Status Solidi" veröffentlicht. (Sandra Enkhardt)

EuPD Research: Heckert Solar überflügelt Solarworld als populärste Modulmarke

Luftaufnahme des Produktionsstandorts von Heckert Solar in Chemnitz
Heckert Solar ist derzeit dabei, seine Produktionskapazitäten weiter auszubauen.
Foto: Heckert Solar

EuPD Research: Heckert Solar überflügelt Solarworld als populärste Modulmarke

26. Januar 2016 | Märkte und Trends, Topnews
Der Modulhersteller aus Chemnitz ist nach der Installateursumfrage von EuPD Research im vergangenen Jahr zum gefragtesten Anbieter in Deutschland aufgestiegen. Mittlerweile wird der Großhandel wieder wichtiger, denn nur noch 37 Prozent der Installateure beziehen ihre Komponenten direkt von den Herstellern.

Im Jahr davor noch die Nummer drei ist Heckert Solar nun zur meist gekauften Modulmarke in Deutschland aufgestiegen. Dies zeigen die ersten Ergebnisse des am Dienstag veröffentlichten "European PV Installer Monitor 2015/2016" von EuPD Research. Auf den Plätzen folgen dann Solarworld, Solarwatt und IBC Solar – allesamt auch deutsche Modulhersteller. Allerdings würden Endkunden in Deutschland selten oder gar nicht nach spezifischen Modulmarken fragen, so ein weiteres Ergebnis. Dies zeige zugleich, wie wichtig in Deutschland der Installateur für die Photovoltaik-Hersteller sei, gerade wenn es um die Empfehlung der Produkte gehe. In der letztjährigen Ausgabe der Studie von EuPD war Yingli noch die gefragteste Modulmarke vor Solarworld und Heckert Solar.

Allerdings hätten angesichts der rückläufigen Nachfrage auch viele Photovoltaik-Hersteller den deutschen Markt verlassen, gerade asiatische Unternehmen, so EuPD Research. Dies habe zugleich dazu geführt, dass immer weniger Installateure die Produkte direkt bei den Photovoltaik-Herstellern beziehen würden. Der Anteil des Direktkaufs sei von 44 auf 37 Prozent gesunken. Zugleich bedeute dies eine wieder steigende Bedeutung des Photovoltaik-Großhandels, der in den vergangenen Jahren stark zu kämpfen hatte. Viele Großhändler für Photovoltaik-Komponenten in Deutschland sind mittlerweile vom Markt verschwunden. (Sandra Enkhardt)

ZSW/HZB-White Paper: CIGS-Dünnschicht holt gegenüber kristalliner Technologie auf

Wirkungsgradrekord für CIGS-Dünnschicht, erreicht durch das ZSW 2014
Die Fortschritte bei der CIGS-Dünnschicht in den vergangenen Jahren waren nach Aussagen von ZSW und HZB enorm.
Foto: ZSW

ZSW/HZB-White Paper: CIGS-Dünnschicht holt gegenüber kristalliner Technologie auf

26. Januar 2016 | Forschung und Entwicklung, Märkte und Trends, Topnews
Wirkungsgrade und Kosten für die CIGS-Dünnschicht haben sich nach einer Analyse der Wissenschaftler in den vergangenen Monaten der kristallinen Photovoltaik-Technologie angenähert. Das Potenzial bei der Dünnschicht ist nach den Aussagen im nun veröffentlichten White Paper noch sehr groß. Die geringen Einstiegsinvestitionen würden dabei eine große Chance für die Solarindustrie in Europa darstellen.

Die multikristalline Silizium-Photovoltaik dominiert mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent den Weltmarkt. Doch die CIGS-Dünnschichttechnologie macht enorme Fortschritte, wie nun eine Untersuchung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie (HZB) gemeinsam mit internationalen Experten aus Forschung und Industrie zeigt. Seit dem Eintritt der Dünnschichtmodule auf Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS)-Basis in die Massenproduktion im Gigawattmaßstab seien Rekorde in schneller Folge zu verzeichnen. Während multikristalline Siliziumsolarzellen momentan Wirkungsgrade von 21,3 Prozent erreichten, kämen CIGS-Solarzellen inzwischen schon auf 22,3 Prozent, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten „White Paper“. Bei den Modulwirkungsgraden liege die Silizium-Photovoltaik noch geringfügig vorn. Nach Angabe der Wissenschaftler sind die Produktionskosten der CIGS-Dünnschichtmodule mittlerweile sogar auf das Niveau der Siliziumtechnologie gesunken und liegen bei rund 40 US-Cent pro Watt.

Die Forschungen bei der CIGS-Dünnschichttechnologie haben viel Zeit in Anspruch genommen. Daher sind die Produktionskapazitäten im Vergleich zur Silizium-Photovoltaik noch nicht so groß. Nach einem Ausbau seien aber deutlich bessere Werte möglich. Wirkungsgrade von mindestens 18 Prozent und Kosten von rund 25 US-Cent pro Watt seien bei jährlichen Produktionskapazitäten von 500 bis 1000 Megawatt in den Fabriken möglich, schreiben die Wissenschaftler unter Berufung auf Industrieangaben. Die konkurrenzfähigen Produktionskosten stellten sich dabei – verglichen mit der Silizium-Photovoltaik – bereits bei geringen Kapazitäten ein. Damit seien deutlich niedrigere Einstiegsinvestitionen bei der CIGS-Dünnschicht nötig.

Dies eröffne gerade für die Solarindustrie in Europa große Chancen, schreiben die Wissenschaftler in ihrem vierseitigen White Paper. „Solarstrommodule auf Basis von Silizium werden noch eine Weile den übergroßen Marktanteil besitzen“, sagt ZSW-Vorstand Michael Powalla. „Die Chancen für die CIGS-Dünnschicht-Photovoltaik sind aber wieder gestiegen.“ Gerade für Modulhersteller und den Anlagen- und Maschinenbau in Deutschland und Europa sei dies jetzt eine Chance.

ZSW und HZB heben auch die technischen Vorteile der CIGS-Dünnschicht hervor. So lieferten die Solarmodule höhere Erträge bei Schwachlicht. Der geringere Energie- und Materialverbrauch bei der Produktion führe zudem zu kürzeren Energierücklaufzeiten. Auch die höhere Schattentoleranz sei ein Pluspunkt für die CIGS-Technologie und die Anlagenbesitzer. Darüber hinaus sei ihr äußeres Erscheinungsbild homogen, was es optisch attraktiv mache Dünnschicht in Hausdächern oder Fassaden zu integrieren. Flexible CIGS-Produkte würden derzeit noch entwickelt. (Sandra Enkhardt)